kann mir jemand (mal abgesehen von „Barfuss im Kopf“ von Brian W. Aldiss als DASS Paradebeispiel oder „Der dunkle Schirm“ von Philip K. Dick) SF- oder utopische Bücher nennen, in denen bewußtseinserweiternde Drogen eine Rolle spielen? Von Philip K. Dick vermutlich ziemlich viel, aber welche Autoren gibt es sonst noch?
den literarischen Vater der Drogentrips kennst Du bereits? Thomas de Quincey hat mit seinem Werk „Confessions of an English Opium-Eater“ (1822) viele Autoren beeinflußt, u.a. den schon genannten Huxley, Baudelaire („Die künstlichen Paradiese“ ISBN 3717581368 Buch anschauen) und E.A. Poe.
es gibt eine schöne Kurzgeschichte (leider weiß ich den Autor nicht mehr - aber da können Andere sicherlich auf die Sprünge helfen), in der die Einnahme einer Droge eine exteme Verlangsamung der Wahrnehmung und des Metabolismus bewirkt. Von außen gesehen scheinen die Menschen in ihrer Bewegung einzufrieren, aber die Betroffenen erleben es, als ob die umgebung immer schneller wird, menschliche Bewegungen werden so schnelle, dass sie nicht mehr wahrnehmbar sind, und der Pflanzenwachtum so schnell, dass sie wie Raubtiere wirken (zB Efeu), denen man dann nicht mehr entfliehen kann…
Außerdem fällt einem natürlich die „Der Wüstenplanet“ Saga ein - in der das „Spice“ die bewußtseinserweiternde Droge schlechthin ist, die es dem Geist ermöglicht, Zeit zu verlangsamen, den Raum zu falten und die so die interstellare Raumfahrt durch die Navigatoren ermöglicht.
Danke, Thomas de Quincey ist mir natürlich bekannt. Auch Huxley, Baudelaire (den ich übrigens sehr verehre) und Poe sind mir bekannt. Ich habe mal einen Artikel über „Schreiben und Sucht“ verfasst - was ich jetzt suche, bezieht sich speziell auf die SF und dabei auch weniger auf die Autoren als vielmehr um die Inhalte der Bücher.
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vielleicht könntest Du Deine Anfrage im Science-Fiction-Brett posten? Soweit ich weiß lesen nicht alle Sci-Fi-Kenner hier mit.
Als Autor auf der Kippe von Horror / Sci-Fi könnte ich noch Thomas M. Disch beisteuern, dessen Protagonist in „The Priest: A gothic Novel“ mittels Alkoholmißbrauch in Parallelwelten bzw. eine andere Zeit / Identität gekickt wird.
mir faellt noch die „Ringwelt“ von Larry Niven ein. Dort gibt es zum einen das ‚booster spice‘ - nicht wirklich bewusstseinserweiternd, dafuer lebensverlaengernd. Und dann noch den ‚tasp‘ - Gluecksgefuehle hoch 3.
TRAINSPOTTING ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Irvine Welsh ISBN 0749396067 Buch anschauen. In Welshs Romanen spielen Drogen fast immer eine beträchtliche Rolle. Allerdings ist Welsh kein SF-Autor bzw. Autor phantastischer Literatur.
in „Der große Schlaf“ (Raymond Chandler) gibt es eine, allerdings nur kurze, Szene, in der beschrieben wird, wie eine junge Frau durch Genuss von Laudanum dazu gebracht wird sich unbekleidet fotografieren zu lassen (für spätere Erpressung). Obwohl der ganze Roman im halbseidenen und Spielermilieu spielt ist dies die einzige Stelle, in der es um Drogenkonsum geht. Das ist vermutlich nicht ausführlich genug für das, was du suchst, wollte es auch nur erwähnt haben.
Gruß von Renate
begeisterte Krimileserin, besonders „schwarze Serie“