Dringend Hilfe!

Hallo!
Eine sehr gute Freundin kam neulich auf mich zu und erzählte mir was sie auf der Videocamera entdeckt hatte.
Ihren Mann,wie er eine aus Kissen,Decken usw.selbsgebastelte Puppe die im Ehebett lag erst als „Polizist“ verhört und dann exzessiv gewürgt hat.
Er hat mehrere Aufnahmen davon gemacht,einmal war er im oberen Stockwerk in denen ihre Eltern leben und hat dann dort sein „Spiel“ betrieben.
Kleine Background Info,er hatte eine traumatische Kindheit und sexuell lief es von Anfang an wohl Grottenschlecht.
Laut ihrer Aussage empfindet er wohl vieles als ekelhaft usw.
Eine Zeit lang hat er auch sehr viel von mördern gesprochen die ihre Opfer erwürgt haben und er hat auch jeden Film unbedingt sehen wollen in denen es ums würgen ging.
Sie hat ihn mit den Aufnahmen konfrontiert,erst ist er sehr wütend geworden hat es dann aber als Laien Schauspielerei abgetan.
Seitdem hat er sich nichts mehr „zuschulden“ kommen lassen wie z.B. nicht im Haushalt helfen,viel und bis spät in die Nacht unterwegs sein usw.
Meine Freundin ist damit zufrieden und alles andere wird unter den Teppich gekehrt aber da stimmt doch was nicht oder seh ich das jetzt falsch???

Hi,

Meine Freundin ist damit zufrieden und alles andere wird unter
den Teppich gekehrt aber da stimmt doch was nicht oder seh ich
das jetzt falsch???

Bevor hier noch jemand fachkundigeres schreibt, mein persönlicher Eindruck:

Ja, da stimmt was nicht. Indem sich Deine Freundin so selbst belügt, löst sie GAR KEIN Problem. Und da IST ein Problem. Und ich verspreche Dir, das kommt so irgendwann nochmal doppelt und dreifach wieder hoch. Ich hätte da jedenfalls ein SEHR ungutes Gefühl.

Was man da machen kann? Keine Ahnung. Du kannst mit Deiner Freundin sprechen und ihr klar machen, daß das damit nicht aus der Welt ist.

Bessere Ratschläge kommen sicher noch, Gruß,

Malte.

Hmm,
und Du glaubst jetzt natürlich den (Serien)killer (in spe) erkannt zu haben (?)

Gruss
Enno

Ja das glaube ich aber ist doch auch legitim,meinst du nicht auch??

LG

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Vertrauenssache
Hi Xenia

eine eigenartige Geschichte. Stimmt da alles? Er macht Aufnahmen von seinen Spielen und läßt die in der Kamera? Hat sie weitere Kassetten gefunden?

Nein, sicher ist daraus keine kausale Vebindung zu einem zukünftigen „Serienkiller“ zu entnehmen. Eine Voraussage sowieso nicht, und außerdem ist aus der Tatsache, daß er im Geheimen solche Szenen macht und aus dem äußeren Anschein ihres Inhaltes kein Rückschluß auf die subjektiv erlebten Inhalte der zugehörigen Phantasien möglich. Jedenfalls nicht, ohne mit ihm im direkten Gespräch zu sein.

Sicher wird hier irgendetwas inszeniert und sehr wahrscheinlich „nachgestellt“. Aber auf dem labyrinthischem Weg zu der Frage, was da genau gespielt wird, und ob und wie das mit früher mal Erlebtem zusammenhängt, und mit welcher Rollenverteilung, und welche Beweggründe überhaupt zu den Inszenierungen führen, welchen Zweck sie erfüllen - dazu wären allerlei Hindernisse zu überwinden: Vieldeutigkeiten, Projektionen, Identifizierungen, Verdrängungen, Abspaltungen und vieles andere. Ein kompliziertes Spiegelkabinett, das - so wie deine Erzählung aussieht - auch für ihn selbst nicht durchschaubar ist.

