Dudelsack im Selbstunterricht?

Hallo, ich würde gerne Dudelsack lernen, finde aber keinen Lehrer. Beim Rumfragen gab es zwei entgegengesetzte Meinungen:

  1. Das ist ganz einfach, kannst Du selbst lernen, im Grunde nichts anderes als Blockflöte, gleiche Griffweise.

  2. Vollkommen sinnlos alleine, das dauert Jahre, bis Du es kannst.

Was stimmt?

Dan

Hallo Dan,
Du musst da schon etwas genauer sein. Es gibt Sackpfeifen mit offener Griffweise (z.B. das bretonische Biniou Kozh) , mit halbgedeckter Griffweise (z.B. die meisten französischen und flämischen) und mit gedeckter (z.B. die schottischen Highland Bagpipes). Dann gibt es Melodiepfeifen mit konischer und zylindrischer Bohrung (die einen können überblasen werden und haben einen entsprechenden Tonumfang, die anderen nicht) und es gibt Sackpfeifen, die mit dem Mund und welche, die mit dem Blasebalg angeblasen werden. Die meisten Sackpfeifen sind diatonisch spielbar, es gibt aber auch vollchromatische inklusive umstimmbarer Bordune (Musette, Uillean Pipes) und so einiges zwischendrin - von den exotischen Skalen diverser Sackpfeifen vom Balkan ganz zu schweigen.

Das Spiel einer Highland Bagpipe (wenn es denn ein solches Instrument sein sollte) als Autodidakt zu erlernen, ist eine erhebliche Herausforderung. Ich würde davon abraten - zumal allein die Griffweise längst nicht das einzige technische Problem bei diesem Instrument ist. Um es ohne Umschweife auszudrücken: Deine unter 1. gelisteten Informanten haben so ein Ding wahrscheinlich allenfalls mal von Weitem gesehen …

Freundliche Grüße,
Ralf

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Hallo Ralf,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

mich interessiert der mittelalterliche Dudelsack, wie er oft von Bands auf Mittelaltermärkten gespielt wird.

Ich werde leider im Internet auch nicht fündig. Es scheint doch etwas sehr exotisches und seltenes zu sein.

Viele Grüße
Dan

mich interessiert der mittelalterliche Dudelsack, wie er oft
von Bands auf Mittelaltermärkten gespielt wird.

Ich werde leider im Internet auch nicht fündig. Es scheint
doch etwas sehr exotisches und seltenes zu sein.

Hallo Dan,
ich besitze einen Dudey von Michael Hoffmann, kuckstu hier:
http://www.bagpipe.de
Das ist allerdings eine ‚leise‘ Sackpfeife, weniger für Freiluftmusik geeignet. Hoffmann baut auch einen ‚lauten‘ Bock. Das sind allerdings strenggenommen Renaissance-Instrumente, keine mittelalterlichen.

Die Griffweise ist bei diesen Sackpfeifen ähnlich einer Blockflöte (barocke Griffweise). Durchaus als Autodidakt erlernbar - ich selbst hatte allerdings vorher schon Erfahrung mit einem Biniou Kozh (einfachere Griffweise, nur ein Bordun, allerdings sehr kurze Mensur). Ein Workshop - auch um den Umgang mit und die Pflege von Ledersack und Rohrblättern zu erlernen - ist durchaus empfehlenswert, sonst kann die Freude an dem Instrument schnell dahin sein.

Im Internet kenne ich noch http://www.dudelsackwerkstatt.de, allerdings ist dort z.Z. nicht mehr als eine Adresse in Dresden zu finden. Ansonsten ruhig mal die Musiker auf den Märkten ansprechen und nach ihrem Instrumentenbauer fragen.

Ein empfehlenswertes Anfängerinstrument (sieht man öfter auf Mittelaltermärkten, ist allerdings ein zeitgenössisches und kein historisches Instrument) ist die Gaita Gallega (spanisch-galizische Sackpfeife) oder auch die bretonische Veuze. Relativ leicht zu erlernen und nicht allzu teuer. M. Hoffmann importiert auch recht brauchbare Gaitas.

Freundliche Grüße,
Ralf

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Danke, mit dem Link
komme ich weiter.
Dan

Hallo Dan,

ich stehe vor dem gleichen Problem wie Du, habe mir ein aber ein Buch gekauft, nach dem man’s lernen kann. Den Titel reiche ich Dir noch nach. Eines ist jedenfalls sicher: Es ist nicht mit einer Blockflöte zu vergleichen, denn die Atemtechnik und auch -leistung spielt beim Dudelsack eine noch wichtigere Rolle.

Viel Erfolg

Dieter

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Hallo, mein Bruder hat es sich selbst beigebracht.
Das ist eine Schottischer Schäfer Dudelsack, also ein Ledersack mit -3 Pfeiffen eine Mundstück und eine Pfeiffe als Flöte.

Ich habe es selbst auch einmal versucht und fand es recht easy,
Er hatte Bücher wo genau beschrieben war welches Lock mit welchen Finger drücken, bzw. welches Loch offen sein muss.

Da ich viel Taktgefühl habe (20 Jahre lang E gitarre Spiele) habe ich mir 10 Minuten das Lied eigeprägt, geschaut wie s zum Takt passt und konnte es dann spielen.

Problem an den Sack ist das du die Membrane, die aus Holz bestehen immer vor jeden Spiel ins wasser einlegen musst und später trocknen.
ah und den Sack musst du einölen damit der dicht ist.

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