Hallo - ich würde Euch gern mal mein „Krankheitsbild“ erläutern und gerne wissen, ob jemand schon mal das gleiche Problem hatte und was er dagegen gemacht hat…
Also, Anfang Januar bin ich morgens aufgestanden und habe alles doppelt gesehen. Ohne Vorankündigung - einfach so. Also ab zum Augenarzt. Der hat meine Augen untersucht - alles in Ordnung. Überweisung zum Neurologen. Sehnerv getestet - alles o.k. - In eine Röhre gesteckt (MRT des Schädels) - auch alles o.k. Wieder zurück zum Augenarzt. Überweisung zum Internisten. Schilddrüse getestet, EKG durchgeführt, Bluttests gemacht - alles in Ordnung. Zurück zum Neurologen - der meinte, es sei eine Entzündung des Augenmuskels. Dadurch stellen sich die Augen nicht mehr auf einen Punkt ein. Durchführung eines Tensilontests. Bei diesem Test wurde mir ein Medikament intravenös gegeben - dadurch würden kurzzeitig die Doppelbilder verschwinden - sind sie aber nicht. Ein EMG - Dekrementtest hat auch nichts ergeben. Jetzt soll eine Muskelbiopsie durchgeführt werden, danach eine Lumbalpunktion. (Grusel)
So langsam bin ich komplett genervt - ich kann kein Autofahren und laufe den ganzen Tag mit einer Augenklappe rum… dabei ist Karneval doch vorbei… Hat jemand mit sowas schon mal Erfahrung gemacht und kann mir eventuell einen Rat geben ???
Hallo,
ich hoffe, es ist bei dir nichts Ernstes. Bei meinem Bruder waren Doppelbilder der erste Schub einer Multiplen Sklerose. Aus diesem Grund wird wohl die Lumbalpunktion gemacht. Ich schreibe das nicht, um dir Angst zu machen, sondern um dich, im schlimmsten Falle, zu ermutigen. Mein Bruder hatte den ersten Schub mit den Doppelbildern mit Mitte 20. Damals wurde die MS nicht erkannt, ich glaube die Punktion wurde nicht gemacht. Aber je eher man sie erkennt, umso besser, weil weitere Schübe dann besser abgefangen werden können.
Mut möchte ich dir machen, weil mein Bruder jetzt schon auf die 50 zugeht, noch voll arbeitsfähig ist, und außer teilweise Taubheitsgefühlen in den Händen keine weiteren Beeinträchtigungen hat. Die Krankheit hat aber bei ihm dazu geführt, dass er bewusster lebt, mehr Dinge tut, die ihm Freude machen usw. Auch die Lebenserwartung ist heutzutage durch MS nicht mehr verringert.
Also, selbst falls bei dir diese Diagnose gestellt wird, wäre das kein Grund zur Verzweiflung.
Ich wünsche dir alles Gute und drück dir die Daumen, dass es völlig harmlos ist und bald wieder vergeht!!
Liebe Grüße,
Julia
Vorsicht geboten!!!
Hi,
nun diese ms-mut-story ist ja ganz schön und es ist nett gemeint, wenn du jemand ermutigen willst. Aber man soll die kücken nicht zaählen bevor sie geschlüpft sind.
Ehrlich gesagt finde ich es immer etwas fehl am platz, wenn man hier im forum aus allen möglichen differentialdiagnosen erst einmal die schlimmste auswählt, nur weil man gerade darüber wweiss mit welchen anfangssymptomen sie einhergeht…
Natürlich kann eine opticus-neuritis tatsächlich signal für einen ersten schub bei einer ms sein (das behaupten ja auch neurologen im nachhinein ganz gern um ihre „diagnose“ zu untermauern), allerdings ist in dem beschriebenen fall ja schon ein mrt gelaufen, das wohl ohne befund blieb.
Bei der ms ist das mrt im frühen statium schon das sensitivste diagnostische mittel. Hätte man hier etwas gesehen, wäre eine lumbalpunktion schon längst gemacht worden.
Also sollte man immer vorsichtig mit übereilten äußerungen sein und im zweifel die kirche auch ruhig mal im dorf lassen…
LG Alex:smile:
Hallo Alex,
Ehrlich gesagt finde ich es immer etwas fehl am platz, wenn
man hier im forum aus allen möglichen differentialdiagnosen
erst einmal die schlimmste auswählt, nur weil man gerade
darüber wweiss mit welchen anfangssymptomen sie einhergeht…
Also, Alex, wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Der/die Fragestellerin hat geschrieben:
Hat jemand mit sowas schon mal Erfahrung gemacht
Darauf habe ich geantwortet: Ja, und in dem Falle war es MS.
