DRINGEND !<RAINER MARIA RILKE - HERBSTMILCH&

Suche dringend eine Interpretation zu RAINER MARIA RILKE`S HERBSTMILCH
Wer kann mir weiterhelfen oder hat Infos zu Seiten ?

DANKE

nicht von Rilke?
Also,

ich bin mir ja nicht sicher, aber Rilke ist mein absoluter Lieblingsdichter, und „Herbstmilch“ habe ich noch nicht von ihm gelesen. Falls Du einen Roman meinst, handelt es sich wahrscheinlich um das Buch Herbstmilch von Anna Wimschneider, denn einen solchen Roman hat Rilke sicherlich nie gescjrieben.

Natürlich könnte ich mich irren, und es ist ein (dann aber relaitv unbekanntes) Gedicht von Rilke, das Herbstmilch heißt…

Vielleicht meinst Du auch Rilkes Gedicht „Herbst“? „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“???

Erklär Dich, vielleicht kann ich Dir dann weiterhelfen.
Grüße, Nike

Rilke hat Herbstmilch geschrieben es handelts sich um ein mini gedicht und ich benötige dringend eine Interpretation, wenn Du es nch lesen möchtest, dann unter Web.de Rilke eingeben und werke ansehen, trotzdem danke für deine Mühe vielleicht schaffst Du es ja trotzdem !

_)

Also,

ich bin mir ja nicht sicher, aber Rilke
ist mein absoluter Lieblingsdichter, und
„Herbstmilch“ habe ich noch nicht von ihm
gelesen. Falls Du einen Roman meinst,
handelt es sich wahrscheinlich um das
Buch Herbstmilch von Anna Wimschneider,
denn einen solchen Roman hat Rilke
sicherlich nie gescjrieben.

Natürlich könnte ich mich irren, und es
ist ein (dann aber relaitv unbekanntes)
Gedicht von Rilke, das Herbstmilch
heißt…

Vielleicht meinst Du auch Rilkes Gedicht
„Herbst“? „Wer jetzt kein Haus hat, baut
sich keines mehr“???

Erklär Dich, vielleicht kann ich Dir dann
weiterhelfen.
Grüße, Nike

und ich dachte, ich hätte alles von ihm gelesen. so kann man sich irren. :smile:

ich hab das gedicht aber weder bei web.de noch bei fireball gefunden. wenn du es mir mails oder hier postest, kann ich die vielleicht helfen, es zu interpretieren, da war ich immer recht gut frin in der schule.

achtung: ich kann das aber nicht versprechen. ich versprechen nur, daß ich’s versuche werde. ich hab im moment ziemlich viel zu tun, deswegen sage ich’s im voraus… ok?

liebe grüsse, nike

HERBSTTAG
herr:es ist zeit. der sommer war sehr groß.
leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den fluren laß die winde los

befiehl den letzten früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere tage;
dränge sie zur vollendung hin und jage
die letzte süße in den schweren wein.

wer jetzt kein haus hat, baut sich keines mehr.
wer jetzt alleine ist,wird es lange bleiben,
wird wachen,lesen,lange briefe schreiben
und wird in den alleen hinund her

Ich hoffe du kannst mir helfen !
Gruß carni
unruhig wandern, wenn die blätter treiben

ACHSO; HERBSTTAG!!!
du sagtest doch herbtmilch :smile:. klar, dieses kenn ich. es ist eins meiner absoluten lieblingsgedichte. hab ich doch gleich in meinem ersten post nach gefragt. :wink: brauchst du die interpretation für die schule? dann versuch’ ich’s mal systematisch. ich werd mich kurz fassen:

***************

herr: es ist zeit. der sommer war sehr
groß.
leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den fluren laß die winde los

–> wie in vielen seiner gedichte, wendet sich rilke hier an gott. rilke war kein konventioneller gläubiger christ, hatte aber eine starke beziehung zu dem, was er eher im sinne goethes als göttliche macht verstand.

was beschreibt rilke hier? es ist herbst. es ist zeit. zeit wofür? fragt sich der geneigte leser. aber diese frage bleibt unbeantwortet, erst einmal. rilke bittet seinen „gott“ nicht, er fragt nicht - er befiehlt. und jetzt hör genau hin:
„leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den fluren laß die winde los“… schatten, also dunkelheit. die winde loslassen, das klingt wie „die hunde loslassen“, die hungrige meute. nach dem „großen“ sommer beschwört rilke einen herbst der dunkelheit, aber auch der versteckten kraft. diese worte zittern vor versteckter kraft! zerrende winde, drohende wolken - diese bilder impliziert die erste strophe.

und weiter…

befiehl den letzten früchten voll zu
sein,
gieb ihnen noch zwei südlichere tage;
dränge sie zur vollendung hin und jage
die letzte süße in den schweren wein.