Kleine Background Info,er hatte eine traumatische Kindheit und
sexuell lief es von Anfang an wohl Grottenschlecht.

Das ist naheliegend, ja. Aber immerhin ist das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden so, daß sie davon wenigsten schon wußte. Das ist ja schon mal was.

Sie hat ihn mit den Aufnahmen konfrontiert,erst ist er sehr wütend geworden hat es dann aber als Laien Schauspielerei abgetan.

Bingo, da kann man sich leicht ausmalen, wie diese „Konfrontation“ ausgesehen hat. Es ist durchaus möglich, daß sie sich damit den Vertrauenszugang zu ihm verbaut hat. Aber klar, es ist schwierig, da den richtigen Einstieg zu finden, wenn sie das Gespräch darüber öffnen wollte. Und sie wird sicher ja auch schockiert gewesen sein. Aber auch, wenn es besser gewesen wäre, sie hätte sich vor der Konfrontation bei einer in solchen Dingen kundigen Vertrauensperson Rat geholt: Sie ist auf jeden Fall der erste und vermutlich zunächst einzige möglich Ansprechpartner für ihn.

Aus dieser Rolle kann sie etwas machen - und muß es auch, da sie jetzt einmal eingeweiht ist, eingebrochen ist in einen Bereich, der um ein Vielfaches intimer ist als es ein versehentlich geöffnetes Tagebuch wäre.

Aber wie, und was, und bei welcher Gelegenheit, darüber läßt sich so über dritte kaum etwas vorschlagen, und in der Öffentlichkeit sowieso nicht.

Seine Inszenierungen werden jetzt sehr wahrscheinlich nicht mehr diese Form annehmen, sondern sich andere Wege suchen. Daß da etwas Dringendes zur Objektivierung, zum Ausdruck gebracht werden möchte, das ist unschwer zu erraten. Aber - nein - bitte keine Killerphantasien aufkommen lassen. Vielleicht ist das „Unglück“, daß seine Partnerin ihn erwischt hat, gar nicht so schlecht für ihn - vorrausgesetzt sie bleibt Vertrauensperson. Hoffentlich geht sie mit dieser Rolle verantwortlich um … ich vermute, daß professioneller Rat für sie vonnöten ist, es sei denn, er ist von sich aus bereits auf dem Weg dazu. In welchem Alter sind die beiden?

Oups, den Rest hätte ich jetzt beinahe überlesen:

Seitdem hat er sich nichts mehr „zuschulden“ kommen lassen

Stammt dieser Ausdruck von ihr?? Dann hab ich Bedenken bezüglich ihrer Einstellung zu den Dingen.

wie z.B. nicht im Haushalt helfen,viel und bis spät in die Nacht unterwegs sein usw.

Was hat das damit zu tun? Pflegte er sonst in der Nacht alleine unterwegs zu sein?

Meine Freundin ist damit zufrieden und alles andere wird unter den Teppich gekehrt

Diese Formulierung stammt aber jetzt von dir, nicht wahr? Weißt du denn so genau über deren Austausch untereinander Bescheid? Der Mann kann alt damit werden, die Beziehung nicht unbedingt. Es wird von ihr abhängen, wie das weitergeht. Wenn sie es untereinander nicht allmählich und vorsichtig zum Gespräch kommen lassen (nicht seine Inszenierungen, sondern die Hintergründe dazu wenigstens im Ansatz), dann werden jetzt, nach seinem Outing, die eh schon vorhandenen sexuellen Schwierigkeiten sicher verstärkt.

Gruß

Metapher

Hallo,

Ja das glaube ich aber ist doch auch legitim,meinst du nicht auch??

die Ruhe der Frau wundert mich zwar auch aber vielleicht hat er ohnehin schon einige Ticks, die ihr bekannt sind und sich nicht so sehr von dem Video unterscheiden. Ob für sie oder andere durch ihn eine Gefahr ausgeht vermag ich nicht zu beurteilen - hier sind Fachkundige gefragt. Professionelle Hilfe erscheint mir hier aber durchaus angebracht - er scheint die Vorfälle in der Jugend ja nicht verarbeitet zu haben.

