ich wende mich heute mit einem sicherlich etwas befremdlichen
Anliegen an die WWW Gemeinde.
Meine Frau (32 Jahre) leidet seit ca. vier Wochen unter
Herzrhythmusstörungen. Sie ging mit diesen Beschwerden recht
frühzeitig zu unserem Hausarzt, welcher sie sofort zum Kardiologen
überwies.
Dieser führte eine Echokardiographie und ein Langzeit-EKG durch.
Dieses Langzeit-EKG wurde an einem Tage durchgeführt, an dem sie im
wesentlichen (subjektiv zumindest) relativ frei von Beschwerden war.
Die Echokardiographie ergab keine pathologischen Befunde.
Das Langzeit-EKG zeigte jedoch in 24 Stunden 724 supraventrikuläre
Extrasystolen (Ursprung aus dem Vorhof) und 81 nicht anhaltende
supraventrikuläre Tachykardien (am ehesten fokale atriale
Tachykardie). Die Anfälle sind im Übrigen selbstlimitierend.
Meine Frau leidet zustzlich an einer Unterfunktion der Schilddrüse
wegen einer Autoimmunthyreoditis und Hypothyreose.
Um eine Übermedikamentation auszuschließen ist hier kurzfristig eine
Nuklearmedizinische Untersuchung durchgeführt worden. Ergebnis ist,
dass sie grundsätzlich gut eingestellt ist, und eine
Übermedikamentation nicht vorliegt.
Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Am gestrigen Tage wollte unser Hausarzt meine Frau krankschreiben und
zu stationären Untersuchungen ins Krankenhaus einweisen (vorrangig um
eine Transösophageale Echokardiographie durchführen zu lassen).
Meine Frau weigert sich gegen die Krankschreibung und Überweisung in
die Klinik. Sie möchte diese Woche unbedingt durcharbeiten, da wir in
der kommenden Woche in Urlaub fahren wollten (an die Ostsee!).
Ich vermute, dass sie Angst vor der Untersuchung und/oder der
Diagnose hat und hofft, dass sich die Sache im Urlaub von selbst
erledigt.
Nun habe ich riesengroße Angst, dass diese Entscheidung gefährlich
werden könnte!
(Im Hinblick auf Blutgerinselbildung, Herinfarkt bzw.
Schlaganfallgefahr.)
Ist es besser - meine Frau von dieser Einweisung zu überzeugen? Oder
gehen wir im Hinblick auf den Urlaub und den Urlaubsort kein Risiko
ein?
Ich möchte wirklich keine Ferndiagnose, hoffe jedoch, dass ich
jemanden finde der mir sagt was ich in diesem Falle tun soll.
nun, die Kristallkugel, die die Zukunft voraussagt, habe ich hier natürlich nicht. Letztlich kann der Urlaub gut gehen oder aber es geht schief, was - nachdem Du die Hauptgefahren ja selbst kennst, was Herzrhythmusstörungen angeht - zu durchaus gravierenden Folgen führen könnte.
Die bisherige Diagnostik ergab ja immerhin etwas, was auch nicht zwingend immer der Fall ist: > 700 ventrikuläre Extrasystolen an einem weitgehend subjektiv beschwerdefreien Tag mit auch durchaus vielen Tachykardien finde ich durchaus beachtlich. Hier drängt sich mir dann die Frage auf: Wie sieht das EKG aus, wenn Deine Frau subjektiv unter Beschwerden leidet?
Nachdem eine Übermedikation durch die Schilddrüsentherapie ausgeschlossen ist, ist der zunächst einfache Weg, etwas an der bisherigen Therapie zu ändern, nicht mehr möglich. Man wird sich also nach einem anderen Grund umsehen müssen. Und ich befürchte fast auch, dass dies nicht innerhalb einer Woche geschehen wird -> also durchaus mal grundsätzliche Gedanken um den Urlaub machen.
Versteh mich nicht falsch. Panik will hier keiner machen. Niemand kann voraussehen, a) was es ist und b) ob es Komplikationen geben wird. Es spricht jedoch einiges dafür, dass hier irgendwas im Busch ist und in „Ruhe“ abgeklärt werden sollte und nicht erst, wenn man in einer fremden Region unter Druck (also im Fall eines Notfalls) handeln muss. Das verschlechtert die Prognose einer zur Zeit möglicherweise noch harmlosen Erkrankung.
im Grunde bestätigst du das, was ich mir auch schon dachte.
Ich weiß, dass hier keine Ferndiagnosen gestellt werden. Dies wäre sicherlich auch unverantwortlich.
Mir hilft diese minimale Richtungsvorgabe jedoch immens.
Hab vielen Dank für die Antwort.
Ich hoffe, dass ich sie überzeugen kann!
Vielen Dank.
Das Langzeit-EKG zeigte jedoch in 24 Stunden 724
supraventrikuläre
Extrasystolen (Ursprung aus dem Vorhof) und 81 nicht
anhaltende
supraventrikuläre Tachykardien (am ehesten fokale atriale
Tachykardie).
Supraventrikuläre Extrsystolen in dieser Häufigkeit über 24 Stunden sind m.E. nicht bedenklich und auch nicht ungewöhnlich. Für supraventrikuläre Tachykardien kann ich keine Aussage machen; vermutlich trifft das gleiche zu.
Trotzdem kann das subjektive Krankheitsgefühl stark sein.
Am besten Urlaub machen und ausspannen, vielleicht hilft das schon; ansonsten nach dem Urlaub in Ruhe noch einmal abklären.