Dreimonatskoliken?

Hallo Leute,
unser kleiner Sohn, jetzt sechs Wochen alt, fing vor ungefähr drei
Wochen abends immer wieder entsetzlich an zu schreien, und es
sah aus, als krümme er sich vor Schmerzen. Meistens trat dieses
Weinen nach dem Stillen auf. Wir gingen davon aus, dass es sich
dabei um die berüchtigten Dreimonatskoliken handele, und
entsprechende Tropfen gegen Blähungen halfen auch dagegen.
Schlägt man den Begriff aber im „Lexikon der
Erziehungsirrtümer“ nach, muss man lesen, dass diese Koliken
nur bei 5% der Säuglinge auftreten.
Die Autorin vertritt darin die Auffassung, dass gar nicht
schmerzhafte Blähungen die Ursache für das jämmerliche Weinen
seien. Vielmehr geht sie davon aus, dass die Kleinen abends von
den Sinneseindrücken, die im Laufe des Tages über
sie hereinbrechen, so überreizt seien, dass sie nicht zur Ruhe
kämen.
Und wenn Blähungen auftreten, dann seien sie nur hervorgerufen durch
die beim Schreien geschluckte Luft.
Was haltet Ihr von dieser Theorie?
Dafür spricht wohl, dass die (vermeintlichen) Koliken in erster
Linie abends bzw. nachts auftreten und das, wie mir scheint,
unabhängig davon, was man als Mutter tagsüber gegessen hat
(Ansonsten könnte man ja meinen, dass es am Essen liege.)
Dagegen spricht unter anderem, dass die Symptome des Babys ja
schon auf Bauchschmerzen hindeuten, und der Begriff
„Dreimonatskoliken“ ist außerdem in aller Munde. Sollte das alles
auf falschen Annahmen beruhen?
Gruß von la gioia

Hallo

Schlägt man den Begriff aber im „Lexikon der
Erziehungsirrtümer“ nach, muss man lesen, dass diese Koliken
nur bei 5% der Säuglinge auftreten.
Die Autorin vertritt darin die Auffassung, dass gar nicht
schmerzhafte Blähungen die Ursache für das jämmerliche Weinen
seien. Vielmehr geht sie davon aus, dass die Kleinen abends
von den Sinneseindrücken, die im Laufe des Tages über
sie hereinbrechen, so überreizt seien, dass sie nicht zur Ruhe
kämen.

Schreibt sie irgendwie in ihrem Lexikon, wie sie zu dieser Auffassung kommt? Und wie sie auf die 5 % kommt?

Andererseits könnte ich dir allerdings auch nicht begründen, wie ich auf Blähungen komme, außer dass es „bekanntlich schon immer so war“.

Meine Tochter hatte auch eine Zeit lang 3-Monats-Koliken, immer abends von 18:00 bis 18:30 oder so, jedenfall sehr regelmäßig. Die Luft kam auch deutlich hörbar heraus, und danach war es dann gut.

An Tagen, an denen ich sie sehr viel herumgetragen hatte (fast ständig), hatte sie übrigens keine Koliken. Leider war mir das nicht oft möglich, weil sie noch einen Zwillingbruder hat. Dass das Herumtragen helfen soll, hatte ich auch mal gelesen, das soll die Darmtätigkeit sehr günstig beeinflussen. Vielleicht versucht ihr das ja mal?

Viele Grüße
Thea

Hallo la gioia!

Bei unserem (mittlerweile) „Gro0en“ (6 Jahre) hatten wir anfangs das gleiche Problem;
bis „unsere“ Hebamme mal versucht hat, mit einem Fläschchen Zuzufüttern;
und siehe da: unser Sohn war von da an das ruhigste Kind der Welt!

Ergo: Es ist durchaus möglich, daß dein kleiner Sohn einfach noch Hunger hat!

Leider ist das nur eine der vielen, vielen Möglichkeiten!

Ach, wenn die kleinen doch nur reden könnten; aber man versteht sie immer so schlecht :wink:

Grüße

Fuchs

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, arme leidende Mutter!

