Double bind?

Guten Morgen,
ein Kind sitzt am Tisch.
Ein Erwachsener kommt und nimmt dem Kind den Teller weg.
Das Kind beschwert sich.

Der Erwachsene: „Hee, wie bist du denn drauf? Ich kann das gar nicht ab, wenn du immer meckerst.“

Ist das ein double bind?

Was ist der (unbewußte) „Sinn“ solcher Aktionen?

Wie reagiert man als Außenstehenender, wenn der Erwachsene für seine Kritiksensibilität bekannt ist?

Danke,
Tilli

Hallo Tilli,

Guten Morgen,
ein Kind sitzt am Tisch.
Ein Erwachsener kommt und nimmt dem Kind den Teller weg.
Das Kind beschwert sich.

was ist da genau passiert? Das wäre durchaus wichtig zu wissen.
Nimmt der Erwachsene dem Kind den Teller während des Essens weg? Oder räumt der Erwachsene das Geschirr ab?
Passiert dergleichen häufig, oder mal/selten (in einer Stresssituation)?

Viele Grüße,
Nina

Nimmt der Erwachsene dem Kind den Teller während des Essens
weg? Oder räumt der Erwachsene das Geschirr ab?
Passiert dergleichen häufig, oder mal/selten (in einer
Stresssituation)?

Nein,
der Teller war noch leer. Das Kind saß. Der Erwachsene kam an und hat „im Spaß“ den Teller auf seine Seite geschoben.

Ich fands auch nicht lustig und den Protest berechtigt und das Jammerverbot unmöglich.

Ja, kommt häufiger vor.

Tilli

,

ein Kind sitzt am Tisch.
Ein Erwachsener kommt und nimmt dem Kind den Teller weg.
Das Kind beschwert sich.

Der Erwachsene: „Hee, wie bist du denn drauf? Ich kann das gar
nicht ab, wenn du immer meckerst.“

Ist das ein double bind?

Nein. Ob die Aktion so sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Zur Beurteilung wäre dann aber noch wichtig, was vorher und nachher ist.

Was ist der (unbewußte) „Sinn“ solcher Aktionen?

Welcher Sinn verfolg wird, sollte man den Handelnden fragen.

Wie reagiert man als Außenstehenender, wenn der Erwachsene für
seine Kritiksensibilität bekannt ist?

„Kritiksensibilität“ ist eine Neuschöpfung. Das Wort gibt es nicht. Ich kann mir denken, was gemeint ist, das hilft aber nicht weiter, denn es fehlt der Wert: Ist derjenige nun für Kritik empfänglich oder eher nicht? Ganz nebenbei sollte man bei der Sprachwahl in dem Zusammenhang vorsichtig sein, auch das kann zu Missverständnissen führen: Jesus speiste seine Jünger, aber er aß sie nicht… Es ist eher erstrebenswert sensibel zu sein, als empfindlich zu sein.

Vielleicht sollte sich der Außenstehende überlegen, weniger Metaebenen in das eigene Denken und die eigene Kommunikation einzubauen. Das mit den Metaebenen ist übrigens etwas, was man auch beim Double bind findet, nebenbei erwähnt. Wobei um Himmels Willen nicht jede Metaebene ein Double bind ist. Kommunizieren auf einer oder mehreren Metaebenen ist nicht nur anstrengend, sondern führt auch zu Missverständnissen. So etwas kann möglicherweise auch dazu führen, dass jemand „empfindlicher“ wird.

Ist das ein double bind?

Nein.

Warum nicht?

Ob die Aktion so sinnvoll ist, steht auf einem anderen
Blatt. Zur Beurteilung wäre dann aber noch wichtig, was vorher
und nachher ist.

Vorher und nachher war nichts. Das Kind war vorher und nachher allein im Raum. Dies war die erste und letzte Begegnung des Tages. Frühstück.

Was ist der (unbewußte) „Sinn“ solcher Aktionen?

Welcher Sinn verfolg wird, sollte man den Handelnden fragen.

Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?