Ich habe NICHT behauptet, es sei bestimmt MS, wenn man dieses Symptom hat. Ich weiß auch nicht sehr viel über die möglichen MS-Symptome, ich habe nur die Erfahrung aus unserer Familie mitgeteilt, mehr nicht.
Was ich allerdings weiß: Meinem Bruder wurde der damalige Verdacht „MS“ nicht mitgeteilt (das hat familieninterne Gründe) und das hat sich für ihn als gesundheitlicher Nachteil herausgestellt. Sogar als die MS schon sicher diagnostiziert war, wurde er erstmal von den Ärzten nicht darüber informiert! Darum denke ich, es ist wichtig, dass man weiß, dass es diese Krankheit sein KANN. So kann man ggf. mit den Ärzten auch Tacheles reden. Und ggf. auch die Auskunft bekommen: „MS kann ausgeschlossen werden!“
Was ich, trotz des sehr guten Verlaufs bei meinem Bruder, auch für die Fragestellerin hoffe.
Trotzdem finde ich es gut und wichtig, dass auch Leute wie du Stellung nehmen und Meinungen äußern, die ein vielleicht schiefes Bild relativieren. Ein solches zu erzeugen war nicht meine Absicht.
So long,
Julia
off Topic
Hallo Julia,
nun hast du auch mal Alex kennengelernt. Mich hat er dementsprechend auch schon gerügt. 
… Sogar als die MS schon sicher diagnostiziert
war, wurde er erstmal von den Ärzten nicht darüber informiert!
Darum denke ich, es ist wichtig, dass man weiß, dass es diese
Krankheit sein KANN. So kann man ggf. mit den Ärzten auch
Tacheles reden.
Mein damaliger Kommentar dazu.
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Gruß
Carlos
Guten morgen,
hab schon ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich hier einen Streit „vom Zaun breche“. Das war nicht meine Absicht…
Als ich in dieser Röhre war, wurde mir erklärt, dass MS dort auch ersichtlich wäre. Da war aber nichts - also gehe ich davon aus, dass es diese Krankheit auch nicht ist. Ansonsten habe ich nichts, kein Taubheitsgefühl, kein Kribbeln, kein Kopfschmerz - ich bin Topfit… Nur leider seh ich alles doppelt ;((
Mal auf dem boden bleiben
Hi,
nun, du kannst mich gern als rechthaberischen diagnostokgetreuen hinstellen… Wie du willst.
Was bleibt ist, dass man jemandem mit leidensdruck in einem forum nicht unbedingt auf die schlimmste aller alternativen hinweisen muss. Jemand der hier eine derartige frage stellt hat einen gewissen leidensdruck und möchte fachlich-fundierte antworten haben. Du kannst meine meinung zum mrt gerne in den einschlägigen studien nachlesen.
Dein verweis auf den alten thread ist ja ganz amüsant, allerdings habe ich die achlage anders kennengelernt. Wie dem auch sei.
Es handelt sich lediglich um meine meinung. Bevor ich jemandem (den ich btw. noch niemals vis-á-vis gesehen habe) mut-parolen unterbreite, wie toll es sich doch im rollstuhl leben lässt, sollte erst einmal eine diagnose stehen. Bis dahin erzähle ich ausschließlich etwas über die aussagekraft von diagnostischen methoden etc…
LG Alex
hi
Also, Anfang Januar bin ich morgens aufgestanden und habe
alles doppelt gesehen.
irgendwie fehlt mir in der Aufzählung deiner Arztstrecke ;o) ein Orthopäde (besser ein Osteopath) - oder hab ich das übersehen ???
Ich hatte schonmal doppelbilder, die einfach von einem blockierten Wirbel der Halswirbelsäule kamen - die waren dann mit einer einzigen Behandlung durch einen Osteopathen wieder weg ;o) *Wirbelwiederdahinsetzwoerhingehört*
Gruß H.
Hallo Hexerl,
stimmt, ein Orthoäde war nicht dabei… Da war ich nicht. Müsste ich denn da nicht auch Rückenschmerzen oder sowas haben ? Ich werde einfach mal nachfragen… Ganz liebe Grüße und danke für den Tipp…
hi Perice
stimmt, ein Orthoäde war nicht dabei… Da war ich nicht.
Müsste ich denn da nicht auch Rückenschmerzen oder sowas haben
?
nein musst du nicht ;o) - ich hatte keine - ich hab nur einfach doppelt gesehen *schulterzuck*
Viele Grüße
H.