Dividende in bar oder als Aktien?

Hallo alle miteinander,

ich habe von meiner AG ein Abstimmungsformular für die Hauptversammlung erhalten, in dem wir unter anderem aufgefordert werden darüber abzustimmen, ob die Dividende zukünftig als neue Aktien (Bonusaktienplan) zugeteilt werden soll oder wie weiterhin als Barbetrag ausbezahlt wird.

Meine Frage: Was wird führend empfohlen, was ist für uns Aktionäre besser?

Hinweis: die Gesellschaft ist die englische StandardLife-Gruppe, und hat seit Umwandlung zu einer AG bisher nur Gewinne gemacht, trotz Finanzkrise.

Vielen Dank für Eure Antworten!

ich habe von [Standard Life] ein Abstimmungsformular für die
Hauptversammlung erhalten, […] ob die Dividende
zukünftig als neue Aktien (Bonusaktienplan) zugeteilt werden
soll oder wie weiterhin als Barbetrag ausbezahlt wird.

Meine Frage: Was wird führend empfohlen, was ist für uns
Aktionäre besser?

Ich nehme an, dass die Aktienzuteilung kostensparender ist, da sie bei Compushare oder wie der Dienst heisst, wo die meisten Standard-Life-Demutualisierungs-Aktien liegen, nur eingebucht werden müssen, wohingegen die Barauszahlungen Überweisungen an zig demutualisierte Versicherungsnehmer mit geringen Aktienzahlen bedeuten.

Andererseits hat man dann halt kein Bargeld :wink:. Was man hat, das hat man. So muss man selbst Aktien verkaufen und ev. Spesen selbst bezahlen, wenn man an das Geld will. Andererseits spart man Spesen, falls man gerne nachkaufen würde.

Fazit: es ist eine Frage der persönlichen Präferenz, insbesondere, ob man mehr in das Unternehmen investieren möchte oder nicht.

Viele Grüße,
Sebastian

Vielen Dank für Eure Antworten!

Na dann mal ein paar fragen an diesen Experten hier…

  1. Was ist einfacher ein Cashtransfer oder Depotbuchungen?
  2. Gibt es Gebühren bei der Bank auf Corporate Actions wie dieser Stockdividende?
  3. Unterliegt die Stockdividende oder die Cashdividende oder gar beides der UK Stamp Duty?
  4. Ach ja… wer nimmt die ganzen von dir zitierten Auszahlungen vor… oder ist es für die Company doch nur eine Buchung?

Gruss HighQ

Na dann mal ein paar fragen an diesen Experten hier…

  1. Was ist einfacher ein Cashtransfer oder Depotbuchungen?

Gute Frage. Vermutlich die hoch standardisierte Barüberweisung, aber auch das Bargeld muss bei der Dividendengutschrift seinen Weg durchs Clearingsystem gehen. Ein Sonderfall mag vorliegen, wenn, wie ich das bei Standard Life vermute, die überwiegende Mehrzahl der Aktien in Aktienkontos bei einem gemeinsamen Verwalter, den die Gesellschaft bestimmt hat, liegen.

  1. Gibt es Gebühren bei der Bank auf Corporate Actions wie
    dieser Stockdividende?

Äh? Für den Kunden vermutlich tendenziell nein, für den mehr oder weniger direkt Anweisenden ziemlich sicher ja; bei einer Massenanweisung innerhalb des gemeinsamen Verwalters war meine Vermutung: verhältnismäßig geringe.

Letzten Endes kommt es auf die Bank an, wofür sie ihrem Kunden Gebühren berechnet. Ich glaube nicht, dass eine Gebührenerhebung auf bestimmte Formen von Dividenden ausgeschlossen ist.

  1. Unterliegt die Stockdividende oder die Cashdividende oder
    gar beides der UK Stamp Duty?

Sorry, ich habe von ausländischem Steuerrecht keine Ahnung. Ich würde vermuten, dass sie auf die Bardividende nicht anfällt. Auf die Stockdividende womöglich schon.

  1. Ach ja… wer nimmt die ganzen von dir zitierten
    Auszahlungen vor… oder ist es für die Company doch nur eine
    Buchung?

So genau weiß ich den Ablauf der Geld- und Wertpapierströme im leider nicht…

Ich würde vermuten, dass z.B. bei von Clearstream verwahrten Globalurkunden das Unternehmen eine Barüberweisung an Clearstream tätigt. Dass dann Clearstream die Überweisung an jene dort angeschlossenen Kreditinstitute tätigt, welche ein elektronisches Guthaben im entsprechenden Wertpapier aufweisen. Und dass schließlich die Kreditinstitute diese Beträge auf die Wertpapierbesitzer (und eventuell nicht an Clearstream angeschlossene Institute, für die sie Wertpapiere verwahren, etc.) aufteilen und eine entsprechende Gutschrift oder eventuell eine Überweisung veranlassen.