Wie reagiert man als Außenstehenender, wenn der Erwachsene für
seine Kritiksensibilität bekannt ist?

„Kritiksensibilität“ ist eine Neuschöpfung.

Gut. Kritikempfindlichkeit. Kritik, oder auch nur Nachfrage: Galligkeit, Gehässigkeit, Unevrschämtheiten, Raum-verlassen. Abends schweigen oder weitere Abwertungen.

Ist derjenige nun für
Kritik empfänglich oder eher nicht?

Und? Wie würdest du das nun sehen?

Ganz nebenbei sollte man
bei der Sprachwahl in dem Zusammenhang vorsichtig sein, auch
das kann zu Missverständnissen führen: Jesus speiste seine
Jünger, aber er aß sie nicht… Es ist eher erstrebenswert
sensibel zu sein, als empfindlich zu sein.

Richtig. Sensibel ist diese Person NICHT, so erstrebenswert dies auch ist.

Vielleicht sollte sich der Außenstehende überlegen, weniger
Metaebenen in das eigene Denken und die eigene Kommunikation
einzubauen. Das mit den Metaebenen ist übrigens etwas, was
man auch beim Double bind findet, nebenbei erwähnt. Wobei um
Himmels Willen nicht jede Metaebene ein Double bind ist.
Kommunizieren auf einer oder mehreren Metaebenen ist nicht nur
anstrengend, sondern führt auch zu Missverständnissen. So
etwas kann möglicherweise auch dazu führen, dass jemand
„empfindlicher“ wird.

Ich entnehme diesem, dass der Aussenstehende, der diese Situation beobachtet (und nicht kommentiert) hat, dazu beitrug, die „Empfindlichkeit“, die sich erfahrungsgemäß bei analogen und kommentierten Aktionen zeigt, quasi generiert hat?

Ist das Prosopobibliophob?

Tilli

Ist das ein double bind?

Nein.

Warum nicht?

Warum sollte es? Weißt du, was ein double bind ist? Was hättest du davon, wenn es einer wäre? Label als Instrument gar Waffe in der Kommunikation?

Dafür eignet sich double bind nicht. Genauso wenig wie „mach mich borderline“ (greets).

Ob die Aktion so sinnvoll ist, steht auf einem anderen
Blatt. Zur Beurteilung wäre dann aber noch wichtig, was vorher
und nachher ist.

Vorher und nachher war nichts. Das Kind war vorher und nachher
allein im Raum. Dies war die erste und letzte Begegnung des
Tages. Frühstück.

Dann war es vielleicht nichts weiter als eine Neckerei oder eine nette oder blöde Provokation? Oder ein Stresstest?

Was ist der (unbewußte) „Sinn“ solcher Aktionen?

Welcher Sinn verfolg wird, sollte man den Handelnden fragen.

Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?

Oh natürlich ist es das. Als Grundlage für einen guten Austausch wäre eine neutrale, offene Frage dazu ein Anfang. Ohne Metaebene oder Unterton.

Gut. Kritikempfindlichkeit.

Damit hast du zunächst immer noch nichts über die Wertigkeit gesagt. Du meinst aber offenbar, dass derjenige sehr empfindlich ist.

Kritik, oder auch nur Nachfrage:
Galligkeit, Gehässigkeit, Unevrschämtheiten, Raum-verlassen.
Abends schweigen oder weitere Abwertungen.

Das sind jetzt aber eine Menge Metaebenen, so viele, dass von „Außenstehender“ nicht die Rede sein kann, sondern der Eindruck erweckt wird, dass nicht nur eine Dreierkonstellation vorliegen könnte, sondern tatsächlich eine Zweierkonstellation, bei der das Kind eigentlich „Außenstehender“ ist und der Schauplatz ein ganz anderer ist.

Eine solche Konstellation ist übrigens durchaus geeignet, double binds zu produzieren. Diese entstehen aber nicht durch die recht klare Botschaft des Ausgangsfalls, sondern in dem Fall dann dadurch, dass enorm viel Botschaft über Metaebene, versteckt läuft, und Kinder ebendort in ein Konfliktfeld hineingezogen werden, aus dem sie nur als Verlierer heraus kommen.

