Diskussion: Weg mit der Deutschen Sprache ?!

Liebes Forum.
Die Überschrift wurde absichtlich provokativ gewählt. Ich weiss. das ich mir mit folgendem Artikel wenig Freunde mache. Allerdings ist mir das relativ egal, denn das Problem liegt mir jetzt schon eine ganze Weile auf dem Herzen. Ich bitte jedoch darum sachlich und vor allen Dingen keinesfalls NATIONALISTISCH zu argumentieren.
Zunächst zu mir:
Ich bin, um bei einem zur Zeit ebenfalls sehr oft bemühten Thema zu bleiben, stolz ein Deutscher zu sein. Meine Uroma 1 war Spanierin, Uroma 2 Tschechin und daher wohnen auch noch jede Menge meiner Verwandten in diesn Ländern, allerdings auch in Kanada und Venezuela. Wir sind das was man landläufig wohl unter Grossfamilie versteht, d.h. bei einem grossen Fest (Hochzeit etc) kommen schon mal über 150 Verwandte zusammen. Ich betone das um mein MultiKulti Umfeld schon innerhalb der Familie zu verdeutlichen. Ich liebe die Lebensqualität, die Kultur, ja selbst die Geschichte Deutschlands (von gewissen Ausnahmen mal abgesehen) und vieles mehr. Ja, insgesamt bin ich sehr froh hier geboren zu sein
Nun zum Thema:
Es ist durchaus in Ordnung wenn sich die jetzige „ältere“ Generation darüber beklagt, das die schöne deutsche Sprache derart verhunzt wird. Das ist aber kein rein deutsches Problem, sondern betrifft mehr oder weniger alle Länder. Es gibt unzählige Berufe in denen man ohne Englisch Kenntnisse verloren hat und im Auslands Urlaub ist es oftmals ähnlich (gut vielleicht nicht in Österreich oder der Schweiz *g*). Aber scheinbar sind deutsche Urlauber die Einzigen, die voraussetzen, das man sich mit ihnen im Ausland auch in ihrer Heimatsprache unterhält. Ist das dann Stolz, nur Bequemlichkeit oder gar pure Ignoranz? Es verlangt ja niemand vor jedem Urlaub einen Sprachkurs zu belegen. Aber das nur am Rande.
Vielmehr vertrete ich die These, das die deutsche Sprache irgendwann ganz als Amtssprache verschwunden sein wird. Warum?
Nun ja wer weiss wie es aussehen würde wenn, bei der Abstimmung der Kolonisten im frühen „Amerika“ über ihre Landessprache, damals Deutsch gewählt worden wäre. Ist es aber nicht. Unbestritten ist die USA DIE Wirtschaftsmacht der Welt, und wer Geschäfte im grossen Stil machen will muss daher auch des Englischen mächtig sein. Die Öffnung des riesigen chinesischen Marktes wird daran nichts ändern. Was liegt also näher als langsam immer mehr englische Worte in unsere tägliche Umgangssprache einfliessen zu lassen? Machen wir es den kommenden Generationen nicht leichter wenn diese schon von klein auf mit Englisch aufwachsen? Und es ist ja nun nicht so das die „Ältere Generation“ NUR noch Bahnhof versteht.
In Spanien z.B. ist es von der Regierung gewollt, das in den einzelnen Regionen neben der offiziellen Amtssprache auch die Umgangssprachen wie z.B. Baskisch unterrichtet werden. Bei der zunehmenden Globalisierung wird es irgendwann darauf hinauslaufen, das Deutsch auch nur noch als Umgangssprache zählt. Das kann zwar noch 100 Jahre dauern, aber die Wahrscheinlichkeit ist SEHR hoch.
Als Science Fiction Fan hoffe ich irgendwann auf Zustände wie im Star Treck Universum (Entschuldigung, ist zwar Englisch, aber heisst eben so). Um das zu erreichen benötigen wir aber zunächst mal eine Weltsprache (oder jedem sein Babelfisch :wink:) und eine Weltwährung. Ich persönlich denke, das der EURO auch nur ein Zwischenspiel sein wird. Die stärkste Währung wird überleben. Das dies ein langwieriger Prozess sein wird ist mir klar und es wird wahrscheinlich auch noch einige Kriege geben, bis das Ziel erreicht ist.
Wenn ich nur an das mögliche finanzielle Einsparpotential denke, KANN es gar keine andere Lösung geben. Das heisst ja nicht gleichzeitig die Aufgabe der nationalen oder persönlichen Identität. Wenn es darum ginge: Als Badener habe ich ja sogar im eigenen Bundesland so meine Probleme.
Mir schwirrt noch wesentlich mehr im Kopf herum, aber da sich meine Mittagspause dem Ende nährt, hier noch einmal die Kernfrage:
Wer glaubt das die Deutsche Sprache über kurz oder lang verschwinden wird ? Und wer verbindet damit einen Verlust von nationaler Identität ?

