Dürfen Die Das?!

Hi,

man kann es auch übertreiben - es geht doch hier nicht darum, wer Recht hat oder nicht, sondern dass die Schwester behandelt wird.

Ich würde mich bei einem anderen Krankenhaus erkundigen, die Lage schildern, klären, wie die Schwester am schnellsten und schonendsten dahin gebracht werden kann und dann ab dafür.

Außerdem würde ich den Hausarzt einschalten, falls es denn einen Hausarzt ihres Vertrauens gibt, vielleicht kann der sich mal erkundigen, was da tatsächlich gelaufen ist, beruhigen oder die Behandlung in einem anderen Krankenhaus einleiten etc.

Gruß
Cess

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Hi Josefine!

Ich schliesse mich Chris an:

Bitte geh zu dem Arzt, den Deine Schwester am längsten/meisten/häufigsdten/eingehendst im KKH. untersucht hat. Frag ihn Löcher in dem Bauch. Und das solange bis ihr alles verstanden und abgeklärt habt. Scheut Euch nicht davor und habt Ihr keine Bange das so zu machen. ERstens ist es Euren guten Recht und zweitens ist dem Arzt seine Pflicht. Erst wenn sich das alles zweifellos geklärt hat und Ihr absolut keine Frage mehr offen habt, entscheidet (gemeinsam mit Deiner Schwester) noch ob Ihr in einem anderen Krankenhaus „umzieht“. Das ist jedoch Euren guten Recht und das kann Euch niemand nehmen.

Und was medizinisch angeht: Ausser (wie Chris das sagte) sie liegt im OP, Komma o.Ä. ist deine Schwester nicht transportfähig. Ansonten, lass Euch genau klären was und wie (Risikoabschätzung nennt sich das) unterwegs passieren könnte, wenn Deine Schwester sagen wir mal, 40 Km gefahren wird. Welche tatsächlichen Risiken Deine Schwester hat, wenn sie so eine Fahrt in Kauf nimmt.

Und noch was: Ich finde auch äusserst seltsam, daß tagelang keiner der KKH-Personal sich sorgen um das Blut im Stuhl Deiner Schwester gemacht hat. Der erster Schritt machen das die Schwestern/Pfleger und ist recht unauffällig -sogar so unauffällig, daß dafür der Pat. nicht unbedingt anwesen sein muß.

Fazit : Wenn Ihr Euch nicht gut betreut fühlt, ist es Euren sehr guten Recht, dieses KKH zu verlassen und in einem anderen zu ziehen. Allerdings, lass Euch erst alles genauesten klären was wie und warum dies un jenes gemacht bzw unterlassen wurde. Erst dann könnt Ihr, gemeinsam mit deiner Schwester, eine Entscheidung treffen. denn sonst läuft Ihr gefahr, daß dasselbe im nächsten KKH geschieht.

Ich hoffe ich habe Euch ein bißchen geholfen!

Schöne Grüße aus Nürnberg und ein Sternchen für den tollen Beitrag von Chris!
Helena

Ganz Deiner Meinung, Malte! * + Gruß fowT
Sternchen
ohne
weiteren
Text,
da
voll
einstimmig!!! :o)))

Hallo, Sabine

Ich bin zb im August operiert worden, am Fuss. Der Termin
stand ca 1ne Woche fest, und einige Freunde fragten mich, in
welches KH ich denn gehen werde. Als ich den Namne nannte hört
ich von einigen: mache das nicht, die sind sauschlecht, da
wird dein Fuss verhunzt.
Alles Humbug! Die Op ist laut anderem Arzt 1a durchgeführt
worden, ich bin schon fast beschwerdefrei.
Am Tag als ich entlassen wurde berichtete mir jemand auf dem
Flur, das seine Frau genau die gleiche Op hatte in der
Unikklinik die einen sehr guten Ruf hat. Und was geschah?
Deren Fuss musste abgenommen werden, wegen einem bakteriellen
Infekt …

Damit schilderst du mit einem tollen Beispiel meine Meinung, nämlich: Umso mehr Leute du fragst wie der ruf eines XY ist, umso mehr zum teil total widersprüchlichen Antworten du bekommst. Am Schluß, wenn man genügend Leute gefragt hat, ist man idR weit verwirrter als vor der „Befragung“. Und das beziehe ich nicht nur auf Krankenhäusern sondern an alle Dienstlestungen.

