Drogen am Arbeitsplatz

Hallo zusammen,

stellen wir uns folgenden fiktiven Fall vor:

Ein Kleinbetrieb hätte etliche AZUBIS unter und über 18 Jahren. Ein MA wäre im Besitz und nimmt Drogen. Die Chefs wüssten davon. Ist der Chef dann rechtlich verpflichtet, dies polizeilich bekannt zu machen und dem MA eine Entzugstherpie zu ermöglichen?
Ich weiß, dass dies bei Alkoholabhängigkeit der Fall ist (Therapie).

Wäre der Chef verpflichtet, die AZUBIS unter 18 vor dem Kollegen mit Drogenkonsum (auch während der ARbeitszeit) zu schützen?
Könnten die Azubis „Schutz“ fordern?

Oder fällt dies Gebaren unter Privatangelegenheit??

Weiter: Wie verhiele sich ein AZUBI, wenn er den Chef beim Drogenkonsum während der Arbeit entdeckte? Könnte eine Anzeige bei Polizei anonym erfolgen? Wie könnte man mit so einem Verhalten umgehen?

Hoffe, ich bin hier im rechten Brett mit meiner fiktiven Geschichte.
Danke für wissende Antworten.

U.

Hallo,

vorweg genommen, dies stellt nur meine Meinung dar:

  • eine Pflicht zur Strafanzeige gibt es nicht
  • natürlich können die anderen Azubis Schutz fordern. Wenn sie davon ausgehen,
    dass der unter Drogeneinfluss stehende Kollege sie gefährden könnte, oder Sie selber durch z. B. Passivrauchen von Cannabis mit Drogen in Berührung kämen, sollten sie zum Chef gehen und die Abstellung der Gefährdung fordern.
  • Chef sollte den Azubi von der Arbeit freistellen, bis die Wirkung der Drogen
    aufgehoben ist
  • aus Gründen der Arbeitssicherheit müsste der Chef dem Azubi den Drogenkonsum
    schriftlich untersagen, denn wenn etwas passieren sollte und der Chef hätte
    von der vom Azubi ausgehenden Gefahr gewusst, würden weder die BG noch
    sonstige Versicherungen den Schaden bereitwillig ausgleichen
  • der Chef könnte den Azubi auch abmahnen
  • bei weitergehendem Drogenkonsum trotz Abmahnungen wäre Kündigung möglich
  • schön wäre natürlich eine Betriebsvereinbarung, die alles genau regelt
    Gruß
    DCK

Kleiner Nachtrag

Weiter: Wie verhiele sich ein AZUBI, wenn er den Chef beim
Drogenkonsum während der Arbeit entdeckte? Könnte eine Anzeige
bei Polizei anonym erfolgen? Wie könnte man mit so einem
Verhalten umgehen?

Käme darauf an.
Azubi kann Chef natürlich anzeigen. Frage: Was verspricht sich Azubi davon? Wut auf den Chef und Gelegenheit zur Rache? Mitsamt der Konsequenz, dass der Chef ahnen könnte woher die Anzeige kommt und das für den Azubi vielleicht ein unangenehmes Arbeitsklima bedeuten würde? Oder aus berechtigter Sorge um die Gesundheit des Chefs? Wenn letzteres der Fall sein sollte, dann würde ich eher das Gespräch suchen.
Gruß
DCK

Danke für deine Meinung!

Die Sachlage ist noch ein klein wenig komplexer:
Chef beschuldigt 1 AZUBI Drogen zu nehmen (der aber tatsächl. keine nimmt) und verbreitet dies unter der Belegschaft.
Die Spitze des ganzen ist natürlich, dass er es selbst tut.

Üble Nachrede + Lüge + dabei eigenes straffälliges Handeln vom Chef.