Hoffe auf viele Beiträge
Gruss Uwe

Hi BlauerWolf :smile:

Ich denke nicht, dass etwa 100 Millionen Menschen ihre Muttersprache ohne zwingenden Grund an den Nagel hängen werden. Englisch ist sicherlich ein Muss, und daher an unseren Schulen ja auch Pflichtfach. Bald wird in NRW sogar an den Grundschulen Englisch ab der 3-ten Klasse zur Pflicht. In der Regel kannst du davon ausgehen, dass jeder jüngere Deutsche hinreichend gut Englisch spricht, um im späteren Berufsleben bestehen zu können.

Ich finde auch, dass wir eher englische Wörter zu deutschen Wörtern machen. Wir bedienen uns aus dem Englischen, um unsere deutsche Sprache zu erweitern oder zu vereinfachen. Ein Reißverschluss ist eben ein Zipper. Zipper ist viel kürzer als Reißverschluss. Aber der Artkel „der“ wird aus dem Deutschen übernommen. Wir haben „das“ Motherboard, „die“ CPU, „die“ 00-Managerin (Klofrau), „die“ E-Mail …

Und so viele englische Wörter haben in unsere Umgangssprache auch kaum Einzug gehalten. Die Werbung propagiert englische Wörter aus Einfallslosigkeit, allen voran die Telekommunikationsfirmen. Viele Neuentwicklungen kommen aus den USA und bringen ihre englischen Bezeichnungen mit. Bis uns der Duden dann erstmal gesagt hat, wie das korrekte deutsche Wort heißt, haben wir das engliche Wort längst in unsere Sprache eingebaut. So ist es auch verständlich, dass wir fast nur Substantive aus dem Englischen übernehmen …

Jede Sprache lebt und verändert sich im Laufe der Zeit. Ich sehe es als eine geniale Eigenschaft der deutschen Sprache an, dass sie sich so leicht erweitern lässt. Überhaupt ist Deutsch eine sehr klare und logische Sprache. Jeder, der mal einen wissenschaftlichen Artikel auf Englisch gelesen hat, wird mir da zustimmen. Man weiß nur selten, welches „of“ denn nun wo hin gehört. Im Deutschen wird durch die unterschiedlichen Wortendungen die Verwirrung geringer gehalten. Wie viele deutschsprachige Dichter fallen dir auf Anhieb ein: Schiller, Goethe, Lessing, … Aber englischsprachige Dichter: Shakespear, und weiter? Für mich ein klares Indiz dafür, dass man sich mit Deutsch besser ausdrücken kann als mit Englisch.

Ich mache mir um Deutsch als Sprache überhaupt keine Sorgen. Die Amerikaner und Engländer haben da viel mehr Grund zur Sorge. Schließlich werden durch die vielen nicht-native Speaker immer mehr Fehler in die englische Sprache eingebaut …

Viele Grüße

Stefan.

Hallo Stefan und BlueWolf,

Ich denke nicht, dass etwa 100 Millionen Menschen ihre
Muttersprache ohne zwingenden Grund an den Nagel hängen
werden.

Ich auch nicht. Ich fände es auch schade, aber das gilt für jede Sprache. Eine aussterbende Sprache ist ein Stück Verlust der menschlichen Kultur, und sollte immer vermieden werden.
Nebenbei: ich bin nicht stolz, ein Deutscher zu sein. Und zwar aus dem schlichten Grund, daß ich dafür nichts kann. Und stolz sein kann ich nur auf etwas, das ich selbst verursacht habe.

Ich finde auch, dass wir eher englische Wörter zu deutschen
Wörtern machen. Wir bedienen uns aus dem Englischen, um unsere
deutsche Sprache zu erweitern oder zu vereinfachen. Ein
Reißverschluss ist eben ein Zipper. Zipper ist viel kürzer als
Reißverschluss. Aber der Artkel „der“ wird aus dem Deutschen
übernommen. Wir haben „das“ Motherboard, „die“ CPU, „die“
00-Managerin (Klofrau), „die“ E-Mail …

Nun ja, das liegt halt daran, daß die deutsche Sprache zu jedem Hauptwort ein grammatisches Geschlecht verlangt, mitsamt zugehörigem Artikel. Gegen den Gebrauch englischer Begriffe ist auch nirgendwo etwas einzuwenden, wo es kein genauso geeignetes deutsches Wort gibt. Aber rein, um „in“ zu sein, jeden Schmonzes auf Englisch (möglichst auch noch falschem oder Denglisch) ausdrücken zu wollen, ist völlig daneben.