Gruss
Enno

1 „Gefällt mir“

Hallo Metapher,

an dieser Stelle habe ich eine Frage und eine Bitte um ein paar Gedanken:

Sie hat ihn mit den Aufnahmen konfrontiert, erst ist er sehr wütend
geworden, hat es dann aber als Laien Schauspielerei abgetan.

Bingo, da kann man sich leicht ausmalen, wie diese
„Konfrontation“ ausgesehen hat. Es ist durchaus möglich, daß
sie sich damit den Vertrauenszugang zu ihm verbaut hat. Aber
klar, es ist schwierig, da den richtigen Einstieg zu finden,
wenn sie das Gespräch darüber öffnen wollte. Und sie wird
sicher ja auch schockiert gewesen sein. Aber auch, wenn es
besser gewesen wäre, sie hätte sich vor der Konfrontation bei
einer in solchen Dingen kundigen Vertrauensperson Rat geholt:
Sie ist auf jeden Fall der erste und vermutlich zunächst
einzige möglich Ansprechpartner für ihn.

Solche Situationen kenne ich auch, quer durch´s Leben (Familie, Beruf, Freundeskreis), dass ein klärendes Gespräch ansteht, und ich nicht weiß, wie ich es am besten anstelle (professionelle Hilfe macht nicht immer Sinn, nicht wahr? :wink: ).
Lege ich das, was mich stört, auf den Tisch, dann kann ich damit rechnen, dass mein Gegenüber sich erst einmal zurückzieht, und das Thema wird vorerst Nebensache. Warte ich eine Gelegenheit ab, bei der ich das Gefühl habe, der andere ist zugänglich für eine Auseinandersetzung, und lege mir meine Worte zurecht, werde also strategisch, dann mache ich den anderen mißtrauisch (zuviel Verstand, zu wenig Gefühl?), und kann mich auf ein verbales Hickhack einrichten - und wieder gestaltet sich der Weg zur Themaklärung mühsam.
Ich fühle mich manchmal unbeholfen, und dabei habe ich manchmal einiges (momentan beruflich *seufz*) zu klären.
Gibt es Strategien für Konfrontationsgespräche? Wie kann man im Vorfeld Unmut klein halten (solche Situationen sind mir sehr zuwider), um an den Kern einer Sache zu kommen? Und wahrscheinlich entwickeln sich Konfrontationen und Auseinandersetzungen je nach Betroffenen immer wieder anders, nicht wahr? Wie kann ich (man) es richtig machen?

viele Grüße
grilla
P.S. Entschuldigung, wenn ich vom Thema ablenke. Aber es paßt gerade hierher, und ich halte mein Posting für nicht wichtig genug für einen eigenen Thread.

