Draufgänger

Hallo!
Draufgänger kennt man ja, und die Aussage, da kannst bei draufgehen, sprich, mops und tod, auch.
Woher kommt das?
Wer weiss was?
Fragt Grete

Hallo Grete!

Draufgänger kennt man ja, und die Aussage, da kannst bei
draufgehen, sprich, mops und tod, auch.

Ich glaube, der „Draufgänger“ hat mit „draufgehen“ im Sinne von „hopsgehen“ nichts zu tun. Vielmehr glaube ich, dass ein „Draufgänger“ auf alles „draufgeht“, was nicht „bei drei auf den Bäumen ist“. Das klingt für mich plausibler, weil auch viel lebenslustiger.

Gruß Gernot

Woher kommt das?

Hallo, Grete,

das kommt daher, dass es in der deutschen Sprache viele Wörter gibt, die zwei oder mehr Bedeutungen haben, die sich separat entwickelt haben.

Wenn ich die Koffer in den Wagen einlade, tue ich etwas anderes, als wenn ich dich zum Mitessen einlade.
Und wenn du dann mitisst, bist du noch lange kein Mitesser in meinem Gesicht.

Wenn ich dir rate, dich zu waschen, damit du keine Mitesser bekommst, ist es etwas anderes, als wenn ich rate, was du heute zum Essen zubereitest.

Sehr schön hat das Herr Hegel mit dem Verb „aufheben“ vorgeführt.

Das meint „etwas in eine höhere Ebene bringen“, zudem „aufbewahren“ und endlich „beseitigen“.

Selbst bei „heben“ kann man noch wenigstens zwei Bedeutungen erkennen. Einmal wie oben, zum anderen im Sinne von „halten“.
Das hebt jahrelang sagen die Maurer auf der rauhen Alb.

Gruß Fritz

Selbst bei „heben“ kann man noch wenigstens zwei Bedeutungen
erkennen. Einmal wie oben, zum anderen im Sinne von „halten“.
Das hebt jahrelang sagen die Maurer auf der rauhen Alb.

Gruß Fritz

Hallo Fritz,

das ist keine Doppelbedeutung - dafür sagen die Schwaben zum (hoch)heben lupfen. Das war eine der ersten Besonderheiten, die ich hier gelernt habe - ich sollte unserem Hausbesitzer, seines Zeichens Küfer, ein Brett „heben“. Als ich es immer höher gehoben habe, schrie er mehrmals „et lupfa, heba!“.

Eine equivalente Bedeutungsverschiebung ist springen statt laufen, dafür ist laufen das normale gehen. Es gibt sicher noch mehr, aber entgegen Regierungsverlautbarungen können hier immer mehr Menschen auch Hochdeutsch.

Gruss Reinhard

Hallo, Reinhard!

das ist keine Doppelbedeutung - dafür sagen die Schwaben zum (hoch)heben lupfen.

Damit bist du schwäbischer als ich. :wink:

Ich glaube aber, dass auch Schwaben heben als heben (=lupfen) verstehen und nicht bloß als halten.

Als ich es immer höher gehoben habe, schrie er mehrmals „et lupfa, heba!“.

Just so geschehen in unserer studentischen Wohngemeinscht als R. aus dem oberen Nekartal H. aus dem Wetserwald bat, ein Bild zu heben.

springen statt laufen, dafür ist laufen das normale gehen. Es gibt sicher noch mehr

Wir sagten: ganga isch laufa, laufa isch sprenga odder saua, sprenga isch hopfa oder jugga.

Gruß Fritz

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