Passiert so etwas ständig, macht es „irre“.

Ist derjenige nun für
Kritik empfänglich oder eher nicht?

Und? Wie würdest du das nun sehen?

Ich gebe die Frage zurück. Wie empfänglich ist denn der „Außenstehende“ für Kritik?

Richtig. Sensibel ist diese Person NICHT, so erstrebenswert
dies auch ist.

Auch bei diesem Satz schwingt auf der Metaebene einiges mit.

Ich entnehme diesem, dass der Aussenstehende, der diese
Situation beobachtet (und nicht kommentiert) hat, dazu
beitrug, die „Empfindlichkeit“, die sich erfahrungsgemäß bei
analogen und kommentierten Aktionen zeigt, quasi generiert
hat?

Der Außenstehende hat wahrscheinlich diese Situation sehr wohl schon ganz heftig kommentiert, nämlich auf der Metaebene.

Gemeint war, dass eine Empfindlichkeit gegenüber Kritik aus verschiedenen Gründen entstehen kann. Ein Grund kann sein, dass die Kritik nicht klar und sachlich formuliert ist und für sich bleibt, sondern ein ganzes Bündel an sehr emotionalen Metaebenen im Gepäck hat.

Ist das Prosopobibliophob?

Nein. Was ein Prosopobiliophob ist, lässt sich leicht ermitteln, wenn man ihn in seine Wortbestandteile zerlegt. Kleine Hilfe: Prosopo steht für Gesicht. Den Rest könnte man auch ohne google hinbekommen.

2 „Gefällt mir“

Ist das ein double bind?

Nein.

Warum nicht?

Warum sollte es? Weißt du, was ein double bind ist?

So halb.
Warum antwortest du mir nicht? Weißt du es nicht? Oder richtest du lieber über meine angenommenen Motive.?

–> Label als Instrument gar Waffe in der Kommunikation?

Dafür eignet sich double bind nicht. Genauso wenig wie „mach
mich borderline“ (greets).

Zusammenhang?

Dann war es vielleicht nichts weiter als eine Neckerei oder
eine nette oder blöde Provokation? Oder ein Stresstest?

Vielleicht.
Vielleicht mehr. Dein Geeier ist jedenfalls keine aufschlußreiche Antwort.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Oh natürlich ist es das. Als Grundlage für einen guten
Austausch wäre eine neutrale, offene Frage dazu ein Anfang.
Ohne Metaebene oder Unterton.

Prima. Aber dies geht ja naturgemäß NICHT.
Man kann nicht nicht kommunizieren.

Soviel zum Thema Label oder Waffe.

Damit hast du zunächst immer noch nichts über die Wertigkeit
gesagt. Du meinst aber offenbar, dass derjenige sehr
empfindlich ist.

Ja. So kommt es rüber. Aber dann eben provozieren. Oder necken. Oder Streßtests veranstalten.

Zweierkonstellation, bei der das Kind eigentlich
„Außenstehender“ ist und der Schauplatz ein ganz anderer ist.

Ja, sehr schlau. Aber die Frage war je bewußt einfach gestellt:
Ist es ein double bind, ein friedliches Kind zu ärgern und dann für berechtigten Protest anzuschimpfen?

Eine solche Konstellation ist übrigens durchaus geeignet,
double binds zu produzieren. Diese entstehen aber nicht durch
die recht klare Botschaft des Ausgangsfalls, sondern in dem
Fall dann dadurch, dass enorm viel Botschaft über Metaebene,
versteckt läuft, und Kinder ebendort in ein Konfliktfeld
hineingezogen werden, aus dem sie nur als Verlierer heraus
kommen.

Gut. Setzen. Zwei.

Passiert so etwas ständig, macht es „irre“.

Ich gebe die Frage zurück. Wie empfänglich ist denn der
„Außenstehende“ für Kritik?