Ja da stimmt wirklich alles.Weiss jetzt natürlich auch nicht warum er das Band nicht gelöscht hat,man könnte jetzt Spekulieren ob er wollte das sie das entdeckt,ob er es vergessen hat zu beseitigen oder einfach davon ausgegangen ist das sie da nicht beigeht.Er hat sich von ihr eine Videocamera gewünscht und sie hat ihm diese geschenkt.
Wie alt die beiden genau sind weiss ich jetzt nicht,er müsste 35 und sie 33 sein.
Sie hat mir erzählt das er eine Aufnahme nur mit Slip bekleidet gemacht hat und sie sehen konnte wie ihn das würgen erregt hat.
Eine Zeit lang war er fast jeden Abend bis in den Morgenstunden unterwegs.Sie hat ihn des öfteren aus diversen Kneipen „herausgeholt“.
Sie ist ein Arbeitstier und ständig am rotieren und verlangt natürlich auch sehr viel von ihm.Man muss kein Psychologe sein um zu sehen wie die „Machtverhältnisse“ in deren Beziehung strukturiert sind .
Meine Freundin ist echt herrisch und unerbittlich,von dem was er mir über seine Mutter erzählt hat(das macht er nur selten und wenn überhaupt im Alkoholisiertem Zustand)muss meine Freundin extrem an sie erinnern.
Seine Mutter hat 4 Kinder von 4 Männern und er erinnnert sich an ständigem Männnerwechsel und totale Vernachlässigung der Kinder.
Das traumatischste war wohl wie ein Mann mit dem seine Mutter zusammen war und der sich wohl auch sehr liebevoll um ihn und seine Geschwister gekümmert hat,sich vor seinen Augen umgebracht hat.Da ist so dermassen viel,z.B. erzählte meine Freundin mir,dass er sich kurz nachdem die beiden geheiratet haben mit seiner Schwester gestritten hat die ihn in diesem Streit als Arschf… bezeichnet hat.
Er schwieg und das einzige was meine Freundin zu ihm sagte war:,Ist mir egal was früher war."

Ihr Vater hatte ihr damals auch erzählt das seine Arbeitskollegen zu ihm gesagt haben:,Das ist dein Schwiegersohn???Der ist doch schwul!"
Ihr Mann selber redet oft und sehr abfällig uber Homosexuelle(schon klar
Aber in ihrer Familie wird alles totgeschwiegen und das meine ich auch mit unter dem Teppich kehren und nichts „zuschulden“ kommen lassen.

Solange ihr Mann,zumindest von aussen „funktioniert“ schweigen alle.
Da kommt doch allerhand zusammen.
Die gesamte Familie und auch einige Freunde wissen von den Bändern aber es wird lediglich hinter vorgehaltener Hand getuschelt

Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg
Hallo Grilla,

Gibt es Strategien für Konfrontationsgespräche? Wie kann man
im Vorfeld Unmut klein halten (solche Situationen sind mir
sehr zuwider), um an den Kern einer Sache zu kommen? Und
wahrscheinlich entwickeln sich Konfrontationen und
Auseinandersetzungen je nach Betroffenen immer wieder anders,
nicht wahr? Wie kann ich (man) es richtig machen?

ich bin zwar nicht Metapher *ggg*, aber ich hätte glaub ich genau das was du suchst: Gewaltfreie/einfühlsame Kommunikation.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3873874547/qid…

Kernpunkt dabei ist, dass man anstatt Angriff und Schuldzuweisungen zu machen über seine eigenen Gefühle und (unerfüllten?) Bedürfnisse spricht und dabei „Konfrontationen“ zu einem echten Austausch werden. Marshall Rosenberg, der diese Denk-, Kommunikations- und Lebensweise entwickelt hat, konnte dadurch schon zahllose Konflikte bis hin zu Kriegen auf friedliche Weise lösen. Ein faszinierendes Buch… schade dass es bei Amazon nur 5 Sterne gibt, dieses hätte mindestens 500 verdient…

Falls du es kaufen sollest, gehe ich darüber auch gerne in Austausch…

Liebe Grüsse,
Nena

heikle Gespräche

Hi grilla

hier wie gewünscht ein paar Gedanken dazu :smile:

professionelle Hilfe macht nicht immer Sinn, nicht wahr? :wink:

Das ist wahr :smile: Allerdings ist es gut, solche heiklen Gesprächsanliegen vorher einmal durchzuspielen, mit allen möglichen Reaktionen des Konfliktpartners … so wie man es beim Schachspiel macht. Dabei sollte dann alles berücksichtigt werden, wie man den anderen persönlich kennengelernt hat. Informationen von anderen über über ihn nützen da nichts. Ebensowenig wie ausgefeilte und auswendiggelernte Taktiken, die man sich angelesen hat - so empfehlenswert, nützlich und lehrreich auch solche Bücher sind, wie Nena z.B. eines anführt.

