was ich immer öfter beobachte:
Menschen vertreten im Privatleben völlig andere ethische Werte als in ihrem Berufsleben.
Wie ist dies zu erklären und gäbe es eine Untersuchung, die die Auswirkungen einer solchen gesellschaftlichen Phänomens erforscht.
natürlich ist es auch so, dass Menschen völlig andere Werte verbal vertreten, als jene es sind nach denen sie tatsächlich handeln.
Stelle mich mal zur Verfügung…
… zur „Begutachtung“.
Mit der Doppelmoral ist das nämlich so. Ich habe mit sehr vielen Leuten zu tun, in meiner Kundschaft findet sich vom Atheisten, Altkommunisten, Neonazi ( Altnazis sind grade am Aussterben ), dem übereifrigen Christen, katholischen Pfarrer, 7.Tagsadventisten und Zeugen Jehovas alles, also die gesamte Bandbreite. Bei jedem klingt die Anschauung, die Sicht der Dinge durch. Was also sollte ich tun, von meiner Position als Dienstleister, als gerade dort einen Job verrichtender, aus, als in dem Moment jedem Recht zu geben, sofern der beginnt, seine Sicht der Dinge zu schildern - was ich über den jeweiligen Sachverhalt denke, kommt dabei nicht zu Tage und ist auch vom Gegenüber nicht erwünscht. Also habe ich da nicht auch eine Doppelmoral, nur weil ich ( aus Zeitgründen und Bequemlichkeit ) nicht den feilgebotenen Thesen aus Gewissensgründen Widerrede erhebe ? Und - irgendwie hat ja jeder Recht, aus seiner Position, seiner Perspektive heraus ?
Ausnahmen bilden eigentlich nur die beiden Letztgenannten (7.T.A. und ZJ. ) - ich hab noch nie erlebt, dass eine Bekehrung o.ä. stattfinden sollte oder dass der Glaube zum Gegenstand einer Diskussion wurde, bei ZJ´s sieht man nur, dass sie solche sind, wenn der Blick einmal über den Bücherschrank ( bei mir aus Neugier ) streift… 7.Tagsadventisten erkennt man daran, dass man samstags dort nicht arbeitet und ZJ´s , dass kein Weihnachtsschmuck umhersteht 
Um zum Punkt zu kommen: Doppelmoral ist meist nicht aus Überzeugung entstanden, sondern aus praktischen Beweggründen.
HM
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Wo?
was ich immer öfter beobachte:
Menschen vertreten im Privatleben völlig andere ethische Werte
als in ihrem Berufsleben.
Hast du Beispiele?
Wie ist dies zu erklären und gäbe es eine Untersuchung, die
die Auswirkungen einer solchen gesellschaftlichen Phänomens
erforscht.
Wie unser Herr Meyer schon sehr gut beschrieb…:
Auch ich habe mit Kunden zu tun, und diese stammen halt aus den verschiedensten gesellschaftlichen Kreisen.
Um unsere Firma aber gut, freundlich und mit gutem Eindruck zu vertreten, kann ich nicht auf jemand zugehen und sagen „Also deine Einstellung/Gesicht passt mir überhaupt nicht…“
Das bedeutet nicht, dass ich irgendwelche (für mich falschen) ethische Werte für gut heiße oder scheinbar akzeptiere, sondern, dass ein Kunde einfach ein Kunde ist und so akzeptiert wird; egal was er treibt, sobald er unsere Räume verlassen hat.
Anders wäre die Sache wohl, wenn ich mich bei ihm „beliebt“ machen will, indem ich auf irgendwelche (offensichtlichen) Ideologien des Kunden zu sprechen komme.
natürlich ist es auch so, dass Menschen völlig andere Werte
verbal vertreten, als jene es sind nach denen sie tatsächlich
handeln.
Das ist mir zum Glück noch nicht untergekommen und trifft auch auf mich nicht zu.
Wie auch immer gestaltete persönliche/ideologische Werte haben im Berufsleben m.E. nichts zu suchen, sondern sollen im reinen Privatleben ausgelebt werden.
Ich hatte schon mit Leuten zu tun, die (sichtbar) privat nichts mit meinen Werten gemeinsam haben, mit denen ich aber beruflich gut auskomme (weil hier auch nur beruflich diskutiert wird).
Vielleicht gibst du uns noch ein konkretes Beispiel, damit deine Frage anschaulicher wird?
Gruß, Markus
hallo,
das was du beschreibst würde ich nicht doppelmoral, sondern eher oppurtunismus nennen. im extremfall ist es soziale prostitution, nämlich wenn jemand seine eigenen überzeugungen verrät und sich selbst verkauft, nur um vorteile daraus zu ziehen. bis zu einem gewissen grade tun wir das alle, wenn wir anderen gefallen wollen oder müssen. oder wer sagt schon seinem chef ins gesicht, daß sein hobby, von dem er dauernd schwärmt, scheiße ist? menschen treten auch parteien bei, nur um vorteile zu haben, obwohl sie mit deren inhalten nicht einverstanden sind. aber es gibt grenzen. für einen nazi würde ich nicht arbeiten wollen.
doppelmoral ist eher was anderes. das sind leute, die hehre moralische ideale vor sich hertragen (meistens laut und verbal), aber selbst genau das tun, das sie verurteilen. zb. jemand der gegen diebstahl in jeglicher form wettert und dann zuhaus mp3 saugt 
grüße lehitraot.
Ja, du hast Recht - ich hab die Begriffe verwexelt. Hatte ja schließlich auch schon 2 Bier intus *g.
Ansonsten hat Mafeu meinen Standpunkt gut beschrieben.
HM
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Hallo Mafeu
Hast du Beispiele?
Katholische Pfarrer mit Kindern? Oder ihre Bosse die Päbste, zumindest früher einmal?
Grüße Dusan
Hi,
Je vernetzter Miteinander ist, umso öfter wirst du Abweichungen thematisieren, statt sie zu leben. Sobald sich Gruppennorm gegenseitig ausschließt, kannst du höchstens die Gruppe aufzumischen versuchen, WENN du missionieren willst. Corporate Identity und Moral gleichzusetzen, ist aber nicht zielführend. Zumal auch die Familie kaum ein soziales Umfeld hat, das du allein bestimmst.
Gruß