Und so viele englische Wörter haben in unsere Umgangssprache
auch kaum Einzug gehalten.

Da gibt’s ne ganze Menge, vertu Dich nicht.

Jede Sprache lebt und verändert sich im Laufe der Zeit. Ich
sehe es als eine geniale Eigenschaft der deutschen Sprache an,
dass sie sich so leicht erweitern lässt.

Das teilt sie mit vielen anderen.

Überhaupt ist Deutsch

eine sehr klare und logische Sprache. Jeder, der mal einen
wissenschaftlichen Artikel auf Englisch gelesen hat, wird mir
da zustimmen. Man weiß nur selten, welches „of“ denn nun wo
hin gehört.

Ich habe -zig wissenschaftliche Artikel auf Englisch und Französisch gelesen und stimme Dir nicht zu: meist waren die englischen sogar einfacher zu lesen, weil sie vernünftigere Satzkonstruktionen verwendeten. Aber generell muß ich sagen: In JEDER Sprache kann man sich klar und deutlich ausdrücken, wenn man will - oder total unverständlich, wenn nicht.

Wie viele
deutschsprachige Dichter fallen dir auf Anhieb ein: Schiller,
Goethe, Lessing, … Aber englischsprachige Dichter:
Shakespear, und weiter? Für mich ein klares Indiz dafür, dass
man sich mit Deutsch besser ausdrücken kann als mit Englisch.

Das war ja wohl nichts. Was kann das Englische dafür, daß Du Byron, Keats, Yates und wie sie alle heißen nicht kennst? Die Kenntnis fremdsprachlicher Dichter ist doch kein Indiz der Nützlichkeit der Sprache, sondern nur der Vertrautheit mit der Literatur in der entsprechenden Sprache. Lies Dir Deinen Abschnitt noch mal durch, und Du wirst Dich fragen, wie Du darauf überhaupt gekommen bist…:wink:

Ich mache mir um Deutsch als Sprache überhaupt keine Sorgen.

Ich mir auch nicht.

Die Amerikaner und Engländer haben da viel mehr Grund zur
Sorge. Schließlich werden durch die vielen nicht-native
Speaker immer mehr Fehler in die englische Sprache eingebaut

Das stört nicht, das machen die Muttersprachler auch. Die Sprache wird’s überleben und sich anpassen.

Gruß Kubi

1 „Gefällt mir“

Hi Kubi :smile:

Und so viele englische Wörter haben in unsere Umgangssprache
auch kaum Einzug gehalten.

Da gibt’s ne ganze Menge, vertu Dich nicht.

Ich finde, es sind nicht so viele. Wenn man von der Computerei, von der Telekommunikation und von Stellenanzeigen einmal absieht, fallen mir kaum welche ein.

Ich habe -zig wissenschaftliche Artikel auf Englisch und
Französisch gelesen und stimme Dir nicht zu: meist waren die
englischen sogar einfacher zu lesen, weil sie vernünftigere
Satzkonstruktionen verwendeten.

Das kauf ich dir nicht ab, Kubi. Nur zur Erinnerung, alle wichtigen Arbeiten der großen Physiker sind in Deutsch geschrieben. Fermi z.B. hat als Italiener wunderbare deutsche Artikel geschrieben. Deutsch ist eine sehr klare, logische Sprache, die dank ihrer Grammatik die Bildung eindeutiger Sätze zulässt. Sicherlich mag es Leute geben, denen ein Verständnis solcher Sätze schwer fällt. Aber das liegt dann nicht an der deutschen Sprache …

Aber generell muß ich sagen:
In JEDER Sprache kann man sich klar und deutlich ausdrücken,
wenn man will - oder total unverständlich, wenn nicht.

Stimmt. Nur im Englischen braucht man sich dafür nicht so viel Mühe zu geben. Da werden die Sätze von ganz alleine schwammig.

Das war ja wohl nichts. Was kann das Englische dafür, daß Du
Byron, Keats, Yates und wie sie alle heißen nicht kennst?

Ich habe halt nur die ganz Großen aufgezählt. Warum wurden die Deutschen das Volk der Dichter und Denker genannt? Sie hatten das Glück, eine geniale Sprache zu besitzen.

Die Amerikaner und Engländer haben da viel mehr Grund zur
Sorge. Schließlich werden durch die vielen nicht-native
Speaker immer mehr Fehler in die englische Sprache eingebaut

Das stört nicht, das machen die Muttersprachler auch. Die
Sprache wird’s überleben und sich anpassen.

