Hallo!
Ich denke, mit geradlinigen Bewegungen kennst Du Dich gut aus. Die Geschwindigkeit gibt an, wie schnell sich der Ort mit der Zeit ändert:
v = Δs/Δt
Als Beschleunigung bezeichnet man die Geschwindigkeitsänderung pro Zeit:
a = Δv/Δt
Diese ist umso größer, je größer die angreifende Kraft F und je kleiner die beschleunigte Masse ist:
a = F/m
Es ist sinnvoll eine Erhaltungsgröße einzuführen, die die Bewegung beschreibt, sozusagen den Schwung. Diese Größe nennt man in der Physik „Impuls“:
p = mv
Die kinetische Energie berechnet sich nach
W(kin) = 1/2 mv² = p²/(2m)
… und die mechanische Leistung bei der Beschleunigung durch …
P = ΔW/Δt = F * Δs/Δt = Fv.
Soweit, so gut. Ich mach mal Copy&:stuck_out_tongue_winking_eye:aste und ersetze in diesem Text einfach die Begriffe für die lineare Bewegung durch diejenigen für die Kreisbewegung:
Ich denke, mit der kreisförmigen Bewegungen kennst Du Dich (noch) nicht so gut aus. Die Winkel -Geschwindigkeit gibt an, wie schnell sich der Winkel mit der Zeit ändert:
ω = Δφ/Δt
Als Winkel -Beschleunigung bezeichnet man die Winkel -Geschwindigkeitsänderung pro Zeit:
α = Δω/Δt
Diese ist umso größer, je größer das angreifende Drehmoment M und je kleiner das beschleunigte Trägheitsmoment Θ ist:
α = M/Θ
Es ist sinnvoll eine Erhaltungsgröße einzuführen, die die Rotations -Bewegung beschreibt, sozusagen den Drall. Diese Größe nennt man in der Physik " Dreh -Impuls":
L = Θω
Die Rotations -Energie berechnet sich nach
W(rot) = 1/2 Θω² = L²/(2Θ)
… und die mechanische Leistung bei der Dreh -Beschleunigung durch …
P = ΔW/Δt = M * Δφ/Δt = Mω.
Wie Du siehst läuft es formal (fast) genau auf das gleiche hinaus. Die Kraft wird durch das Drehmoment ersetzt. Dieses gibt also an, wie „stark“ eine Drehbewegung angetrieben wird.
Das eine hängt mit dem anderen nun über diese Formel zusammen:
M = F * r
Je größer die Kraft und je größer der Hebelarm, umso größer das Drehmoment.
Fürs Auto: Je höher das Drehmoment, umso „spritziger“ reagiert es. Ein hohes Drehmoment bewirkt hohe Beschleungigungen. Allerdings muss man aufpassen: Nehmen wir an, ein Motor liefert ein Drehmoment an der Kurbelwelle von 200 Nm. Im ersten Gang beträgt die Übersetzung ungefähr 4:1. Dadurch hat man an der Radachse ein Drehmoment von 800 Nm. Im fünften Gang (1:1) hat man aber nur noch 200 Nm am Rad(Deswegen fährt man im ersten und nicht im fünften Gang an…). Will man die Antriebskraft wissen, muss man das Drehmoment am Rad noch mit dem Radradius multiplizieren.
Michael