Die dissoziative Amnesie ist eher eine Art Persönlichkeitsstörung (Erinnerungen zur eigenen Geschichte fehlen, ausgelöst eher durch ein psychisches Trauma) als ein Problem des Gedächtnisses (Zettel helfen, damit man weiß, was man sich vorgenommen hat oder wie die Dinge/Leute heißen, eher durch ein körperliches Trauma, also eine Hirnverletzung). Daher bin ich mir nicht ganz sicher in welcher Art du dir mit Zetteln aushilfst. Das kann immer nur eine Krücke sein.
Deine Geschichte mit psychologischer und Psychiatrischer Hilfe aufzuarbeiten ist sicher richtig, bei manchen Kliniken gehört auch eine Entmündigung dazu, da du während der Therapie in psychische Krisen kommen kannst (man muss ja an das auslösende Trauma herankommen, das du sicher aus gutem Grund jetzt noch verdrängst) und die Klinik sich in diesem Fall eventuell über deinen Willen hinwegsetzen muss (dir zum Beispiel auch gegen deinen Willen ein bestimmtes Medikament geben oder eine andere Therapie).
Du könntest mit dem psychosozialen Dienst deiner Stadt sprechen und dort fragen, was du konkret im Falle einer freiwilligen Entmündigung
ermöglichst und wozu eine Klinik soetwas fordert. Auch könntest du dort nachfragen welche Möglichkeiten es gibt, diese Entmündigung auf Zeiträume festzulegen (also lieber Quartalsweise anstatt pauschal für die Dauer des Aufenthaltes, die Länge steht vermutlich noch nicht fest.) und sie auf bestimmte Lebensbereiche einzuschränken.
Auch wäre evtuell für die Abwicklung der Entmündigung ein Anwalt hilfreich, der dafür sorgt, dass dir ein Betreuer zur Seite gestellt wird, evtl der Anwalt oder eine medizinisch/psychologisch halbwegs kundige Person aus deiner Familie oder Bekanntenkreis, eventuell auch dein Hausarzt oder jemand der mit ihm guten Kontakt pflegt oder eben ein Berufsbetreuer mit guten Referenzen (auch da gibts schwarze Schafe).
Dann wäre zumindest noch eine dritte Person zwischen dir und der Klinik, der sich für dich einsetzen kann. Das sollte zumindest für deine rein privaten Angelegenheiten gehen, fürs Finanzielle, für deine Post, als Ansprechpartner für jeden der während des Aufenthaltes etwas von dir will (Vermieter, Behörden, etc.)
Evtl kann dieser auch zumindest ein gewisses Mitsprachrecht bekommen für Gesundheitsliche Angelegenheiten, zumindest dass er die Möglichkeit erhält, über deine Behandlung informiert zu werden und in deinem Namen Protest einzulegen, wenn die Behandlung eine falsche Richtung zu nehmen scheint. Allerdings muss die Klinik noch soweit handlungsfähig bleiben dir zB. Ausgangs- oder Kontaksperren aufzuerlegen, dir Spritzen zu geben (gegen deinen Willen, sofern du mündig wärst, wäre eine ungewollte Spritze sonst Körperverletzung) oder in der Gesprächstherapie auch mal unangenehme Situationen zu erzeugen, aus denen du dann nicht fliehen kannst, da sowas therapeutisch nötig sein kann.
Denke immer daran, die Klinik ist nicht nur für Leute wie dich, sondern auch für andere psychische Krankheiten zuständig, die Formulare gelten für alle. Auch wenn du eigentlich ganz nett bist und dir sicher bist, dass du den Ärzten alles erlauben wirst, was dir helfen kann; es gibt dort auch andere, wirklich durchgeknallte, die evtl auch mal fixiert oder betäubt werden müssen, solche die nicht einsehen, dass sie krank sind, oder zu deren Krankheit dazugehört, niemandem zu vertrauen. Für solche Fälle muss sich die Klinik in vielerlei Hinsicht absichern, auch wenn dir das jetzt erst mal Angst macht. Vermutlich wird es bei dir eine reine Formsache sein, aber da keiner, nicht mal du, weißt, was konkret in der Therapie aufgedeckt wird, kann auch keiner sagen, ob du während der Behandlung immer noch an dein verlorenes Wissen herankommen willst. Wie schon gesagt, es muss einen Grund geben weshalb du derzeit Teile deiner eigenen Biographie oder Geschichte verdrängst, und es kann sehr schmerzhaft sein sich wieder daran zu erinnern und diese Teile deines Selbst in dein neues Leben zu integrieren.
Aber das ist ein langer Weg und gerade wenn es am schlimmsten zu sein scheint, so dass man abbrechen möchte, ist es wichtig dass man weitermacht, um diese neu zurückgewonnenen Erinnerungen quasi im 2. Anlauf zu verarbeiten.(1. Versuch führte zur Verdrängung, 2. Anlauf unter Therapie). Sonst kann das ganze wieder in die Hose gehen, mit nicht absehbaren Folgen für dich.
Daher ist es nötig, dass du im Vorfeld der Klinik die Möglichkeit gibst, dich auch gegen deinen Willen weiterzubehandeln.
Viel Glück
B