An der Uni (in Frankreich) lernte ich „Streit“ laute in der Mehrzahl „Streitigkeiten“. Im „Stern“ las ich aber „nach manchen Streits“. Was ist richtig?
Frage:
Sagt man: „Sie sind in eine Villa eingebrochen“ oder „Sie haben in einer Villa eingebrochen“
Soll man bei Schularbeiten „als ob + Indikativ“ als falsch ankreuzen, obwohl es sogar in der Presse steht?
Was wäre die Übersetzung für „bonjour, Monsieur“: „guten Tag, mein Herr“ oder einfach „guten Tag“. Sagt man etwa „Guten Tag, meine Dame“?
Streit: Was Du gelernt hast ist richtig. Streit hat keinen Plural. Dafür gibt es die Wörter „Streitigkeit“ (eher ernsthaft) oder „Streiterei“ (oft auch derisiv), die beide einen Plural bilden können.
einbrechen: Meiner Meinung nach ist beides möglich. mit „sind“ wird der Vorgang des Einbrechens, mit „haben“ eher die Straftat hervorgehoben.
als ob: da verstehe ich die Frage nicht. Bitte gib ein Beispiel.
Guten Tag: Hier wird nur in besonderen Fällen „Mein Herr“ oder „Meine Dame“ angehängt. Es kann unter Umständen sogar herabsetzend wirken, wenn es dennoch getan wird.
als ob: da verstehe ich die Frage nicht. Bitte gib ein
Beispiel.
ich denke, Benoits Frage zielt darauf ab, ob „als ob“ zwingend mit dem Konjunktiv gebraucht werden muss. In dieser Grammatik ist der Indikativ in diesem Fall als „sehr selten“ und „fast nie“ eingestuft, aber erlaubt: http://canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Mo…
Für mich persönlich klingen die Indikativ-Beispiele dort nicht grob falsch, aber zumindest unschöner/umgangsprachlicher als die Konjunktiv-Versionen.
zur ersten Frage
Streits als Plural von Streit ist mir noch nie begegnet.
Waren vielleicht Streiks gemeint?
zur zweiten Frage
Meines Erachtens kann man beides verwenden.
zur dritten Frage
Für mich ist es ein Fehler, da hier der Konjunktiv zu verwenden ist.
Im Zuge der allgemeinen Errosion und Verdummenglischung unserer
Sprache in Verbindung mit fortschreitender Cerebral-und Sprachdiarrhö
wird es sich einbürgern, schön ist es nicht.
Es dürfte sich um das gleiche Problem handeln, wie das der Verwendung des „subjonctif“ im Französischen nach „que“.
zur vierten Frage
Dies ist in Deutschland, nicht zu verwechseln mit deutschsprachig,
nicht mehr geläufig.
Es würde sogar in vielen Fällen als übertrieben angesehen werden.
Es kommt darauf an, mit wen man spricht oder wen man anspricht.
Ich umschiffe solche Klippen mit einem erweiterten Bieten der Zeit,
wie „einen schönen, guten Tag…“
(Es wäre interessant zu wissen, wie dies im deutschsprachigen Teil
des Elsaßes oder Lothringens gehandhabt wird.)
Man sollte der Situation und der Phantasie folgen.
Im Gegensatz zu Frankreich meldet man sich am Telefon in Deutschland
mit dem Namen. Sodaß man höflich Frau X oder Herr Y sagen kann.
Sie sollten sich für solche Fragen nicht entschuldigen, diese gehen uns alle an. Man wird nicht dümmer wenn man darüber nachdenkt.
Solche Fragen sind weder müßig noch trivial. Sie erhalten ihren
Sinn dadurch, daß jemand sie für sich als wichtig erachtet und,
das ist wichtig, sie auch stellt.
Jeder weiß wie unsicher man sich bisweilen in einer Fremdsprache
vorkommt.
vielen Dank für Ihre Erläuterungen. Sehr interessant fand ich die Bemerkungen zu „mein Herr“ u. „meine Dame“. Das sind natürlich Kleinigkeiten, aber daran erkennt man eben den Muttersprachler.
Ich kann mich zum Beispiel an eine Situation in Deutschland erinnern. Als Student arbeitete ich in den Semesterferien bei der Stadtbibliothek Osnabrück - was nebenbei gesagt sehr nett seitens der Stadt Osnabrück war. Wenn jemand beim Verlassen der Bücherei etwas vergass, wusste ich nie was ich dieser Person zurufen sollte. In Frankreich hätte man gerufen „Madame !“ o. „Monsieur !“. Ich habe gemerkt, dass meine Mitarbeiter nur „Hallo!“ riefen. Ich habe sie alsdann nachgeahmt.
Apropos „als ob + Indikativ“. Ich meinte Menschen, die sagen: „Er tut leider, als ob er nicht versteht“ - wobei ich sagen muss, dass ich „verstünde“, „verstände“ u. „verstehe“ als gespreizt empfinde. Ist " verstehen würde" (beim Sprechen) nicht die beste Lösung?