Umso schlimmer. Wenn man sich englischsprachige Liedtexte so anhört, dann zweifelt man an dem, was man an englischer Grammatik in der Schule gelernt hat. Englisch wird meiner Meinung nach immer weiter verwässern, bis man irgendwann kaum noch logische Satzkonstrukte formulieren kann …

Viele Grüße

Stefan.

Moin zusammen, hab mich jetzt grad durch die paar posts oben gewolzen :smile:

ich möcht mal hier nur zu einem kleinen teil stellung nehmen, und zwar zu der Ausage das die deutsche sprache viel klarer sei. Also dem kann ich hinten und vorn nicht zu stimmen. Vergleiche ich zum Beispiel die Zeitformen aus dem englishen und dem deutschen, dann kann ich im englishen viel diferenzierter sagen, wann was passiert ist, ob es noch am tun ist oder schon lange geschehen ist. oder die Tatsache das im englishen oftmals, 2 Wörter vorhanden sind wo im deutschem ein und das selbe wort verwendet wird.
Dann die Aussage mit den Dichtern, wurde ja schon weiter oben angesprochen, was ich dazu noch anmerken wollte ist einfach, es genügt nicht eine sprach im umgang zu beherschen um ein buch von Keats zu lesen. den Keats hat wie seine deutschen Kollegen seine sprache perfekt im Griff und ist/wahr fähig mit ihr zu spielen. Und das wir als „Deutsch“ sprachige das ev. nicht als klar empfinden ist eigendlich mehr als verständlich oder ?

Dann währe ja nur noch das mit Fermi,
versuch du mal in einer Fremdsprache eine wissenschaftliche dokumentation zu schreiben, du wirst sehen das du in einer fremdsprache, viel mehr überlgen musst, wie du was genau schrieben willst damit der leser das korrekt aufnihmt. in deiner Muttersprach schreibst du einfach, wie dir gerade der Mund gewachsen ist (sagt man das im deutschen auch?).

ich denke es ist relativ eingebildet von einer sprache zu bahaupten sie sei deutlicher oder verständlicher als andere. Kann ja auch niemand wirklich objektiv beurteilen.

Nun ich lebe in der Schweiz , wir haben 4 Landessprache und leben eingendlich ganz gut damit. Und wir haben in unserem deutsch, italienische, französische und englishe wörter deswegen ist doch unser deutsch nicht schlechter.

Sorry wegen meinem Deutsch aber ich bin 2 Sprachig aufgewachsen und so kommt es das ich weder deutsch noch english perfekt kann. :wink:

hehe … freu mich auf euer Feedback (und noch ein paat englishe wörter einzubauen :wink:)

Dazu gab es gestern einen wunderbaren Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

Hier ist er:
http://szarchiv.diz-muenchen.de/REGIS_A12306892;inte…

Gruß
Uschi

1 „Gefällt mir“

Hi Uschi :smile:

Danke für diesen schönen Artikel. Er ist zwar etwas überzogen, aber ein Stückchen Wahrheit ist da sicherlich drin.

cu Stefan.

Hello again,

Ich finde, es sind nicht so viele. Wenn man von der
Computerei, von der Telekommunikation und von Stellenanzeigen
einmal absieht, fallen mir kaum welche ein.

Jeans? Joggen? Sport? Fair? T-Shirt? Shorts? Meeting? Manager? soll ich weitermachen?

Das kauf ich dir nicht ab, Kubi. Nur zur Erinnerung, alle
wichtigen Arbeiten der großen Physiker sind in Deutsch
geschrieben.

Dann lies Dir mal ein paar durch, die von diesseits der 70er stammen. Da sind bestimmt 80% von auf Englisch.

Deutsch ist eine sehr klare, logische
Sprache, die dank ihrer Grammatik die Bildung eindeutiger
Sätze zulässt.

Das gilt für alle Sprachen mehr oder (eher) weniger gut. Es gibt kaum eine Grammatik, der man Logik nachsagen darf. Englisch ist da nicht besser und nicht schlechter als Deutsch.

Sicherlich mag es Leute geben, denen ein

Verständnis solcher Sätze schwer fällt. Aber das liegt dann
nicht an der deutschen Sprache …

Nein, das liegt an der mangelnden sprachlichen Kompetenz der meisten wissenschaftlichen Autoren.

Aber generell muß ich sagen:
In JEDER Sprache kann man sich klar und deutlich ausdrücken,
wenn man will - oder total unverständlich, wenn nicht.

