Aus dem Film „Stigmata“, den ich gestern sah, ergaben sich für mich drei Fragen in Bezug auf Religion.
Ich hoffe ich überstrapaziere nicht die Nerven und die Geduld der Mitglieder am ersten Tag meiner Mitgliedschaft
mit einer solchen Ballung von Fragen .
Meine erste Frage lautet, wie Fälle von Stigmata aus der Vergangenheit und der Gegenwart innerhalb der Kirche gewertet werden.
Es gibt, so habe ich gelsen, seit dem Mittelalter diese Phänomene, vor allem bei Heiligen und Tief Religiösen Menschen, wie
Franz von Assisi oder der Heiligen Katharina von Siena. Inwiefern sind diese Stigmatas verifiziert und/oder in der Kirche anerkannt ?.
Wie bewerten Nicht-Theologen dieses Phänomen ? In der Psychologie soll es ja als eine Form der schweren Psychose gelten.
Die zweite Frage stellt sich nach dem Thomas Evangelium, in dem Film wurde erwähnt, dass es 1945 gefunden wurde und angeblich von Jesus
selbst geschrieben sein soll, und die Machtstellung der Kirche in Frage stellen soll, da für Jesus Gott in jedem Menschen selber ist und
er keine Kirchen und Priester braucht um den Weg zu ihm zu finden. Dort wurde zwar auch gesagt, dass es vom Vatikan nicht anerkannt wurde,
aber was denken andere Wissenschaflter über die Echtheit dieses Dokumentes ?.
Und meine drite und letzte Frage hat eigentlich primär nichts mit obigem Themenkomplex zu tun, es geht darum, ob es stimmt das Papst Johannes
Paul II. 1982 einen Exorzismus bei einer Jungen Spanierein persönlich vollzogen hat ?.
Mit freundlichen Grüßen und einem Danke für eventuelle Antworten
Meine erste Frage lautet, wie Fälle von Stigmata aus der
Vergangenheit und der Gegenwart innerhalb der Kirche gewertet
werden.
In der
Psychologie soll es ja als eine Form der schweren Psychose
gelten.
Stigmatisierungen sind ein (als Tatsache kaum bestrittenes) Phänomen. Die Kirche hat sie nie sehr hoch bewertet, etwa als Beweis von „Heiligkeit“ (die spielt sich auf anderen Gebieten ab). Zweifellos gehören sie in den Bereich, wo für Alltagsmaßstäbe die Grenze zwischen „Gesundheit“ und „Krankheit“ überschritten ist. Aber wer bestimmt, wo diese Grenze liegt? Auch die Mittelmäßigkeit kann man ins Krankhafte steigern…
Die zweite Frage stellt sich nach dem Thomas Evangelium, in
dem Film wurde erwähnt, dass es 1945 gefunden wurde und
angeblich von Jesus
selbst geschrieben sein soll,
Es gibt ein Thomasevangelium aus dem 2. Jahrhundert, das viele phantasievolle Wundergeschichten, aber auch einige vielleicht „echte“ Jesusworte enthält. Es war nie unbekannt oder verloren.
und die Machtstellung der Kirche
in Frage stellen soll, da für Jesus Gott in jedem Menschen
selber ist und
er keine Kirchen und Priester braucht um den Weg zu ihm zu
finden.
Das ist eine theologische Streitfrage, die die ganze Kirchengeschichte durchzieht. Um Gegner einer hierarchischen Kirchenstruktur zu sein, braucht man kein Thomasevangelium; da reichen die vier „offiziellen“ völlig. Allerdings muss die Gemeinschaft, die ganz ohne Autoritäten auskommt, erst noch erfunden werden.
Und meine drite und letzte Frage hat eigentlich primär nichts
mit obigem Themenkomplex zu tun, es geht darum, ob es stimmt
das Papst Johannes
Paul II. 1982 einen Exorzismus bei einer Jungen Spanierein
persönlich vollzogen hat ?.
Zusammenfassend: Das Thomas Ev. ist eine interessante Quelle, es gibt kein „Dokument“ im Sinne von einem Buch, von Jesus geschrieben (das sowieso nicht), sondern - wie bei allen anderen Bibeltexten auch Papyrusfragmente. Als von der Gnosis (eine konkurrierende Strömung im Urchristentum, mal ganz verkürzt gesagt) geprägter Text kam er auf jedenfall nicht in den Kanon der anderen „Bücher“.
Auf dieser schönen Seite fehlt mir zwar ansich der Nolte Plan und die Bielefeld-Verschwörung:wink:), aber es gibt doch einiges wissenswertes und weitere Links zum Thema Stigmata: