DRINGEND! Literaturangabe

Hallo,

ich muss morgen eine Literaturliste abgeben und schlage mich momentan mit folgendem Problem herum: Die Autorin W. hat in der Zeitschrift OBST einen Artikel geschrieben. Nun hat diese Zeitschrift jedes Mal einen anderen Untertitel. In diesem Fall zum Beispiel „Jugendsprache“.

Wie bringe ich diesen Untertitel nun korrekt in meiner Literaturliste unter? Oder kann ich ihn ganz weglassen? Ich habe folgende Lösung gewählt:

W., S.: „ … “. In: … (Hrsg.): Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST). Oldenburg 1989, H. 41 (Jugendsprache), S. xx-xx

Kann man das so machen?

Wenn ich den Untertitel, der sich ja jedes Mal ändert, in den eigentlichen Zeitschriftentitel übernehme, wirkt das ja, als hieße die Zeitschrift immer so. Oder?

Herzlichen Dank im Voraus und viele Grüße!
Sylvia

Ich meine: gute Lösung
Hi
für sowas gibt es eigentlich keine formale Lösung (Untertitel von Zeitschriften), man ist also auf den „gesunden Menschenverstand“ angewiesen.
Solange ein andere diesen Artikel findet, ist es imho in Ordnung.
Wenn der Untertitel jedesmal wechselt, und der Zeitschriftentitel mit Seriennummer/Heftnummer und Seitenzahl eindeutig ist, dann kann man den Untertitel auch weglassen.

Und wenn dann irgendein Haarespalter sich daran aufhängt, dann kann man dem auch nimmer helfen…
hätte er das nicht bemäkelt, dann wäre es was anderes gewesen.

Im Übrigen kannst Du mal schauen, wie sich die Zeitschrift selbst bezeichnet, (im Impressum), Oder es steht bei dem Artikel eine Zitierhilfe dabei.

(Allerdings muß ich hinzufügen, dass ich Natwissler bin… da wird das mit dem 100% formal korrekt Zitieren nicht so ganz ernst genommen, Hauptsache man findet den Artikel)

Gruß
Mike

Hallo Sylvia,

Wie bringe ich diesen Untertitel nun korrekt in meiner
Literaturliste unter? Oder kann ich ihn ganz weglassen? Ich
habe folgende Lösung gewählt:

W., S.: „ … “. In: … (Hrsg.): Osnabrücker Beiträge zur
Sprachtheorie (OBST). Oldenburg 1989, H. 41 (Jugendsprache),
S. xx-xx

Kann man das so machen?

Vermutlich ja, Du könntest aber auch so formulieren:

W., S.: „ … “. In: … (Hrsg.): Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST). Oldenburg 1989, H. 41: Jugendsprache,
S. xx-xx

Wenn ich richtig verstanden habe, dann heißt die Abkürzung H. 41 ausgeschrieben Heft 41. Durch den zweiten Doppelpunkt würde ich das so verstehen, dass eben Heft 41 „Jugendsprache“ heißt.

Aber auch ich bin, wie Mike, Naturwissenschaftlerin und weiß nicht, ob mein Ingenieursverständnis das so „richtig“ sieht.

Gruß, Karin

Hallo,

ich würde den Untertitel (ebenso wie den Herausgeber) weglassen, also (Achtung: Die Bandangabe ich wichtiger als die Heftangabe!):

W., S.: „ … “. In: … (Hrsg.): Osnabrücker Beiträge zur
Sprachtheorie (OBST). Oldenburg 1989, H. 41 (Jugendsprache),
S. xx-xx

W., S.: „…“, in: Osnabrücker Beiträge zu Sprachtheorie 3, 2002, S. …
(das bedeutet: Band 3 aus dem Jahre 2002, Bd. 2 war also vermutlich von 2001)

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Ergänzung
Hallo,

aus dem folgenden Katalogeintrag geht hervor, dass mehr als ein Band pro Jahr erschienen ist. Du solltest also Band und Jahr und Seite nennen (das Heft nicht).

Osnabrück, Universitätsbibliothek
Anmerkung: B: Bd. 59 (1999) ff.
Signatur: Z 2196
Standort: G-Magazin
Entleihbarkeit: bestellbar / Kopie und Leihen
Bestand: 1.1976 - 21.1982 ; 35.1986; Index 1/21.1976/82

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Um Himmels Willen
Hallo Ihr Lieben,

bitte seid mir nicht böse. Aber als Bibliothekarin stellen sich mir die Zehennägel auf. Korrekt lautet das so:

Thema „Jugendsprache“ / hrsg.v. Franz Januschek … Osnabrück: 1989, V, 163 S. - (Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie; 41) ISBN 3-924110-39-5 Buch anschauen

davor steht wie üblich der/die Verfasser des zu zitierenden Aufsatzes, sowie der Titel und dann das kursiv zu setzende In mit Doppelpunkt.

