Drehstromanschluss zu drei Steckdosen

Hallo,

ist es prinzipiell erlaubt (bei ordnungsgemäßer Installation) den Küchenanschluß für den Herd für drei hochbelastbare Steckdosen (je max. 16A) zu „mißbrauchen“? Herd hängt nicht dran, aber an die Steckdosen kommen zwei Kochplatten je 2kW und eine dicke Mikrowelle (1,6 KW). Der Anschluß wird fest verlegt über Putz, die Steckdosen sind in die Küchenplatte integriert, weit weg vom Wasser.

Gruß
André

NEIN! Re: Drehstromanschluss zu drei Steckdosen
Moin,

da Basteltipps hier nicht gern gesehen sind und es hier hier um „Experten“ handelt:
NEIN!

Du hast nur einen Neutralleiter („N“ blau) und im Fehlerfall keine Absicherung…

Olaf

Moin,

da Basteltipps hier nicht gern gesehen sind und es hier hier
um „Experten“ handelt:
NEIN!

Da schliesse ich mich an :smile:

Du hast nur einen Neutralleiter („N“ blau) und im Fehlerfall
keine Absicherung…

Sicher hast du einen Neutralleiter, sofern es sich um ein TN Netz handelt. Dadurch die Aussenleiter um 120° versetzt sind, reicht sogar der Nulleiter aus. Bei Symetrischer Belastung der 3 Aussenleiter = Nullleiter = 0 Ampere :wink:
Ein Herd ist nichts weiter wie 3 Verbraucher die je an 230 V angeschlossen sind.

MFG Alex

Olaf

Hallo,

grundsätzlich bastele ich nicht, nicht das hier eine Vermutung aufkommt. Ich habe grade einen Link zur Problematik: http://www.lfas.bayern.de/publ/strom1/strom1_3.htm

Ich fragte, weil ich hier kein Problem erkenne mit meiner Konstruktion, auch bei ungleichmäßiger Belastung der Phasen.

Welche DIN-Normen kommen hier in Betracht?

Ok, ich könnte auch einen Elektriker fragen, aber hier ist eben das Experten-Forum :wink:

Gruß
André

Hallo,

Hallo,

grundsätzlich bastele ich nicht, nicht das hier eine Vermutung
aufkommt.

Fein, so sollte es auch sein :wink:

Ich habe grade einen Link zur Problematik:
http://www.lfas.bayern.de/publ/strom1/strom1_3.htm

Ich fragte, weil ich hier kein Problem erkenne mit meiner
Konstruktion, auch bei ungleichmäßiger Belastung der Phasen.

Ich sagte nicht das es zu problemen führen kann. Wenn du 3 x B16A Automaten drinnen hast dann hast du einen max. Strom von 16 A auf dem Neutralleiter, von daher sollter das kein problem sein.
Du darfst aber nicht die Herddose, als Klemmkasten zur Weiterführung deiner neuen Leitungen nehmen. Wenn dann musst du ein AP Gehaeuse welches dafür ausgelegt ist.

Welche DIN-Normen kommen hier in Betracht?

Puh, da muesst ich nachschauen.

Ok, ich könnte auch einen Elektriker fragen, aber hier ist
eben das Experten-Forum :wink:

Gruß
André

MFG Alex

Hallo,

ist es prinzipiell erlaubt
(bei ordnungsgemäßer Installation) Das ist grundsätzliche Voraussetzung bei allen elektrischen Installation.

den Küchenanschluß für den Herd für drei hochbelastbare
Steckdosen (je max. 16A) zu „mißbrauchen“?

Wenn kein E-Herd angeschlossen wird (wie bei Dir), warum nicht.

Es dann muß eine Leitung (5*2,5 NYM-I) aus der Geräteanschlußdose
an ein Kabelabzweigkasten z.B. von Fa.Hensel http://www.hensel-electric.de/ unter Produkte / DK-Kabelabzweig-kästen
(D 9025 Kabelabzweigkasten 1,5-2,5 mm² 3phasig, 4 mm² 1phasig, 5-polige Klemme)
gelegt werden.
Nur über ein Kabelabzweigkasten (Abzweigdose auf Putz) ist es zulässig,
weil die Geräteanschlußdose immer nur eine Leitung angeschlossen werden darf.

Von dem Abzweigkasten dann, jeweils eine Leitung (3*2,5 NYM-I) zu je einer Steckdose legen.
Nicht vergessen die Leitungen ordendlich befestigen, mit z.B. Nagelschellen o.ä. Befestigung.

