Dokimasie?

Hallo,

was ist Dokimasie? Es scheint ein Verfahren zur Anreicherung oder Analyse von Edelmetallen zu sein, aber mehr konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Wer kennt sich aus?

Grüße

Hasta Lavista

Hallo, Hast LaVista,

Dokimasie ist die Prüfung auf den Gehalt an einem bestimmten Metall in einem Erz.

Ein bissel of topic:
Eigentlich hat es nichts mit diesem Brett zu tun, eher mit Geschichte oder Politik.

ZITAT aus http://www.emabonn.de/schueler/schutz.htm
"Eine weitere Sicherungsmaßnahme war die Dokimasie. Dabei handelte es sich um ein Prüfungsverfahren, bei dem die gesetzliche Qualifikation und die Erfüllung der bürgerlichen und sakralen Pflichten eines Amtsanwärters überprüft wurden. Jeder Beamte, ob gewählt oder gelost, dessen Amtszeit länger als 30 Tage dauerte, mußte sich dieser Prüfung unterziehen. Die prüfende Behörde war für die Ratsherren der alte Rat, für die übrigen Beamten ein Geschworenengericht unter der Leitung eines Thesmotheten; die 9 Archonten wurden als einzige sowohl vom Rat als auch von einem Geschworenengericht überprüft. Den Abgewiesenen traf weiter keine Strafe oder anderer Rechtsnachteil, doch war sein Ansehen war stark lädiert. Mit der Dokimasie wollte man weniger die mangelnde Eignung einer Person als vielmehr deren charakterliche und intellektuelle Mindestvoraussetzung überprüfen. Sie sollte in einer Zeit, als es zu einer Vermassung des öffentlichen Dienstes (unter Kleisthenes) kam, verhindern, daß Personen mit charakterlichen und geistigen Schwächen den öffentlichen Dienst belasteten; man kann sie sogar als eine Attestierung politischer Zuverlässigkeit und Linientreue sehen, denn die isonome, demokratische Gesellschaft brauchte „passende“ Bürger, um die Erhaltung der politischen Ordnung zu garantieren.
ZITATENDE

Solch eine Prüfung wäre auch heute recht nützlich :smile:

Grüße
Eckard.

Konkretisierung: Nickelsulfid-Dokimasie
Hi,

Dokimasie ist die Prüfung auf den Gehalt an einem bestimmten
Metall in einem Erz.

Es muss sich auch um eine Anreicherungsmethode zu analytischen Zwecken handeln. Angeblich eignet sich NiS-Dokimasie zur Anreicherung von Pt und Pd in geochemischen Proben.

Wie funktioniert dieses Verfahren?

BTW: Danke für den historischen Link. Auf diese Bedeutungsvariante war ich allerdings beim googeln auch schon gestoßen.

Grüße,
Hasta Lavista

Hi Hasta Lavista,

die Ullmann Encyclopedia of Industrial Chemistry gibt folgendes zum besten.

The duality of the methods for analyzing gold for most of the materials mentioned is especially characteristic, that is, the parallel use of classical and modern instrumental methods. The most important analysis method for gold is still the centuries-old docimastic analysis or docimacy (Greek: testing, assay), more commonly known as the fire assay. In this process, precious metals are taken up by molten lead while base metals are removed by slagging. Two variations of the method are used to extract the gold from a mainly nonmetallic or base metal matrix. In the crucible assay, a mixture of lead oxide, a reducing agent (e.g. carbon), and a flux is melted at ca. 1300 °C. In the scorification assay, the sample is subjected to oxidative smelting with granulated lead and borax at ca. 1000 °C. In each case a lead button containing the gold and the other precious metals of the sample is formed.
The lead is then oxidized at ca. 900 °C to litharge (PbO) on a magnesia support known as a cupel (cupellation process). The PbO melt is absorbed by the porous magnesia (together with base-metal oxides possibly present) and a drop of precious metal(s), which later solidifies to a bead remains behind. The precious metal bead is treated with nitric acid. Depending on the silver/gold ratio in the sample material, it may be necessary to inquart the precious metal bead with additional silver to facilitate quantitative separation of silver and gold during parting. If the precious metal bead consists of Au, Ag, Pt, and Pd in suitable concentration ranges, Ag, Pt, and Pd are dissolved with boiling nitric acid, while gold remains undissolved and can be weighed. Cupellation losses are compensated for by the use of proof samples of similar composition to the material being assayed.
If the precious metal bead contains rarer platinum group metals (Rh, Ir, Ru) in addition to gold then special decomposition techniques have to be applied.

Gandalf

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