Oder mit einem spanischen Spruch „Cria la fama y echate a dormir“ Was das heissen soll: Einmal ein Fehler --> sofort schlechten Ruf, der nie wieder verschwindet auch wenn der Fehler längst aufgehoben ist.

Vielen Dank dafür und einen lieben Gruß aus Nürnberg!
Helena

hallo lina,

ich hab jetzt ehrlich gesagt nicht alle antworten von oben bis unten durchgelesen.
wieso sagst du nicht der krankenkasse deiner schwester bescheid darüber?
die zahlen das doch alles und gehen davon aus, dass es korrekt gemacht wird…

gruß

makea

Mal abgesehen davon, daß
sich heute kaum noch ein Arzt die Zeit nimmt so aufzuklären,
daß der unwissende Patient auch wirklich versteht, was mit ihm
geschehen soll.

Es steht jedem Patienten zu, sich so lange aufklären zu
lassen, wie er es für notwendig hält. Wer vorschnell
unterschreibt, hat selber Schuld.

Malte, Freund von Eigenverantwortung

Tatsächlich - ‚…hat selber schuld‘???

Tja, Eigenverantwortung befürworte ich auch.

Ich komme seltenst mit Krankenhaussituationen in Kontakt, aber ist es nicht verwunderlich, was man da an einem einzigen Tat alles mitkriegt, bzw am eigenen Leib erfährt?? :

  • Termin zur Befundbesprechung nach Biopsie
    (bei der Biopsie lernte ich die Ärztin kennen; sie war mir sympathisch, alles war in Ordnung, was die Behandlung anbetrifft):

Es wird ein Termin für die OP gemacht.
Sie füllt in aller Eile einen ‚Aufklärungsbogen‘ aus, schreibt dies und jenes hin, ach, bei, wie heisst die Rubrik gleich, na, ‚Folgen‘ der OP halt, kritzelt sie nen paar Sachen hin, ‚ach, wir könnten ja auch dies noch schreiben, oder jenes‘. An exhaustive list? Nö, eher so was ihr gerade in den Kopf kommt, übertrieben gesagt.

Ich lese mir diese durch, wozu sie mir eigentlich gar keine Zeit gibt.
Ich: Was bedeutet denn blablabla?
Sie: (kurze Erklärung)
Ich: Oh! Das heisst also, dass…
Sie: Ja, jetzt hören sie mal, wenn sie sich nicht operieren lassen wollen, dann kriegen sie Krebs. Wollen Sie das?
Ich: Ich weiss, dass ich mich operieren lassen muss!
Aber ich möchte gerne verstehen, was das bedeutet!
Sie: (in einem NETTEN Ton!) Jetzt reisst mir aber gleich der Geduldsfaden!!

Keine Zeit zum Aufklären. Unterschreiben, zack, weitermachen.
Sie ist ja schliesslich vielbeschäftigt.

For crying out loud, warum kann nicht ne Assistenz die Aufklärung machen, wenn Frau Oberärztin verständlicherweise keine Zeit hat???

Dann werde ich in ein anderes Gebäude geschickt, um wegen Narkose einiges abzuklären.

Ich sitze auf einem Gang & fülle einen Fragebogen aus, bevor es weitergeht. Neben mir wartet eine stationäre Patientin im Rollstuhl. Ausländerin mit schlechtem Deutsch. Eine Tür geht auf, sie wird reingebeten.
Sie: Meine Tochter kommt gleich, zum Übersetzen.
Dame: Ach, ich denke, sie werden mich auch so verstehen.
Sie traut sich nicht zu widersprechen.
… kurze Zeit später:
ein junges Mädchen kommt in den Flur, abgehetzt, zu mir:
Haben Sie hier eine Dame im Rollstuhl gesehen?
Ich: Ja, sie ist DA drin.