Herd hängt nicht dran,
aber an die Steckdosen kommen zwei Kochplatten je 2kW
und eine dicke Mikrowelle (1,6 KW).
Der Anschluß wird fest verlegt über Putz,
die Steckdosen sind in die Küchenplatte integriert,
weit weg vom Wasser.

Gruß
André

mfg
W.

Hallo,

grundsätzlich bastele ich nicht, nicht das hier eine Vermutung
aufkommt. Ich habe grade einen Link zur Problematik:
http://www.lfas.bayern.de/publ/strom1/strom1_3.htm

Ich fragte, weil ich hier kein Problem erkenne mit meiner
Konstruktion, auch bei ungleichmäßiger Belastung der Phasen.

Welche DIN-Normen kommen hier in Betracht?

DIN VDE 0100 ff.

Ok, ich könnte auch einen Elektriker fragen, aber hier ist
eben das Experten-Forum :wink:

Gruß
André

mfg
W.

keine symetrische Belastung vorhanden…
Moin,

da Basteltipps hier nicht gern gesehen sind und es hier hier
um „Experten“ handelt:
NEIN!

Da schliesse ich mich an :smile:

Du hast nur einen Neutralleiter („N“ blau) und im Fehlerfall
keine Absicherung…

Sicher hast du einen Neutralleiter, sofern es sich um ein TN
Netz handelt. Dadurch die Aussenleiter um 120° versetzt sind,
reicht sogar der Nulleiter aus. Bei Symetrischer Belastung der
3 Aussenleiter = Nullleiter = 0 Ampere :wink:

Herd hängt nicht
dran, aber an die Steckdosen kommen zwei Kochplatten je 2kW
und eine dicke Mikrowelle (1,6 KW).

nun, er hat ja doch keine Symetrische Belastung
=> also doch Nein?!

Ein Herd ist nichts weiter wie 3 Verbraucher die je an 230 V
angeschlossen sind.

mfG
Olaf

Hallo,

zu berücksichtigen ist, dass es sich in diesem Fall um drei verschiedene Stromkreise handelt. Diese dürfen nicht gemeinsam in einer Leitung oder Rohr geführt sein oder in eine Abzweigdose führen.
Hier ist ein dreipoliger Sicherungsautomat zu verwenden damit im Fehlerfall die ganze Zuleitung spannungslos wird und somit auch alle Verbraucher spannungslos werden.

Am sichersten ist allerdings wenn man die Installation so erweitert da man alle Verbraucher uneingeschränkt nutzen kann.

Gruß Peter

Hallo,

zu berücksichtigen ist, dass es sich in diesem Fall um drei
verschiedene Stromkreise handelt.

Ja und?

Diese dürfen nicht gemeinsam
in einer Leitung oder Rohr geführt sein oder in eine
Abzweigdose führen.

Falsch! Zulässig, weil gleicher Spannungbereich.

Hier ist ein dreipoliger Sicherungsautomat zu verwenden damit
im Fehlerfall die ganze Zuleitung spannungslos wird und somit
auch alle Verbraucher spannungslos werden.

Falsch! Auch mit einzelnen Sicherungen zulässig,
weil nicht nur „ein Gerät“ angeschlossen ist.

Am sichersten ist allerdings wenn man die Installation so
erweitert da man alle Verbraucher uneingeschränkt nutzen kann.

Gruß Peter

mfg
W.

Hallo,
in der VDE 0100 Teil 520 ist dieser Sachverhalt beschrieben.

Zitat: „Es ist nicht zulässig, mehrere Hauptstromkreisen nur einen gemeinsamen Neutralleiter zuzuordnen.
Dagegen dürfen jedoch Einphasen-Wechselstromkreise aus je einem Außenleiter und dem Neutralleiter eines Drehstromkreises gebildet werden. Voraussetzung ist, daß die Zugehörigkeit der Stromkreise durch ihre Anordnung erkennbar bleibt und der Drehstromkreis zur Vermeidung und Verwechslung durch einen Schalter freigeschaltet werden kann, der alle nichtgeerdeten Leiter gleichzeitig abschaltet.“

In dem angefragten Fallbeispiel ist es fraglich ob die Zugehörigkeit und Anordnung einzelnen Leiter erkennbar bleibt (z.B. als Zuleitung zu einer Geräteanschlußdose für einen E-Herd wurde für alle Aussenleiter schwarze Aderleitung verwendet).
Wie in der VDE_Vorschrift beschrieben müssen die drei Einphasen-Wechselstromkreise gleichzeitig mit einem Schalter abgeschaltet werden können, also kommt nur ein dreipoliger Sicherungsautomat in Frage.

