Ich werde mir demnächst ein neues Board mit CPU und Speicher
zulegen. Ich habe mich für einen AMD Barton 2500+ (Boxed) auf
ASUS A7N8X-X mit 2x 512 MB DDR 333 entschieden.
Ich habe dazu aber ein paar Fragen.
Als erstes würd mich interessieren, ob jemand (gute oder
schlechte) Erfahrung mit dieser Kombination gemacht hat.
Das billige ASUS A7N8X-X mit nForce2 400 gehört meiner Meinung nach nicht zu den gelungesten nForce-Boards. Es gibt in diesem Preisbereich sowohl besser ausgestattete Mainboards als auch ähnlich ausgestattete Boards mit wesentlich höherer Qualität. Zur zweiten Kategorie würde ich das Shuttle AN35N Ultra mit nForce2 Ultra - Chipsatz und einer sehr hochwertigen Verarbeitung zählen, welches auch meine Empfehlung wäre.
Zum Zweiten würde ich vom Athlon 2500+ mit Boxed-Kühler abraten, da dieser billige Kühler von der Kühlleistung nicht sonderlich überzeugt und recht laut ist. Kauf lieber die Tray-Variante des Prozessors und hol dir einen extra Kühler dazu. Schon der billige Arctic Copper Silent Rev.2 für 9 EUR macht einen besseren Eindruck, als der originale Boxed-Kühler. Wenn du Erbarmen mit deinem Prozessor und deinen Ohren hast, hol dir aber besser einen Zalman CNPS 7000A AL-CU oder eine günstige Thermalright SLK-900 A/ Y.S.Tech-Lüfter - Kombi. Beide sind z.B. bei Caseking für unter 30 EUR zu erhalten und sehr leise und leistungsstark.
Zum Arbeitsspeicher: DDR333-Speicher ist nicht gleich DDR333-Speicher, auch innerhalb derselben Speicherklasse gibt es große Qualitäts- und Leistungsunterschiede. Ein langsames 333MHz - Modul mit CL3(-3-4-8) von Infinion kann durchaus 10% - 15% langsamer laufen, als ein hochwertiges 333MHz - Modul mit schnellen Timings, wie z.B. das Kingston HyperX oder Corsair XMS-LL mit Timings von CL2(-2-2-5). Der Geschwindigkeitsvorteil durch den Einsatz eines höherwertigen Speichermoduls ist größer, als der Geschwindigkeitsvorteil durch Dual-Channel!
Desweiteren ist gerade der nForce2 - Chipsatz nicht für eine besonders hohe Speicherkompatibilität berühmt. Viele billige Noname-Module laufen, besonders im Dual-Channel-Betrieb, nicht stabil auf dem nForce. Man sollte also zu Markenmodulen greifen, die bekanntermaßen kompatibel sind. Ich habe gute Erfahrungen mit Corsair, Kingston, MDT, Samsung und Infinion gemacht.
Das Nächste wäre der Punkt, der mich am meisten interessiert.
Der nForce2-Chipsatz ist Dualchannel. 512 MB sind nicht gerade
billig, ich hatte evtl. vor, jetzt erst einmal 512 MB zu
kaufen und vielleicht in einem halben/ganzen Jahr nochmal 512
dazu.
Das kannst du problemlos tun. Nur solltest du darauf achten, nur Speichermodule einzusetzen, die bekanntermaßen für den Dual-Channel-Betrieb auf einem nForce-Board geeignet sind und nur bei hochwertigem Markenspeicher Module unterschiedlicher Hersteller/ Baureihen zu mischen, weil es besonders im Mischbetrieb mit minderwertigen Modulen auf dem nForce2 schnell zu Speicherproblemen kommen kann. Also besser ein Speichermodul eines Typs kaufen, den du später problemlos nachkaufen kannst.
Soweit ich mich erinnern kann, gibt es Performance-Einbußen,
wenn man nur einen Speicherriegel für Dualchannel-Chipsätze
verwendet. Wie stark ist der Performance-Verlust dadurch in
der Praxis tatsächlich? Oder anders gefragt, lässt sich das
Board überhaupt mit nur einem DIMM betreiben?
Das Board lässt sich problemlos mit einem Speicherriegel betreiben. Der Performance-Unterschied zwischen Singe-Channel und Dual-Channel auf nForce2-Boards ist bei hochwertigem Speicher mit schnellen Timings sehr gering, er liegt bei schnellen Timings von 2-2-2-5 vielleicht bei 2 - 3%.
Bei billigem Speicher mit schlechten Timings (3-4-4-8) ist der Vorteil durch den Dual-Channel-Mode größer, aber auch hier werden nicht mehr als 5 - 7% Leistungssteigerung erreichbar sein.
Das ist dadurch zu erklären, dass der Dual-Channel-Modul bei bei Athlon XP - Prozessoren zu keiner Erhöhung der Bandbreite der Speicheranbindung führt, wie z.B. beim Pentium 4. Der Pentium 4 hängt an einem quasi 800Mhz schnellen QDR - Interface. Durch den Dualchannel-Betrieb vergrößert sich der Speicherdurchsatz bei der Benutzung von 2 x 400MHz - Speichermodulen statt eines 400MHz - Moduls auf das Doppelte, während der Prozessor im Single-Channel-Betrieb auf der Hälfte seiner Daten sitzen bleibt, kann er nun alle Daten ungebremst an den Speicher liefern. Dadurch erhöht sich die Systemleistung erheblich. Beim Athlon XP 2500+ mit einem quasi 333 Mhz schnellen DDR - Interface, bringt es dagegen keinen Vorteil für die Verarbeitungsgeschwindigkeit, die Speicheranbindung durch die gleichzeitige Verwendung von 2 x 333MHz - Modulen zu verdoppeln. Denn mehr Daten, als der Prozessor liefert, kann der Speicher schließlich nicht verarbeiten, so dass es im Hinblick auf die Speicherbandbreite eigentlich relativ egal ist, ob ein Athlon XP im Single- oder Dual-Channel-Modus läuft!
Der einzige Vorteil des DCM beim Athlon XP liegt in einer Verringerung der Latenzzeiten der Speichermodule. Bei einer Latenzzeit von CL3 benötigt der Speicherriegel quasi jeweils 3 Takte nach jedem Speicherzugriff, bis wieder neue Daten gelesen oder geschrieben werden können. Im Dual-Channel-Betrieb muss der Prozessor nun jedoch nicht 3 Takte auf den Speicherriegel warten, sondern kann auf den zweiten Riegel zugreifen, der in der Zwischenzeit vermutlich schon wieder zugriffsbereit ist. Dadurch verringern sich im Dual-Channel-Modus die Wartezeiten zwischen den Speicherzugriffen (Latenzzeit), was zu einem Performancegewinn führt. Dieser ist logischerweise beim Einsatz von hochwertigem Speicher, der sowieso schon sehr geringe Latenzzeiten aufweist, geringer als bei Speicher mit hohen Latenzzeiten, da bei ersterm weniger Defizite ausgeglichen werden können.
Ich kann mich vage an Benchmarkergebnisse des ersten nForce
erinnern, dort waren die Performanceunterschiede teilweise bis
zu 20%.
Das mag aus oben geschilderten Gründen auf den Pentium 4 zutreffen, wo der Prozessor beim Dual-Channel-Betrieb im Idelfall die doppelte datenmenge transferrieren könnte, beim Athlon XP ist der Geschwindigkeitsvorteil jedoch wesentlich geringer.