Mädchen geht rein, beide kommen GANZ kurze Zeit später raus.
dh 90% des Gesprächs müssen ohne Übersetzung geführt worden sein.

Find ich auch das total daneben? Ja, logischerweise.

Wie ich dann kurze Zeit später ‚aufgeklärt‘ wurde, steht in meinem ‚danke‘ zu meiner Narkosefrage weiter unten.

Bitte erzähl mir nichts von Eigenverantwortung - diese wird vom (wohl überlasteten) Personal unter den Tisch gekehrt, solange Patient in Behandlung ist.

Läuft aber was schief, wird genau darauf gepocht!!!

genervte Grüsse von einer immer nervöser werdenden Isabel, deren OP Termin immer näher rückt.

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Hi Isabel,

Ich komme seltenst mit Krankenhaussituationen in Kontakt, aber
ist es nicht verwunderlich, was man da an einem einzigen Tat
alles mitkriegt, bzw am eigenen Leib erfährt??

Eins vorneweg: daß in Arztpraxen und Krankenhäusern Vieles nicht so läuft wie es sollte und wie man sich das wünscht ist unbestritten. Ich merke zum Beispiel als Patient immer sehr deutlich daß man plötzlich „auf der anderen Seite steht“, also viele Dinge, die man ansonsten nur bei Dritten beobachtet, macht man plötzlich selber mit und dann bewertet man Ungereimtheiten plötzlich auch anders als wenn man Bediensteter ist und sich hauptsächlich darum kümmert seinen Job zu machen.
Insofern widerspreche ich Dir nicht generell darin daß Vieles nicht optimal läuft.

Es wird ein Termin für die OP gemacht.
Sie füllt in aller Eile einen ‚Aufklärungsbogen‘ aus, schreibt
dies und jenes hin, ach, bei, wie heisst die Rubrik gleich,
na, ‚Folgen‘ der OP halt, kritzelt sie nen paar Sachen hin,
‚ach, wir könnten ja auch dies noch schreiben, oder jenes‘. An
exhaustive list? Nö, eher so was ihr gerade in den Kopf kommt,
übertrieben gesagt.

Das ist das immer wieder gleiche Problem in Deutschland, über das ich weiter unten schon geschrieben habe: „dank“ Rechtsschutzversicherung und weil die moralischen Ansprüche nicht mehr so sind wie früher werden Patienten kritischer und manche schiessen dabei über’s Ziel hinaus. Kritisches Hinterfragen ist OK allgemein sinnvoll, aber immer öfter versuchen Leute Kapital aus irgendwelchen Umständen zu schlagen. Also können Kliniken und Ärzte sich nur damit helfen daß sie sich in jedweder Hinsicht absichern. Ich hatte es mir zuletzt gar angewöhnt grundsätzlich immer eine Eskalationskette a la „Unwohlsein - Übelkeit - Schmerzen - starke Schmerzen - Bewußtseinsverlust - Atemstillstand - Herzstillstand - Tod“ zu notieren, damit ich immer auf der sicheren Seite bin. Wie realistisch das ist steht auf einem ganz anderen Blatt…
Natürlich kann man sagen in 999999 von 1 Million Fällen wird eh nix passieren, und in dem 1 Fall kann einem das Gericht vielleicht kein Fehlverhalten anhängen weil man auch wirklich unschuldig ist. Aber ich möchte erst gar nicht dahin kommen mich vor Gericht darüber auseinandersetzen zu müssen daß man mir Fehler unterstellt.

Glaubst Du ein Aufklärungsbogen wäre so seitenlang und würde die Leute mehr verunsichern als beruhigen, weil er jede abgefahrene Möglichkeit auflistet, wenn es da um eine realistische Aufklärung ginge? Daß „immer alles schief gehen KANN“ könnte man auch kürzer fassen, aber die rechtliche Lage erfordert daß hier mit bekanntem deutschen Bürokratismus alles und jedes genannt wird, was vermutlich nie passieren wird, aber mal irgendwann irgendwo kurioserweise vorgekommen ist.