Bitte so und nicht anders. Es ist mir klar, daß die Serie - das OBST mit einer Zeitschrift verwechselt werden kann. Das ist es aber in diesem Fall nicht, erkennbar am EINZELTITEL des Hefts.

viele Grüße aus der Universitätsbibliothek Bayreuth
Angelika

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Ok, ok …
Hallo Angelika,

bitte seid mir nicht böse. Aber als Bibliothekarin stellen
sich mir die Zehennägel auf.

als Bibliothekarin hast du natürlich Recht. Insbesondere der Hinweis auf die Verwechslung mit einer Zeitschrift ist hilfreich.

Es scheint mir nur fraglich zu sein, ob man bei einer bloßen Auflistung so zitieren sollte. Denn die genaue Seitenzahl des Bandes und die ISBN interessieren hierfür doch wohl nicht, oder?
Jedenfalls erscheint mir das für den Zweck etwas zu genau.

Herzliche Grüße

Thomas Miller
* der es jetzt aber nicht unbedingt besser wissen will :smile: *

Hallo Thomas,

herzliche Grüsse zurück.

Es scheint mir nur fraglich zu sein, ob man bei einer bloßen
Auflistung so zitieren sollte. Denn die genaue Seitenzahl des
Bandes und die ISBN interessieren hierfür doch wohl nicht,
oder?
Jedenfalls erscheint mir das für den Zweck etwas zu genau.

auch ich habe bereits ein, zwei Details der vollständigen Titelaufnahme weggelassen, weil man die üblicherweise nicht mit zitiert ;:smile:

Lieber Thomas, mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß. Bibliothekare sind wie Spürhunde. Man braucht uns nur einen (Zitat)Brocken unter die Nase zu halten - bitte dicht genug, denn sehr viele von meiner Sorte sind kurzsichtig - und wir sausen los …

… bis wir manchmal nach Stunden, finden, was unsere Kunden suchen (und uns selbst meist ganz und gar nicht persönlich interessiert). Dann, wunderbar! springen wir vor Freude (innerlich).

Aber: Wir werden immer weniger. Das hat viele Gründe, auch einige selbst von mir nachvollziehbare und verstehe mich bitte nicht falsch: ich behaupte nicht, dass Bibliothekare unersetzlich sind.

Dennoch werden sich in absehbarer Zeit immer mehr Leser selbst helfen müssen. Korrekte und vollständige Zitate erleichtern das Finden dann ungemein.

In welcher Bibliothek das Original dann steht und wann oder ob man es bekommt, ist danach immer noch zeitaufwändig genug.

in diesem Sinn
Angelika

Hallo Angelika,

du rennst bei mir ja prinzipiell offene Türen ein, denn ich wollte selbst früher Bibliothekar werden (was dann aber nicht geklappt hat). Ich bin weit davon entfernt, den Sinn dieser Kennzeichnungen in Frage zu stellen. Mir erschien es hier nur in diesem Fall sinnvoll, auf den Standardtyp hinzuweisen, den ich als Normalzitat für studentische Arbeiten gelernt habe.

Ich wollte auch keineswegs die Qualifikation oder Nützlichkeit bibliothekarischer Arbeit bezweifeln, weil ich selbst aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es ist, an Literatur heranzukommen, wenn der Ansprechpartner nur Fachreferent, aber eben kein Bibliothekar ist.

Ich hatte auch schon mit der UB Bayreuth gelegentlich zu tun. Möglicherweise hast du mir bei Gelegenheit sogar schon mehr als üblich geholfen. Ich habe also überhaupt keinen Grund, dich zu kritisieren. Im Gegenteil: Ich bin froh, dass es bei wer-weiss-was auch eine Bibliothekarin vom Fach gibt, die ihren Beruf nicht nur ausübt, sondern das auch gerne tut.

Entschuldige bitte, wenn ich einen falschen Eindruck erweckt haben oder dich beleidigt haben sollte.
Das wollte ich als allerletztes. :smile:

Nochmal herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas,

es ist wohl eher an mir, mich zu entschuldigen. Das alte Problem der Foren und emails: Untertöne sind unmöglich, man wird oft falsch verstanden.

Demnach hier und in aller Form: Du hast mich weder angegriffen, noch in der Bibliothekars-Ehre oder gar persönlich getroffen.

Im Gegenteil, ich sehe die gesamte Diskussion uneingeschränkt positiv. Was allen Bibliothekaren nämlich am meisten zu schaffen macht, sind die Leute, die gar nicht erst auf die Idee kommen, uns Fragen zu stellen.

Denen kann nämlich keiner von uns helfen.

viele Grüße
Angelika