U
Na prima. Beantworte mal meine Ausgangsfrage, dann machen wir weiter, ok?

Richtig. Sensibel ist diese Person NICHT, so erstrebenswert
dies auch ist.

Auch bei diesem Satz schwingt auf der Metaebene einiges mit.

Auch Watzlawick. Dir ist aber schon klar, dass du hier mindestens 6 oT-Themen einrührst, aber das UP nicht beantwortest?
Oh meta.

Der Außenstehende hat wahrscheinlich diese Situation sehr wohl
schon ganz heftig kommentiert, nämlich auf der Metaebene.

Vorher? Und sie so verursacht?
Oder erzeugt, indem der hinterher metamäßig kommentieren werden wird??

Ist das Prosopobibliophob?

Nein. Was ein Prosopobiliophob ist, lässt sich leicht
ermitteln, wenn man ihn in seine Wortbestandteile zerlegt.

So.
Das wäre bei „Kritiksensibilität“ auch möglich gewesen. Und da braucht man nicht mal griechisch.

Kleine Hilfe: Prosopo steht für Gesicht. Den Rest könnte man
auch ohne google hinbekommen.

Wa, wenn man denn JaninaG und ihr Verhältnis zu Büchern noch ernst nehmen wollte.

-)

Laß ma gut sein,
vielleicht kann mir jemand anders die Frage beantworten.

Tilli

Warum sollte es? Weißt du, was ein double bind ist?

So halb.

Du weißt es anscheinend gar nicht, bist aber doch recht stark darauf fixiert.

Warum antwortest du mir nicht?

Weil die Beantwortung, warum, doch gar nicht Kern des Problems ist. Du wolltest die Situation bewertet haben - oder etwa nicht?

Noch einmal deutlicher: DIESE Art der Kommunikation ist Double bind verdächtig! Du verschleierst deine eigentlich Intention hinter nach außen anders gelagerten Botschaften , versteckst sie auf irgendwelchen, sehr emotionalen Metaebenen und zwingst damit deinen Kommunikationspartner in ein Dilemma, aus dem er keinen Ausweg findet, außer schlecht wegzukommen.

Mit dem Fettgedruckten hast du übrigens im Groben das beschrieben, was ein double bind ist.

Dafür eignet sich double bind nicht. Genauso wenig wie „mach
mich borderline“ (greets).

Zusammenhang?

Wenn du eine vernünftige Frage stellst, bekommst du auch eine Antwort.

Vielleicht mehr. Dein Geeier ist jedenfalls keine
aufschlußreiche Antwort.

Interessant, dass du meine Antworten als Geeier empfindest, weil sie nicht das enthalten, was du hören willst. Dabei sind sie in ihrer Aussage wesentlich klarer und eindeutiger als das, was du schreibst.

Oh natürlich ist es das. Als Grundlage für einen guten
Austausch wäre eine neutrale, offene Frage dazu ein Anfang.
Ohne Metaebene oder Unterton.

Prima. Aber dies geht ja naturgemäß NICHT.
Man kann nicht nicht kommunizieren.

Kommunikation ohne Metaebene oder Unterton ist für dich keine? Das sagt einiges aus.

Zweierkonstellation, bei der das Kind eigentlich
„Außenstehender“ ist und der Schauplatz ein ganz anderer ist.

Ja, sehr schlau.

Jetzt wird abgewiegelt. Wer war hier noch einmal Kritikempfindlich?

Aber die Frage war je bewußt einfach gestellt:

Und ist noch einfacher beantwortet worden.

Ist es ein double bind, ein friedliches Kind zu ärgern und
dann für berechtigten Protest anzuschimpfen?

Nein! Das ist ein ungerechtfertigter Anschiss, kein Double bind auch wenn du es noch so doll willst. Wobei ich hier noch einmal die Frage stelle: Warum? Damit du dem Erwachsenen in deinem Beispiel schlechte, für das Kind gefährliche Kommunikation unterstellen kannst?

