In der Frühgeschichte betrieben die Bauern die Dreiofelderwirtschaft. Wie funktionierte die denn?
Mit Gruß, Alexander
Hai, Alexander,
man nehme ein großes Feld, teile es in drei Teile, pflanze auf den ersten Teil Getreide, auf den zweiten Rüben und lasse den dritten brach liegen. Im Folgejahr bleibt der erste Teil brach, der zweite kriegt Getreide und der dritte die Rüben und so weiter. Dadurch wird aus jedem Stück Ackerboden erst die eine Stoffgruppe gezogen, dann eine andere (Getreide und Rüben haben andere Ansprüche) und dann kann sich der Boden ein Jahr lang erholen, wobei die Brache auch gerne als Weide genutzt wurde.
Ob allerdings die Zuordnung zur Frühgeschichte stimmt, oder ob die Frühgeschichte mit Einführung des Ackerbaus endet, weiß ich nicht so genau…
Gruß
Sibylle
Hallo !
Das wird heute noch gemacht.
Vor allem, weil es jetzt für das brachliegende Stück Geld aus Brüssel gibt.
Würde man nicht wechseln, wären die Böden schnell ausgelaugt und sie wären ertraglos.
Es ist aber nicht ein großer Acker, der in drei Teile geteilt wird. Das wäre viel zu unwirtschaftlich. Ein landwirt hat überall Äcker liegen. Teils Eigentum, teils gepachtet. Diese werden dann so behandelt.
gruß max
Link zu Bild
http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/personen/wid…
Noch mal verdeutlicht im Bild!
Grüße, Larissa
Hai, Max,
Das wird heute noch gemacht.
Klar wird Fruchtwechsel auch heute noch durchgeführt…
Vor allem, weil es jetzt für das brachliegende Stück Geld aus
Brüssel gibt.
…aber damals waren die Zuschüsse aus Brüssel noch nicht so hoch, daß es sich gelohnt hätte *ggg*
Es ist aber nicht ein großer Acker, der in drei Teile geteilt
wird. Das wäre viel zu unwirtschaftlich. Ein landwirt hat
überall Äcker liegen. Teils Eigentum, teils gepachtet. Diese
werden dann so behandelt.
*kicher* Hab ich irgendwo geschrieben, wie groß der ursprüngliche eine Acker war? (Man nehme den Nord-Amerikanischen Kontinent - ach, nee, dann gibt’s ja wieder nix aus Brüssel…)
…und dann frag ich mich natürlich noch, wie lief das in der Frühgeschichte eigentlich mit der Pacht?
irgendwie leicht angealberten Gruß
Sibylle
…und dann frag ich mich natürlich noch, wie lief das in der
Frühgeschichte eigentlich mit der Pacht?
Ganz einfach :
Ganz früh gab es nur Besitz. Weil alles so klein war.
Später wurde gelehnt und man zahlte den „Zehnten“. An wen auch immer. Und der „Zehnte“ war nicht immer der „Zehnte“ sondern auch schon mal mehr, selten weniger.
Gruß max
Hai, Max,
Ganz früh gab es nur Besitz. Weil alles so klein war.
Alles ganz winzigklitzeklein… 
Später wurde gelehnt und man zahlte den „Zehnten“. An wen auch
immer. Und der „Zehnte“ war nicht immer der „Zehnte“ sondern
auch schon mal mehr, selten weniger.
Mit dem „Zehnten“ sind wir aber endgültig im Mittelalter gelandet - in der Frühgeschichte (zum Beginn der Ackerbauzeit) ist das wohl noch nicht so unbedingt Sitte gewesen, oder?
Ich hätte als Wechsel-Frucht bei meiner ersten Antwort übrigens beinahe Kartoffeln geschrieben *ggg*
Gruß
Sibylle (die früher um ihr Zimmer rum 'ne „Zeitschiene“ hängen hatte, damit sie z.B. Kartoffeln nicht in die europäische Frühgeschichte verlegt)
Mit dem „Zehnten“ sind wir aber endgültig im Mittelalter
gelandet - in der Frühgeschichte (zum Beginn der Ackerbauzeit)
ist das wohl noch nicht so unbedingt Sitte gewesen, oder?
Na, Zehnten wohl nicht, aber sicher gab es Schläge mit der Keule, wenn man keine Kuh oder etwas Getreide abgab. An den Stärkeren.
Ich hätte als Wechsel-Frucht bei meiner ersten Antwort
übrigens beinahe Kartoffeln geschrieben *ggg*
Ja, warum denn nicht??? Auch Südamerika hatte mal eine Frühzeit.
hatte, damit sie z.B. Kartoffeln nicht in die europäische
Frühgeschichte verlegt)
Aha, wußtest Du also doch, das mit Südamerika.