Wo fängt man da an, das Knäuel aufzuwickeln?
Meine Überlegung, evtl. Polizei wg. dem, was nicht legal ist.
Gespräche haben sich in der Vergangenheit (wg. anderen Themen) als
nutzlos erwiesen :>(

Guter Rat teuer… und als Thema im Bekanntenkreis nicht unbedingt diskutierbar.

Gruß
Ulrike

Hallo,

um welche Drogen handelt es sich? Cannabis oder auch anderes?
Jedenfalls scheint in dem Betrieb ein Verkauf und Konsum stattzufinden, der bis hoch zum Chef reicht.

Anzeigen, anonym. Das geht.
In solch einem Betrieb werden die arglosen Azubis nicht lange unberührt bleiben können, weil jeder Dealer damit beschäftigt ist, seine Ware zu verkaufen und seinen „Kundenstamm“ möglichst zu vergrößern.
Dazu kommt vielleicht ein nicht unerheblicher „sozialer Druck“, „mitzumachen“.
Einmal, weil der/ die Dealer weitere „Kunden“ an Land zu ziehen wollen und außerdem: Wer mitmacht, wird „dichthalten“ und stellt eine geringe Gefahr dar, dass die Sache auffliegt. Wer NEIN sagt, stellt u.U. eine Bedrohung dar. Könnte sein, dass der Chef aus diesem Grund - ganz „strategisch“ -, ausgerechnet jemanden beschuldigt, der keine Drogen nimmt. So ein Laden gehört dicht gemacht, meine Meinung.

Auf alle Fälle: anzeigen. In einem anonymen Brief.
Skrupel wegen deines Bekannten musst du nicht haben; du kannst ihm nicht dabei helfen, von der Droge abzukommen, aber vielleicht dabei, aus diesem „Sumpf“ aussteigen zu können, selbst wenn dies ein paar unangenehme Folgen für ihn hätte. Besser einen „Schuss vorm Bug“, als sich unweigerlich immer weiter durch den Konsum seelisch und körperlich kaputt zu machen, oder?

Mit Kooperationsversuchen und Gesprächen braucht man da nicht zu kommen. Das würde nichts bringen, könnte sogar die Lage (den Druck) dort verschärfen.

Viel Glück - iceage

Hallo,

also wenn der Chef selber Drogen nimmt, gäbe es für mich nur eine Lösung: Anzeige!
Wie schon gesagt wurde, ist hier die Gefahr des „dealens“ so hoch, dass hier unbedingt gehandelt werden muss.
Und ich denke, es ist vollkommen unerheblich, um welche Drogen es sich handelt. Wenn der Chef süchtig ist, wird er früher oder später den AZUBIS schaden - was er ja offenbar bei einem schon aktiv tut.
Schon dass alleine wäre ein Grund für eine Anzeige (üble Nachrede, evtl. Nötigung, etc.)

Bitte bedenken: der Azubi steht in einem Abhängigkeitsverhältnis.
Es wäre möglich, dass hier sogar das Jugendschutzgesetz greift. Dass müssten aber andere hier beantworten können bzw. auf einem anderen Brett diskutiert werden.

Wenn ein Aussenstehender hiervon weiß und nicht handelt - sorry, aber dann gehört dieser m.E. genauso angezeigt wie der Chef selber (unterlassene Hilfeleistung, Mitwisserschaft, etc.).

Aber das ist natürlich alles nur fiktiv, nicht wahr?

Grüsse

Danke für eure Meinungen. denen ich mich nur anschließen kann. Dass solch ein „fiktives“ Verhalten in einem Betrieb praktiziert wird und als „Normalität“ gilt bei allen anderen MA, das alleine ist ‚krank‘.
Das läuft noch unterhalb von „Kavaliersdelikt“.

Wie zeigt man jemanden anonym an? Das könnte ja jeder tun, der dem anderen eins auswischen will? Und was, wenn die Polizei z.B. gerade an dem Tag nichts findet?

Eine heikle Situation. Aber wie ich lese, stehe ich mit meiner Einschätzung nicht alleine da!

Gruß
ulrike