Du-deiner-dir-dich

Liebe Experten,

soeben bin ich beim Bibellesen (Revidierte Elberfelder) über folgenden Satz gestolpert:

„Mache deinen Fuß selten im Haus deines Nächsten, damit er dich nicht satt wird und dich haßt!“
Nach meinem Sprachgefühl müsste es heißen: „… damit er deiner nicht satt wird …“

Aber vielleicht hat mir nur meine große Liebe zum Genetiv einen Streich gespielt?
Wie heißt es denn nun richtig?

Wer weiß was?

Hanna

Naja, nö … Man sagt doch auch „Ich hab es satt“, „Ich hab ihn / sie satt !“. Ich bin ihn dann satt. „Wird“ ist eine Zeitform von „sein“. Ich werde ihn satt. Irgendwann. Und ich werde es satt.
Zuhause hab ich 3Sat. Achnee *gg

HM

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„Mache deinen Fuß selten im Haus deines Nächsten, damit er
dich nicht satt wird und dich haßt!“
Nach meinem Sprachgefühl müsste es heißen: „… damit er
deiner nicht satt wird …“

Naja, nö … Man sagt doch auch „Ich hab es satt“, „Ich hab
ihn / sie satt !“. Ich bin ihn dann satt. „Wird“ ist eine
Zeitform von „sein“. Ich werde ihn satt. Irgendwann. Und ich
werde es satt.
Zuhause hab ich 3Sat. Achnee *gg

Hallo, Herr Meyer!

Hmmm … Klingt irgendwie plausibel, doch habe ich das gleiche Problem mit „müde“:
Wohl ist mir auch die Wendung „Ich bin es müde“ geläufig, doch verwende ich auch hier den Genetiv: „Ich bin der vielen Fragen müde“

Ist das dann etwa auch falsch?

Hanna

Nö, sicher nicht. Oder doch ? Von dem vielen Satt bin ich hungrig geworden und du bist schuld.

Zum Eingang: Bibelübersetzungen sind nicht immer im Gebrauchsdeutsch abgefasst. Aber das sind Schreiben von Rechtsanwälten auch nicht :smile:

HM

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„Mache deinen Fuß selten im Haus deines Nächsten, damit er
dich nicht satt wird und dich haßt!“
Nach meinem Sprachgefühl müsste es heißen: „… damit er
deiner nicht satt wird …“

Hallo, liebe Hanna,
ich stimme Dir völlig zu. Auch ich würde eher den Genitiv verwenden. Klingt besser. Aber bei aller Liebe zum 2. Fall, der Genitiv is leider auf dem Rückzug, zumindest im alltäglichen Sprachgebrauch.
Allerdings finde ich das gerade in einer Bibelübertragung sehr bedauerlich, verflacht dadurch der poetische Text doch zu alltäglicher Gebrauchsprosa.
Gruß Eckard.
PS: ich habe mich gefreut zu lesen, dass Deine Operation doch überflüssig wurde!

Hallo Eckard!

ich stimme Dir völlig zu. Auch ich würde eher den Genitiv
verwenden. Klingt besser.

Genau!
Aber ist er allein deshalb schon richtig?

Aber bei aller Liebe zum 2. Fall,
der Genitiv is leider auf dem Rückzug, zumindest im
alltäglichen Sprachgebrauch.

Leider.
Aber mein jüngster Sohn (9) verwendet ihn schon in der Spontansprache, und darauf bin ich mächtig stolz!

Allerdings finde ich das gerade in einer Bibelübertragung sehr
bedauerlich, verflacht dadurch der poetische Text doch zu
alltäglicher Gebrauchsprosa.

Zustimmung.
Da hätten sie ja gleich schreiben können: „Besuche deinen Nachbarn nicht zu oft, …“
Aber wenn man sich schon solch blumiger Ausdrucksweise bedient, sollte man es konsequent machen, meine ich.

PS: ich habe mich gefreut zu lesen, dass Deine Operation doch
überflüssig wurde!

Oh, danke! *strahl*

Hanna

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„Mache deinen Fuß selten im Haus deines Nächsten, damit er
dich nicht satt wird und dich haßt!“
Nach meinem Sprachgefühl müsste es heißen: „… damit er
deiner nicht satt wird …“

Liebe Hanna
Ich schließe mich im vorliegenden Fall unbedingt Deiner und Eckards Meinung an und verwende hier auch ‚deiner‘.
Darüberhinaus versuche ich auch gutes Deutsch zu erhalten und dazu gehört auch der Genitiv an der richtigen Stelle.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Ergänzung: satt, müde, überdrüssig, gewärtig …

Wohl ist mir auch die Wendung „Ich bin es müde“ geläufig, doch
verwende ich auch hier den Genetiv: „Ich bin der vielen Fragen
müde“

Ist es nicht so, dass man einer Sache satt, müde, überdrüssig oder gewärtig (was gibt’s denn da noch?) sein kann?

Hanna

Genitiv UND Akkusativ!
Liebe Leute,

zunächst einmal:

_3. *etwas satt haben / etwas satt sein (gehobene Sprache:smile: einer Sache satt sein (etwas leid sein, nicht länger dulden);

sie war den Ärger satt; etwas satt bekommen / kriegen (umgangssprachlich; etwas leid werden).
© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Als Verb ist auch noch „werden“ möglich: Ich werde das langsam satt!*
*Und Herr Meier: „wird“ ist eine Form von „werden“ nicht von „sein“!

Das heißt: Sowohl Akkusativ ist möglich als auch Genitiv**. Und der Gebrauch des Genitivs wird als „gehobener Sprachstil“ betrachtet.

**Hanna: Gen i tiv! Was ist mit deinem Sprachgefühl?:wink:
Sagt ein Deutschlehrer am Strand zum Kollegen: Genitiv ins Wasser! Fragt der zurück: Wieso? Ist es Dativ?

Gruß Fritz

**Hanna: Gen i tiv! Was ist mit deinem Sprachgefühl?:wink:

Oh ich Esel!
Ich hab mir das noch nie merken können, wie man es nun richtig schreibt! Und als ich das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht wurde, baute ich mir versehentlich eine falsche Eselsbrücke!!!
Doch wage ich mich ganz schüchtern aus der Eselsbank, denn mein Fremdwörterbuch lässt beide Schreibungen zu …

Fritz, vielen Dank und Sternchen für Deine ausführliche Antwort!

Hanna