Das ist deshalb so, weil solche Gespräche ja in einen besonders abgesicherten Initimitätsbereich eindringen. Und solche Grenzüberschreitungen werden nur ermöglicht, wenn die Bedingungen vorher geschaffen sind. Diese Bedingungen kommen aus der Form der personalen Begegnung, nicht aus einem abstrakten Formalismus, den man in Lehrbüchern nachlesen oder in Seminaren lernen kann. Da würde sofort die „Immunabwehr“ des Angesprochenen agieren und wahrscheinlich mit Aggression oder Panik antworten - genauso, wie es der von Xenia beschriebene Mann tat.

Um es mit einem Bild zu sagen: Stell dir vor du stündest bei einem Fremden vor der Haustür (und für solche Gespräche sind alle einander fremd, auch wenn sie schon Jahre verheiratet sind oder wenn es um Eltern und Kinder geht) und hättest das Interesse, bei ihm in Räume einzudringen, in denen er seine bestgehüteten Dinge aufbewahrt, die er selbst schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat, oder die er weggeschlossen hat, um sie nicht mehr sehen zu müssen oder in denen er Inhalte hat, derer er sich selbst schon lange nicht mehr bewußt ist. Wie mußt du dich verhalten, damit der andere dir den Zutritt gewährt? Da würde dir ein Bauplan des Hauses oder eine Liste von Gegenständen, die du in diesen Räumen zu besichtigen wünschst oder ein Titel, der dich als geschulter Besichtiger ausweist, herzlich wenig helfen, und wenn du darauf bestehst, einzutreten, wird der andere mindestens sein Pfefferspray aus der Tasche ziehen …

„Ich muß mit dir mal über etwas sehr Peinliches reden, das mir schon lange bei dir auffält. Setz dich hin und hör mir mal genau zu!“ *scherz*

Nein. Soetwas setzt zwei Dinge voraus:

  1. der andere muß selbst ein Interesse haben, mit einem anderen diese Räume zu öffnen.
  2. der andere muß Vertrauen zu dir haben, daß du mit den Inhalten in angemessener Weise umzugehen verstehst.

Da das Vertrauen nicht vorab schon da sein kann, mußt du Vertrauen also erzeugen. Wie macht man das? Nun, du mußt dich als vertrauenswürdig erweisen - und zwar nicht generell (das kann niemand sein!), sondern nur hier und jetzt für diese eine Person (dein Konfliktpartner) und nur für diesen einen Gesprächsanlaß.

Für soetwas kann man keine sinnvollen schnellen Tips geben und auch keinen Link. Soetwas kann man nicht in Seminaren lernen und auch nicht aus Büchern, selbst wenn es sich um solche fundamentalen Werke handelt wie
Robert Cialdini: Die Psychologie des Überzeugens, oder
Robert Greene: Die 24 Gesetze der Verführung (*smile* nein, hat nichts mit Erotik zu tun)

Sich anlaßbedingt vertrauenswürdig zu erweisen ist Kunst, keine Technik (und selbst wenn du eine Kunstakademie erfolgreich durchlaufen hast, bist du ja noch kein Künstler).

Soziale Kompetenz läßt sich erlernen (wie es ja schon hier erwähnt wurde), aber dialogische Kompetenz - speziell für grenzüberschreitende Gespräche über Inhalte, die dem Gesprächspartner selbst ein Buch mit 7 Siegeln sind - setzt eine gründliche Erfahrung mit sich selbst voraus und absolute Freiheit von Angst, sich auf die Inhalte des anderen einzulassen („mit ihm gehen“ wie es unten jemand trefflich mal schrieb).