Apropos „Streits“. Es ging nicht um Streiks, sondern um Partner, die sich trennen, also „Streits“. Werde ich nach Ihren Erläuterungen nicht verwenden.
Ich hätte noch 2 Fragen:
Wie klingt das, wenn jemand „gnädige Frau“ sagt? Übertrieben höflich? Ironisch? Wo bekommt man das noch zu hören? In Geschäften, in Restaurants?
Sagt man: „Das hat mich richtig beklemmt“ o. „beklommen“? Ergo kann man sagen: „Ich fühle mich beklemmt“?
Danke nochmals für Ihr Verständnis. Ich bin ein Liebhaber der deutschen Sprache u. ihrer Feinheiten!
Apropos „als ob + Indikativ“. Ich meinte Menschen, die sagen:
„Er tut leider, als ob er nicht versteht“ - wobei ich sagen
muss, dass ich „verstünde“, „verstände“ u. „verstehe“ als
gespreizt empfinde. Ist " verstehen würde" (beim Sprechen)
nicht die beste Lösung?
Na, eigentlich wäre grammtikalisch richtig „Er tut leider, als ob er nicht verstünde.“ Jedoch befindet sich umgangssprachlich der Konjunktiv weitgehend auf dem Rückzug, sodass „Er tut leider, als ob er nicht versteht.“ nicht unbedingt falsch ist.
Apropos „Streits“. Es ging nicht um Streiks,
Das hatte ich auch so verstanden.
Ich hätte noch 2 Fragen:
Wie klingt das, wenn jemand „gnädige Frau“ sagt? Übertrieben
höflich? Ironisch? Wo bekommt man das noch zu hören? In
Geschäften, in Restaurants?
Genau. im Umgang mit „normalen Menschen“ ist niemand mehr „gnädig“. Nur noch dann, wenn ein „dienendes Verhältnis“ besteht, also als Verkäufer oder Kellner kann man es verwenden (in gehobeneren Etablissements, nicht in der Würstelbude
Sagt man: „Das hat mich richtig beklemmt“ o. „beklommen“? Ergo
kann man sagen: „Ich fühle mich beklemmt“?
„Ich fühle mich beklommen.“ ist die richtige Anwendung. Niemand würde jedoch sagen, dass ihn etwas beklemmt, höchstens dass es ihn „beklommen macht“.
Danke nochmals für Ihr Verständnis. Ich bin ein Liebhaber der
deutschen Sprache u. ihrer Feinheiten!
Das ehrt Dich. Damit unterscheidest Du Dich von vielen Deutschen. Schlampiges Sprechen und Schreiben ist leider auf dem Vormarsch, was wohl auch auf schlampiges Denken zurückzuführen ist.
Wie klingt das, wenn jemand „gnädige Frau“ sagt? Übertrieben höflich? Ironisch? Wo bekommt man das noch zu hören? In Geschäften, in Restaurants?
Sagt man: „Das hat mich richtig beklemmt“ o. „beklommen“? Ergo kann man sagen: „Ich fühle mich beklemmt“?
Danke nochmals für Ihr Verständnis. Ich bin ein Liebhaber der deutschen Sprache u. ihrer Feinheiten!
Guten Abend,
wäre man bei der Kanzlerin oder bei der Familie de Lattre (so es sie
in Deutschland gäbe) eingeladen, so wäre „gnädige Frau“ zu sagen an-
gezeigt. Ansonsten würde ich es lassen, da es auch das genaue Gegenteil meinen kann, in jedem Fall wirkt es übertrieben.
Das sind Fremdsprachenfallen in die man tappt, wenn man versucht
„eine zu eins“ zu übersetzen. In diesem Fall meinen Sie es gut und zack! Deutschland kann mit der „politesse gauloise“ nicht viel anfangen. Bisweilen schätze ich diese Höflichkeit, vielleicht weil diese Art des Umgangs auch etwas leicht Schelmisches beinhalten kann. So eine Art „je ne sais quoi“.
Das heißt aber nicht, daß die Deutschen unfreundlich wären, ganz bestimmt nicht. Nein, sie sind in einigen Dingen einfach direkter.
Das heißt, bevor man gnädige Frau sagt und es nicht so meint, dann
läßt man’s. Es muß nicht immer Kaviar sein!
Ganz anders in alten Filmen, da war es noch gebräuchlich.
In Österreich ist „gnädige Frau“ die Standardanrede in der Gastronomie.
„… hat mich beklemmt.“ Ist möglich, da transitiv gebraucht, wird
regelmäßig gebeugt und im Perfekt mit „haben“ konjugiert.
„Ich war beklommen“, weil es hier als Adjektiv steht.
Ich denke Sie hätten viel Vergnügen mit den Büchern von Batian Sick.
Wie zum Beispiel „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ und andere.