„In zweieinhalb Wochen hat sich London tief greifend verändert.“
Dieser Satz findet sich heute in Tageszeitungen in einer dpa-Meldung ud bezieht sich auf die vergangenen zweieinhalb Wochen.
Hätte es nicht heißen müssen: „Während der letzten zweineinhalb Wochen“ oder „Binnen…“ oder notfalls sogar „In den vergangenen…“?
Die Formulierung „In zweieinhalb Wochen“ deutet doch eher auf die Zukunft - auch wenn dann natürlich Perfekt kommt und Futur II „In zweieinhalb Wochen wird sich Londen tief greifend verändert haben“ lauten würde. Aber ob es das richtiger macht, weiß ich nicht…
„In zweieinhalb Wochen hat sich London tief greifend
verändert.“
Hätte es nicht heißen müssen: „Während der letzten
zweineinhalb Wochen“ oder „Binnen…“ oder notfalls sogar „In
den vergangenen…“?
Um sich genau auf die vergangenen zweieinhalb Wochen zu beziehen, ja.
So wie der Satz dasteht, bezieht er sich aber auf einen Zeitraum, der prinzipiell auch länger zurückliegen kann (entsprechend deinem „Binnen…“):
„In (einem Zeitraum von (nur)) zweieinhalb Wochen hat sich London tief greifend verändert.“
Für mein Sprachgefühl ist der Satz so völlig korrekt; ob er das ausdrückt, was der Autor damit eigentlich sagen wollte, ist eine andere Frage.
Die Formulierung „In zweieinhalb Wochen“ deutet doch eher auf
die Zukunft - auch wenn dann natürlich Perfekt kommt und Futur
II „In zweieinhalb Wochen wird sich Londen tief greifend
verändert haben“ lauten würde.
„In zweieinhalb Wochen hat sich London tief greifend
verändert.“
Schauen wir doch mal, was das Wörterbuch sagt:
_ in [mhd., ahd. in, verw. mit lat. in, griech. en = in] :
(räumlich)
a) kennzeichnet den Ort eines Geschehens, eines Zustands, eines Vorkommens usw. als im Innern, innerhalb von etw. Bestimmtem gelegen: er ist, wohnt, lebt in Berlin; der Schlüssel ist in der Tasche; Ü er ist [Mitglied] in einer Partei;
b) kennzeichnet das Ziel einer Bewegung, eines Gerichtetseins usw. als im Innern, innerhalb von etw. Bestimmtem gelegen: in die Stadt fahren; das Kleid in den Schrank hängen; jmdm. in den Mund sehen; in den Keller rufen; Ü in eine Partei eintreten.
2. (zeitlich)
a) zur Angabe eines Zeitraums, innerhalb dessen etw. geschieht, der Fall ist usw.: in diesem Sommer hat es viel geregnet ; (nicht standardspr.; nach engl. Vorbild:smile: in 1999;
b) zur Angabe einer zeitlichen Erstreckung: seine Erinnerungen reichen [bis] in die früheste Kindheit zurück; sie feierten bis in den frühen Morgen; c) zur Angabe einer Zeitspanne, nach deren Ablauf etw. Bestimmtes eintritt, sich ereignet usw.: in einem Jahr macht er Examen; in zwei Tagen ist er fertig; frühestens, spätestens in einer halben Stunde.
3. (modal) zur Angabe der Art u. Weise, in der etw. geschieht, vorhanden ist: er geht in Stiefeln; in vielen Farben; er war in Schwierigkeiten; diese Tätigkeit kann in Voll- oder Teilzeitbeschäftigung ausgeübt werden; in Wirklichkeit (tatsächlich, eigentlich) war alles ganz anders.
4. (unabhängig von räumlichen, zeitlichen od. modalen Vorstellungen) a) stellt eine Beziehung zu einem Objekt her: er ist tüchtig in seinem Beruf; er war nicht besonders gut in Mathematik; sie weiß in allem Bescheid; ich konnte mich nur schwer in ihn, in seine Lage versetzen; sie hat sich in ihn verliebt; b) (Kaufmannsspr.) mit: er handelt in Gebrauchtwagen; er ist Reisender in Elektrogeräten (ist Reisender und handelt mit Elektrogeräten).
Meiner Meinung nach ist 2a der parallel passende Gebrauch. Demnach ist an der Formulierung nichts auszusetzen, höchstens zu bemerken, dass „in“ so seltener gebraucht wird.
Auf einen groben Keil gehört eben ein grober Klotz!
geht nicht, wenn schon nicht aus der Vorstellungskraft, aus deinen Wörterbüchern hervor, dass das umgekehrt wesentlich weniger Balancekünste erfordert?
„In zweieinhalb Wochen hat sich London tief greifend
verändert.“
dieser Satz mag umgangssprachlich durchgehen, aber in eine
Pressemeldung gehört er nicht.
Wie kommst Du jetzt darauf?
Während der letzten zwei Wochen hat …
innerhalb der letzten zwei Wochen hat …
Davon hat der Autor nicht geredet. Es war nicht speziell von den letzten zwei
Wochen die Rede, sondern generell von eim Zeitraum von zwei Wochen. Zugegebener
Maßen hätte er besser geschrieben: „In nur zwei Wochen“, denn so war das m. E.
gemeint. Und vor diesem Hintergrund ist sein Satz auch korrekt.
Dein copy-paste aus dem Wärterbuch ist völlig unzutreffend für
diesen Fall schlechter Rede.
Das kann ich so nicht sehen.
Er trifft zu auf den Ausdruck
„in den letzten zweieinhalb Wochen …“
„In zwei Wochen“ meint hier, genauer ausgedrückt, „innerhalb von nur zwei
Wochen“, egal ob es die letzten waren oder andere. es ist eine ganz allgemeine
Aussage, wie sich eine Stadt in so kurzer zeit verändern kann.
MOD: Teilthread entschärft
Ich bin ja eigentlich eher für ein weitgehendes „laissez faire“, aber hier ist die Stimmung in letzter Zeit so aufgeheizt, daß ich mich bemüßigt sehe, strenger durchzugreifen.