Hallo alle miteinander,
habe gerade meine alten Schulbücher durchgesehen und konnte daraus die Frage, wann das Deutsche Berufsbeamtentum heutiger Prägung enstanden ist?
(Vor allem Unkündbarkeit und Pensionsansprüche) ?
Die Ausgangssituation ist folgende, daß ich heute am Mittagstisch eine heftige Diskussion mit einigen Arbeitskollegen hatte, wobei einer den Standpunkt vertrat, daß sich das
Berufsbeamtentum deutscher Prägung in der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg, also nach 1648 in Deutschland entwickelt habe.
Ich, sowie alle anderen waren der Meinung daß erst Reichskanzler Bismarck das deutsche Berufsbeamtentum etabliert habe.
Beim Nachschauen in meinen alten Schulbüchern konnte ich weder für das eine noch für das andere einen Beleg finden.
Oder haben wir uns alle geirrt ???
Moin, Schlaule,
schau mal bei Google rein: Geschichte der Beamten.
Da findest Du http://www.judithmathes/history.html
eine Anhandlung über die Geschichte der Staatsdiener.
Good luck - Hugo
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Hallo ?,
die Wurzeln dafür liegen in der Zeit zwischen 1710 und 1790 als der
Preußische König Friedrich der I.(und Friedrich der II.) mit dem „Wildwuchs“ im „Staate“ aufräumen wollte…
Mit der „Kriminalgerichtsordnung“ ,dem „Ostpreußischen Landrecht“
das später zum "Allgemeinen Preußischen Landrecht 1794 " wurde (und in abgewandter Forma auch noch heute die Grundlage der SOG-Gesetze in Deustchland bildet)gelang es den Preußenkönigen den Weg für eine
„moderne“ Verwaltung zu bereiten…
Gleichzeitig wird das Gerichtswesen vereinfacht mit 3 Instanzen und erstmalig Richtern als besoldeten „Staatsdienern“…
Außerdem promoviert die erste Frau als Doktor der Medizin in Preußen.
Einführung der "allgemeinen " Schulpflicht von 5 bis 13 Jahren…
Hier liegen die Wurzeln des sogenannten „Deutschen Berufs-Beamtentums“.
Verpflichtung zum Wohle der Allgemeinheit,Amtshandlungen ohne Ansehen der Person,Unbestechlichkeit.
Das diese Maßnahmen der Preußen-Könige Früchte trugen zeigte sich umgehend…
mfg
Frank
Hallo!
Ich erinnere mich vor kurzem gelesen zu haben, dass sie in der Weimarer Republik erst richtig an Einfluss und Ansehen gewonnen haben und somit zusammen mit den Angestellten das Bild der „Goldenen Zwanziger“ geprägt haben, falls dir das weiterhilft!
Gruß, Mariella
Hallo Mariella,
nein Ansehen hatten „Staatsdiener“ schon immer in der Geschichte…
(ist auch irgenwie blöd,mit Blanken Händen gegen jemanden zu „Wettern“
der ein Schwert in der Hand hat…*g*).
Nein,der deutsche Beamte unterschied sich seit dem 18.Jahrhundert von seinen „Kollegen“ in den anderen Monarchien vor allem dadurch,das er
nicht mehr dem König oder Kaiser seine Treu schwur,sondern den Gesetzen
des Landes.Genau daher rührt auch die (heute vielfach
„angeprangerte“ ) Anstellung auf Lebenszeit.Damit wollte der
Preußenkönig nämlich die „Unabhängigkeit“ seiner Beamten vom
örtlichen Adel sicherstellen.Aus dem gleichen Grunde wurde ihnen
auch ein Salär zum Lebensunterhalt gezahlt.
Bis dato war es nämlich so üblich,das sich die „Staatsbediensteten“
ihren Anteil an den Steuern/Zöllen usw. wegnehmen durften und das sie
ebend auf Gnade oder Ungnade ihrer Vorgesetzen (Adel oder Kirche)
ausgeliefert waren.
Zu welchen Auswüchsen dieses „alte“ System führte,kann man sich ja leicht vorstellen…
Das neue System zeigte schon recht bald Wirkung und diese positiven
Ergebnisse veranlassten auch andere Länder zur Übernahme dieses
Systems (Gerade im deutschprachigen Raum).
Seine „Blüte“ hatte das Deutsche Beamtentum vom 19. bis in den Anfang des 20.Jahrhunderts hinein.
Bis es dann vom "allgemeinen deutschen Karriere-Knick " (1945)
getroffen wurde…
mfg
Frank