ist es das?
Grosser schwarzer Vogel
Komm, großer, schwarzer Vogel,
komm jetzt.
Schau, das Fenster ist weit offen,
schau, ich habe dir Zucker auf das Fensterbrett gestreut.
Komm, großer, schwarzer Vogel,
komm zu mir.
Spann deine weiten, sanften Flügel aus
und leg sie auf meine Fieberaugen.
Bitte hol mich weg von hier.
Und dann fliegen wir auf,
mitten in den Himmel hinein.
In eine neue Zeit.
In eine neue Welt.
Und ich werd singen,
ich werde lachen,
ich werde „das gibs nicht“ schreien,
denn ich werde endlich kapieren,
worum sich alles dreht.
Komm, großer, schwarzer Vogel,
hilf mir doch,
presse deinen kalten, feuchten Schnabel auf meine Wunden,
auf meine heiße Stirn.
Großer, schwarzer Vogel,
jetzt wäre es gerade günstig,
die anderen da im Zimmer schlafen fest.
Aber ganz leise sein,
dann höhrt uns die Schwester nicht.
Bitte, hole mich weg von hier.
Ja…großer, schwarzer Vogel…
endlich, ich habe dich gar nicht hereinkommen gehöhrt…
wie lautlos du fliegst…
mein Gott…wie schön du bist.
Auf geht´s, großer, schwarzer Vogel.
Auf geht´s.
Ciao, ihr Lieben daheim,
du mein Mädel,
du Mutter,
du Vater,
bitte, vergesst mich nicht.
Auf geht´s, mitten in den Himmel hinein.
Nicht traurig sein ihr Lieben,
nein, nein, ist kein Grund traurig zu sein,
denn ich werde singen,
ich werde lachen,
ich werde „das gibts nicht“ schreien,
ich werde endlich kapieren…
ich werde glücklich sein !
von: Ludwig Hirsch
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