Stimmt. Nur im Englischen braucht man sich dafür nicht so viel
Mühe zu geben. Da werden die Sätze von ganz alleine schwammig.

Das stimmt schlicht und einfach nicht. Die meisten englischen wissenschaftlichen Texte, die ich lese, sind weit klarer und besser verständlich als die deutschen.

Das war ja wohl nichts. Was kann das Englische dafür, daß Du
Byron, Keats, Yates und wie sie alle heißen nicht kennst?

Ich habe halt nur die ganz Großen aufgezählt.

Das sind die ganz großen!

Warum wurden die

Deutschen das Volk der Dichter und Denker genannt? Sie hatten
das Glück, eine geniale Sprache zu besitzen.

Nein, sie hatten eine Phase mit genialen Dichtern und Denkern - von denen viele übrigens ihre Ergebnisse auf Latein formuliert haben, trotz der „genialen“ Muttersprache…

Umso schlimmer. Wenn man sich englischsprachige Liedtexte so
anhört, dann zweifelt man an dem, was man an englischer
Grammatik in der Schule gelernt hat.

Das liegt weniger an der Sprache als an der miserablen Schulbildung.

Englisch wird meiner

Meinung nach immer weiter verwässern, bis man irgendwann kaum
noch logische Satzkonstrukte formulieren kann …

Das bezweifle ich.

Gruß Kubi

Hallo Christian,

Vergleiche ich zum Beispiel die Zeitformen aus dem englishen
und dem deutschen, dann kann ich im englishen viel
diferenzierter sagen, wann was passiert ist, ob es noch am tun
ist oder schon lange geschehen ist.

Ich denke, dass kann man auch in der deutschen Sprache mehr als gut machen… Es kommt eben nur drauf an, wie man es macht :smile:

oder die Tatsache das im
englishen oftmals, 2 Wörter vorhanden sind wo im deutschem ein
und das selbe wort verwendet wird.

Es gibt genauso umgekehrte Beispiele :smile: Also dass ein englisches Wort zwei oder mehr deutsche Bedeutungen hat :smile:
Und zwischen verwendet und zur Verfügung stehen, gibt es in meinen Augen auch einen Unterschied :smile:

Marco

*g* behaupte ja auch nicht das english die bessere sprache ist. währe ja das gleiche, wie wenn ich sagen würde, das ein Apfel besser schmeckt als eine Birne. kann ja bei dir gerade umgekehrt sein :smile:

cu

*g* behaupte ja auch nicht das english die bessere sprache
ist. währe ja das gleiche, wie wenn ich sagen würde, das ein
Apfel besser schmeckt als eine Birne. kann ja bei dir gerade
umgekehrt sein :smile:

:smile:

Auch wenn es wahr ist… :smile: ,aber es wäre zumindest eine These :smile:

Marco

nach den bisherigen Artikeln…
Liebe Forumler!
… bin ich zum Schluß gekommen, daß irgendwie jeder von Euch in eine ganz andere Richtung (und nicht ganz objektiv) argumentiert.
Auch wenn sich die folgenden Aussagen unter Garantie irgendwo verstreut bei verschiedenen Vorrednern finden lassen, möchte ich doch trotzdem meinen Senf zur Diskussion abgeben.
Ich denke, es ist unvermeidbar, daß das Deutsche von anderen Sprachen (besonders natürlich dem Englischen) beeinflußt wird. Aber das könnte (auf lange Zeit gesehen) auch vorbeigehen. In dem einen Jahrhundert war Französisch die Sprache, die alle andern beeinflußt hat, dann das Italienische (man bedenke, daß alle musikalischen Fachbegriffe italiensisch sind)…
Und was das „Besser-Schlechter“-Gehabe angeht: Keine Sprache ist wirklich besser als eine andere. Weder in puncto Grammatik noch im Wortschatz. Man kann alles von zwei Seiten sehen. Einerseits ist zum Beispiel die Unterscheidung der französischen Vergangenheitsformen „lästig“ und „umständlich“. Andererseits kann man anhand dieser Unterscheidung sehr viel besser auf den Satzzusammenhang schließen (il avait peur: er hatte Angst; il a eu peur: er hat Angst bekommen). Und ob man sich in einer Sprache besser ausdrücken kann als in der anderen? Allgemein gesehen wage ich es zu bezweifeln, obwohl ich auch schon die Erfahrung gemacht habe, daß ich manche Gedanken besser in Französisch oder englisch formulieren kann.
Zum Aussterben der Sprachen: Natürlich: Sprachen erlöschen im Laufe der Zeit. Aber ich glaube (ohne jedwede nationalistische Gefühle), daß man auch noch in dreihundert Jahren Deutsch sprechen wird. Eine Sprache mit and die 100 Millionen Sprechern geht nicht einfach so von heute auf morgen unter.

