Hi
Ja, nee, so meinte ich das auch nicht. Nicht Übersetzungen der
slawischen Namen, sondern spracheigene, quasi
„deutsch-klingende“ Bezeichnung. Die genannten Städte könnten
ebensogut in Deutschland liegen, vom Namen her.
hm, das mußt Du mir erklären. Daß Reichenberg deutsch klingt,
wenn es von Deutschen benannt wurde und demzufolge auch ein
Ort in Deutschland so heißen könnte hat ne innere Logik, was
meinst Du jetzt damit?
Kein Problem. Reichenberg wie auch Preßburg sind rein deutsche Namen, bestehend aus deutschen Morphemen, die jeweils eine Bedeutung haben. Prag, Bukarest oder Moskau nicht. Das sind eingedeutschte Fremdwörter.
Meiner Meinung nach ist das ein nicht zu vernachlässigender Unterschied.
Es handelt sich um Städte mit langer deutscher
Bevölkerungstradition. Aus diesem Grunde sind deutsche Namen
im deutschsprachigen Dialog nicht nur statthaft, sondern auch
beiderseits politisch gewünscht.
Sagt wer?
oh, da hast Du mich auf dem falschen Fuß erwischt. Es gibt
eine Vereinbarung auf alle Fälle zwischen der Tschechischen
Republik und Deutschland, in der das festgehalten wurde. Dass
die geographischen Namen in der jeweils verwendeten Sprache
angewandt werden sollen.Mal schaun, ob ich das wiederfinde.
Okay, davon wusste ich wirklich nichts. Wäre interessant, darüber zu lesen.
Meinereine m (?) nicht.
Au Panne. Mir gings nicht um den konkreten Namen, sondern die
für deutsche Zungen ungewohnte Konsonantenfolge LJ/BLJ.
Ja, das ist verständlich. Wenn man da an einige polnische und tschechische Orte denkt, wundert mich auch nicht, dass da die deutsche bzw. eingedeutschte Variante bevorzugt wird.
ja das ist natürlich in Ordnung. Interessant, dass aber kein
Mensch weiß, wie Auschwitz polnisch heißt. Geschweige denn
aussprechen kann.
Stimmt auffallend. Wüsst ich auf Anhieb auch nicht (mehr), würd’s höchstens wiedererkennen.
Z.B. kenne ich von den von dir genannten Städten hier unten
keine einzige:
Hinfahren!
Das finde ich eben sehr schade. Weil dort lebendiges, ja wie
soll ich das nennen, Deutschtum? bis heute gibt. Die
übergesiedelten Banater Schwaben und Siebenbürgen Sachsen
fallen in Deutschland allenfalls nur mit ihrer dialektal
gefärbten Sprache auf, da sie der deutschen Sprache meist
besser mächtig sind als wir „Deutschländer“. Im Unterschied zu
vielen Rußlanddeutschen.
Ich habe mal Aufnahmen gehört vom Siebenbürger Sächsisch. Fällt mir sehr schwer, das zu verstehen, mit „meinem“ Sächsisch hat der Dialekt nicht viel gemein. Aber sehr interessant ist es natürlich, aus kulturellhistorischer wie auch linguistischer Sicht. Ich war noch nie in Rumänien, vllt. finde ich mich dort aber irgendwann einmal wieder. 
Ich bin wohl Geschichtsunwissend. Haben diese Städte denn
nicht zwei offizielle (d.h. „richtige“) Namen, so wie viele
Städte in den sorbischen Regionen auch?
Würdest Du von einem Sorben erwarten, dass er in sorbisch von
Dresden, Bautzen, Weißwasser spricht? Oder ist es da nicht
„normaler“ Budyšin, Bela Woda, Drježdźany, Wojerecy zu sagen?
Oder müßten wir deutsch Muttersprachler dann der Sorben
zuliebe die letzteren Namen verwenden? (Keine Ahnung, wie das
klingen müßte)
Ja stimmt, jetzt versteh ich, wie du das in Bezug auf die rumänischen Städte meinst. Dass ein Siebenbürger Sachse die deutschen Namen dort verwendet, ist wohl nur natürlich und auch angebracht. Wir „auswärtigen“ Deutschländer jedoch kennen die Namen der Städte vielleicht weniger auf Deutsch, sondern eher auf Rumänisch. Sibiu hätt ich sofort einordnen können, zumindest nach Rumänien — Hermannstadt nicht. Timişoara auch, vllt. kann man das auf Deutsch Timischoara schreiben. Temeschburg las ich grad zum ersten mal.
Es wäre also vllt. dem Verständnis abträglich, den deutschen Namen zu verwenden, da er hier weniger bekannt ist… zumindest vermute ich das.
pp
Gruß,