–> und hier: die andere seite des herbstes. die reife, die schwere, das aufleuchten der farben, der gerüche. die gnadenfrist: „gib ihnen noch zwei südlichere tage“, klingt das nicht nach „gib ihnen noch eine letzte chance“?`und auch die „letzte süße“. Das alles spricht vom ende, aber von der gier nach leben vor dem ende.

und weiter:

wer jetzt kein haus hat, baut sich keines
mehr.
wer jetzt alleine ist,wird es lange
bleiben,
wird wachen,lesen,lange briefe schreiben
und wird in den alleen hinund her
unruhig wandern, wenn die blätter treiben

–> welche bilder beschwört er jetzt? jetzt sieht man ihn: den menschen, wie er unruhig wandert, rastlos, verloren, auf der suche, heimatlos. „wachen, lesen, lange briefe schreiben“ - also fortgehen von sich, in andere welten, abtauchen in gedanken, in fragen. und: „unruhig wandern, wenn die blätter treiben“, nicht wandern, sondern sich treiben lassen wie die toten blätter, wie ein lebloser körper hin- und hergetrieben wird vom wind.

und was bedeutet das gedicht nun?
wie in vielen gedichten (zum beispiel auch dem „panther“) beschreibt rilke hier eine offensichtliche und eine unterschwellige situation.

die offensichtliche: der herbst. Drohend und mächtig, aber auch von berauschender süße und reife, in seinem aufbäumen kurz vor dem winter. und der mensch inmitten des herbstes: einsam, hin- und hergerissen, nach frieden suchend.

die unterschwellige: wie in vielen seiner gedichte ist dies hier eine allegorie für den menschen selbst. wie beim herbst, wird auch ein mensch irgendwann spüren: „herr, es ist zeit. der sommer (nämlich mein leben) war sehr groß“. das heißt: Ich habe vieles erlebt. groß im sinne von großartig, aber auch im sinne von überwältigend, schwer.
und nun ist es zeit. schatten und winde: ich habe angst. was dort kommt (der winter, also der tod) scheint mächtig und unbezwingbar.

aber es ist noch nicht ganz vorbei! die letzten früchte, die letzte süße: ich will mein leben noch einmal genießen, versinken im taumel der sinne.

„wer jetzt kein haus hat…“
was ich jetzt nicht vollbracht habe, werde ich nicht mehr schaffen. wenn ich mir jetzt keine heimat aufgebaut habe, nicht weiß, wohin ich gehöre, wer ich bin, dann werde ich es nie mehr schaffen. dafür ist es dann zu spät. wenn ich jetzt noch nicht weiß, was liebe ist („wer jetzt allein ist…“), und zwar liebe zu den menschen, zu gott und zu mir selbst, dann werde ich es jetzt nicht mehr lernen. dann werde ich ruhelos wandern, suchen, fragen.

traurig? vielleicht. aber es heißt: wer jetzt allein ist, wird es _lange_ bleiben, nicht etwa „wird es ewig bleiben“. Es gibt eine hoffnung, und nach dem winter gibt es einen neuen frühling, eine neue chance (interessant ist hierbei zu wissen, daß rilke an die wiedergeburt glaubte).

das gedicht ist also eine allegorie, eine einzige große metapher. wie das jahr lebt der mensch, wird gebore, erblüht, und im herbst (seines) lebens ist es dann so wie in dem gedicht: die angst vor dunklen wolken, die sehnsucht nach einem letzten aufbäumen gegen den winter, die einsamkeit, vielleicht auch die worte „zu spät“.
*********

Das ist das, was mit auf die schnelle einfällt. ich hoffe, das hat dir ein wenig weitergeholfen. lies das gedicht mal laut. es klingt wunderschön. sehr ähnlich von seiner aussage her (also die melancholie verbunden mit der hoffnung) ist ein anderes, das ich dir hier noch mitgebe:

die blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den himmeln ferne gärten
sie fallen mit verneinender gebärde.

und in den nächten fällt sie schwere erde
aus allen sternen in die einsamkeit.

wir alle fallen. diese hand da fällt.
und sieh dir and’re an: es ist in allen.

und doch ist einer, welcher dieses fallen
unendlich sanft in seinen händen hält.

ist das nicht wunderschön? :smile:
viel spaß noch mit dem gedicht.
ach ja - versmaß und reimschema müssen natürlich an den anfang der interpretation, aber den ganzen kram habe ich jetzt mal weggelassen. :smile:

liebe grüßße, nike

außerdem…
… bin ich echt erleichtert. hat mich doch verunsichert, daß es da ein gedicht von rilke geben sollte, das ich nicht kenne… :smile:

Nike
*derbeirilkeimmerschauerüberdenrückenlaufen*

VIELEN DANK !

BIST EIN SCHATZ HAST WAS GUT BEI MIR !

GRUß

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Herbsttag
Wenn schon der Herbst und die Ernte als Bild für das Ende von irgendetwas gebraucht wird, da denke ich doch an:

Offenbarung 14, 14

Da ist die Erde reif zur Ernte und die Ernte ist das Gericht Gottes. Auch Wein wird da geerntet.

„wer jetzt kein haus hat…“

Wenn einmal die Assoziationen in eine Richtung laufen, dann geht das auch hier weiter:

Math. 24, 17-20

„…wer auf dem Feld ist, der kehre nicht um, …“

Das klingt schon sehr ähnlich.

Das nur als Anregung.

Viele Grüße
Stefan

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah
…die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd fern und nah
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

Oh stört sie nicht, die Feier der Natur,
dies ist die Lese, die sie selber hält,
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

…dieses Gedicht gibt’s auch, so oder so ähnlich (ist jetzt aus dem Gedächtnis wiedergegeben)

ist aber, glaube ich von Mörike ?

Gruß Regina

Das ist so ein superschönes Gedicht ich wird immer emotionell wenn ich es höre…

-)

damals in der 5. Klasse oder so mussten wir es auswendig lernen. Es ist mir bis heute geblieben

Für mich ist Rilke der allergrösste Dichter der deutschen Sprache…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]