Das war also meine Meinung zum Thema
Im Endeffekt heißt’s doch sowieso „Abwarten und Tee trinken!“. Oder etwa nicht?!

Gruß,
Stefan

Hi Kubi :smile:

Sicherlich mag es Leute geben, denen ein
Verständnis solcher Sätze schwer fällt. Aber das liegt dann
nicht an der deutschen Sprache …

Nein, das liegt an der mangelnden sprachlichen Kompetenz der
meisten wissenschaftlichen Autoren.

Überhaupt nicht. Die meisten wissenschaftlichen Autoren formulieren sehr exakt. Es liegt fast immer am Leser, wenn er etwas nicht genau versteht. Wenn ich einen englischen Artikel lese, dann habe ich immer das Gefühl, die Sache irgendwie nicht richtig verstanden zu haben. Das mag wohl daher kommen, dass mein Englisch optimierungsfähig (hehe, schreib das mal in Englisch) ist. Jedenfalls ist mir manchmal z.B. nicht klar, welches Adjektiv zu welchem Substantiv gehört. Dadurch lese ich dann „oberflächlich“ und fühle mich nach Lektüre eines Artikels nicht richtig wohl. Im Deutschen ist dagegen durch die Wortendungen recht klar, was wo hin gehört. Aber diesbezüglich können die Meinungen natürlich auseinander gehen. Du findest Englisch klarer, ich finde Deutsch klarer.

In JEDER Sprache kann man sich klar und deutlich ausdrücken,
wenn man will - oder total unverständlich, wenn nicht.

Stimmt. Nur im Englischen braucht man sich dafür nicht so viel
Mühe zu geben. Da werden die Sätze von ganz alleine schwammig.

Das stimmt schlicht und einfach nicht. Die meisten englischen
wissenschaftlichen Texte, die ich lese, sind weit klarer und
besser verständlich als die deutschen.

Jetzt interessiert es mich aber doch: Welche Art wissenschaftlicher Texte liest du denn? Ich lese überwiegend mathematisch-physikalische Texte. Vielleicht liegt es daran, dass du Englisch und ich Deutch besser finde ?!

Warum wurden die
Deutschen das Volk der Dichter und Denker genannt? Sie hatten
das Glück, eine geniale Sprache zu besitzen.

Nein, sie hatten eine Phase mit genialen Dichtern und Denkern

  • von denen viele übrigens ihre Ergebnisse auf Latein
    formuliert haben, trotz der „genialen“ Muttersprache…

Aha, aber ist denn nicht eine klare, logische Sprache die Voraussetzung, seine Gedanken auch klar und logisch ausdrücken zu können?

Umso schlimmer. Wenn man sich englischsprachige Liedtexte so
anhört, dann zweifelt man an dem, was man an englischer
Grammatik in der Schule gelernt hat.

Das liegt weniger an der Sprache als an der miserablen
Schulbildung.

Die Liedtexte sind definitiv grammatikalisch falsch! Die Amerikaner und Engländer selber verkrüppeln ihre Sprache. Warum auch nicht, wenn der Rest der Welt das auch tut :smile:))

Viele Grüße

Stefan.

Vergleiche ich zum Beispiel die Zeitformen aus dem englishen
und dem deutschen, dann kann ich im englishen viel
diferenzierter sagen, wann was passiert ist, ob es noch am tun
ist oder schon lange geschehen ist.

Ich denke, dass kann man auch in der deutschen Sprache mehr
als gut machen… Es kommt eben nur drauf an, wie man es
macht :smile:

Die deutsche Sprache hat die Eigenschaft, zeitliche Zusammenhänge
eher durch den Kontext auszudrücken, als durch Zeitformen.

„Morgen gehe ich einkaufen“. Präsens, aber Zukunft.
„Gestern gehe ich durch die Stadt und da tritt mir doch wer auf
den Fuß!“ Präsens, aber Vergangenheit.

Im Vergleich zur englischen und französischen Sprache (die ich
beide spreche) wird das im Deutschen wesentlich häufiger
verwendet, ist aber in beiden anderen auch nicht unmöglich…

Das tut aber, finde ich, dem Verständnis keinen Abbruch, und in
Schriftstücken wird ja der Form halber i.A. auch die jeweilige
Zeitform bevorzugt.
Trotzdem finde ich es praktisch, alles im Präsens ausdrücken zu
können - und für FremdsprachlerInnen dürfte das auch einfacher
sein, sofern sie das auch wirklich gelernt haben (was oft nicht
der Fall ist).

oder die Tatsache das im
englishen oftmals, 2 Wörter vorhanden sind wo im deutschem ein
und das selbe wort verwendet wird.

