DNA Schmelzpunktanalyse mit SYBR Green nach PCR

Hallo!

Bei der Schmelpunktanalyse von PCR-Produkten mit SYBR Green misst man ja die Fluoreszenz gegen die Temperatur. Als Schmelzpunkt des spezifischen Produkts wird die Temperatur des Hochpunkts der negativen Ableitung der Fluoreszenz gegen die Temperatur angenommen.
Soweit so gut.
In der gemessenen Kurve Fluoreszenz gegen temperatur finde ich jedoch etwas komisch. Erwartet hätte ich eine Kurve wie
http://s4.directupload.net/file/d/1323/62pf4iss_jpg.htm
Tatsächlich sieht sie jedoch eher so aus
http://s4.directupload.net/file/d/1323/ijrtn6rb_jpg.htm

Wie kommt die Steigung im ersten Bereich vor dem spezifischen Schmelzpunkt?
Ich habe bisher zwei Versionen gehört. Es seien AT-reiche Sequenzen, die teilweise schon vorher aufschmelzen oder aber, dass die Fluoreszenz von interkaliertem SYBR Green temperaturabhängig ist.
Als dritte Möglichkeit könnte ich mir vorstellen, dass SYBR Green aus Gründen der Entropie bei steigender Temperatur teilweise aus dem Doppelstrang herausdiffundiert und sich dadurch die Fluoreszenz verringert, obwohl die DNA-Doppelhelix noch überhauptnicht denaturiert ist.
Weiß einer, wie es genau funzt?

Viele Grüße, Stefan

Hallo,

das ist schlicht der Temperatur-Quensch. Die Intensität von Fluoreszenzfarbstoffen in Lösung ist abhängig von der Temperatur: je wärmer, desto mehr Anregungsenergie wird durch thermische Bewegung abgegeben.

Du kannst ja mal eine „Schmelzkurve“ von einer Fluoreszein-Lösung messen. Die sieht genauso aus (nur ohne den steilen, durch das Schmelzen der DNA im SYBR-Green-Ansatz verursachten Abfall).

Siehe auch hier: ChemBioChem 2003, 4, 1120-1128
Eine Korrekturmethode gibt’s auch: BioTechniques 2003, 34, 324-332

LG
Jochen