Hallo Markus,
obwohl die meisten Deiner Fragen schon zufriedenstellend beantwortet worden sind, will ich versuchen, noch ein paar Punkte besser herauszustellen.
- Wie weit müssen die beiden Löcher entfernt sein bzw. wenn
sie zuweit auseinander liegen, schwächt sich der Effekt ab
oder ist er plötzlich nciht mehr da?
(Ich beschreibe die Sache hier für Photonen, für Elektronen gilt natürlich ähnliches).
Denk einfach an Feynman. Solange Du nicht sagen kannst, durch welchen Spalt das Photon geht, siehst Du Interferenz. Wenn du eine zu „schmale“ Lichtquelle hast, die nicht beide Spalte gleichzeitig und etwa gleich stark ausleuchtet, dann verlierst Du die Interferenz. Gewöhnlich benutzt man Laser, und da kann man auch ohne Proleme relativ „dicke“ Strahle erzeugen mit Durchmesser im Bereich von Millimetern oder Zentimeter.
Was passiert aber z.B. bei einer Glühbirne? Da muß man sich überlegen, wie das Photon erzeugt wird. Der Strom erhitzt den Glühdraht, erzeugt aber nicht direkt Licht. Das Licht, das ausgesendet wird, ist Wärmestrahlung. Anschaulich gesehen zittern die Atomrümpfe im Glühdraht hin und her und emittieren Photonen, wodurch sie Energie verlieren. Dieser Akt der Emission des Photons dauert eine gewisse Zeit, und die Ausstrahlungsrichtungsverteilung ist in etwa die von Dipolstrahlung. Jedenfalls wird das Photon nicht „punktförmig“ und in eine genau bestimmte Richtung emittiert, sondern als Wellenpaket ziemlich verteilt über den ganzen Raum. Ist jetzt der Abstand zwischen den Spalten größer als die Ausdehnung des Wellenpaketes, dann weiß man mit sicherheit, daß das Photon nur durch einen Spalt geht, und somit gibt es keine Interferenz.
Jetzt zur Frage, ob die Interferenz allmählich oder spontan verloren geht. Die Ausleuchtung von zwei Spalten ist nie 100% perfekt gleich, und trotzdem beobachtet man Interferenz. Folglich geht die Interferenz immer weiter zurück, je mehr Information man über den Spaltdurchgang hat, kontinuierlich von 50% bis 100%. Der Rand eines Laserstrahls ist maximal bis auf etwa eine Wellenlänge scharf, d.h. wenn man den Strahl von einem Spalt wegfährt, dann gibt es im Randbereich diesen kontinuierlichen Zusammenbruch der Interferenz.
- Wenn man den Versuch für Elektroenen durführt und nur hinter
einem Spalt einen Detektor oder sonst was aufstellt, entsteht
dann zum teil ein Interferenzmuster und eine Gleichverteilung
oder gar kein Interferenzmuster?
Die Frage ist wieder: Kannst Du den Spalt eindeutig bestimmen? Für jedes Elektron hast Du einen Schwärzungspunkt auf dem Schirm, also weißt Du, daß ein Elektron durchgegangen ist. Hat der Detektor geklickt, dann weißt Du, daß es der erste Spalt war. Wenn nicht, dann bleibt nur der zweite Spalt. Also ist der Spalt eindeutig festgelegt, ergo keine Interferenz.
- Was passiert, wenn man den Versuch mit Elektronen in einer
Nebelkammer durchführt? Ich vermute mal: keine Interferenz.
Ganz richtig. Der Grund ist der gleiche wie immer 
Semjon.