Wer hat Lust über das Buch zu diskutieren? Ich finde nicht, dass es fundamentalistisch und weltliterarisch zum Besten gehört, was die Welt hervor gebracht hat.
Ausserdem würde ich mich freue, wenn ich mit einigen Experten über die spanische Inquisition und Saint Jean reden könnte, da dass ja einen starken Bezug zu Don Karlos hat.
Zum ersten, mein lieber Felix, wissen wir es zu schätzen, wenn wir angeredet werden und sei es auch nur mit der allerkürzesten Partikel, die es gibt: „Hi!“. Dann wissen wir zwar immer noch nicht, wer gemeint ist, aber wir können uns gemeint fühlen.
Zum andern: der Mann heißt Don Carlos.
Zum dritten: was meinst du mit „er gehört fundamentalistisch … nicht zum Besten, was die Welt hervorgebracht hat“?
Zum vorletzten: wen meinst Du mit Saint Jean - den Heiligen Johannes Baptista, Johannes Evangelista, Juan II., Juan de Austria?
Und zum letzten: was möchtest Du über die spanische Inquisition reden? Willst Du etwas wissen, oder hast Du eine bestimmte Meinung dazu, die Du zur Diskussion stellen möchtest?
Mit freundlichen Grüßen - EFvM
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Zum andern: der Mann heißt Don Carlos.
Werter Herr von Mumpitz,
ihr Verweis auf die korrekte originär spanische Orthographie dieses Namens ist durchaus beachtenswert, doch möchte ich Ihnen zu bedenken geben, dass sich die Anfrage nicht auf einen Eigennamen, sondern vermutlich auf den Titel eines Trauerspiels bezog, das ein gewisser Herr Schiller im Jahre 1787 veröffentlichte. Diesen Fall gesetzt, wäre zweifellos ‚Don Karlos‘ die korrekte - des Autors Willen respektierende und damit dessen ureigenster Intention gerecht werdende - Schreibweise. Wagte doch Schillers Verleger, der umtriebige Herr Cotta, erst nach dessen Tod den Titel eigenmächtig in das womöglich der Vermarktung förderlichere modisch-polyglotte ‚Don Carlos‘ abzuändern.
Sollten sich die Zweifel unseres inquirierenden - nomen est omen - ‚Glücklichen‘ bezüglich mangelnder fundamentalistischer (was auch immer damit gemeint sei) und weltliterarischer Qualitäten allerdings an dem ähnlich betitelten Musikdrama aus der Feder des notorischen Weltliteratur-Veroperers Giuseppe Verdi entzündet haben, so mag Ihr Hinweis durchaus seine Berechtigung haben. Vorausgesetzt natürlich, es ginge hier um die französische Originalfassung jener Oper, für deren Libretto die Herren Mery und du Locle Schillers unschuldige Vorlage hemmungslos verwursteten. Für die heute standardmäßig auf den Spielplänen zu findende stark gekürzte und ins Italienische übertragene Fassung wäre natürlich ‚Don Carlo‘ der einzig korrekte (wenn auch im deutschen Sprachraum befremdlich unübliche) Titel.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
Ralf Boeck
Notabene: Ihre sonstigen Hinweise und Anmerkungen finden selbstverständlich
meine ungeteilte Zustimmung.