Dürfen Ärzte mehr behandeln als nötig? Abrechnung?

Hallo,

war neulich wegen einer Impfung bei einem neuen Arzt (Wohnortwechsel).

Besuch1: Wir impfen nicht ohne Kennenlernen, ok verstehe ich. Blutdruckmessung, 5min Beratung, Impfung.

Besuch2: Blutdruckmessung (nein, brauche ich nicht - doch machen wir immer bei allen Patienten), Gewicht+Größe (nein, ich komme zum Impfen - doch die Daten haben wir noch nicht), Arztberatung „wo brennt es denn“ (nein, nirgendwo, ich komme NUR ZUM IMPFEN) …

Meine Frage ist nun, darf der Arzt mir das aufzwingen? Wenn er das als netten Service macht will ich nichts sagen, aber ich vermute er streicht für jede dieser Sachen sein Honorar ein! Wie kann ich das in Erfahrung bringen, bestehen Möglichkeiten bei der Krankenkasse oder KV nachzufragen?

Bin kassenversichert, aber mit so einer Art Selbstbeteiligung - daher interessiert mich wie viel nun berechnet wurde!

Danke im Voraus für Antworten
Besten Gruß

Hallo johnny99,

der Arzt ist verpflichtet, sich vor jeder Impfung ein Bild vom Gesundheitszustand des Impflings zu machen. Er muss sich überzeugen, dass dieser nicht an Gesundheitsstörungen leidet, die das Impfen verbieten würden.

Montanus

Hallo Montanus,

der Arzt ist verpflichtet, sich vor jeder Impfung ein Bild vom
Gesundheitszustand des Impflings zu machen. Er muss sich
überzeugen, dass dieser nicht an Gesundheitsstörungen leidet,
die das Impfen verbieten würden.

es ist ja erfreulich, dass dieser Arzt sich seiner Pflichten bewußt ist.
Aber bei mir wurde weder als Kind in der Schule noch später jemals der Blutdruck vor einer Impfung gemessen.
Und ist denn der Pflicht Genüge getan mit einem kurzen Gespräch und einer Blutdruckmessung?
Auch habe ich noch nie erlebt, dass eine angemessene Einwirkzeit für das Desinfektionsmittel eingehalten wurde.
Mein Nachbar hatte durch solch eine Nachlässigkeit beinahe seinen Arm verloren, jetzt ist er „nur entstellt“.

Gruß
Pontius

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Hallo,

Hallo,

war neulich wegen einer Impfung bei einem neuen Arzt
(Wohnortwechsel).

Besuch1: Wir impfen nicht ohne Kennenlernen, ok verstehe ich.
Blutdruckmessung, 5min Beratung, Impfung.

Besuch2: Blutdruckmessung (nein, brauche ich nicht - doch
machen wir immer bei allen Patienten), Gewicht+Größe (nein,
ich komme zum Impfen - doch die Daten haben wir noch nicht),
Arztberatung „wo brennt es denn“ (nein, nirgendwo, ich komme
NUR ZUM IMPFEN) …

  1. Stichwort Arztwechsel: hat der „Neue“ deine Unterlagen vom „Alten“ bekommen?
  2. Eine Hypertonie (Bluthochdruckerkrankung) stellt man nicht nur durch eine einmalige Messung fest…
  3. -> Antwort Montanus
  4. Vertraust du deinem Arzt? Wenn nicht: Warum wohl nicht?

Meine Frage ist nun, darf der Arzt mir das aufzwingen?

Nein, er darf dir gar nichts aufzwingen.

Wenn er das als netten Service macht will ich nichts sagen, aber ich
vermute er streicht für jede dieser Sachen sein Honorar ein!
Wie kann ich das in Erfahrung bringen, bestehen Möglichkeiten
bei der Krankenkasse oder KV nachzufragen?

Kannst du machen. Aber die werden dir keine Auskunft geben, deshalb…

Bin kassenversichert, aber mit so einer Art Selbstbeteiligung

  • daher interessiert mich wie viel nun berechnet wurde!

warte die Rechnung ab. Da heißt es dann u.a. …Beratung, auch mittels Fernsprecher… dann kannst du entscheiden, ob du dich über den Tisch gezogen fühlen willst, oder ob es der Anfang einer vertrauensvollen Beziehung werden soll.

Danke im Voraus für Antworten
Besten Gruß

Ebensolcher
rollifern

Danke für die Antworten.

