Dschapän

Jamaika ist kürzlich im Radio in Dschamaika umbenannt worden. Wann wird es Dschamäika heißen, und warum heißt Japan nicht Dschapan, Dschapän oder Nippon, die Türkei nicht Törki oder Türkije? Und wann endlich wird Feuchtwangen korrektly pronaunst: Fjuhtschwäindschien?

Grüßli

Marzeppa

Hallo,

Feuchtwangen: Warum nicht gleich Moistycheeks?

Es nervt auch von der slawischen Seite:
Kein Mensch kommt auf die Idee, Praha, Beograd oder Bukureschti oder Was-weiß-ich-wie-die-polnische-Hauptstadt-wirklich-ausgesprochen-wird zu sagen, aber mit Bratislava und Ljubljana quält man uns täglich.

Gruß
Barney

Hallo, Marzeppa,
mich quält genauso, dass im Radio ständig von „Dschurnalisten“ die Rede ist.
Offenbar färbt hier die englische Aussprache doch die deutsche stark.
Gruß
Eckard

Hallo,

Feuchtwangen: Warum nicht gleich Moistycheeks?

Es nervt auch von der slawischen Seite:
Kein Mensch kommt auf die Idee, Praha, Beograd oder
Bukureschti oder
Was-weiß-ich-wie-die-polnische-Hauptstadt-wirklich-ausgesprochen-wird
zu sagen, aber mit Bratislava und Ljubljana quält man uns
täglich.

Da ist noch ein gewaltiger Unterschied: Bratislava und Ljubljana, auch Liberec und einige andere Städte *hatten* deutsche Namen, besser noch: deutsche Übersetzungen. Preßburg, Laibach und Reichenberg, WIMRE, diese Namen sind jetzt aus geopolitischen Gründen nicht mehr aktuell, sie liegen ja auch nicht (mehr) in Deutschland.
Bei „Belgrad“, „Prag“ und „Bukarest“ benutzen wir *keine* Übersetzung (Weißburg oder Weißstadt oder sowas hab ich für Belgrad noch nie gehört, du etwa?), sondern eine unterschiedliche Aussprache, die vermutlich von einer Nachbarsprache kommt.
Du hast ja schon gemerkt, dass nicht jede Stadt überall in jedem Land gleich ausgesprochen wird, so ist das eben hier auch. Ich weiß nicht, wo da das Problem ist; manche Namen sind eben veraltet.

Grüße aus Lipsia,

  • André
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Hi,

hier treffen die Ansicht der meisten Westdeutschen (wrum kann man Bratislava nicht Pressburg nennen? Das hieß doch immer so, und kein mensch kann Bratislava aussprechen) auf die Ansicht der meisten Ostdeutschen - wie von dir beschrieben, der ich mich anschließe.

Die Franzi

Moin

Offenbar färbt hier die englische Aussprache doch die deutsche
stark.

Ick weed dscha nech wo du wech büs, aber bi uns tu hus het dat sehr wohl Dschournalist. Und dat het auch Dschugoslawien und Dschoguhrt und Dschena.

Grüße
Artemis

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Hi,

sagt ihr dann auch dscheder, dschemand, dschawohl… ?

(ich hab ne Freundin, aus der Nähe von Weißwasser, die ist völlig überzeugt, dass es Mokkadschins heißt…)

Die Franzi

Asso mir Sachsn saachng manschema’ „Schahr“ statt „Jahr“, abbor nur wenn dadervor nochäwas steht. :wink:

„Vergangnes’schahr“ oder „vorsch’s’schahr“

Mit „Schameiga“ hätt’sch jetz’ nu’ nisch so ä Proplem. :wink:

Liebe Kriese,

  • Antré
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Dscha na klar!

:smile:

Artemis

Naahmd,

„schahr“ kennsch ooch, unn „Schamejka“ gefälld mor ooch gudd. Abor die frojndin is ja ooch keen Saggse.

Grischsde di Griese.

