Hallo,
Person 1: Hat Abi und noch nix geschafft …
Na Abi ist doch schon mal was, das nicht jeder schafft. Außer vielleicht in Bremen. :o)
Person 2: Hat abgeschlossene Ausbildung und dazugehörige
Meisterprüfung
Zulassung zur Prüfung z.B. Steuerberater:
Person 1 muss z.B. 4 Jahre studieren und etwas Berufspraxis
und bekommt dann die Zulassung zur Prüfung
Also 4 Jahre Studium der Altägytologie reicht z.B. nicht. Nicht mal wenn man es erfolgreich abgeschlossen hat, was erstmal die notwendige Bedingung wäre.
Person 2 hat für Ausbildung und Meisterprüfung auch schon sein
4 Jahre hingelegt und muss aber 7 ! Jahre Berufspraxis
vorweisen.
Das ist schon mal ein Punkt an dem das Hier, entscheidend
auseinanderklafft, mal abgesehen von Fragen der
Bildungsqualität …
Also was hier auseinander klafft, sind wohl die unterschiedlichen Bildungsinhalte. Ausbildung und Meister klingt für mich tatsächlich stark nach Handwerk und reicht niemals zur Zulassung zur Steuerberaterprüfung. Für einen Steuerberater, wären da wohl sowas wie Steuerfachangestellter und anschließend geprüfter Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt eher die Ausbildungsabschlüsse der Wahl.
Würde Person 2 jetzt die Prüfung früher machen wollen, soll er
nach mal 4 Jahre studieren und Berufpraxis vorbringen und das
obwohl es überwiegend derselbe Mist ist, denn Person 2 schon
in Ausbildung und Meisterprüfung gelernt hat.
Das könnte man vielleicht noch bei einem Metzger annehmen, der Medizin studieren möchte. Ist aber auch schon sehr weit hergeholt. Bei welchem Handwerk ist man denn mindestens so nah an der Steuerberatung dran, wie ein Metzger am Chirurgen? Na oder wohl eher am Pathologen.
Man könnte ja meinen, dass man diese Zeit irgendwie
angerechnet bekommt, sodass hier vielleicht ein Studium von 1
Jahr ausreicht, was aber angeblich nicht der Fall ist.
Welchen Abschluss kann man denn nach einem Jahr bekommen?
Mit anderen Worten, Person 2 die schon soviel geleistet hat
und vorzuweisen wird so gestellt und betrachtet wie Person 1,
der noch garnix geleistet hat.
Also Person 1 muss, um zur Prüfung zugelassen zu werden
- zwei bis drei Jahre Schule mehr vorweisen
- mindestens 8 Semester Studium (erfolgreich abgeschlossen und im richtigen Fach)
und 3. noch 2 Jahre einschlägige Berufspraxis nachweisen.
Macht insgesamt mindestens 8 Jahre, wenn alles optimal läuft und nahtlos aufeinander folgt.
Wie kann das hier in Deutschland sein, einem Land das doch so fortschrittlich und sozial gerecht sein will ?
Was ist daran ungerecht?
Ist das nicht eine Form von Diskriminierung ?
Ja. Wenn man Ungleiches unterscheidet, nennt man das auch Diskriminierung. Diese eigentliche Bedeutung kann einem Abiturienten oder Studenten wirtschafts-/ingenieurwissenschaftlicher Fächer eigentlich nicht verborgen bleiben. Das könnte somit schon mal ein Beleg dafür sein, dass man da doch nicht überall den gleichen Mist lernt.
Verstößt das nicht gegen das Grundgesetzt bzw. entsprechnend
zuständige Gesetze ?
Nein.
Ein jeder der eine Ausbildung hat und die Meisterprüfung
gemacht hat und was auch im Vergleich zum Studium nicht ohne
ist, und um einiges teuer und das in kürzerer Zeit fällig als
ein Studium ist, muss sich doch verarscht und diskriminiert
vorkommen. Von gleichen Chancen kann auch nicht mehr die Rede
sein …
Es wird doch sicher auch nicht jeder Hauptschüler einfach so zur Meisterprüfung zugelassen?
Ich denke das ist ein ziemlich starkes Stück …
Wie sieht es tatsächlich aus ?
Also tatsächlich liegen die Durchfallquoten meist über 50%, bezogen auf diejenigen, die überhaupt zur Prüfung antreten. Meist treten ca. 20% die die Zulassung nicht haben gar nicht erst an.
Bei einer weiteren Differzierung fällt jedoch auf, dass eine positive Korrelation zwischen Berufspraxis und Bestehensquote besteht. Allerdings muss man allein davon wiederum auch nicht zwangsläufig eine allgeingültige Bewertung ableiten können.
Grüße