Eine solche Konstellation ist übrigens durchaus geeignet,
double binds zu produzieren. Diese entstehen aber nicht durch
die recht klare Botschaft des Ausgangsfalls, sondern in dem
Fall dann dadurch, dass enorm viel Botschaft über Metaebene,
versteckt läuft, und Kinder ebendort in ein Konfliktfeld
hineingezogen werden, aus dem sie nur als Verlierer heraus
kommen.

Gut. Setzen. Zwei.

Ich übergehe die Unverschämtheit. Hast du überhaupt verstanden, was da steht? Um es noch einmal deutlich zu formulieren: Bisher zeigt sich das so, dass nicht der Erwachsener in deinem Ausgangsbeispiel gefährdet ist, doublebinds zu produzieren, sondern du (also der „Außenstehende“).

Auch Watzlawick. Dir ist aber schon klar, dass du hier
mindestens 6 oT-Themen einrührst, aber das UP nicht
beantwortest?

Was ist an diesem „Nein“ so schwer verständlich?

Der Außenstehende hat wahrscheinlich diese Situation sehr wohl
schon ganz heftig kommentiert, nämlich auf der Metaebene.

Vorher? Und sie so verursacht?
Oder erzeugt, indem der hinterher metamäßig kommentieren
werden wird??

Was vorher war, kann man nicht beurteilen, weil hierzu nichts gesagt wurde. Was das Hinterher angeht, erscheint es aber nach dem hier geschriebenen schwer vorstellbar, dass NICHT auf der Metaebene kommuniziert wurde. Wobei es hierbei nicht grundsätzlich um das Kommunizieren auf der Metaebene geht, was nicht per se gefährlich ist. Schwierigkeiten macht das nur, wenn die Metaebene in Ihrer Stoßrichtung von der eigentlichen Diskussion abweicht oder ihr gar widerspricht.

So.
Das wäre bei „Kritiksensibilität“ auch möglich gewesen. Und da
braucht man nicht mal griechisch.

Hätte man das bei „Kritiksensibilität“ angewendet, dann wäre aber nicht das heraus gekommen, was gemeint war.

Laß ma gut sein,
vielleicht kann mir jemand anders die Frage beantworten.

Dann sollte der Jemand tunlichst darauf achten, die Antwort zu geben, die du hören willst.

2 „Gefällt mir“

verschleierst** nach außen anders gelagerten Botschaften , emotionalen**
keinen Ausweg , schlecht wegzukommen.

Mit dem Fettgedruckten hast du übrigens im Groben das
beschrieben, was ein double bind ist.

Ah, nun ist alles klar.

Tilli

Hallo Tilli,

Ist das ein double bind?

Nein. Ein double bind wäre, wenn der Erwachsene angesichts der Beschwerde des Kindes lächelnd sagen würde: „Ich kann das gar nicht ab, wenn du immer meckerst“.

Das Kind müsste in diesem Fall entscheiden, welcher Aussage es glauben wollte: Dem freundlichen Lächeln, welches für sich genommen besagt, dass sein Verhalten für in Ordnung befunden wurde oder dem gesprochenen Wort, welches eine klare Kritik am Verhalten ausdrückt. Und egal, wofür es sich entscheidet, kann es sich nicht wirklich „richtig“ verhalten, weil in einem Fall der Erwachsene den Spaßfaktor, im anderen Fall die Kritik betonen kann.

Mit dem Wegnehmen des Tellers hat diese Situation nichts zu tun. Dass der Erwachsene die Beschwerde des Kindes überhaupt erst selbst provoziert hat, ist vielleicht keine pädagogisch wertvolle Aktion (wobei man auch darüber diskutieren könnte), ein double bind für das Kind ist sie erst mal nicht.