Ooch liebe Kriese,

die Fränzi (

Also nee.
Hi,
Reichenberg, Laibach, Preßburg sind doch keine Übersetzungen, wer hat dir den Quatsch erzählt? Nimm ein tschechisch, slowakisch, slowenisch Wörterbuch zur Hand!
Es handelt sich um Städte mit langer deutscher Bevölkerungstradition. Aus diesem Grunde sind deutsche Namen im deutschsprachigen Dialog nicht nur statthaft, sondern auch beiderseits politisch gewünscht. bei Laibach/Ljubljana und Bratislava/Preßburg kommt hinzu, dass es sich um eine Hauptstadt handelt, hier wird ohnehin oft ein deutscher/eingedeutschter Name verwendet (Peking, Moskau, Kiew, Bukarest, Athen, Rom, Jerewan/Eriwan, Tiflis, Brüssel, Prag, Neu-Delhi, Kopenhagen, Warschau, Belgrad)
Ich finde Preßburg einfach keinen schönen Namen, weshalb ich Bratislava bevorzuge, Laibach dagegen kommt unsereiner wesentlich besser über die Lippen. Bei den meisten tschechich-slowakisch-polnischen Namen verwende ich aus Gewohnheit die landessprachlichen Namen, deutsche zu verwenden soll und darf aber nicht „kriminalisiert“ werden.
Siehe auch Kronstadt, Hermannstadt, Schäßburg, Klausenburg Großwardein usw. in Siebenbürgen bzw. Banater Orte. Auch hier gibt es (Gegenwarts-)Geschichtsunwissende, die das Rumänische „richtig“ finden. Das ist nun definitiv nicht vertretbar.

pp

Hallo, Artemis,
es ging, wenn ich Marzeppa recht verstanden habe, aber eher um die hochdeutsche, nicht die dialektale Aussprache des Buchstaben J am Wortanfang.
Mir ging es um die Aussprache ursprünglich aus dem Französischen stammender Fremdwörter.
Gruß
Eckard

Hi,

Kronstadt, Hermannstadt, Schäßburg, Klausenburg Großwardein

cool, ich bin nicht vertretbar… Ich kenn die Orte nicht. Oder vielleicht doch? Nie gehört … Kronstadt, ja, aber wie heißt das jetzt? (ja ich besitze Google…)

Für mich ist es relativ egal, also für die Bezeichnung des Ortes egal, wie die früher mal gehießen hat. JETZT sind es rumänische Orte und haben daher rumänische Namen. Hauptstädte spielen immer eine gewisse Sonderrolle, indem sie eingedeutschte Namen (Warschau, Moskau) haben oder sich Falschaussprachen (London) etabliert haben.

Ehrlich gesagt läuft es mir ein bisschen kalt den Rücken hinunter, wenn jemand eine polnische, rumänische, tschechische, … Stadt mit einem deutschen Namen benennt, „… weil die früher mal deutsch waren“. Geschichte und so - was vorbei ist, ist eben vorbei. Ob es nun 60 Jahre vorbei ist oder 600, ist mir dabei relativ egal.

die Franzi

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Hi,
Reichenberg, Laibach, Preßburg sind doch keine Übersetzungen,
wer hat dir den Quatsch erzählt? Nimm ein tschechisch,
slowakisch, slowenisch Wörterbuch zur Hand!

Ja, nee, so meinte ich das auch nicht. Nicht Übersetzungen der slawischen Namen, sondern spracheigene, quasi „deutsch-klingende“ Bezeichnung. Die genannten Städte könnten ebensogut in Deutschland liegen, vom Namen her. Das wär bei Bukarest weniger der Fall. Aus Prag hört man auch nichts deutsches heraus.
So meinte ich das eigentlich.

Es handelt sich um Städte mit langer deutscher
Bevölkerungstradition. Aus diesem Grunde sind deutsche Namen
im deutschsprachigen Dialog nicht nur statthaft, sondern auch
beiderseits politisch gewünscht.

