Dschungel - Baufinanzierung ohne Ende ?

Hallo Liebe Forumteilnehmer.

Wer steigt im o.g. noch durch ?

Was gibt es nicht alles für möglichkeiten für sein Eigenheim zu sparen. Wohnriester, Bausparen, Lebensversicherung etc…

Wer gibt Aufschluss in dem Dschungel ?

Angenommen, man ist Anfang 30, hat Familie mit Kind und will in absehebarer Zeit (ca. 6 Jahren) eine Immobilie erwerben.

Grds ist EK erstmal nicht vorhanden. Was wäre die Beste Finanzierung ?

vg

CABAL

Hallo,

ich denke mal es geht dir um eine privat genutzte Immobilie, für vermietete sieht es evtl etwas anders aus als von mir gleich beschrieben.

Wenn Ihr noch ca. 6 jahre Zeit haben für eine Immobilie und kein oder wenig Eigenkapital erst mal Eigenkapital ansparen. laß solche Spielchen wie Lebensversicherungen, Aktienfonds usw, da du nicht mit sicherheit sagen kannst was dabei raus kommt.

Über Wohnriester kann man geteilter meinung sein. Ich persönlich lasse die Finder davon, da die Summern nicht all zu hoch sind und du im Rentenalter eine fiktive Steuer bezahlen mußt. Sollte die Finanzierung jedoch sehr knapp sein durchaus neben Förderdarlehen der öffentlichen Träger eine Möglichkeit. Aber wie gesagt mit Vorsicht zu geniessen.

Ganz abraten bei eigen genutzten Immobilien muß man auf jeden Fall von sogenannten Tilgungsersatzleistungen und endfälligen Darlehen. Tilgungsersatzleistungen sind z.B. Lebensversicherungen oder Aktienfonds. Problem ist, dass Lebensversicherungen klassisch aktuell ca. 5% Wertzuwachs haben der jederzeit angepasst werden kann. Darlehenszinsen ca. 4% bei 100% Finanzierungen kanpp unter 5% und du die Erträge bei Lebensversiecherungen nach dem halbeinkünfteverfahren bei Fälligkeit wenn nach dem 60 Lebenshar die Auszahlung erfolg versteuern mußt.

Fondsgebunende Versicherungen bzw Aktienfonds oder ETF hast du das volle Kapitalmarktrisiko, wenn wir z.B. in 25 jahren wieder eine Finanzkrise haben und du 50% deines Guthabens in 6 Monaten verlierst ist das bei ner Immobilienfinanzierung nicht lustig und sinnvoll.

Z.B. Darlehen 250.000 Euro und Guthaben aus Tilgungserstaz nur 200.000 Euro mußt du 50.000 nachfinanzieren.

TIPP: Schulden auf das eigen genutzte Wohnobjekt so schnell als möglich tilgen wenn möglich Sondertilgungen oder erhöhten Tilgungssatz wenn finanziell verkraftbar.

Bleiben nur noch klassische Annuitätendarlehen und Bauspardarlehen als Alternative.

Funktionsweise des Bausparvertrag ist vereinfacht ausgedrückt, dass du über eine bestimmte zeit (meist ca. 7Jahre) Guthaben ansparst und bei Zuteilung das Guthaben und das bauspardarlehen von der bausparkasse bekommst.

Bsp.

Bausparvertrag 100.000 Euro Bausparsumme
nötige Besparung 40 bis 50% der Bausparsumme also 40.000 bis 50.000 Euro
Zinssatz in der Ansparphase zwischen 0,50% und 1,5% p.a.
Bausparzins je nach Guthabenzins 1,95% bis 4,50% p.a.
Vorfinanzierung des bausparvertrag i.d.R. über ein Bankdarlehen bis zur Zuteilung
Die Rückzahlung des Bauspardarlehens erfolgt in ca. 8 bis 10 jahren je nach Tilgungssatz
Tilgungssatz ca. 6Promille der bausparsumme PRO MONAT also 7,2% p.a.
Bedeutet an konkreten Zahlen 100.000 Bausparsumme 7,2% Tilgung und 4% Zins p.a. gergibt eine Zahlung von 11,20% p.a. oder 933,33 Euro je Monat. Du hast also sehr hohe Kreditraten bei der Baufinanzierung. Hier vorsicht und genau rechnen. Die Zinskosten sind zwar durch die schnelle Tilgung extrem günstig ist aber immer dei Frage ob man das aus der monatlichen Liquidität bezahlen kann.

Das Bauspardarlehen ist somit eine Zinsversicherung gegen steigende Zinsen über deinem bausparzins. Durch die nicht vorhandene Tilgung während der Vorfinanzierung und den niedren Guthabenzinsen liegt der „Grenzzinssatz“ jedoch je nach Bausparvertrag zwischen 5,50% und 6,50% im Bankdarlehnszins. Bis du also der Meinung, dass wir nach Ende deiner Angestrebten Zinsbindungsfrist einen Darlehenszins von über 6,50% haben ist Bausparen in Ordnung.
Abshclussgebüh für ein Bausparvertrag i.d.R. 1% der Bausparsumme bei 100.000 Euro bausparvertrag also 1.000 Euro kosten.