Aber: Das Ganze sieht u.U. anders aus, wenn sich dieses Spielchen öfter wiederholt und das Kind die Erfahrung gemacht hat, dass es im Falle des Nicht-provozieren-Lassens vom Erwachsenen hört: „Dich interessiert wohl überhaupt nicht, wenn ich Kontakt mit dir haben will. Ich scheine dir völlig egal zu sein.“

In diesem Fall hätte das Kind beim Wegnehmen des Tellers keine Möglichkeit, sich „richtig“ zu verhalten: Wehrt es sich, wird es dafür getadelt, reagiert es nicht, ebenfalls. Und vielleicht gibt’s auch noch die Variante, dass es humorvoll reagiert und dann wegen Frechheit getadelt wird.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu verworren :smile:

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Tilli,

Ist das ein double bind?

Nein. Ein double bind wäre, wenn der Erwachsene angesichts der
Beschwerde des Kindes lächelnd sagen würde: „Ich kann das gar
nicht ab, wenn du immer meckerst“.

Hm.
Ok. Ich dachte, die Zwickmühle alleine sei es schon.
Lächeln? Wenn, dann ein spöttisches.
Da hab ich nicht drauf geachtet.

Ich fand die Aktion vollkommen absurd. Männerscherz?

Wie steht es mit Aussagen wie „Sei gefälligst nett zu ihm.“, wenn man ohnehin nett sein wollte, es aber nun kaum noch vermag?

Wenn sowas kein double bind ist, was dann und wie geht man damit um?
Wegatmen ist nicht immer möglich, drauf ansprechen riskiert Krach.

Aber: Das Ganze sieht u.U. anders aus, wenn sich dieses
Spielchen öfter wiederholt und das Kind die Erfahrung gemacht
hat, dass es im Falle des Nicht-provozieren-Lassens vom
Erwachsenen hört: „Dich interessiert wohl überhaupt nicht,
wenn ich Kontakt mit dir haben will. Ich scheine dir völlig
egal zu sein.“

Da muß ich mal nachdenken…

In diesem Fall hätte das Kind beim Wegnehmen des Tellers keine
Möglichkeit, sich „richtig“ zu verhalten: Wehrt es sich, wird
es dafür getadelt, reagiert es nicht, ebenfalls. Und
vielleicht gibt’s auch noch die Variante, dass es humorvoll
reagiert und dann wegen Frechheit getadelt wird.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu verworren :smile:

Nein, gar nicht.
Danke,
Tilli

Hallo Tilli,

Ich fand die Aktion vollkommen absurd. Männerscherz?

Kann ich mir durchaus vorstellen. Väter haben manchmal so ihre eigene Vorstellungen von Humor und dem, was man gemeinhin „Abhärtung“ nennt. Und in meinen Augen ist das dann unproblematisch, wenn das Kind den Mann grundsätzlich als liebevollen und verlässlichen Bindungspartner erlebt.

Wie steht es mit Aussagen wie „Sei gefälligst nett zu ihm.“

Auch das ist in meinen Augen kein double bind. Das Kind hat in diesem Fall die Möglichkeit, sich richtig zu verhalten, indem es sich „nett“ zeigt. Wie echt diese Nettigkeit ist, ist eine andere Sache, aber das Kind kann die Situation dem Erwachsenen gegenüber für diesen zufriedenstellend auflösen.

Wenn sowas kein double bind ist, was dann und wie geht man damit um?

Schwierig, hier pauschal zu antworten, da eine Menge Faktoren mit rein spielen. Allen voran die Notwendigkeit, dass das Kind sich vom betreffenden Erwachsenen grundsätzlich geliebt und wertgeschätzt fühlen muss, um das gut wegzustecken. Aber auch Dinge wie das Alter und der Entwicklungsstand des Kindes spielen eine Rolle, ebenso wie die Häufigkeit solcher Spielchen usw.

Wegatmen ist nicht immer möglich

Trotzdem: Möglichst keine Auseinandersetzungen vor dem Kind. Dem Kind geht es nicht besser, wenn ein Elternteil Partei ergreift und das Ganze dann zu einem Streit zwischen den Eltern führt. Gerade jüngere Kinder entwickeln da schnell Schuldgefühle.

