Dividenden maximieren

Ich habe aufgrund eines hohen Verlustvortrags aus den Vorjahren steuerlich kein Problem mit sehr kurzen Haltefristen bei Aktien.

Wäre es dann nicht eine sinnvolle Strategie, sich die dividendenstärksten Unternehmen herauszusuchen und jeweils 1 Tag vor der Hauptversammlung zu kaufen und 2 Tage später wieder komplett zu verkaufen.

Innerhalb von 3 Monaten könnte man so über 30 % Gewinn machen, wenn man sich 10 Blue-Chips heraussucht, die jeweils mehr als 3% Dividendenrendite ausweisen. Das einzige Risiko dürfte darin bestehen, dass die jeweils gewählte Aktie in den 3 Tagen, in denen ich sie halte, nennenswert verliert.

Kann mir jemand sagen, ob diese Strategie aufgehen kann oder ob es dabei noch einen Pferdefuß gibt, den ich nicht berücksichtigt habe ?

Hallo.

Natürlich kann man das machen. Allerdings wird das Pferd dann aber auch austreten:

  1. wenn das nämlich hinhauen würde, würde es wohl jeder machen
  2. die Bank/Vermittlerstelle will Gebühren sehen für das (Ver)kaufen von Aktien
  3. muss man an die Aktien erstmal so schnell rankommen.
  4. muss das Unternehmen die Dividende erstmal (in dem Zeitraum) zahlen
  5. und die Steuern auf Zinserträge/Dividende nicht zu vergessen :wink:
  6. ***bitte Nachteil der Strategie einsetzen***

HTH
mfg M.L.

Hallo,

der Wert deiner Aktie reduziert sich am Tag nach der Hauptversammlung (= Gutschrift der Dividende) um eben diesen Betrag, das ist der so genannte Dividendenabschlag, die Aktie notiert dann ex Dividende.

Sonst würde das ja jeder machen, there´s no free lunch…

Gruß

H.


Hallo H.,

wenn die Dividende, wie Du sagst, einfach vom Aktienkurs wieder abgezogen wird, dann würde sie im Ergenis für den Anleger ja gar keinen Effekt bringen?

Irren dann sämtl. Strategen, die in renditeschwachen Zeiten die Anlage in dividendenstarke Papiere empfehlen, mit dem Argument, dass dadurch der Anleger in jedem Fall seine 3-4 % Ergebnis erst einmal in der Tasche hat und was wäre dann Deiner Meinung nach überhaupt der Sinn und Zweck einer Dividende?

Gruß - robrol


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Hallo.

Natürlich kann man das machen. Allerdings wird das Pferd dann
aber auch austreten:

  1. wenn das nämlich hinhauen würde, würde es wohl jeder machen

das ist kein Argument (s. auch meine Antwort zu 5.)!

  1. die Bank/Vermittlerstelle will Gebühren sehen für das
    (Ver)kaufen von Aktien

die Gebühr für den An- und Verkauf beträgt insgesamt 0,5 % - dann bleiben immer noch 2,5 - 3,0 %

  1. muss man an die Aktien erstmal so schnell rankommen.

kein Problem bei Dax30-Unternehmen

  1. muss das Unternehmen die Dividende erstmal (in dem
    Zeitraum) zahlen

meines Wissens ist die Dividende bei Blue-Chips 3-4 Tage nach der HV sicher auf dem Konto

  1. und die Steuern auf Zinserträge/Dividende nicht zu
    vergessen :wink:

für mich kein Problem (wg. Verlustvortrag - siehe meinen ersten Artikel) - für andere Anleger kann das natürlich ein wichtiges Argument sein

  1. ***bitte Nachteil der Strategie einsetzen***

???

HTH
mfg M.L.

Hallo,

der Wert deiner Aktie reduziert sich am Tag nach der
Hauptversammlung (= Gutschrift der Dividende) um eben diesen
Betrag, das ist der so genannte Dividendenabschlag, die Aktie
notiert dann ex Dividende.

Sonst würde das ja jeder machen, there´s no free lunch…

Gruß

H.


Hallo H.,

wenn die Dividende, wie Du sagst, einfach vom Aktienkurs
wieder abgezogen wird, dann würde sie im Ergenis für den
Anleger ja gar keinen Effekt bringen?

stimmt

Irren dann sämtl. Strategen, die in renditeschwachen Zeiten
die Anlage in dividendenstarke Papiere empfehlen, mit dem
Argument, dass dadurch der Anleger in jedem Fall seine 3-4 %
Ergebnis erst einmal in der Tasche hat und was wäre dann
Deiner Meinung nach überhaupt der Sinn und Zweck einer
Dividende?

Die 3-4% auf dem Konto sind schon richtig, nur sollte man auch die
Kursveränderungen berücksichtigen. Wenn dividendenstarke Titel empfohlen werden, bezieht sich das auf eine längere Haltedauer, und da kann es durchaus Sinn machen. Ich würde aber zusätzlich auf den Gewinn pro Aktie schauen und da vor allem auf die prognostizierte Gewinnentwicklung.

Wenn Dein Verlustvortag aus Spekulationsverlusten stammt, kann er nur
mit Gewinnen aus Spekulationsgeschäften verrechnet werden.
Steuerlich gesehen gehören Spekulationsgewinne zu den sonstigen Einkünften.

Dividenen gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Das die
hier entstehenden Gewinne mit Verlusten aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden können ist mir nicht bekannt.

Beste Grüsse

Roland

Gruß - robrol


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Hallo,

wenn die Dividende, wie Du sagst, einfach vom Aktienkurs
wieder abgezogen wird, dann würde sie im Ergenis für den
Anleger ja gar keinen Effekt bringen?

die Auszahlung der Dividende bedeutet für das Unternehmen einen Vermögensabfluß, d.h. es ist danach weniger wert. Dies spiegelt sich im Kurs wider, aber selten 1:1. Dies allein schon deshalb, weil an dem Tag der Dividendenzahlung auch andere Faktoren den Kurs bestimmen und der Wert auch unter normalen Umständen gestiegen oder gefallen wäre.

Der Effekt für den Anleger ist, daß er Kohle cash in de Täsch hat und die damit - im Gegensatz zu evtl. erzielten Kurssteigerungen - sicher ist.

Ich persönlich stelle den Sinn von Dividenden ganz grundsätzlich infrage, weil ich der Ansicht bin, daß das Unternehmen das Geld gescheiter investieren kann als ich. Wenn ich nicht dieser Ansicht wäre, dürfte ich die Aktie gar nicht erst kaufen.

Gruß,
Christian

hallo robert,

was funktioniert und was nicht, haben dir die aneren schon prima dargelegt.
dennoch kannst du dir günstig bewertete unternehmen in dein portfolio legen.
es ist nämlich erwiesen, daß dividendenstarke unternehmen eine bessere aktienperformance aufweisen als andere.
gilt jetzt für substanzwerte.
es gibt unternehmen, welche 6% plus rendite ausschütten.
soviel wollen anleiheninhaber erstmal erwirtschaftet haben.

strubbel
R:open_mouth:)