Dominus Jesus

hi,

ich meine, wenn gott wirklich was gegen die unterschiedlichen formen seiner anbetung hat, hätte er ja wohl was dagegen unternommen. mit den jetzigen hochreligionen scheint er bisher klar zu kommen, andere sind heute nicht mehr so en vogue, z.b. die religion der alten ägypter oder römer oder griechen. im ernst , wer glaubt heute noch an zeus und aphrodite??? das hat ihm wohl nicht so gefallen.
bin mal gespannt, wie sich das christen-juden-islam-hindu-tum und alle anderen -tümer in zukunft bewähren.

grüße, m.

Eigentlich entfernen wir uns vom Ursprungsposting. Aber die Frage Christentum / Islam ist wohl eine der wichtigsten der heutigen Zeit! Daher doch noch etwas.

… bedenke bitte, dass das Christentum eine Zeit der Aufklärung hinter sich hat.

> Aber nicht vergessen: Die Aufklärung wurde GEGEN die Kirche durchgesetzt !

… Wären wir noch auf der Stufe des Islam, (keine Abwertung der Religion) oder der des Chr. im Mittelalter, würden wir dafür zumindest ins Gefängnis wandern, wahrscheinlich auf dem Scheiterhaufen!

> Ich bin nun mal der Meinung, dass eine Religion so gut ist, wie ihre Träger. Wenn wir also den Islam in Mitteleuropa hätten - z.B. weil Karl Martell die Schlacht bei Tours/Poitiers verloren hätte -, wäre er heute wahrscheinlich ziemlich viel anders als der heutige in arabischen Ländern. Die mitteleuropäische Geschichte wäre wohl genau so grausam verlaufen. Die Renaisance wäre vielleicht ein bisschen früher gekommen - siehe Averroez. Manche Historiker meinen, dass die Kultur der Mauren in Spanien nichts anderes war, als die Fortsetzung der Antike. Die Germanen konnten mit der Kultur der Römer nun mal nix anfangen, waren kulturell 500 bis 1000 Jahre zurück. Die Aufklärung wäre wohl genau so gekommen. Die dann heutigen Islamoberen in Mitteleuropa würden sich ob der in Scharen davonlaufenden Gläubigen ebenso die Haare raufen wie die christlichen Geistlichen. Das ist - könnte man sagen - pure Hypothese, aus der Betrachtung „aufgeklärter“/weltlicher lebender Muslime und aus den nichtarabischen islamischen Staaten ist das allerdings nicht.
Mir geht es nicht darum, alles im Islam schön zu reden, mir gefällt nur nicht, das man sich heute auf den arabisch-islamischen Terror, auf die Vorgänge in den Mullah-Staaten usw. einschiesst und danach den ganzen Islam beurteilt. Das mag manchen „europäischen Kreisen“ gefallen, „politisch korrekt“ sein, einer Verständigung steht es im Wege. Ich halte überhaupt nichts von Huntingtons „Krieg der Kulturen“, sondern mehr von Küngs Weltethos. Womit wir aber doch wieder bei „Dominus Jesus“ sind …

Zu Spanien: das Zusammenleben der verschiednen Religionen war tatsächlich recht reibungslos. Abgesehen davon, dass Ungläubige … doppelt so hohe Steuern zahlen mussten und sich dem muslimischem Recht unterwerfen mussten.

> Natürlich nicht schön, aber immer noch besser als des Landes vertrieben oder Kopf ab, wie es die Christen dann nach der Reconquista getan haben. Viele Historiker sind sich einig: Von dem Verlust an Kulturschaffenden und Wissenschaftlern hat sich Spanien Jahrhunderte (!) nicht erholt und ist vielleicht einer der Bausteine des späteren Niedergangs des spanischen Weltreichs.

… Der Barbar Karl der Große bekam nur deshalb diesen Titel, weil er so viel „Heiden“ (Sachsen, ich glaube 3.000!)) „über die Klinge hat springen lassen“ und den Rest zwangsweise missioniert hat.

> Wie es genau war, weiss ich inzwischen auch nicht mehr. In einem anderen Posting in Geschichte (?) sagte jemand, dass die Sache mit der „Sachsenschlächterei“ wohl auch auf einen Übersetzungsfehler zurückgehen könnte.

… Aber Du hast natürlich recht: die Araber waren uns Christen haushoch überlegen - geistig, zivilisatorisch, kulturel und last not least: militärisch!

> Statt Christen sag lieber Europäer. Warum das sich dann bis heute so ins Gegenteil verkehrt hat, weiss ich auch nicht. Weltreiche, Kulturen kommen und vergehen … Es gibt da ein Buch: Bernard Lewis, „Die Araber - Aufstieg und Niedergang eines Weltreiches“, soll ziemlich profund sein, werde ich mir mal kaufen.

ENDE! Und Gruss, Stucki

hallo, Stucki, nur noch eines: versuch mal das Buch zu bekommen: die Söhne der Wüste! Auch eine Erklärung der Geschichte des Islam.
Grüße
Raimund

Hi Francesco,

der Papst und sein Obersheriff Kardinal Ratzinger haben jetzt
wohl ein Eigentor geschossen.
Mit dem Anspruch, nur die katholische Kirche sei die wahre
christliche Kirche und deshalb kommen nur Katholiken in den
Himmel, rückt sich der Vatikan selbst in die Ecke einer Sekte.

Das kann irgendwo nicht stimmen denn das Zweite Vatikanum hat erklärt, dass alle die ihrem Gewissen und ihrer Erkenntnis folgend Gott verehren in den Himmel kommen, und was ein Konzil beschlossen hat kann weder der Papst noch Herr Ratzinger einfach wieder streichen.