Ich würde für wichtig halten, ein Gegengewicht zu schaffen und dem Kind in anderen Situationen Wertschätzung und Zuneigung zu zeigen. Wenn ein Elternteil emotional ausfällt, ist das umso wichtiger. Erklären bringt nach meiner Erfahrung eher wenig, solange sich das Verhalten des Erwachsenen nicht ändert. Und auch ein „Er meint es nicht so“, bewahrt nicht vor weiteren Verletzungen.

Schöne Grüße,
Jule

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Guten Morgen,

ein Kind sitzt am Tisch.
Ein Erwachsener kommt und nimmt dem Kind den Teller weg

Das Thema relativiert sich doch schon dadurch, wenn man eine weitere Aussage von Dir hinzunimmt:

der Teller war noch leer. Das Kind saß. Der Erwachsene kam an und hat „im Spaß“ den Teller auf seine Seite geschoben…

Wollte er nun ein wenig necken und es kam bei Außenstehendem so nicht an? Oder ist Außenstehender der Meinung, es war beabsichtigte Provokation, um eine negative Situation herauszufordern?

Das Kind beschwert sich.

Ein notorischer Morgenmuffel vielleicht? Oder nur unausgeschlafen an diesem Morgen? Pubertierende Phase?

Der Erwachsene: „Hee, wie bist du denn drauf? Ich kann das gar
nicht ab, wenn du immer meckerst.“
Ist das ein double bind?

OT (dazu haben andere bereits geantwortet).

Was ist der (unbewußte) „Sinn“ solcher Aktionen?

Vielleicht nur ein nett gemeinter Kommunikationsversuch in einer verhärteten Familiensituation, der (wieder einmal?) gnadenlos abgeblockt wurde?

Wie reagiert man als Außenstehenender, wenn der Erwachsene für
seine Kritiksensibilität bekannt ist?

Über? So wie Außenstehender?!

Die Situation ist offensichtlich in keiner Form eskaliert. Das Problem ist m.E. eher darin zu suchen, dass Außenstehender sich einmischt oder einmischen muss (auch hierfür mag es in bestimmten Fällen Gründe geben, diesem eher nicht). Die Kommunikation zwischen Handelndem und Außenstehendem scheint jedenfalls mäßig. Double bind?

Franz

Das Kind beschwert sich.

Ein notorischer Morgenmuffel vielleicht? Oder nur
unausgeschlafen an diesem Morgen? Pubertierende Phase?

Nein, das Kind ist fünf.
Es hat vor seinem Teller gesessen und auf das Brot gewartet.

Vielleicht nur ein nett gemeinter Kommunikationsversuch in
einer verhärteten Familiensituation, der (wieder einmal?)
gnadenlos abgeblockt wurde?

Von wem? Vom Kind? Oder gar von mir?
Wenn ja, in wiefern?
Ich habe den Tisch gedeckt und war in der Küche, das Brot holen.

Dann kommt einer, nimmt dem Kind überraschend von hinten den Teller weg, und sagt auf die Beschwerde hin mittelnette Dinge.
Was wurde hier wo von dem „gnadenlos abgeblockt“?

Wie reagiert man als Außenstehenender, wenn der Erwachsene für
seine Kritiksensibilität bekannt ist?

Über? So wie Außenstehender?!

Ja, oder eben: wie besser, wenn nicht „über“?
Wie so, dass die Autoren dieses Fadens nicht implizieren (können), dass der Beobachter der Szene schuld ist, indem er metakommuniziert, abblockt oder sich einmischt?

Augenrollen hinter geschlossener Tür?
Drauf ansprechen?
Kind neuen Teller holen?

Die
Kommunikation zwischen Handelndem und Außenstehendem scheint
jedenfalls mäßig. Double bind?

Richtig.

Tilli

Dann kommt einer, nimmt dem Kind überraschend von hinten den
Teller weg, und sagt auf die Beschwerde hin mittelnette Dinge.
Was wurde hier wo von dem „gnadenlos abgeblockt“?