Es gibt genauso umgekehrte Beispiele :smile: Also dass ein
englisches Wort zwei oder mehr deutsche Bedeutungen hat :smile:
Und zwischen verwendet und zur Verfügung stehen, gibt es in
meinen Augen auch einen Unterschied :smile:

I.A. ist es schon so, dass gerade die englische Sprache einer
Reihe von Bedeutungen mehrere Wörter zumisst, schlicht und
ergreifend auf Grund ihrer Wurzeln in der deutschen,
französischen und lateinischen Sprache. Selbst die
EngländerInnen, IrInnen und AmerikanerInnen, die ich bisher
kennengelernt habe, konnten mir oft den Unterschied zwischen zwei
Wörtern ihrer Muttersprache nicht erklären. Das macht die Sprache
für Fremdsprachler nicht unbedingt einfacher…

Um’s klarzustellen, ich spreche die drei Sprachen und habe mit
keiner ein Problem, sie haben alle ihre Vorzüge und Nachteile.
Wie und wann sie verwendet werden, das hängt bei mir schlicht und
ergreifend von meinen Gesprächspartnern bzw. der Zielgruppe ab,
nichts weiter… Insofern bin ich SICHER, dass keine der Sprachen
so schnell untergehen wird (na ja, die französische vielleicht,
aber das ist eine andere Geschichte :wink:

Allerdings habe ich festgestellt, dass ich, seit ich die Sprachen
vernünftig sprechen kann, auch viel mehr Wert auf deren Trennung
lege. Ich verwende nun z.B. um einiges weniger leicht englische
Wörter in der deutschen Sprache. Ich benutze sogar auf
Französisch weniger englische Wörter als die FranzosInnen in
meinem Umfeld :wink:

In diesem Sinne, ein paar freundliche Grüße ins Forum der
deutschen Sprache,
Stefan :smile:

Zwei Seiten
…sehe ich dabei.

Einerseits ist Deutsch schon heute keine Hochsprache mehr, denn viele wissenschaftliche Themen lassen sich nicht mehr beschreiben, ohne englische Wörter zu benutzen. Das war, glaube ich, das Kriterium einer Hochsprache.

Andererseits las ich vor einiger Zeit, daß gerade weniger Gebildete Deunglisch sprechen, während Leute mit höherer Bildung sich noch problemlos auf Deutsch unterhalten können.

Muss mich leider kurz fassen
Heinz

Jau, so issas!

Und ob man
sich in einer Sprache besser ausdrücken kann als in der
anderen? Allgemein gesehen wage ich es zu bezweifeln, obwohl
ich auch schon die Erfahrung gemacht habe, daß ich manche
Gedanken besser in Französisch oder englisch formulieren kann.

Klar, das ist immer so - und bei den Engländern und Franzosen
nicht anders. So hat mir z.B. einer meiner Profs in Irland (ein
Schotte :wink: in der Quantenphysikvorlesung was von
„Eigen-Value-Equations“ erzählen müssen, weil er meinte, es gibt
in der englischen Sprache keine brauchbare Entsprechung für das
rückbezügliche Wort „Eigen…“. Das ist bei denen jetzt ein
Fachwort, das sich in einer ganzen Menge wissenschaftlicher
Abhandlungen findet…

Solche gegenseitigen Spracheinflüsse finde ich auch ziemlich
unproblematisch und das war eben auch schon immer so…
Das wir deswegen nicht aufhören werden, unsere eigene Sprache
weiterzuentwickeln und auch von Zeit zu Zeit mal wieder ihre
eigenen Wortbildungsmechanismen einsetzen, dürfte darüber hinaus
eben so klar wie wichtig sein…

Zum Aussterben der Sprachen: Natürlich: Sprachen erlöschen im
Laufe der Zeit. Aber ich glaube (ohne jedwede nationalistische
Gefühle), daß man auch noch in dreihundert Jahren Deutsch
sprechen wird. Eine Sprache mit and die 100 Millionen
Sprechern geht nicht einfach so von heute auf morgen unter.

Das sehe ich auch so. Ich erkenne absolut keiner heute benutzten
Sprache ihre Existenzberechtigung ab, weder der deutschen,
englischen, französischen, peruanischen, latzeburgischen,
plattdütschen - ja, nicht einmal der boarischen… (ja, schlagt
mich!)
… und auch nicht deren vielen Dialekten…

Unsere globalisierte Welt kennt nun einmal so viele Sprech- und
damit auch Denkweisen. Das ist ein Gewinn, ein wirklicher, auch
wenn es manchmal Barrieren aufbauen kann. Aber dann mag es ja von
mir aus für die Notfälle immer noch die englische Sprache als
Ausweichmöglichkeit geben, die sich auf Grund ihrer Verbreitung
einfach recht gut als Ausweichsprache eignet.