Sagt wer?

bei Laibach/Ljubljana und
Bratislava/Preßburg kommt hinzu, dass es sich um eine
Hauptstadt handelt, hier wird ohnehin oft ein
deutscher/eingedeutschter Name verwendet (Peking, Moskau,
Kiew, Bukarest, Athen, Rom, Jerewan/Eriwan, Tiflis, Brüssel,
Prag, Neu-Delhi, Kopenhagen, Warschau, Belgrad)

Das heißt nicht zwangsläufig, dass man einen eingedeutschten Namen auch verwenden *muss*. Und die von dir genannten Städte haben allesamt eine andere Art der Namensgebung als Preßburg/Laibach/Reichenberg. Nämlich keine deutschen Namen, sondern leicht geänderte Aussprachen. Die meisten dieser Städte tragen keine deutschen Namen (i.S.v. Namen die der deutschen Sprache entstammen, wie eben bei Reichenberg etc.), sondern lediglich eingedeutschte bzw. eingedeutschte Namen.

Ich finde Preßburg einfach keinen schönen Namen, weshalb ich
Bratislava bevorzuge, Laibach dagegen kommt unsereiner
wesentlich besser über die Lippen.

Meinereine m (?) nicht. Den Namen bin ich nicht gewohnt, da er zumindest hier im Osten mindestens seit der Wende kaum verwendet wird. Bei vielen Städten (z.B. in der Tschechischen Republik) sagen mir die deutschen Namen nichts. Mit „unsereiner“ sprichst du also für dich, nicht aber für die Deutschen als ganzes.
Geschmackssache also.

Bei den meisten
tschechich-slowakisch-polnischen Namen verwende ich aus
Gewohnheit die landessprachlichen Namen, deutsche zu verwenden
soll und darf aber nicht „kriminalisiert“ werden.

Passiert das denn? Nun, mag sein… da stimme ich dir auch zu. Nur finde ich es kein Unding, die landeseigenen Bezeichnungen zu wählen, wenn/da diese sehr geläufig sind. Großteils sind sie sogar für Deutsche geläufiger als die deutschen Namen.

Z.B. kenne ich von den von dir genannten Städten hier unten keine einzige:

Siehe auch Kronstadt, Hermannstadt, Schäßburg, Klausenburg
Großwardein usw. in Siebenbürgen bzw. Banater Orte. Auch hier
gibt es (Gegenwarts-)Geschichtsunwissende, die das Rumänische
„richtig“ finden. Das ist nun definitiv nicht vertretbar.

Ich bin wohl Geschichtsunwissend. Haben diese Städte denn nicht zwei offizielle (d.h. „richtige“) Namen, so wie viele Städte in den sorbischen Regionen auch?

Gruß,

  • André

Siebenbürgen und Banat
Hi,

Kronstadt, Hermannstadt, Schäßburg, Klausenburg, Großwardein

cool, ich bin nicht vertretbar… Ich kenn die Orte nicht.
Oder vielleicht doch? Nie gehört … Kronstadt, ja, aber wie
heißt das jetzt?

-> wie heißt das noch, wäre besser gefragt: Brasov (ro), Brassó (ung.)
ja, das war mir klar. Aber eine Stadt, in der ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung bis heute deutsch ist (Hermannstadt= rum. Sibiu hat einen deutschen Bürgermeister), wie die o.g. genannten, hat nun mal einen deutschen Namen. Ebenso widersinnig wäre es ja, wenn Rumänen oder die Orte nicht in ihrer Sprache benennen. Dafür gibts die Analogien Sigisoara, Brasov, Cluj etc.
Also mein Appell: Sich mit Geschichte und Geographie vertraut machen, dann brauchst Du keine kalten Rücken mehr zu fürchten und hast noch was dazu gelernt. Mußte ich übrigens auch erst als ehemaliger DDRler. Unsere Geschichtslehre war eben doch ein „wenig“ geklittert. Und im Westen ists auch nicht unbedingt besser.

pp

Hi

Ja, nee, so meinte ich das auch nicht. Nicht Übersetzungen der
slawischen Namen, sondern spracheigene, quasi
„deutsch-klingende“ Bezeichnung. Die genannten Städte könnten
ebensogut in Deutschland liegen, vom Namen her.

hm, das mußt Du mir erklären. Daß Reichenberg deutsch klingt, wenn es von Deutschen benannt wurde und demzufolge auch ein Ort in Deutschland so heißen könnte hat ne innere Logik, was meinst Du jetzt damit?

