Hallo Experten,
ich habe mir eine neue Kreissäge gekauft mit Drehstrom und einer Motorleistung von 3,4 KW. Bei der Inbetriebnahme stellte ich fest, dass der Motor heiß wurde und bei einem Schnitt von 30 mm stehen blieb, obwohl die Maschine bis zu 80 mm Sägen kann. Ein Elektriker von dem Geschäft wo ich die Säge gekauft habe war zweimal bei mir und hat das Verlängerungskabel von der Säge zu Steckdose geprüft, das heißt er hat die Fasen gemesssen. Alle brachten die erforderlichen 380 Volt. Einige Tage später habe ich ein anderes Verlängerungskabel bekommen und siehe da, die Säge funktioniert einwandfrei. Nun bekomme ich von dem Geschäft die Information, dass N mit der Fase vertauscht war und deshalb nicht richtig funktioniert haben soll. Ich bin kein Elektriker und verstehe dies nicht. Wie kann eine Maschine mit vertauschten Fasen halbwegs funktionieren obwohl doch überall 380 V gemessen wurde? Hätte der Elektriker das nicht sofort feststellen müssen?
Kann mir da einer eine plausiebele Erklärung geben.
Vielen Dank im Voraus MUK
Hallo MUK
ich habe mir eine neue Kreissäge gekauft mit Drehstrom… Bei der Inbetriebnahme stellte ich fest, dass der Motor heiß wurde…
Ein Elektriker … war zweimal bei mir und hat das Verlängerungskabel von der Säge zu Steckdose geprüft, das heißt er hat die Fasen gemessen. Alle brachten die erforderlichen 380 Volt.
400V
… habe …ein anderes Verlängerungskabel bekommen und siehe da, die Säge funktioniert einwandfrei. Nun bekomme ich von dem Geschäft die Information, dass N mit der Fase vertauscht war und deshalb nicht richtig funktioniert haben soll…Hätte der Elektriker das nicht sofort feststellen müssen?
Hätte er. Die Kontakte für die drei Phasen werden (wie die Phasen selbst) mit L1, L2 und L3 bezeichnet. Der Neutralleiter mit N.
Man misst , wenn alles in Ordnung ist, folgende Spannungen:
L1 -> L2 = 400V
L2 -> L3 = 400V
L3 -> L1 = 400V
L1 -> N = 230V
L2 -> N = 230V
L3 -> N = 230V
Wenn jetzt z.B. in einem Stecker die Phase L1 mit dem Neutralleiter N vertauscht wurde, misst man
L1 -> L2 = 230V
L2 -> L3 = 400V
L3 -> L1 = 230V
L1 -> N = 230V
L2 -> N = 400V
L3 -> N = 400V
Das sollte auch einem Lehrling Auszubildenden im ersten Lehrjahr schon auffallen.
Es wird hier im Forum immer empfohlen, sich an einen Elektriker seines Vertrauens zu wenden, aber dieses Beispiel zeigt, dass man nicht jedem Elektriker vertrauen kann.
Vielen Dank im Voraus MUK
Hallo merimis,
vielen Dank für die Informationen. Muß ein toller Elektriker sein.
Gruß MUK
Hallo,
wenn das so gewesen sein soll,hätte die Sicherung doch ansprechen müssen.Kann es nicht sein das nur ein Phasendreher vorhanden war? Es gibt doch die Spezialstecker wo man die Phase tauschen kann, wenn die Maschine nicht richtig läuft.
Schönen Gruß aus Düsseldorf der Rohrverleger
Hallo,
Hallo Rohrverleger
wenn das so gewesen sein soll, hätte die Sicherung doch ansprechen müssen.
Warum?
MUK schreibt zwar nicht, wie hoch seine Leitung abgesichert ist, aber wir können davon ausgehen, dass sie mindestens mit 3x16A abgesichert ist. Ein niedrigerer Wert wäre unüblich. Damit kann sie mit 11kW (korrekt 11kVA) belastet werden.
MUKs Maschine hat eine Nennleistung von 3,4kW, das ist weit unter der abgesicherten Leistung und entspricht einem Nennstrom (bei angenommenem cos Phi von 0,8) von 6,2A.
