Hallo Raimund,
Doch wenn ich mir die Berichte über die
nachlassende Zeugungsfähigkeit der Männer
ansehe, ist die Genforschung bitter nötig.
Das halte ich für eigentlich unzutreffend.
Die „Genforschung“ würde ja dann nur mit
enormem Aufwand einen Zustand konservieren,
durch den die Männer ihre Zeugungs-
fähigkeit einbüssten 
Dazu die einzige Hilfe um wirkungsvolle Heilmittel
zu erstellen. Nichst gegen Pfarrer Kneipp („der
Herrgott hat gegen jede Krankheit ein Kraut
wachsen lassen“), doch die Naturmittel haben ihre
Grenzen.
Sicherlich „braucht“ man die „Gentechnik“ nicht. Aber
man verwendet sie, weil man sie hat. Die Folgen sind
irrelevant.
Es ist ein alter Traum der Menschen, über die
Natur und ihre Unwägbarkeiten zu herrschen.
Interessant imho, wie der olle Nietzsche dies an
mehreren Stellen seiner Texte vorhergesehen, „kritisiert“ hat:
[Winter 1869, Nachlass]
Der Zweck der Wissenschaft ist Weltvernichtung.
Dabei geschieht es allerdings, daß die nächste
Wirkung die von kleinen Dosen Opium ist: Stei-
gerung der Weltbejahung.
und
[Frühjahr 1888, Nachlass]
Daß Wissenschaft möglich ist in diesem Sinne,
wie sie heute geübt wird, ist der Beweis dafür,
daß alle elementaren Instinkte, Nothwehr- und
Schutz-Instinkte des Lebens nicht mehr fungiren
und
[Unzeitgemäße, II, 1873]
...
man triumphirt darüber, dass jetzt „die
Wissenschaft anfange über das Leben zu herr-
schen“: möglich, dass man das erreicht; aber
gewiss ist ein derartig beherrschtes Leben nicht
viel werth, weil es viel weniger Leben ist und
viel weniger Leben für die Zukunft verbürgt,
als das ehemals nicht durch das Wissen, sondern
durch Instincte und kräftige Wahnbilder beherrschte
Leben.
...
Grüße
CMБ