Zu den Rückfragen, auch wenn einiges bereits OT ist:

1. Stichwort Arztwechsel: hat der „Neue“ deine Unterlagen vom „Alten“ bekommen?
nein, ich bin in den letzten mind. 15 Jahren nur für Impfungen beim Hausarzt gewesen, und das auch nur sporadisch hier und da (an mehreren Wohnorten), d.h. es gibt keine Unterlagen, weil keine nennenswerten Krankheiten/Arztberichte. Klar kann man nun sagen, gut dass dich jetzt einer untersucht - aber ich halte das wie bei Autos: in die Werkstatt gehts nur zum TÜV und wenn was kaputt ist…

**2. Eine Hypertonie (Bluthochdruckerkrankung) stellt man nicht nur durch eine einmalige Messung fest…**ohne Leiden bzw. Anzeichen will ich da auch gar keine Untersuchung. Ich glaube daran, dass der Körper sich weitgehend selbst reguliert, und verzichte soweit es irgendwie geht auf Dauer-Medikamente, weil ich da schlichtweg keinen Bock drauf habe… (einmalige Impfungen sind was anderes)

3. -> Antwort Montanus

Danke auch an ebenjenen für seine Antwort :smile:

4. Vertraust du deinem Arzt? Wenn nicht: Warum wohl nicht?

Grundsätzlich ja. Fachlich zweifle ich nicht an seiner Kompetenz, ebensowenig an derer aller Ärzte. Jeder ist auf seinem Gebiet Experte, zumindest unterstelle ich das jedem solange ich ihn nicht weiter kenne. Unabhängig davon kann mich jedoch ein Vorgehen stutzig machen, insbesondere wenn ich es für sinnfrei halte und es dennoch mit Kosten verbunden sein könnte - und ja, ich habe beruflich viel mit Kosten zu tun, mit Einsparpotenzialen und Kostensenkung…

> dann kannst du entscheiden, ob du dich über den
> Tisch gezogen fühlen willst, oder ob es der
> Anfang einer vertrauensvollen Beziehung werden
> soll.

Gerade in einer vertrauensvollen Beziehung, oder dem Beginn einer solchen, darf man kritische Fragen stellen. Mal schauen, ob die Abrechnungen meinen Vermutungen Recht geben. Mein Vertrauen wäre dann aber jedenfalls geschmälert, wenn es keine schlüssigen Erklärungen dafür gibt - und daher frage ich an dieser Stelle, ob das so rechtens sein kann.

Hallo johnny99,

der Arzt ist verpflichtet, sich vor jeder Impfung ein Bild vom
Gesundheitszustand des Impflings zu machen. Er muss sich
überzeugen, dass dieser nicht an Gesundheitsstörungen leidet,
die das Impfen verbieten würden.

Aber unser Kinderarzt kontrolliert nie den Bltudruck, bevor er die Kinder impft??
Dafür macht das meine Frauenärztin grundsätzlich!
Aber ich hab gar nichts in die Richtung.

Hab mir da irgendwie nie Gedanken gemacht, aber warum ist das so?

Gruß Jenny

Montanus

Servus Johnny99,

hilft Dir das weiter?

http://www.kkh-allianz.de/fileserver/kkhallianz/file…

Gruß

Kai Müller

ach johnny,
so kanns einem ergehen: da tut jemand seine Pflicht, so wie er/sie es gelernt hat und schon kommt jemand und will ihm/ihr an den Karren pinkeln…
Also: Dir zur Erklärung:
wenn Du als gesetzlich Versicherter einen Arzt aufsuchst nur(!) wg einer Impfung, einer Vorsorge oder eines Checks, fällt keine Praxisgebühr an. Der Arzt/die Ärztin bekommt für die reine Impfung ca. EUR 10,-, muss sich aber informieren, ob der/die zu Impfende impffähig ist, dazu gehört die Messung des Blutdrucks ab einem gewissen Alter, das Reinschauen in den Rachen, evtl. das Abhören der Lunge und das Tasten nach Lymphknoten in den Kieferwinkeln.Größe und
Gewichtbestimmung ist sicher nicht verkehrt.
Wenn Du die Praxisgebühr bezahlt hast, kann der Arzt/die Ärztin noch zusätzlich eine Pauschale von ca. EUR 30,- abrechnen, wenn er/sie sich noch ein wenig länger mit Dir beschäftigt hat, aber nur 1x in 3 Monaten, egal, wie oft Du ihn/sie aufsuchst (Pauschale).
Du kannst jederzeit zu Deiner KK gehen und einsehen, was der Arzt/die Ärztin berechnet hat, allerdings erst nach der Abrechnung am Quartalsende, dann siehst Du, welche „Reichtümer“ Dein Arzt mit Dir anhäuft…
Für ca. 10,- EUR pro Monat steht er/sie Dir Tag und Nacht zur Verfügung und Du meckerst hier herum…?
Na gut
denkt synapse (Landarzt)