Jetzt läuft die Maschine auf einer Phase mit verminderter Spannung. Damit läuft sie (im Leerlauf) auch erst mal mit vermindertem Strom. Da sie aber durch die verminderte Spannung auch ein vermindertes Drehmoment hat, gerät sie schnell in den festgebremsten Zustand. Dann fließt zwar mit Sicherheit ein höherer Strom als der Nennstrom (daher die Erwärmung der Maschine) , aber dieser ist geringer als der Überstrom einer auf allen drei Phasen mit Nennspannung laufenden festgebremsten Maschine und muss den Auslösestrom der Sicherung noch lange nicht erreichen.
Kann es nicht sein das nur ein Phasendreher vorhanden war?
Das hätte nur eine Drehrichtungsumkehr der Maschine zur Folge gehabt.
Es gibt doch die Spezialstecker wo man die Phase tauschen kann, wenn die Maschine nicht richtig_(herum)_ läuft.
Eben, also zur Drehrichtungsumkehr.
Schönen Gruß aus Düsseldorf der Rohrverleger
Schönen Gruß aus Südhessen von merimies
Hallo,
kann sein das ich auf dem falschen Dampfer bin,aber wenn ich im Stecker die Phase auf Null habe und dann logischerweise den Null auf eine Phase und stecke den Stecker in die Dose und an die Maschine müßte nach meiner Meinung die Sicherung ansprechen? oder sehe ich das verkehrt?
Schönen Gruß aus Düsseldorf der Rohrverleger
Hallo Rohrverleger
… aber wenn ich im Stecker die Phase auf Null habe und dann logischerweise den Null auf eine Phase und stecke den Stecker in die Dose und an die Maschine müßte nach meiner Meinung die Sicherung ansprechen? oder sehe ich das verkehrt?
Also - jetzt verstehe ich Deinen Gedankengang.
Und bei der Ausarbeitung dieser Antwort habe ich festgestellt, dass meine vorige Antwort nicht ganz korrekt war. Sie gilt nämlich nur, wenn der Motor im Dreieck geschaltet war. War der Motor jedoch im Stern geschaltet, sieht die Sache anders aus.
Versuchen wir es mal mit einer Zeichnung (die Zeichnung ist die Sprache des Technikers)
Schau Dir in folgendem Link die linke Zeichnung im Bild 3 an:
http://www.uni-stuttgart.de/ilr/dateien/gp/Versuch_0…
Skizziere sie Dir am besten auf Papier, und zwar nur die Stränge U; V; und W mit ihren äußeren Anschlusspunkten sowie dem zentralen Anschlusspunkt.
Die drei äußeren Anschlusspunkte bezeichnest Du (bei Strang U beginnend) mit L1; L2 und L3 und den zentralen Anschlusspunkt mit N.
Jetzt hast Du das Ersatzschaltbild des Motors, um den es hier geht.
Jetzt denken wir uns die Spannungszuführungen zu L1 und N vertauscht, was dem Fehler entspricht und tragen jetzt an den Strängen die Spannungen ein, die bei fehlerhaftem Anschluss gemessen werden:
L1 -> L2 = 230V
L2 -> L3 = 400V
L3 -> L1 = 230V
L1 -> N = 230V
L2 -> N = 400V
L3 -> N = 400V
Jetzt sehen wir, dass wir nur an Strang U (L1 -> N) die vorgeschriebene Spannung von 230V haben, während die Stränge V (L2 -> N) und W (L3 -> N) mit 400V versorgt werden. Eindeutig ein Grund für die starke Erwärmung. Es ist zwar kein satter Kurzschluss vorhanden, der die Sicherungen sofort zum Ansprechen bringt, aber der würde im Verlauf einiger Minuten infolge Ausglühens der betroffenen Wicklungen schon noch entstehen.
Meine Überlegung aus der vorigen Antwort ist nur für den Fall gültig, dass der Motor im Dreieck geschaltet ist (im Bild 3 des Links die rechte Zeichnung), da bei dieser Schaltung der Mittelpunktsleiter (N) gar nicht mit den Motorwicklungen verbunden ist.
Gruß merimies
Hallo,
ist fast so wie Vor und Rücklauf,auch genannt Hydraulik.
Schönen Gruß aus Düsseldorf der Rohrverleger