Es handelt sich um Städte mit langer deutscher
Bevölkerungstradition. Aus diesem Grunde sind deutsche Namen
im deutschsprachigen Dialog nicht nur statthaft, sondern auch
beiderseits politisch gewünscht.

Sagt wer?

oh, da hast Du mich auf dem falschen Fuß erwischt. Es gibt eine Vereinbarung auf alle Fälle zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland, in der das festgehalten wurde. Dass die geographischen Namen in der jeweils verwendeten Sprache angewandt werden sollen.Mal schaun, ob ich das wiederfinde.

Meinereine m (?) nicht.

Au Panne. Mir gings nicht um den konkreten Namen, sondern die für deutsche Zungen ungewohnte Konsonantenfolge LJ/BLJ.

Bei den meisten
tschechich-slowakisch-polnischen Namen verwende ich aus
Gewohnheit die landessprachlichen Namen, deutsche zu verwenden
soll und darf aber nicht „kriminalisiert“ werden.

Passiert das denn? Nun, mag sein… da stimme ich dir auch zu.
Nur finde ich es kein Unding, die landeseigenen Bezeichnungen
zu wählen, wenn/da diese sehr geläufig sind. Großteils sind
sie sogar für Deutsche geläufiger als die deutschen Namen.

ja das ist natürlich in Ordnung. Interessant, dass aber kein Mensch weiß, wie Auschwitz polnisch heißt. Geschweige denn aussprechen kann.

Z.B. kenne ich von den von dir genannten Städten hier unten
keine einzige:

Hinfahren!
Das finde ich eben sehr schade. Weil dort lebendiges, ja wie soll ich das nennen, Deutschtum? bis heute gibt. Die übergesiedelten Banater Schwaben und Siebenbürgen Sachsen fallen in Deutschland allenfalls nur mit ihrer dialektal gefärbten Sprache auf, da sie der deutschen Sprache meist besser mächtig sind als wir „Deutschländer“. Im Unterschied zu vielen Rußlanddeutschen.

Ich bin wohl Geschichtsunwissend. Haben diese Städte denn
nicht zwei offizielle (d.h. „richtige“) Namen, so wie viele
Städte in den sorbischen Regionen auch?

Würdest Du von einem Sorben erwarten, dass er in sorbisch von Dresden, Bautzen, Weißwasser spricht? Oder ist es da nicht „normaler“ Budyšin, Bela Woda, Drježdźany, Wojerecy zu sagen? Oder müßten wir deutsch Muttersprachler dann der Sorben zuliebe die letzteren Namen verwenden? (Keine Ahnung, wie das klingen müßte)

pp

Hi

Ja, nee, so meinte ich das auch nicht. Nicht Übersetzungen der
slawischen Namen, sondern spracheigene, quasi
„deutsch-klingende“ Bezeichnung. Die genannten Städte könnten
ebensogut in Deutschland liegen, vom Namen her.

hm, das mußt Du mir erklären. Daß Reichenberg deutsch klingt,
wenn es von Deutschen benannt wurde und demzufolge auch ein
Ort in Deutschland so heißen könnte hat ne innere Logik, was
meinst Du jetzt damit?

Kein Problem. Reichenberg wie auch Preßburg sind rein deutsche Namen, bestehend aus deutschen Morphemen, die jeweils eine Bedeutung haben. Prag, Bukarest oder Moskau nicht. Das sind eingedeutschte Fremdwörter.
Meiner Meinung nach ist das ein nicht zu vernachlässigender Unterschied.

Es handelt sich um Städte mit langer deutscher
Bevölkerungstradition. Aus diesem Grunde sind deutsche Namen
im deutschsprachigen Dialog nicht nur statthaft, sondern auch
beiderseits politisch gewünscht.

Sagt wer?

oh, da hast Du mich auf dem falschen Fuß erwischt. Es gibt
eine Vereinbarung auf alle Fälle zwischen der Tschechischen
Republik und Deutschland, in der das festgehalten wurde. Dass
die geographischen Namen in der jeweils verwendeten Sprache
angewandt werden sollen.Mal schaun, ob ich das wiederfinde.

Okay, davon wusste ich wirklich nichts. Wäre interessant, darüber zu lesen.

