Hallo Kati und alle Interessierten
Solche Probleme mit Rheuma sind sehr weit verbreitet. Man kann eigentlich garnichts machen mit einem speziellen Medikament, außer Schmerzen zu lindern. Das verhindert aber nie, daß sich die Entzündungen und Gelenkzerstörungen aufhalten lassen.
Es ist immer eine radikale Umstellung notwendig, wenn man grundlegend was erreichen will.
Deshalb möchte heute mal einen Erfahrungsbericht posten, der Euch vielleicht interessiert. Er ist sehr aufschlußreich und beleuchtet viele Aspekte der Ernährungsumstellung bei Rheuma und anderen Krankheiten.
Regina
Bin wie folgt auf Rohkost gekommen:
Hatte zwei Jahre lang einen immer schlimmer werdenden Innenmeniskusschaden, der einfach schleichend, ohne Unfall, entstanden war. Konnte das Knie nur noch auf 90Grad abknicken.
Es blieb - lt. den Ärzten nix anderes als OP. Die wollte ich im Krankenhaus mit Vollnarkose machen lassen, nicht ambulant oder mit örtlicher Betäubung.
Für diese OP mußte man sich vorher durchchecken lassen.
Es wurden schlechte Blutwerte (Schilddrüse) festgestellt, so daß mich die Narkoseärztin im Krankenhaus nicht operieren/narkotisieren wollte.
Ich wurde wieder nach Hause geschickt, sollte erst diese Schilddrüsensache in Ordnung bringen.
Beim weiteren Check wurde Hashimoto festgestellt, eine Autoimmunstörung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Wäre lt. Spezialist nur durch lebenslängliche Einnahme des Schilddrüsenhormons zu behandeln.
Nach dieser Diagnose habe ich mich erstmal mit -zig Büchern schlau gemacht und bin immer wieder darüber stolpert, daß Ernährung große Auswirkung auf das Immunsystem hat.
Ich fragte den Schilddrüsenspezialisten, ob vielleicht eine Ernährungsumstellung irgendwie hilfreich sein könnte, ich hätte da was gelesen… Es kam ein klares Nein.
Aber das wollte ich nicht so recht glauben. Bei den vielfältigsten Ernährungsratgebern habe ich mir einfach das für mich plausibelste „Modell“ rausgesucht.
Alles so frisch und unbehandelt wie möglich zu essen.
Punkt.
Ganz einfach.
Habe mit vorgenommen, einen 3-Monats-Test zu machen. Habe mich informiert, was man alles roh essen kann (bin ein echtes Stadtkind… wußte gerade mal, wo die Milch herkommt…), mich von allen liebgewordenen Eßgewohnheiten verabschiedet (war wichtig!), mich durch eine 10-tägige F.-X.-Mayer-Fastenkur „entschlackt“, wenn man so sagen darf, und danach alles nur noch im Bioladen gekauft. (Wenn schon unbehandelt, dann richtig, dachte ich mir.)
So, und dann begann das große STAUNEN!
Meine Haut wurde täglich besser!
Meine Apfel- und Nüsseallergie war wie weggeblasen!
Ich war voller Schwung und Energie, ohne Abschlaff- und Müdigkeitsphasen nach dem Essen!
Bin abends zwei Stunden länger fit gewesen als üblich!
War nicht mehr so verfroren!
Hatte keinen schlechten Geschmack mehr im Mund!
Und das beste: Nach drei Wochen fiel mir auf einmal auf, daß mein Knie gar nicht mehr so schmerzte bei bestimmten Bewegungen - ich konnte das Knie auf einmal viel weiter anwinkeln und ich hatte das Gefühl, es würde jeden Tag einen Millimeter besser werden!
Und so war es auch!
Heute (ein Jahr vergangen) kann ich mein Knie auch sogar schon wieder in der Hocke belasten - ich bin im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Sekunde vom OP-Tisch gesprungen (naja, damals nicht gesprungen…).