Deshalb konnte z.B. das von Xenia beschriebene Gespräch der Frau mit ihrem Mann über das Videotape nicht gelingen, weil der Inhalt ihr offenbar Gruseln oder Angst machte. Wenn ich mit dir über etwas sprechen möchte, von dem ich voraussetzen kann, daß es dir peinlich ist, und erst recht peinlich, daß es zum Gesprächsinhalt gemacht wird, ich dir aber vermittle, daß mir ebenfalls nicht nur der Inhalt peinlich ist, sondern auch diese Situation des Gesprächs, dann wird das schiefgehen: Du wirst mir möglicherweise klar machen, daß es eine Unverschämtheit von mir war, dich darauf anzusprechen …

Wie kann man im Vorfeld Unmut klein halten (solche Situationen sind
mir sehr zuwider), um an den Kern einer Sache zu kommen?

Das wäre also eine vorläufige Antwort auf diese Frage. Du kommst nicht an den Kern einer Sache, wenn es dir zuwider ist, an den Kern der Sache zu kommen. Wenn es nicht ein besonderes Interesse ist, den Kern zu erfahren, dann kannst du auch nicht dem anderen vermitteln, Interesse daran zu haben, den Kern seiner Sache zum Gespräch mit dir zu machen :smile:

Und wahrscheinlich entwickeln sich Konfrontationen und
Auseinandersetzungen je nach Betroffenen immer wieder anders,
nicht wahr?

Ganz genau, das ist die Pointe! Und nicht nur je nach Beteiligten, sondern auch je nach Inhalt und Situation … genau deshalb kann es nicht in Lehrbüchern verfaßt werden.

Wie kann ich (man) es richtig machen?

Das ist ganz einfach: Du mußt zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Tonfall mit dem richtigen Interesse mit der richtigen Formulierung die richtige Frage stellen … :smile:

Doch, das ist lernbar und lehrbar. Es ist auch lernbar, mit dem Bogen den Pfeil mit verbundenen Augen ins Schwarze zu bringen.

Andererseits ist so ein singuläres Problem, wie du es in Beispielen schilderst oder das der erwähnten Videofrau keine Lebensaufgabe (für einen involvierten Therapeuten schon - aber, naja, die lernen das oben geschilderte ja auch nicht). Für solche Situationen ist es schon möglich, sich auch auf ein einzelnes Gespräch dieser Brisanz vorzubereiten.

Die Vorbereitung würde dann z.B. in einem Gespräch über dieses Gespräch erfolgen, das wiederum denselben Bedingungen unterliegt, wie eben angedeutet. Deshalb hab ich jetzt keine einzelnen Formulierungsvorschläge gemacht. Das wäre auch möglich, aber ich will mir jetzt noch eine Prise Schlaf holen *fg*

Liebe Grüße

Metapher

2 „Gefällt mir“

sehr interessant
Hallo Nena,

ich bin zwar nicht Metapher *ggg*,

freut mich, paßt schon :smile:))

aber ich hätte glaub ich
genau das was du suchst: Gewaltfreie/einfühlsame
Kommunikation.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3873874547/qid…

Kernpunkt dabei ist, dass man anstatt Angriff und
Schuldzuweisungen zu machen über seine eigenen Gefühle und
(unerfüllten?) Bedürfnisse spricht und dabei „Konfrontationen“
zu einem echten Austausch werden. Marshall Rosenberg, der
diese Denk-, Kommunikations- und Lebensweise entwickelt hat,
konnte dadurch schon zahllose Konflikte bis hin zu Kriegen auf
friedliche Weise lösen. Ein faszinierendes Buch… schade dass
es bei Amazon nur 5 Sterne gibt, dieses hätte mindestens 500
verdient…

ui, klingt wirklich interessant, danke für den Buchtipp. Wir haben hier eine sehr gut sortierte Bücherei, in der ich des öfteren bin. Mal schauen, ob ich es mir da ausleihen kann, bevor ich es kaufe (*seufz* dieses w-w-w macht mich noch arm :wink:))

Falls du es kaufen sollest, gehe ich darüber auch gerne in
Austausch…

ja gerne, das ist eine gute Idee.