Meinereine m (?) nicht.

Au Panne. Mir gings nicht um den konkreten Namen, sondern die
für deutsche Zungen ungewohnte Konsonantenfolge LJ/BLJ.

Ja, das ist verständlich. Wenn man da an einige polnische und tschechische Orte denkt, wundert mich auch nicht, dass da die deutsche bzw. eingedeutschte Variante bevorzugt wird.

ja das ist natürlich in Ordnung. Interessant, dass aber kein
Mensch weiß, wie Auschwitz polnisch heißt. Geschweige denn
aussprechen kann.

Stimmt auffallend. Wüsst ich auf Anhieb auch nicht (mehr), würd’s höchstens wiedererkennen.

Z.B. kenne ich von den von dir genannten Städten hier unten
keine einzige:

Hinfahren!
Das finde ich eben sehr schade. Weil dort lebendiges, ja wie
soll ich das nennen, Deutschtum? bis heute gibt. Die
übergesiedelten Banater Schwaben und Siebenbürgen Sachsen
fallen in Deutschland allenfalls nur mit ihrer dialektal
gefärbten Sprache auf, da sie der deutschen Sprache meist
besser mächtig sind als wir „Deutschländer“. Im Unterschied zu
vielen Rußlanddeutschen.

Ich habe mal Aufnahmen gehört vom Siebenbürger Sächsisch. Fällt mir sehr schwer, das zu verstehen, mit „meinem“ Sächsisch hat der Dialekt nicht viel gemein. Aber sehr interessant ist es natürlich, aus kulturellhistorischer wie auch linguistischer Sicht. Ich war noch nie in Rumänien, vllt. finde ich mich dort aber irgendwann einmal wieder. :smile:

Ich bin wohl Geschichtsunwissend. Haben diese Städte denn
nicht zwei offizielle (d.h. „richtige“) Namen, so wie viele
Städte in den sorbischen Regionen auch?

Würdest Du von einem Sorben erwarten, dass er in sorbisch von
Dresden, Bautzen, Weißwasser spricht? Oder ist es da nicht
„normaler“ Budyšin, Bela Woda, Drježdźany, Wojerecy zu sagen?
Oder müßten wir deutsch Muttersprachler dann der Sorben
zuliebe die letzteren Namen verwenden? (Keine Ahnung, wie das
klingen müßte)

Ja stimmt, jetzt versteh ich, wie du das in Bezug auf die rumänischen Städte meinst. Dass ein Siebenbürger Sachse die deutschen Namen dort verwendet, ist wohl nur natürlich und auch angebracht. Wir „auswärtigen“ Deutschländer jedoch kennen die Namen der Städte vielleicht weniger auf Deutsch, sondern eher auf Rumänisch. Sibiu hätt ich sofort einordnen können, zumindest nach Rumänien — Hermannstadt nicht. Timişoara auch, vllt. kann man das auf Deutsch Timischoara schreiben. Temeschburg las ich grad zum ersten mal.

Es wäre also vllt. dem Verständnis abträglich, den deutschen Namen zu verwenden, da er hier weniger bekannt ist… zumindest vermute ich das.

pp

Gruß,

  • André

Hi

Okay, davon wusste ich wirklich nichts. Wäre interessant,
darüber zu lesen.

und immer noch am suchen… war irgenwo im Dunstkreis der Euregio Egrensis

Ja, das ist verständlich. Wenn man da an einige polnische und
tschechische Orte denkt, wundert mich auch nicht, dass da die
deutsche bzw. eingedeutschte Variante bevorzugt wird.

Stettin zum Beispiel, macht man sich zum Obst, wenn man das auf polnisch intonieren will. Oder Spinlderu°v Mlyn gar.
Oswiecim ist übrigens Auschwitz. Mit paar Kringeln hier und da.