Du spricht an anderer Stelle selbst davon, dass das ein „Männerscherz“ gewesen ist. Den kannst du lustig finden oder nicht. Grundsätzlich ist aber nichts dagegen einzuwenden, wenn man auch ein 5-jähriges Kind einmal foppt und dass in Folge des Foppens auch „gelernt“ wird, angemessen zu reagieren. So ganz unpsychologisch und ohne dabei ein unbedingt einzuhaltendes Ideal vor Auge zu haben.

Was du hier aber sehr vehement versuchst, die Situation zu psychologisieren und das auch noch mit einem Begriff, der seinen Ursprung hat in der Ursachenforschung für Schizophrenie, also einer schweren psychischen Erkrankung!

Du wirst es nicht hören wollen: Aber ich halte es für wesentlich bedenklicher, dass du hier mit verbalen Artelleriefeuer auf Spatzen schießt, als ich die Situation, um die es dir geht. Diese erscheint völlig harmlos und gibt keinen größeren Anlass zur Sorge, obwohl sie von dir als ganz offenbar nicht neutraler Person geschildert wurde.

Ja, oder eben: wie besser, wenn nicht „über“?

Wie man besser reagiert in so einer Situation? Möglichst gar nicht. Einfach die Beiden machen lassen. Und vielleicht auch den Versuch starten, die partnerschaftlichen Probleme dort zu lösen und nicht auf so einem Nebenschauplatz. Als weiterer Lösungsvorschlag fällt mir ein, dass ein psychologisches Wörterbuch (oder alternativ Google) hier auch ein völlig ungeeigneter Ratgeber ist. Es ist nicht förderlich für die Konfliktlösung, wenn man versucht, Psychologie nicht zur Lösung des Konfliktes zu nutzen, sondern versucht, sie als Waffe in einem Machtkampf zu missbrauchen.

Augenrollen hinter geschlossener Tür?

Das wäre ein Anfang, wobei auf das Augenrollen auch verzichtet werden kann. Es sei denn, das hier ist gemeint:

http://www.educat.hu-berlin.de/kurse/yoga/yaugen.html

Drauf ansprechen?

Nein.

Kind neuen Teller holen?

Bloß nicht.

2 „Gefällt mir“

Du spricht an anderer Stelle selbst davon, dass das ein
„Männerscherz“ gewesen ist.

Du weißt, was ein Fragezeichen ist?

Was du hier aber sehr vehement versuchst, die Situation zu
psychologisieren

WIr sind hier im Psychobrett, oder? Ich habe eine psychologische Frage gestellt.
Ich wußte nicht, dass man hier vehement vom Thema abgelenkt wird.

und das auch noch mit einem Begriff, der
seinen Ursprung hat in der Ursachenforschung für
Schizophrenie, also einer schweren psychischen Erkrankung!

Ah, das hast Du von Wiki, nicht wahr? Du gibst dir sehr viel Mühe. Prima.

Du wirst es nicht hören wollen: Aber ich halte es für
wesentlich bedenklicher, dass du hier mit verbalen
Artelleriefeuer auf Spatzen schießt, als ich die Situation, um
die es dir geht.

Ja, ich bin dein Spiegel. Ursprünglich habe ich eine Frage gestellt, da kannte ich dich noch nicht.

Und nun? Schicke Kollusion.

Wie man besser reagiert in so einer Situation? Möglichst gar
nicht. Einfach die Beiden machen lassen. Und vielleicht auch
den Versuch starten, die partnerschaftlichen Probleme dort zu
lösen und nicht auf so einem Nebenschauplatz. Als weiterer
Lösungsvorschlag fällt mir ein, dass ein psychologisches
Wörterbuch (oder alternativ Google) hier auch ein völlig
ungeeigneter Ratgeber ist. Es ist nicht förderlich für die
Konfliktlösung, wenn man versucht, Psychologie nicht zur
Lösung des Konfliktes zu nutzen, sondern versucht, sie als
Waffe in einem Machtkampf zu missbrauchen.

Auch dies eine gute, stabile, fest begründete Theorie.

Beeindruckt,

Tilli