Gruß Peter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Hi,

nochmal: an dem Herdanschluß wird eine Verteilung angeklemmt, welche drei Steckdosen versorgt. Jede Phase wird mit separater Sicherung abgesichert (schaltet dreipolig ab, weil mechanische Brücke über Automaten), ein FI-Schalter schließt sich an (30mA). Nun liegt bei der Rückleitung bei Belastung aller Steckdosen mit je 10A ein Strom von auch nicht mehr als 10A an (da Phasenverschiebung von 120°) an. Zulässig? Wenn nicht, warum?

Gruß
André

Hi,

noch besser wäre es, den Verteiler statt der Herdanschlußdose zu montieren. Damit entfallen alle Probleme hinsichtlich Installation.

Gruß
André

Hallo,
ein weiterer Punkt ist die Selektivität. Das heißt die hintereinander geschaltete Sicherungsautomaten müssen so ausgelegt sein, dass der dem Fehler nächstgelegene Sicherungsautomat im Fehlerfall auslöst. Hier ist der Faktor 1,6 zu berücksichtigen unter Beachtung der maximal zulässigen Absicherung einer Leitung in Abhängigkeit von der Verlegeart.

Es ist empfehlenswert eine Elektrofachkraft mit der Installation zu beauftragen.

Gruß Peter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ok, danke! (owT.)
.

Hallo,

zu berücksichtigen ist, dass es sich in diesem Fall um drei
verschiedene Stromkreise handelt.

Ja und?

Diese dürfen nicht gemeinsam
in einer Leitung oder Rohr geführt sein oder in eine
Abzweigdose führen.

Falsch! Zulässig, weil gleicher Spannungbereich.

Hier ist ein dreipoliger Sicherungsautomat zu verwenden damit
im Fehlerfall die ganze Zuleitung spannungslos wird und somit
auch alle Verbraucher spannungslos werden.

Falsch! Auch mit einzelnen Sicherungen zulässig,
weil nicht nur „ein Gerät“ angeschlossen ist.

Am sichersten ist allerdings wenn man die Installation so
erweitert da man alle Verbraucher uneingeschränkt nutzen kann.

Gruß Peter

mfg
W.

Hallo,
in der VDE 0100 Teil 520 ist dieser Sachverhalt beschrieben.

Zitat: „Es ist nicht zulässig, mehrere Hauptstromkreisen nur
einen gemeinsamen Neutralleiter zuzuordnen.
Dagegen dürfen jedoch Einphasen-Wechselstromkreise aus je
einem Außenleiter und dem Neutralleiter eines Drehstromkreises
gebildet werden. Voraussetzung ist, daß die Zugehörigkeit der
Stromkreise durch ihre Anordnung erkennbar bleibt und der
Drehstromkreis zur Vermeidung und Verwechslung durch einen
Schalter freigeschaltet werden kann, der alle nichtgeerdeten
Leiter gleichzeitig abschaltet.“

Rechtliche Bedeutung des VDE- Vorschriftenwerks

VDE- Bestimmungen bilden zur Zeit ihrer Aufstellung einen Maßstab für einwandfreies technisches Handeln.

Nach Abschnitt 528 von DIN VDE 0100-520 (VDE 0100 Teil 520) gilt folgendes:

  1. Stromkreise des Spannungsbandes I und II dürfen gemeinsam verlegt werden. Damit dürfen in Kabel, Leitungen und Leiterbündeln mehrere Stromkreise geführt werden.

  2. Nicht jedoch Aderleitungen in Elektroinstallationsrohren oder -kanälen. In diesen Fällen dürfen in einem einzigen Rohr oder einem einzügigen Kanal oder einem Zug eines mehrzügigen Kanals nur die Leiter eines Hauptstromkreises einschließlich der zu diesem Hauptstromkreis gehörigen Hilfsstromkreise verlegt werden. In elektrischen Betriebsstätten und abgeschlossenen elektrischen Betriebsstätten gilt diese Einschränkung nicht.

In dem angefragten Fallbeispiel ist es fraglich ob die
Zugehörigkeit und Anordnung einzelnen Leiter erkennbar bleibt
(z.B. als Zuleitung zu einer Geräteanschlußdose für einen
E-Herd wurde für alle Aussenleiter schwarze Aderleitung
verwendet).
Wie in der VDE_Vorschrift beschrieben müssen die drei
Einphasen-Wechselstromkreise gleichzeitig mit einem Schalter
abgeschaltet werden können, also kommt nur ein dreipoliger
Sicherungsautomat in Frage.

Gruß Peter

mfg
W.