Ich habe mal Aufnahmen gehört vom Siebenbürger Sächsisch.
Fällt mir sehr schwer, das zu verstehen, mit „meinem“
Sächsisch hat der Dialekt nicht viel gemein. Aber sehr
interessant ist es natürlich, aus kulturellhistorischer wie
auch linguistischer Sicht. Ich war noch nie in Rumänien, vllt.
finde ich mich dort aber irgendwann einmal wieder. :smile:

Ist ein sehr schönes Land landschaftlich wie kulturell. Und mittlerweile auch wirtschaftlich auf aufsteigendem Ast. Im Gegensatz - leider - zu Ungarn. Hermannstadt muß toll sein, war Kulturhauptstadt 2006. War aber auch vor - hups - gut 20 Jahren zum letzten mal selber dort… Kenn nur viele die wieder hinfuhren.

Timişoara auch,
vllt. kann man das auf Deutsch Timischoara schreiben.
Temeschburg las ich grad zum ersten mal.

Temeschburg ist auch im Banat nie ganz üblich geworden, Temsch(v/w)ar ist üblich und dann multinational in der Aussprache.
Die dortigen Orte sind in Westdeutschland völlig unbekannt, hat man sich ja nie drum gekümmert, der Ostler kam halt im Urlaub vlt. hin. Da aber die Politik in Ro wie DDR kein Interesse hatte, die Existenz einer 800 Jahre alten starken deutschen Bevölkerungsgruppe dort zu thematisieren, hat kaum einer die Ortsnamen erfahren, der nicht hingehört hat. Die Ungarn haben das mit ihrer Minderheit dort anders gehandhabt.
Dass die Siebenbürger vor 800 Jahren zu Sachsen gemacht wurden lag angebl. daran, dass die Ungarn oder wer auch immer deutsch mit Sachsen assoziiert haben. Tatsächlich kamen die Leute aber aus der Luxemburger Ecke, was wohl im Idiom noch hörbar sei. Der originale Dialekt ist schon heftig.

pp

pp

Tschechien oder Tschechei?
Hallo, fällt mir grad ein. Was verwendest Du?
Mich schüttelts bei Tschechien, das kommt mir nicht über die Lippen. Früher war das immer ein Verballhornungswort. Als würde man Franzland oder Pollakei sagen müssen. Meine tschechischen Freunde nannten ihren Landesteil immer selbstverständlich Tschechei. Wer denkt sich solche Worte aus?
Können m. E. nur Leute ohne Bezug zur CR sein. Und in CR wahrscheinlich welche, die sich toll fühlen, wenn sie dem großen Deutschland ne Sprachänderung abringen können.
Wußtest Du schon, dass aber das große Rußland uns auch eine Namensänderung im Russischen zugestanden hat?

pp

Hallo André,

im Wesentlichen ist das eine Antwort bzw. mein „Ich will auch mal was sagen“-Beitrag zu diesem ganzen Teilthread.
Mir persönlich sind deutlich ausgesprochene deutsche Namen weitaus lieber als verkorkste fremdländische.
Beispiel Polen: Das bekommt ja kaum ein Deutscher hin (außer uns Sprachfreaks), Szczecin korrekt [ˈʃtʃɛtɕin] auszusprechen, die Variationsbreite reicht von [ʃɛˈtʃiːn] über [tʃɛˈtsiːn] bis zu [ˈtʃeːtsin] (letzteres neulich auf dem Berliner Hbf gehört und mich zuerst gefragt, wo denn Tschetien liegt, und ob nicht Inguschetien gemeint sein könnte).
Besonders lustig finde ich angebote in kostenlosen Postwurfsendungen, die einem empfehlen mal einen Ausflug „nach Stettin und Kolobrzeg“ zu unternehmen. (Hätte man nicht Kolberg schreiben können? Wäre wenigstens korrekt gewesen.)

Dann das schon herbeizitierte Ljubljana, was ich eigentlich nur als [l̟ʝuːbl̟ˈʝaːna] ausgesprochen kenne, oder auch Łódź ([wutɕ]), das ich oft als [vutʃ] höre – versteht das dann überhaupt noch jemand? Die Polen sicher nicht.

Und am Ende kommen noch solche Stilblüten zustande, nach dem Prinzip „Wir wollen alles richtig machen und schreiben Diakritika mit“: Śiluté (statt Šilutė), Cǎlǎraşi (statt Călărași), Hoàn-Kiêm-See (statt Hoàn-Kiếm-See) u.s.w.

Liebe Grüße
Immo