Da das Schreien nach dem Stillen auftritt, würde ich schon sagen, es sind Drei-Monatskoliken. Woher die kommen, sind sich die klugen Leute nicht ganz einig, einige sagen, wegen des Milchzuckers, andere sagen, wenn die Stillmahlzeiten rascher als 3 Stunden aufeinander folgen, weil dann die vorige Mahlzeit noch nicht komplett verdaut ist, wieder andere meinen, das Babybäuchlein muß sich erst an die fremde Nahrung und deren Verarbeitung gewöhnen…

Mein Kleiner hatte es auch etwa von der dritten bis zur zehnten Woche, vor allem, wenn’s Fertigfutter gab, weil Mama nicht genug bieten konnte.

Ich glaube nicht , daß es unbedingt daran liegt, was Muttern ißt, denn ich habe in der Zeit literweise Kümmel-Anis-Fenchel-Tee getrunken, und das soll ja auch gegen Blähungen helfen, folglich auch beim gestilten Baby. Zwiebelkuchen und Krautauflauf würde ich vorsichtshalber trotzdem vermeiden.

Versuchen kannst du Colocynthis-Globuli (genaue Dosierung bin ich mir nicht mehr ganz sicher, 3mal täglich 3 Stück? Frag vorsichtshalber Hebamme oder Apotheker) oder Fenchel-/Anis-/Kümmelöl zum Bäuchlein massieren. Von Milupa war’s glaube ich, gibt’s auch einen Bäuchlein-Tee ohne Zucker.

Ansonsten ist der Flieger-Griff ganz prima: Baby bäuchlings auf Deinen Unterarm legen.

Durchhalten und tapfer sein: nach höchstens 3 Monaten ist’s im Allgemeinen vorbei!

Grüßle
Regina

Hallo,
bei meiner großen Tochter fing das Problem an, als ich mit 6 Wochen anfangen sollte, Säfte zuzufüttern. Sie kam aus dem Schreien fast nicht mehr raus. Ärzte und die Mütterberatung waren ratlos. Geholfen hat letztlich der Tip einer erfahrenen dreifachen Mutter: Ich habe es mit Kümmelöl aus der Apotheke versucht. 2 bis 3 Tropfen auf den Bauch und in Uhrzeigerrichtung das Bäuchlein massiert. Das war unsere Rettung. Das Kind war von Stund an fröhlich und hatte keinerlei Probleme in dieser Richtung mehr. Da die Anwendung äußerlich erfolgt, kann es nicht schaden. Vorsicht ist nach m. E. nur geboten, wenn extrem empfindliche Haut vorliegt, da das Kümmelöl hochkonzentriert ist und vom Geruch her gewöhnungsbedürftig. Euch alles Gute. M.P.

Hallo la gioia,

wir hatten das Problem auch, unsere Hebamme gab mir verschiedene Tipps, (die in den Postings schon genannt wurden, vor allem Massage) die halfen und auch das Verständnis förderten.

(Leider bekommt man ja, vor allem von den älteren Leuten Tipps wie schreien lassen und so.)

Chemisch half uns Lefax und ähnliche Produkte aus der Apotheke. Da man ja nicht stundenlang schleppen kann, half mir bei der Schlepperei mein Trockner. Ich hatte ein dickes Babykissen, ähnlich den Stillkissen, darin lag Lotti, in den Trockner schmiss ich ein nasses Handtuch und los gings. Ein paar Minuten Trocknertherapie und alles war gut (wofür die Dinger alles gut sind ;o) *wunder*)

Das Verständnis und damit die Geduld erhöhte sich nach einem Gespräch mit dem Kinderarzt, der mir erklärte, dass das Baby bisher keine „richtige“ Darmtätigkeit hatte, die Gefühle und Geräusche im Körper (die auch schmerzen können, wenn sich was die ersten Male durch den Darm schiebt, wie man von OP`s, Darmspiegelungen kennt) erschreckend findet und unangenehm, welches dann mit Weinen und/oder Schreien beantwortet werden, was dann wiederum die Luft im Bauch fördert, da das Baby beim Schreien auch Luft schluckt, die dann abgeführt wird. Ergo: da entsteht ein Kreislauf, der durchbrochen wird, indem man das Kind schnell beruhigt, ihm Sicherheit gibt, dass alles ok ist und damit Ruhe reinbringt … und wenn es der Trockner ist, ist es eben der Trockner :o).