Die anfallenden Gebühren würden vermutlich vom Unternehmen getragen und pauschal? anteilig nach Wertpapierzahl? den beteiligten Kreditinstituten vergütet.

Bei einer Stockdividende findet dann vermutlich das gleiche Spiel statt, abgesehen vom eventuellen letzten Schritt (es ist keine Überweisung an ein girokontoführendes Institut mehr nötig, sondern die Wertpapiere werden gleich bei der depotführenden Stelle gutgeschrieben).

Nun war meine spekulative Annahme (gekennzeichnet durch „ich nehme an“), dass, wenn ein Großteil der Aktien a) in kleinen Positionen b) bei Compushare lägen, der letzte Schritt in der Bardividendenkette, die Überweisung an ein girokontoführendes Institut, der teuerste sein könnte. Und dass es u.U. Compushare an dieser Stelle die Kostenersparnis bei Stockdividenden, die sie nur gutschreiben brauchen, an Standard Life weitergeben könnte. Was nun die Clearingstelle für Aktien der Standard Life plc. ist und wie die finanziellen Abläufe im Detail geregelt sein könnten, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Wie gesagt habe ich von der Materie nur vage Ahnung und habe eine Annahme vorgestellt.

Vielleicht findet sich ja jemand hier aus dem Bankwesen, der mehr Wertpapierabwicklungsahnung hat und uns beiden Ahnungslosen weiterhelfen kann? Wie die Dinge nun tatsächlich ablaufen, fände ich nämlich sehr spannend :smile:

Viele Grüße,
Sebastian

Hi nochmals,

ich habe noch ein bisschen was recherchiert…

Der share registrar, dessen Dienste Standard Life plc in Anspruch nimmt, heißt „Computershare“, nicht „Compushare“. Die neu ausgegebenen Aktien unterliegen nicht der stamp duty.

http://www.standardlife.com/static/docs/uk_scrip_09.pdf

Viele Grüße,
Sebastian

was ist für uns
Aktionäre besser?

Der neue Reinvestment-Plan („Scrip“) ist freiwillig. Man kann sich auch weiterhin die Dividenden in bar auszahlen lassen. Insofern spricht eigentlich nichts gegen die Zustimmung in der Hauptversammlung.

Quelle:
http://www.standardlife.com/static/docs/uk_scrip_09.pdf

Viele Grüße,
Sebastian

Hallo Sebastian,

Eigentlich hab ich den Artikel nur in Fragen formuliert weil ich drauf hinweisen wollte, weil ich dir gelegenheit geben wollte deine
Behauptungen zu durchdenken. Trotzdem Danke für die Antworten.

In der Realität läuf eine Dividendenzahlung wie folgt ab.

Die Gesellschaft transferiert den Betrag an den Paying Agent mit dem Sie einen Mandatsvertrag abgeschlossen hat. Dieser bezahlt die Dividende an via Common Depositary vor Ort, bei dem die beiden grossen ICSDs Euroclear und Clearstream Ihre Bestände verwahren.
Diese zahlen Ihre Kunden (z.b. uns), wir unsere (entweder Privatkunden oder weitere Banken die wiederum Ihre Kunden zahlen).

Dabei kann ich sagen, dass Zahlungen egal ob an den Kunden oder sogar via MT202 an andere Banken mit externen Konten eigentlich vollautmatisch durchlaufen.

Bei Stockdividenden hast du hingegen neben der Einbuchungsproblematik die überall in der Kette nachvollzogen werden muss, noch meistens irgendwelche Fraktionszahlungen, da Stockdividenden selten genau aufgehen.
Also ist hier der Aufwand massiv höher.

Ich bin kein Spezialist für den Englischen Markt, bin mir aber ziemlich sicher, dass die Stockdividende der UK Stamp Duty unterliegt.
Die Dividende in Cash hingegen nicht.

Insofern, ist ein Reinvestment nur interessant, wenn man seinen Bestand am Unternehmen generell erhöhen will, da diese Steuer auch beim normalen Kauf anfällt.

Gruss HighQ

Ok… in diesem Zusammenhang geb ich gerne zu, dass keine Stamp Duty anfällt, weil die Aktien nicht am Markt gekauft werden sondern es sich um neue Aktien handelt.

Da stellt sich im spezifischen Fall nur noch die Gebührenfrage.