danke und mit herzlichem Gruß
grilla

Huhu Grilla,

ui, klingt wirklich interessant, danke für den Buchtipp. Wir
haben hier eine sehr gut sortierte Bücherei, in der ich des
öfteren bin. Mal schauen, ob ich es mir da ausleihen kann,
bevor ich es kaufe (*seufz* dieses w-w-w macht mich noch arm
:wink:))

*ggg*. Nö :smile: w-w-w macht gar nix ausser da sein :smile:) Wenn du allerdings alles kaufst, was irgendeine/r dir vorschlägt, dann macht dich deine Kaufsucht arm, und da sind wir doch direkt schon im richtigen Brett, bestimmt gibts dafür Bücher die du kaufen kannst *rotfl* :wink:

Wegen des Buches… ich kenn ja die Regensburger Bücherei nicht… in der Münchner kriegst du es auf mehrere Monate nicht, weil die 6 vorhandenen Expemplare ausgeliehen sind und weitere 12 Reservierungen vorliegen, wird in Rgb auch net anders sein :wink:)). Und kleiner Tipp noch… bemüh dich gar nicht erst. Du wirst es eh spätestens kaufen, wenn die Leihfrist um iss :smile:)). Das Buch ist wirklich faszinierend…

Falls du es kaufen sollest, gehe ich darüber auch gerne in
Austausch…

ja gerne, das ist eine gute Idee.

Ja wär klasse. So supereinleuchtend es iss, die Umsetzung wirft doch die eine oder andere Frage auf. Es gibt zwar auch Seminare dazu in M, aber die kann ich mir leider net leisten ;-(. Drum würd ich mich über Austausch „mit Gleichgesinnten“ echt freuen…

Liebe Grüsslis,
Nena

Hi Xenia

Wenn man sich mir ungewöhnlichen Lebensgeschichten, Familiengeschichten, Verhaltensweisen oder Erlebnissen von Menschen befaßt, ist das, was du über diesen Mann schreibst nicht so überraschend. Aber dies hier:

Die gesamte Familie und auch einige Freunde wissen von den Bändern

schlägt dem Faß den Boden aus. Hier scheint eine komplette Familienstruktur und - geschichte auf grenzüberschreitendes Verhalten perfekt abgestimmt zu sein. Das interessiert mich sehr: Kannst du noch etwas dazu sagen, wie es dazu kommt, daß außer der Ehefrau noch andere davon wissen?

aber es wird lediglich hinter vorgehaltener Hand getuschelt

Ja, Das funktioniert wie bei einem Gruselkrimi: Das Grauen braucht das Geheimnis, um sich selbst als Grauen erhalten zu können. Die übelsten Indiskretionen finden sich da, wo etwas sytematisch verschwiegen wird.

Grüße

Metapher

Hallo!
Warum es soviele wissen???
Tja,es fing an das sie sich an Freunde gewand hat denen sie vertraut,dass Problem war nur, der Kreis dem sie Vertraute den hat sie selber immer grösser gemacht.
Jeder sollte sein Statement abgeben.
Zwei Bänder hat sie kopiert und einer Bekannten zu sicheren Verwahrung gegeben.
Diese wollte die Bänder dann doch nicht bei sich zuhause haben und hat sie der Schwägerin meiner Freundin gegeben.
Die wiederrum hat besuch von einigen Familienmitgliedern seitens meiner Freundin bekommen und dann hat man sich halt einen "gemütlichen Videoabend gemacht.
Meine Freundin ist wirklich lieb und nett aber diesbezüglich leider Gottes extrem einfach strukturiert.
Als ihr Mann nächtelang unterwegs war hatte sie die Befürchtung er würde sie betrügen.
Sie redete immer davon ihre Ehe zu retten.Da sich jetzt herausgestellt hat das er sie gar nicht betrügt (sondern ganz andere probleme hat)
sieht sie ihre Ehe als „gerettet“.
Hier mal ein Gespräch das wir geführt haben:

Ich:Sag mal ist Dir denn bewusst das er massive Probleme hat und qualifizierte Hilfe braucht?