Machs gut, max
Huhuuu, Maaahax,
Na, Zehnten wohl nicht, aber sicher gab es Schläge mit der
Keule, wenn man keine Kuh oder etwas Getreide abgab. An den
Stärkeren.
Aber ich glaube, das nennt man dann Raub. Der Witz am Zehnten war ja wohl eigentlich, daß man einen (mehr oder minder) kleinen Teil regelmäßig abgab und sich dafür Schutz erkaufte und nicht jedesmal, wenn die Stärkeren vorbeikamen, hinterher nichts mehr hatte (naja, zumindest war das wohl der theoretische Ansatz)
Ja, warum denn nicht??? Auch Südamerika hatte mal eine
Frühzeit.
Doch, gehe ich eigentlich von aus - was ich aber nun wirklich nicht weiß: wurde in Südamerika ein Fruchtwechsel durchgeführt? Also, vor der Zeit der großen Kulturen? Und während? Und wird das dann auch Drei-Felder-Wirtschaft genannt?
Aha, wußtest Du also doch, das mit Südamerika.
Jau - mit den Kartoffeln bin ich mir aber sowas von sicher… schließlich betraf meine Abitur-Prüfung in Geschichte die wirtschaftlichen Veränderungen in Europa durch die Entdeckung und nachfolgende Eroberung Amerikas - sauber 'ne 2+ kassiert … und nicht eine einzige Jahreszahl in der ganzen Klausur (ich wusste damals nicht mal, in welchem Jahr Kolumbus gelandet ist *ggg*)
mach’s besser
Sibylle
Hallo Bylle
Aber ich glaube, das nennt man dann Raub.
Wo ist/war da der Unterschied??
Der Witz am Zehnten
war ja wohl eigentlich, daß man einen (mehr oder minder)
kleinen Teil regelmäßig abgab und sich dafür Schutz erkaufte
und nicht jedesmal, wenn die Stärkeren vorbeikamen, hinterher
nichts mehr hatte (naja, zumindest war das wohl der
theoretische Ansatz)
Na ja, den Zehnten zahlte man aber meist an die Kirche, an ein Kloster oder sonstige Faulenzer. (Selten oder erst viel später an ein herrschaftliches Haus). Ob die einen wackren Bauernsmann schützen konnten? Meist mußten doch die Bauern ihre Zehnteneintreiber auch noch selbst beschützen.
Doch, gehe ich eigentlich von aus - was ich aber nun wirklich
nicht weiß: wurde in Südamerika ein Fruchtwechsel
durchgeführt?
Ich glaube ja. Bis sie das dann vergaßen und jämmerlich eingingen.(Die Leute). Glaubt man wohl, nichts genaues weiß man.
Also, vor der Zeit der großen Kulturen? Und
während? Und wird das dann auch Drei-Felder-Wirtschaft
genannt?
Ja, doch, ich glaub, dass nannte man so. Zumindest die europäischen Buddler, die das untersuchten, benutzten den gleichen Ausdruck. Die alten Indios sicher nicht. Die hatten ja ihren runden Kalender, auf dem alles geschrieben stand, was wo zu machen war.
Jau - mit den Kartoffeln bin ich mir aber sowas von sicher…
schließlich betraf meine Abitur-Prüfung in Geschichte die
wirtschaftlichen Veränderungen in Europa durch die Entdeckung
und nachfolgende Eroberung Amerikas - sauber 'ne 2+ kassiert
… und nicht eine einzige Jahreszahl in der ganzen Klausur
(ich wusste damals nicht mal, in welchem Jahr Kolumbus
gelandet ist *ggg*)
Frag Bush jun. der sagt sicher im Jahre Null der ganz neuen Zeitrechnung.
Kartoffel!! Da fällt mir ein, hier bei www gibt es doch begeisterte Pflanzenrückbringer. Sie sagen, alle eingeführten Pflanzen zurück in Eure Herkunftsländer. Also auch den Mais und die Tüffel zurück zu den Indios. Ein rechter rechter Abschaum!.
Schönes Wochenende!
Der Zehnt
Hallo!
Bevor hier die Spekulationen über den Zehnt weiter ins Kraut schiessen:
Der Zehnt ist eine Abgabe in Naturalien. Er dient dem Kultusaufwand und der Unterstützung der Armen. Bekannt ist der Zehnt schon im alten Testament. Der sogenannte Kirchenzehnt nimmt seinen Ausgang im 5. Jahrhundert.
Die ersten christlichen Kommunitäten praktizierten freiwillige Gaben und Spenden. Praktisch haben im 5. und 6. Jahrhundert aber nicht alle den Zehnten geleistet. Die Synode v. Tours (567) hat die Gläubigen aufgefordert, den Zehnten zu bezahlen, um den Zorn Gottes zu befrieden.