Und dann der ultimative Test wegen Hashimoto. Der Arzt meinte: „Oh, das ist aber ungewöhnlich, die Tabletten schlagen aber sehr gut an, Sie sind überall schon wieder im Normbereich.“
- Ich hatte keine einzige Tablette eingenommen.
So, und seitdem bin ich natürlich hellhörig geworden, wenn ich das Wort Rohkost lese. Und habe im Laufe der Zeit festgestellt, daß praktisch alle Leute von derartigen Heilungen erzählen können, wenn sie diese Ernährungsumstellung gemacht haben.
Abschließend:
Ich habe letztendlich nur sechs Wochen 100% rohköstlich gegessen, seitdem verzichte ich aber auf jegliches Junkfood und Dosen"nahrung" und Süßigkeiten.
Fleisch und Milchprodukte mag ich auch nicht mehr so richtig.
Aber das ist kein Verzicht unter „Qualen“ wie z.B. bei einer Diät. Sondern der natürliche Geschmackssinn wurde reaktiviert, so daß das „übliche“ Essen überhaupt nicht mehr schmeckt.
Eine „Süße“ war ich aber vorher auch nie.
Und figurmäßig immer schon schlank (178 cm / 60-63 kg).
Ich habe im Gegenteil so viele Nahrungsmittel neu kennengelernt, von denen ich vorher noch nie gehört hatte! Und ich schaue halt, dass ich weiter so viel wie möglich roh esse. Das Ganze war einfach eine riesige Bereicherung.
Die (testweise) Umstellung habe ich als eine mentale Aufgabe kennengelernt; deswegen war für mich auch das “Verabschieden” von Lakritz und Wammerl (= Bauchfleisch - für alle Nichtbayern) und allem anderen so wichtig. Übrigens hatte ich vergessen, mich vom Brot zu “verabschieden”, wohl wegen dieser F.-X.-Mayer-Fastenkur, bei der ich noch an harten Brötchen geknabbert hatte. Und Brot war dann das einzige, worauf ich während der folgenden Wochen oft Appetit hatte!
Nicht verheimlichen möchte ich, dass es in meiner Partnerschaft während der absoluten Rohkost-Zeit eine Beziehungskrise gab. Die Umgebung hält einen für bescheuert und selbst sichtbare Knie-Knick- Beweise, die früher nie möglich gewesen wären, wurden abgetan mit „das kann doch nicht von den Möhren kommen“.
Essen ist wohl eine wirklich sehr emotionale Angelegenheit…
Fazit:
Ich bin froh, Rohkost als ein Mittel zur Gesundheit kennengelernt zu haben. Mir sind die Auswirkungen von Ernährung auf meinen Körper erstmalig bewusst geworden. Früher dachte ich immer, ich bin doch schlank, also ernähre ich mich gut. Das war ein Irrtum.
Bei mir hat der Leidensdruck (lebenslang Tabletten einnehmen zu sollen) dazu geführt, dass ich mich mit meiner Ernährung auseinandergesetzt habe. Für jede/n gibt es sicherlich einen anderen Auslöser.
Aber was ich auch gelernt habe - man muß es einfach selbst tun.
Tun.
Einfach Ausprobieren.
Spüren, welche umwerfenden Veränderungen stattfinden. Und es genießen.
Und man kann es genießen. Weil - es ist ja keine Diät. Man muß ja nicht hungern. Man kann essen. Bloß - anders.
Man kann sich aufs Ausprobieren freuen!
Regina P., Jahrgang 1962
Kommentar: Es ist immer wieder erhellend: Erst wenn der Leidensdruck ein gewisses Maß annimmt, fängt man an, sich neu zu orientieren. Und es ist wichtig zu wissen, daß es sehr sinnvoll ist, sich neu zu orientieren. Die Natur hat uns sehr viel mehr zu bieten, als uns immer weiß gemacht wird. Die Kraft von guter Ernährung ist schier unglaublich. Man muß allerdings etwas konsequent sein.
Liebe Grüße und tschüß
Hans