Für eigengenutzte Immobilien am sinnvollsten ist ein Annuitätendarlehn bei der Bank, da hin sofort getilgt wird und genau weisst, wie hoch deine Restschuld zum Ende der Zinsbindung beträgt,(d.h. Das Risiko bei Zinserhöhungen)und welche Gesamtlaufzeit du hast bei der Finanzierung.

Wenn du nicht nur eine Eigentumswohnung kaufst, sondern komplett baust schau die die öffentlichen Fördermöglichkeiten an, wie z.B. KfW Energiehäuser, Eigentumsprogramme, überleg dir eine Photvoltaikanlage und dazu das entsprechende Programm, versuch ein Energiespar 40 haus zu bauen ist zwar etwas teurer jedoch sehr günstige Förderprogramme, Schau dir die Länderspezifischen Förderprogramme an, in Baden-Württemberg z.B. von der L-Bank wohnen mit Kind, wenn du Kinder hast oder in absehbarer Zeit geplant ist.

Wenn du weisst was du bauen willst schaust dir als die Fördermöglichkeiten an, mach ein Mix aus Förderprogrammen und Bankdarlehen dann kann nichts schief gehen von Seiten der Finanzierung und du bist gut aufgestellt.

TIPP zum Eigenkapitalaufbau.
Nimm dir deine Zielrate er Finanzierung + die Kosten fürs Wohnen z.B. Steuer Strom Müll usw. (Deine Belastungenbei Finanzierung) davon Ziehst du deine aktuelle Belastung für Wohnen ab (inkl. ALLER Nebenkosten). Die Differenz besparst du auf einem simplen Tagesgeldkonto. wenn ne bestimmte Summe erreicht ist evtl tauschen in was festverzinsliches z.B. Sparbriefe oder Pfandbriefe-

Das hat 2 positive effekte:
1.) Du siehst on du mit dem dann verbleibenden Geld bei einer Finanzierung klatrkommst. Tu dir hier ein Gefallen und sei ehrlich. Aus wenn du Finanzierst brauchst du Kleidung Urlaub usw.

2.) Durch diszipliniertes Ansparen über den von dir angepeilten Zeitraum von 6 Jahren kommt eine ansehnliche Summe an Eigenkapital zusammen!

Hoffe Dir somit etwas geholfen zu haben. Bei weiteren Fragen gerne fragen

Hallo,

wir sind gerade in der Bauphase und haben - wie vom Vorredner beschrieben - ganz klassisch gespart und werden ein Annuitätsdarlehen tilgen.

Auf jeden Fall in den verbleibenden 6 Jahren möglichst viel Eigenkapital ansparen, aber nur mit sicherer Verzinsung! (Tagesgeldkonto, Festgeldanlagen, Bausparvertrag).

Ich würde vorab das Gespräch mit dem Bankberater suchen, er kann ausrechnen, ob es sich z. B. lohnt, in einen Bausparer einzuzahlen um anschl. günstige Kreditzinsen zu haben, oder besser anders ansparen und später ein seperates Darlehen tilgen. Klar, die Zinssätze in 6 Jahren können ganz anderes sein, als derzeit.

Auf alles, was irgendwie an Aktien, Fonds oder andere Versicherungen gebunden ist würde ich komplett verzichten. 1. ist die Laufzeit von 6 Jahren meist zu kurz, so dass sich solche Anlageprodukte gar nicht lohnen und 2. ist EK für den Hausbau zu kostbar um irgendwas zu riskieren.

LG, Eva

Hallo,
der Knackpunkt ist, moeglichst schnell moeglichst viel anzusparen.
Dazu kann man
-viel verdienen
-wenig ausgeben
-schneller gehts mit beidem gleichzeitig.

Kaufe intelligent. Betrachte alles auf lange Laufzeit. Ein Neuwagen kann preiswerter sein als ein Gebrauchter, aber klein und spritsparend muessen beide sein. Haushaltsgeraete dauerhaft anschaffen, nicht alle 3 Jahre ne Waschmaschine. Kleidung ist nicht kaufbar, sobald sie modisch ist. Kindersachen duerfen gebraucht sein, Kinder wachsen schnell raus.
Manche Leute koennen nicht sparsam einkaufen oder auf grossen Urlaub verzichten, wenn das Konto ueber 30ooo EUR Bares anzeigt, macht es anders.
Die Form der Anlage des gesammelten Geldes halte ich fuer sekundaer, es darf nur nicht spekulativ angelegt werden. Wie gesagt, der Bausparvertrag zeigt rechtzeitig, ob man soviel sparen kann wie im Vertrag abgeschlossen. Doch alles mit Bausparen finanzieren geht auch nicht, dann werden die monatlichen Raten zu hoch wegen der ueblichen schnellen Tilgung. Man muss -wenn Bausparen- auch noch anders zusaetzlich sparen.

Vergiss nie, den Euro, den Du nicht vorher sparst, sondern als Kredit aufnimmst, musst Du 30 Jahre verzinsen und dabei doppelt bezahlen, ganz grob gerechnet.

Gruss Helmut