Viel Geduld … und herzlichen Glückwunsch zu eurem Süßen! :o)

Noch was: Man kann ein Kind nicht zuviel lieben, nur zuwenig, also macht euch keine Sorgen über Sprüche wie „verzogen schon im Säuglingsalter“ etc. Hört auf euer Bauchgefühl und euren Instinkt, denn der sagt euch das richtige!

Liebe Grüße
Sabine

unser kleiner Sohn, jetzt sechs Wochen alt, fing vor ungefähr
drei
Wochen abends immer wieder entsetzlich an zu schreien, und es
sah aus, als krümme er sich vor Schmerzen. Meistens trat
dieses
Weinen nach dem Stillen auf. Wir gingen davon aus, dass es
sich
dabei um die berüchtigten Dreimonatskoliken handele, und
entsprechende Tropfen gegen Blähungen halfen auch dagegen.
Schlägt man den Begriff aber im „Lexikon der
Erziehungsirrtümer“ nach, muss man lesen, dass diese Koliken
nur bei 5% der Säuglinge auftreten.
Die Autorin vertritt darin die Auffassung, dass gar nicht
schmerzhafte Blähungen die Ursache für das jämmerliche Weinen
seien. Vielmehr geht sie davon aus, dass die Kleinen abends
von
den Sinneseindrücken, die im Laufe des Tages über
sie hereinbrechen, so überreizt seien, dass sie nicht zur Ruhe
kämen.
Und wenn Blähungen auftreten, dann seien sie nur hervorgerufen
durch
die beim Schreien geschluckte Luft.
Was haltet Ihr von dieser Theorie?
Dafür spricht wohl, dass die (vermeintlichen) Koliken in
erster
Linie abends bzw. nachts auftreten und das, wie mir scheint,
unabhängig davon, was man als Mutter tagsüber gegessen hat
(Ansonsten könnte man ja meinen, dass es am Essen liege.)
Dagegen spricht unter anderem, dass die Symptome des Babys ja
schon auf Bauchschmerzen hindeuten, und der Begriff
„Dreimonatskoliken“ ist außerdem in aller Munde. Sollte das
alles
auf falschen Annahmen beruhen?
Gruß von la gioia

Schreibt sie irgendwie in ihrem Lexikon, wie sie zu dieser
Auffassung kommt? Und wie sie auf die 5 % kommt?

Das ganze beruht auf den Untersuchungen einer gewissen Prof. Papousek, die eine Sprechstunde für Schreibabys in München leitet. Darin zeigte sich, dass bei fast allen Babys erst die Schreiattacken Blähungen auslösten (wegen der verschluckten Luft). Wie allerdings genau festgestellt werden konnte, ob bzw. ab wann die Babys auf Grund von Bauchschmerzen schrieen, frage ich mich auch. Dazu steht in besagtem Buch leider nichts Genaueres.
Gruß, la gioia

Das ganze beruht auf den Untersuchungen einer gewissen Prof.
Papousek, die eine Sprechstunde für Schreibabys in München
leitet.
Gruß, la gioia

Hallo la gioia

Der Name kommt mir bekannt vor: Ich glaube, das ist so ein alter
langsam sprechender Mann, der in einer Sendung bei BR alpha auftritt.
Die Sendung ist eine Reihe namens „Das erste Jahr im Leben eines
Babys“, die immer Sonnabends um 21:50 kommt. Herrn Prof. Papouseks
Kommentare sind recht erheiternd, weil sie einerseits trivial
andererseits aber manchmal auch unsinnig zu sein scheinen.
Ich habe gerade mal auf die br-alpha Seite geguckt und gesehen, dass
er und seine Frau, wohl die aus genanntem Buch, gemeinsam an Babys
forschen.

Ich wollte nur auf die Sendung aufmerksam machen, die trotz der
unfreiwilligen Komik sehenswert ist. Jene Komik kommt ironischerweise
gerade von der einzigen wissenschaftlichen Autoritaet der Sendung.

Hier ist noch ein link zu einem Interview mit Frau Papousek ueber das
(uebertriebene) Kindsgeschrei:
http://www.br-online.de/alpha/forum/vor0304/20030424…

Gruss, Tychi