Der Zehnt wird primär als Grundsteuer aufgefaßt. Oberster Zehntherr ist kraft Amtes der Bischof. Er ist zugleich der oberste Verfügungsberechtigte, obwohl der Zehnt in erster Linie der Pfarrkirche gebührt. Die Verweigerung des Zehnten wird mit dem Kirchenbann bestraft. Je ein Viertel des Zehnten erhielten der Bischof, der Pfarrklerus, die Armen und Fremden sowie die Kirchenfabrik, bei Eigenkirchen fielen zwei Drittel an den Eigenkirchenherrn, ein Drittel an den Priester. Der Besitz von Zehnten durch Laien wurde verboten
Gegenstand des Zehnten war alles, weil Gott sein Teil von allem geschuldet war.Tatsächlich blieben aber nur die reellen Zehnten erhalten, also jene, die von Grundstücken und von Tieren erhoben wurden. Es gab große und kleine Zehnten. Die großen Zehnten erfaßten die Produkte, die die grundsätzl. Erträge einer Pfarrei ausmachten (Getreide, Wein), die kleinen die akzessor. Erträge und teilten sich in grüne Zehnten und Blutzehnten. Die grünen Zehnten betrafen Gemüse und Früchte der Felder und Gärten, die Blutzehnten Früchte der Tiere (Wolle, Lämmer, Milch). Sakramentale Zehnten wurden jene genannt, die den Spendern der Sakramente zukamen. Ausgeschrieben wurde auch ein eigener Papstzehnt
Verpflichtet zur Zehntleistung waren grundsätzlich alle, ausgenommen Kleriker oder Gemeinschaften, die einen Exemtionstitel hatten. Besteuert wurden auch die Güter der Juden. Der Zehnt war eine Reallast. Verpflichtet war derjenige, der die Früchte zog; der Zehnt war also eine Grundabgabe und nicht eine persönl. Steuer. Er ist deshalb unabhängig von der Qualität des Besitzers der Güter. Die Exemtion der Klöster entwickelte sich im Laufe der Zeit. Der Zehnt machte einen großen Teil der Einkünfte der Kirche aus (z. T. mehr als die Hälfte). Die Entwicklung war in den einzelnen Gegenden natürlich unterschiedlich.
(Lexikon des Mittelalters)
Grüße, Larissa
Hallo !
Auch wir wissen, was ein „Zehnt“ ist.
Zehnt, Zehent und nach dem lat. Decem heißt eine Naturalabgabe von gewonnenen Nutzungen eines Grundstückes, vom Ertrag eines Bergwerks (Bergzehnt), welche mit dem zehnten Teil davon geleistet werden muß und als dingliche Last auf dem pflichtigen Grundstück haftet. Beim Bergbau besitzt der Landesherr oder der Staat selbst das Recht auf den Zehnt.
Wer den Zehnt zu fordern hat, wird Zehntherr, wer ihn zu geben schuldig ist, der Zehntpflichtige genannt… Zehntpflichtig konnten sowohl Rittergüter wie Bauerngüter sein, das Recht darauf muß aber auf einem besonderen Rechtstitel beruhen und entweder in der allgemeinen Zehntpfichtigkeit aller Güter eines Ortes oder einer Feldmark oder auf privatrechtlichen Erwerbstiteln bestehen. Mit Berücksichtigung seines Ursprungs und wenn er demzufolge als Steuer an Kirchen, Klöster, Pfarreien aufkam, auch wohl noch geistlichen Personen oder Stiftungen geleistet wird, nennt man ihn geistlichen oder Kirchenzehnt, wenn die Empfänger weltliche Personen sind, weltlichen oder Laienzehnt.
Es kann ferner der von den Nutzungen eines Grundstücks zu gebende Zehnt in Hinsicht der ihm unterliegenden Nutzung Frucht- oder Feldzehnt, auch Zehnt zu Felde, welcher nur von Früchten gegeben wird oder Haus-, Dorf-, Blutzehnt sein, welcher von den Nutzungen des auf dem Grundstücks gehaltenen Viehs zu leisten ist.
Der Fruchtzehnt wird in den großen und kleinen eingeteilt und der erste betrifft in der Regel nur sämtliche Getreidearten, zuweilen auch alles, was Halm und Stengel treibt, daher auch Heu, sowie in Weinländern auch den Wein; der kleine, auch Krautzehnt, schließt gewöhnlich alle übrigen auf Feldboden (denn unter Gartenrecht stehende Grundstücke sind nicht zehntpflichtig) erzeugte Baum-, Feld- und Gartenfrüchte in sich, also auch Gemüse, Wurzelgewächse, Farbepflanzen.
