Hallo,
Im rechten proximalen Femur stellt sich eine vertikal
verlaufende, deutlich hyperintense Linie dar, welche in der
T1-W. deutlich hypointens zur Abbildung kommt…
Soll heißen: Im Inneren des Oberschenkelknochens ist eine Linie, die nicht aus Knochen, sondern aus Flüssigkeit besteht. Und zwar an dem Teilstück, daß von der Hüftpfanne aus seitlich herausgeht, bevor der Knochen nach unten in Richtung Knie
umbiegt - dem Schenkelhals.
…und bis an die kraniale Kompakta des Femurhalses
heranreicht.
Die Linie ist wie gesagt im inneren des Knochens, wo schwammartige Knochenbälkchen und in den Lücken dazwischen das blutbildende Mark liegen, reicht aber im oberen Bereich dieses horizontal verlaufenden Knochenabschnittes bis an die äußere Knochenhülle heran.
Begleitend besteht mäßig ausgeprägt flächige Signalvermehrung
im rechten Femurkopf mit Aussparung von Anteilen der Epiphyse.
Flüssigkeit ist auch in den umgrenzenden Bereichen des Knocheninneren vermehrt, wobei allerdings Teile des Oberschenkelknochenkopfes, der in der Hüftgelenkpfanne liegt, ausgespart sind.
Zirkumferent in den Weichteilen um Femurmetaphyse und
proximale Femurdiaphyse herum befindet sich ein Weichteilödem,
in welches Vastus lateralis und Vastus intermedius des
Musculus quadriceps femoris mit einbezogen sind.
zusätzlich also Flüssigkeitsvermehrung um diese Stelle des Knochens herum, die anscheinend im seitlichen Bereich relativ weit Richtung Knie verläuft (da liegen eben jene Vastus-Muskeln).
Keine Darstellung einer Hämatombildung. Homogen hyperintenses
Signalverhalten des linken Femur.
Scheint sich bei der Flüssigkeit nicht um Blut zu handeln. Das linke Bein ist normal.
Es handelt sich MR-tomographisch um eine inklompette Fraktur
des Collum femoris, welche bis nach intertrochantär zieht.
Begleitend besteht ein Weichteilödem der angrenzenden
Muskelgruppen wie beschrieben.
Also: Der Schenkelhals ist im oberen Teil (nur zum Teil) durchtrennt, zwischen den Enden, wo vorher durchgehender Knochen war, ist Gewebsflüssigkeit (wie immer in solchen Fällen, Luft kann es ja nicht sein). Die Fraktur zieht bis zu der Stelle, wo der Hals Richtung Knie umbiegt (Trochanteren). Im Sinne der üblichen Schwellung bei Frakturen haben die beschriebenen Muskeln ebenfalls vermeht Gewebswasser.
Die Differentialdiagnose einer transienten Osteoporose im
Rahmen der Schwangerschaft erscheint aufgrund der offenbar
eindeutigen Traumaanamnese unwahrscheinlich.
Frage: Woher kommt die Fraktur? Erstens: Wenn man ordentlich hinfällt, zweitens auch wenn man weniger ordentlich hinfällt und gleichzeitig die Knochendichte vermindert ist (Osteoporose) oder ein Knochentumor vorliegt. Einen Tumor würde man im MR sehen, eine Osteoporose meines Wissens nicht. Die ist deshalb auch nicht ausgeschlossen, erscheine (so die Radiologen) aber unwahrscheinlich, da eben ein „ordentliches“ Trauma und keine Spontanfraktur vorliege.
Muß also fast genauso Aussehen wie auf http://www.gentili.net/fracture1.asp?ID=36, Bild C (helle Bereiche im Bild rechts, nur das Weichteilödem der Muskulatur fehlt)
Die Radiologen schreiben leider nichts zur Pauwels- und Garden-Einteilung, die für die Therapie entscheidend ist. Inkomplette Frakturen sollten aber stabil sein und von alleine ausheilen. In wie weit das Bein belastet werden darf, kann ich nicht sagen.
Oliver