Na dann mal ein paar fragen an diesen Experten hier…
- Was ist einfacher ein Cashtransfer oder Depotbuchungen?
Gute Frage. Vermutlich die hoch standardisierte Barüberweisung, aber auch das Bargeld muss bei der Dividendengutschrift seinen Weg durchs Clearingsystem gehen. Ein Sonderfall mag vorliegen, wenn, wie ich das bei Standard Life vermute, die überwiegende Mehrzahl der Aktien in Aktienkontos bei einem gemeinsamen Verwalter, den die Gesellschaft bestimmt hat, liegen.
- Gibt es Gebühren bei der Bank auf Corporate Actions wie
dieser Stockdividende?
Äh? Für den Kunden vermutlich tendenziell nein, für den mehr oder weniger direkt Anweisenden ziemlich sicher ja; bei einer Massenanweisung innerhalb des gemeinsamen Verwalters war meine Vermutung: verhältnismäßig geringe.
Letzten Endes kommt es auf die Bank an, wofür sie ihrem Kunden Gebühren berechnet. Ich glaube nicht, dass eine Gebührenerhebung auf bestimmte Formen von Dividenden ausgeschlossen ist.
- Unterliegt die Stockdividende oder die Cashdividende oder
gar beides der UK Stamp Duty?
Sorry, ich habe von ausländischem Steuerrecht keine Ahnung. Ich würde vermuten, dass sie auf die Bardividende nicht anfällt. Auf die Stockdividende womöglich schon.
- Ach ja… wer nimmt die ganzen von dir zitierten
Auszahlungen vor… oder ist es für die Company doch nur eine
Buchung?
So genau weiß ich den Ablauf der Geld- und Wertpapierströme im leider nicht…
Ich würde vermuten, dass z.B. bei von Clearstream verwahrten Globalurkunden das Unternehmen eine Barüberweisung an Clearstream tätigt. Dass dann Clearstream die Überweisung an jene dort angeschlossenen Kreditinstitute tätigt, welche ein elektronisches Guthaben im entsprechenden Wertpapier aufweisen. Und dass schließlich die Kreditinstitute diese Beträge auf die Wertpapierbesitzer (und eventuell nicht an Clearstream angeschlossene Institute, für die sie Wertpapiere verwahren, etc.) aufteilen und eine entsprechende Gutschrift oder eventuell eine Überweisung veranlassen.
Die anfallenden Gebühren würden vermutlich vom Unternehmen getragen und pauschal? anteilig nach Wertpapierzahl? den beteiligten Kreditinstituten vergütet.
Bei einer Stockdividende findet dann vermutlich das gleiche Spiel statt, abgesehen vom eventuellen letzten Schritt (es ist keine Überweisung an ein girokontoführendes Institut mehr nötig, sondern die Wertpapiere werden gleich bei der depotführenden Stelle gutgeschrieben).
Nun war meine spekulative Annahme (gekennzeichnet durch „ich nehme an“), dass, wenn ein Großteil der Aktien a) in kleinen Positionen b) bei Compushare lägen, der letzte Schritt in der Bardividendenkette, die Überweisung an ein girokontoführendes Institut, der teuerste sein könnte. Und dass es u.U. Compushare an dieser Stelle die Kostenersparnis bei Stockdividenden, die sie nur gutschreiben brauchen, an Standard Life weitergeben könnte. Was nun die Clearingstelle für Aktien der Standard Life plc. ist und wie die finanziellen Abläufe im Detail geregelt sein könnten, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Wie gesagt habe ich von der Materie nur vage Ahnung und habe eine Annahme vorgestellt.
Vielleicht findet sich ja jemand hier aus dem Bankwesen, der mehr Wertpapierabwicklungsahnung hat und uns beiden Ahnungslosen weiterhelfen kann? Wie die Dinge nun tatsächlich ablaufen, fände ich nämlich sehr spannend 
Viele Grüße,
Sebastian