Diskusion ( !) ,gibt´s die ?

Guten Morgen , Sprachfreunde !

In letzter Zeit höre ich in Unterhaltungen, aber auch im Fernsehen und Radio immer häufiger , dass die Sprecher bei Wörtern mit Doppel – S ( z. B. Diskussion ) diese mit " weichem s " ( wie z.B. Fusion ) aussprechen statt richtig mit „scharfem s“
( wie z.B. Messer ) .

  1. Ist das eine richtige Wahrnehmung oder muß ich mal zum Ohrenarzt ?

  2. Gibt es dafür – außer der Affektiertheit oder Unkenntnis der Sprechenden – eine Erklärung ?

  3. Weiß jemand , ob diese Angewohnheit schon einmal "bearbeitet " worden ist ?

Danke im Voraus !

Gruss

Jürgen

Hallo,

eine winzige, nicht unfreundlich gemeinte Anmerkung: Setz doch bitte ein paar weniger Leerzeichen. Dein ganzes Posting wirkt leicht unstrukturiert durch den exzessiven Einsatz derselben. „Doppel-s“ geht komplett ohne Leerzeichen, auch nach öffnenden und vor schließenden Anführungszeichen stehen normalerweise keine „Blanks“. Verstehe dies bitte, wie gesagt, als Tipp zur optischen Verbesserung deiner Postings, nicht jedoch als blöde Anmache.

Wörtern mit Doppel – S ( z. B. Diskussion ) diese mit "
weichem s " ( wie z.B. Fusion ) aussprechen statt richtig mit „scharfem s“

Die wissenschaftlichen Termini für diese zwei s-Arten lauten „stimmlos“ (wie in Messer) und „stimmhaft“ (wie in Fusion). Heißt so, weil in letzterem Fall die Stimmbänder bei der Entstehung des Lautes schwingen.

Gibt es dafür – außer der Affektiertheit oder Unkenntnis der Sprechenden – eine Erklärung?

Mit Affektiertheit hat das meines Erachtens nichts zu tun, eher mit dialektalen Einflüssen auf das, was manche „Hochdeutsch“ nennen. Im hiesigen Dialekt (Mainz/Rheinhessen) ist es z. B. vorstellbar, „Messer“ als [ˈmɛzɛ] ('mäzä), also mit stimmhaftem „s“ auszusprechen. Dies gilt analog für zahlreiche weitere Wörter. So kann man beispielsweise das Verb „reißen“ als [ˈʁaɪzə], also wie die standardsprachliche Lautung des Substantivs „Reise“, sprechen. Im Übrigen gilt dieses Phänomen auch für „sch“ [ʃ] und sein stimmhaftes Gegenstück [ʒ] sowie für weitere Zischlaute. Das Verb „erhaschen“, eigentlich [ɛʁˈhaʃən], kann ich mir durchaus als [ɛːɐ̯ˈhaʒə] (äa’hasche) vorstellen. Auch „hoffen“ [ˈhɔfən] kann man [ˈhɔvə] ('howwe) aussprechen.

Diese Eigenheit wird man, in unterschiedlicher Ausprägung, in vielen regionalen Akzenten finden. Eine ganz banale Erklärung dafür könnte sein, dass sich die meisten stimmlosen s-Laute in stimmhafter Umgebung, nämlich zwischen im Deutschen üblicherweise stimmhaften Vokalen, befinden, sodass es artikulatorisch einfach ist, auch die s-Laute stimmhaft zu sprechen.

Gruß
Christopher

Hallo, Jürgen,
rein technisch gesehen sorgen scharf gesprochene stimmhafte s-Laute für reichliche Probleme bei der Verarbeitung solcher Aufnahmen. Es gibt sogar spezielle Softwarefilter zur Beseitigung („De-esser“).

Wenn nun der Toningenieur dieses Werkzeug zu intensiv einsetzt (beispielsweise um einen sonst leise gesprochenen Text angemessen verstärken zu können), dann klingen die s-Laute eben leicht gelispelt.

Ansonsten ist es wohl im manchen Kreisen „angesagt“ etwas mit der „Ssunge anssusstossen“ wie die „Ssüdssucker-Ssussi“

Gruß
Eckard

Hi Jürgen,

das könnten mundartliche Einflüsse aus Sachsen oder Thüringen sein, auch die Chance hört man ja immer öfter mit stimmhaftem S.

Gruß Ralf

Noch’n Verdacht
Hi Jürgen,

vielleicht kommt das auch von Leuten, die Russisch gelernt haben, von denen höre ich auch schon mal die Branche mit stimmhaftem Sch.

Gruß Ralf

hallo jürgen,

das lernen die leute bei der sprechausbildung für funk und fernsehen.
siehe biolek, bei dem fällts besonders auf.
es zischt wohl zu sehr im mikro.

strubbel
M:open_mouth:)