Sie:smiley:er war ja mal bei einer Psychologin aber die war nicht gut.
Die hat ihn zum weinen bebracht und dann hab ich zu ihm gesagt geh da nicht mehr hin.

Ich:smiley:ie war nicht gut??Die hat es geschafft das er sich öffnet,erzählt usw. dabei durchlebt er das ganze nochmal und das ist weiss gott nicht angenehm aber ein guter Anfang.

Sie:smiley:ie muss doch auf den Stolz eines Mannes „rücksicht“ nehmen.

Ich:Sag mal bist Du eigentlich bereit Dich mit dieser ganzen Thematik auseinanderzusetzen und das mit ihm durchzustehen?

Sie:Muss ich sehen wie ich Zeit hab.Der Haushalt,die Kinder…

Ich:Hallooooo…wach mal auf Dein Mann hat echte probleme.Die kann er nicht unterdrücken und du nicht verdrängen.

Sie:Wieso der hilft mir doch(Anm.:ich kann nicht mehr)
Der geht nicht mehr weg,kümmert sich um die Kinder,kocht…

Ich :smiley:u bist so egoistisch das es schon an perversion Grenzt(konnte mich da echt nicht mehr zurück halten)
Hauptsache Dein straff durchorganisierter Haushalt läuft alles andere interessiert Dich nicht.
Du hast aber nicht nur den Haushalt und Kinder sondern auch noch einen Mann der jetzt Deine hilfe und Unterstützung braucht.

Sie(kurz davor von mir erschlagen zu werden,sorry):du dramatisierst das jetzt,ich habe mit ihm gesprochen er hat mir gesagt viele haben diese Neigungen und stell dir vor sein ehemaliger Klassenkamerad xy auch…

Schon wurde über diesen Typen geredet der ja hilfe bräuchte…hä???
Habe heute einen Freund der Familie getroffen der mir sagte das ihr Mann ihn immer und immer wieder gefragt hat ob die beiden mit seiner Kamera nicht mal einen eigenen Krimi drehen wollen.Dabei könnten die sich ja noch einen Darsteller suchen der dann erwürgt wird…nur so als „Gag“.

Mir ist früher schon ganz exrtem aufgefallen das es ihm einen Heidenspass gemacht hat Menschen in „Todesangst“ zu versetzen.
Als die beiden noch ganz unten gewohnt haben hat er sich vom Besuch den sie gerade hatten mit den Worten verabschiedet,er würde mal Zigarretten holen.
Er ist über den Hinterhof durch die geöffnete Balkontür und hat sich mit einer Strumpfhose über dem Kopf im flur auf die lauer gelegt und darauf gewartet bis jemand aus dem Wohnzimmer gekommen ist um auf die Toilette zu gehen,um dann hervorzuspringen.

Einmal ist er nachts unterwegs gewesen und sah wie eine ehemalige Klassenkameradin mit dem Fahrrad an ihm vorbei fuhr.Er wollte sie eigentlich nur Grüssen,rief hallo und lief schneller.
Sie drehte sich gar nicht um und fuhr panisch schneller,im glauben ein fremder würde sie verfolgen.Als er das bemerkte rannte er immer schneller und rief:,gleich hab ich dich!" ohne sich erkennen zu geben.

Auf solche sachen steht er total.Für mich ist das kein spass mehr
Hab gar keine Energie mehr all das zu schreiben was schon vorgefallen ist.

Soll ich mich da raushalten??
Mir bleibt ja gar nichts anderes übrig wenn alle schweigen und sich keiner rührt.
Bei meiner Freundin scheint der Leidensdruck anscheinend nicht gross genug zu sein was zu unternehmen.Er hilft ihr ja jetzt wieder…

du hast mir sehr geholfen!!! herzlichen Dank o.T.
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