Dass die meisten FremdsprecherInnen Englisch nicht fließend
sprechen oder Fehler machen ohne Ende, ist doch egal, es ist ja
nicht die Muttersprache. Und zum Verständigen reicht auch das im
Allgemeinen aus.

Auch recht schönen Dank an meine Eltern, die mir Hände und Füße
gegeben haben :wink:

Liebe Grüße an alle Fororen :wink:
Stefan :smile:

Schafft die Hochsprachen ab!!

Einerseits ist Deutsch schon heute keine Hochsprache mehr,
denn viele wissenschaftliche Themen lassen sich nicht mehr
beschreiben, ohne englische Wörter zu benutzen. Das war,
glaube ich, das Kriterium einer Hochsprache.

Genau, es GIBT also überhaupt keine Hochsprachen mehr!! :wink:
… siehe mein Artikel ein bisschen weiter unten …

Gruß,
Stefan :smile:

Dann war Deutsch nie eine Hochsprache…
Hallo,
…oder sind griechische und lateinische Fachausdrücke „deutscher“ als englische Termini?

Cheers
Rossi

Mißverständnisse
Hallo Stefan

Nein, das liegt an der mangelnden sprachlichen Kompetenz der
meisten wissenschaftlichen Autoren.

Überhaupt nicht. Die meisten wissenschaftlichen Autoren
formulieren sehr exakt.

Das Gefühl habe ich nicht, tut mir leid. Oft habe ich das Gefühl, daß sie ziemlich mit ihrer Ausdrucksweise kämpfen müssen und meinen, je unmöglicher die Satzungetüme werden, desto „intellektueller“ der Inhalt.

Es liegt fast immer am Leser, wenn er

etwas nicht genau versteht.

Wie gesagt, daß glaube ich nicht (obwohl’s natürlich auch ein Aspekt ist).

Wenn ich einen englischen Artikel

lese, dann habe ich immer das Gefühl, die Sache irgendwie
nicht richtig verstanden zu haben. Das mag wohl daher kommen,
dass mein Englisch optimierungsfähig (hehe, schreib das mal in
Englisch) ist.

Das trifft die Sache wahrscheinlich eher (ohne jetzt Dein Englisch beurteilen zu können…).

Jedenfalls ist mir manchmal z.B. nicht klar,

welches Adjektiv zu welchem Substantiv gehört.

Dann mußt Du wahrscheinlich Dein Englisch tatsächlich mal „optimieren“ :smile:

Dadurch lese

ich dann „oberflächlich“ und fühle mich nach Lektüre eines
Artikels nicht richtig wohl.

Das passiert mir eher im Deutschen durch die teilweise monströsen und völlig unnötigen Schachtelsätze.

Im Deutschen ist dagegen durch

die Wortendungen recht klar, was wo hin gehört. Aber
diesbezüglich können die Meinungen natürlich auseinander
gehen. Du findest Englisch klarer, ich finde Deutsch klarer.

Mißverständnis: Ich finde keine Sprache klarer. Ich finde nur, daß englische Wissenschaftler sich in ihrer Muttersprache klarer ausdrücken als deutsche sich in ihrer.

Jetzt interessiert es mich aber doch: Welche Art
wissenschaftlicher Texte liest du denn? Ich lese überwiegend
mathematisch-physikalische Texte.

Ich lese physikalische, astronomische und technische Texte sowie seltener diverse aus allgemeinen wissenschaftlichen Zeitschriften.

Vielleicht liegt es daran,

dass du Englisch und ich Deutch besser finde ?!

Siehe oben: das ist es nicht.

Aha, aber ist denn nicht eine klare, logische Sprache die
Voraussetzung, seine Gedanken auch klar und logisch ausdrücken
zu können?

Jein. Es hilft. Es ist aber nicht notwendig, und schon gar nicht hinreichend. Sonst würde das heißen, das das Deutsche im letzten Jahrhundert deutlich unklarer geworden wäre :wink:

Das liegt weniger an der Sprache als an der miserablen
Schulbildung.

Die Liedtexte sind definitiv grammatikalisch falsch! Die
Amerikaner und Engländer selber verkrüppeln ihre Sprache.

Das meine ich ja! Ich sprach von der miserablen Schulbildung der Sänger!

Gruß Kubi