Auch der Hauszehnt wird in den großen und kleinen eingeteilt und zum ersten von Tierarten, selbst von Bienen (daher Bienen- oder Immenzehnt) gezogen, während der kleine sich meist nur auf das Federvieh erstreckt.
Wo nicht bestimmte, stets gleichbleibende Abgaben durch Übereinkunft an die Stelle des Zehnts getreten sind, muß derselbe gewöhnlich vom Zehntherrn eingesammelt werden. Erhält er dabei den Fruchtzehnt in Früchten und Garben, wie sie vom Felde weggebracht werden, so ist das der sogenannte Naturalzehnt, wird aber eine angemessene Menge ausgedroschenes Getreide gegeben, so spricht man von Sack- und Scheffelzehnt. Unter Novalzehnt, Neubruch- oder Rottzehnt wird der von bisher nicht bestellt gewesenem, ganz neuerdings erst urbar gemachtem Boden zu entrichtende Zehnt verstanden. Bei dem Auszehnten oder Zehntziehen, d.h. der Einforderung des Zehnts hat der Zehntherr die Wahl, wo er die vom Grundbesitzer aus den Feldfrüchten gebildeten gleichmäßigen Haufen-, Garben, Mandeln zu zählen anfangen will und muß dann mit dem bei der Abzählung auf ihn kommenden zufrieden sein und sie selbst fortschaffen lassen.
Gruß Max
Hallo Larissa
Einmal mehr stosse ich darauf, dass das vielgepriesene Lexikon des MA mangels Querverweisen viele Tücken aufweist.
Unter „Zehnt“ wird nur der Kirchenzehnt abgehandelt, unter „Steuern“ hingegen wird das Zehntwesen länderweise ausführlich beschrieben. Unter den Stichworten „Grundbesitz“ und „Grundherrschaft“ finden sich weitere Infos zum Zehntenwesen. Ich finde es ausgesprochen schade, dass eine Laie, mangels Querverweisen, nur unvollständige Informationen erhält - mir scheint bald, dass die Autoren von den Benutzern dieses (guten) Lexikons ein Geschichtsstudium voraussetzen und damit eine Riesenchance vertan haben.
Deine Abschrift behandelt also nur einen Teilaspekt, was zu falschen Schlüssen führen kann.
Nebenbei: Tippst du ab oder existiert eine CD-Rom?
Gruss
Mäni
Würdest Du bitte…
Hi Max
…die Quelle angeben, so wie Larissa es auch getan hat.
Du solltest mittlerweile die Sache mit dem Urheberrecht ja schon kennen
)
Danke schon mal
Edith
Kenn ich!!
Kenne aber nicht mehr die Quelle. Das habe ich vor längerer Zeit mal aus verschiednen Bücher herausgeschrieben. Sollte ich etwas finden, werde ich mich melden.
Gruß max
Hi Max
Kenn ich!!
)
Kenne aber nicht mehr die Quelle. Das habe ich vor längerer
Zeit mal aus verschiednen Bücher herausgeschrieben.
Ok, sorry. Es war aus Deinen Ausführungen nicht erkennbar, daß es sich um eine Zusammenfassung aus mehreren Büchern handelt.
morgendlicher Gruß
Edith
Hallo Mäni
Deiner Kritik am LexMa kann ich nur ganz begrenzt zustimmen. Meines Wissens wird der Zehnt unter dem Stichwort Steuer nicht abgehandelt, den einzigen Hinweis gibt es als Querverweis unter ‚Frankreich‘ und ‚Polen‘. Das Zehntwesen länderweise aufzuteilen macht keinen Sinn, da es sich im Prinzip (mit Ausnahme Skandinaviens) nicht von Land zu Land nicht großartig unterscheidet.
Der Begriff Zehnt taucht natürlich auch in anderen Artikel auf, allerdings meistens nur in einem (Halb-)Satz.
Deine Kritik an mangelnden Querverweisen kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Das Lexikon des Mittelalters ist nun mal ein wissenschaftliches Lexikon und bereitet die Informationen für ein dementsprechendes Publikum auf. Wenn ich den Pschyrembel benutze brauche ich ja auch medizinische Vorkenntnisse.
Natürlich habe ich meine Abschrift gekürzt, da ich niemandem im Forum die Auseinandersetzungen der verschiedenen Kirchengelehrten zum Thema zumuten wollte. Generell ging es mir darum, zu zeigen, dass der Zehnt an die Kirche gezahlt wurde und für was er verwendet wurde.
> Nebenbei: Tippst du ab oder existiert eine CD-Rom?
Ich habe von meinem Arbeitsplatz an der Uni Zugriff auf die CD in der Unibibliothek.
Grüße, Larissa