In vielen Fällen hat ein einigermaßen erfahrenes medizinisches Personal gelernt daß man sich

  1. immer in jeder Hinsicht absichern muß und
  2. die Kosten über alles bestimmen.

Was man davon halten kann steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber das ist die Realität. Es gibt nur 2 wirklich wichtige Faktoren - und das sind diese beiden.

Ich lese mir diese durch, wozu sie mir eigentlich gar keine
Zeit gibt.
Ich: Was bedeutet denn blablabla?
Sie: (kurze Erklärung)
Ich: Oh! Das heisst also, dass…
Sie: Ja, jetzt hören sie mal, wenn sie sich nicht operieren
lassen wollen, dann kriegen sie Krebs. Wollen Sie das?
Ich: Ich weiss, dass ich mich operieren lassen muss!
Aber ich möchte gerne verstehen, was das bedeutet!
Sie: (in einem NETTEN Ton!) Jetzt reisst mir aber gleich der
Geduldsfaden!!

Keine Zeit zum Aufklären. Unterschreiben, zack, weitermachen.
Sie ist ja schliesslich vielbeschäftigt.

Aber Unterschreiben und 5 Minuten später die Behandlung einleiten ist bei invasiven Eingriffen normalerweise sehr unüblich (um das mal vorsichtig zu sagen). Oft läuft es so ab - in gut organisierten Kliniken - daß Patienten bei geplanten Eingriffen morgens den Aufklärungsbogen bekommen, ihn durchlesen können und abends kommt der Arzt zum Gespräch. Man unterschreibt und wenn die Maßnahme erst am nächsten Tag stattfindet hatte man auch nochmal Bedenkzeit - denn auch ein unterschriebener Aufklärungsbogen bedeutet nicht daß man seine Einwilligung zum Eingriff nicht wieder zurückziehen könnte.

Bitte erzähl mir nichts von Eigenverantwortung - diese wird
vom (wohl überlasteten) Personal unter den Tisch gekehrt,
solange Patient in Behandlung ist.

Läuft aber was schief, wird genau darauf gepocht!!!

Du hast schon Recht irgendwo, nicht jeder könnte den Revoluzzer spielen und sich 2 Stunden beraten lassen bevor er einen Aufklärungsbogen unterschreibt. Aber prinzipiell sollte man den Aufklärungsbogen ja auch so verstehen daß einem dort alles erklärt wird und man den Arzt nicht Dinge fragen muß, die dort sowieso erklärt sind. Eher kann man zusätzliche Fragen stellen oder inwiefern man persönlich bestimmte Dinge auf sich beziehen muß…

Aber andererseits: wenn ich wirklich ernste Bedenken habe geht’s nicht anders als sich Bedenkzeit auszubitten. Sagen wir’s mal so: Wenn Du in den Laden gehst und einen Kaufvertrag unterschreibst - liest Du dann 80 Seiten Kleingedrucktes oder unterschreibst Du letztlich doch, nachdem Du bestenfalls mal über die Seite geflogen bist? De facto läuft’s doch in den meisten Lebensbereichen so daß man da relativ schnell Dinge unterschreibt, die man nur in seltenen Fällen komplett durchgelesen und verstanden hat. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten bist Du dort aber auch an das Kleingedruckte gebunden…

genervte Grüsse von einer immer nervöser werdenden Isabel,
deren OP Termin immer näher rückt.

Ich drück’ Dir die Daumen - wird schon klappen. Laß Dich von dem Aufklärungsbogen nicht verunsichern, ich finde daß die Dinger manchmal mehr schaden als nutzen - jedenfalls in psychologischer Hinsicht. Und sonst haste ja uns hier, um Fragen zu stellen :smile:

Gruß,

MecFleih

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Hi,

Keine Zeit zum Aufklären. Unterschreiben, zack, weitermachen.
Sie ist ja schliesslich vielbeschäftigt.

ich weiß zwar, dass es nicht einfach ist - aber wenn du einfach unterschreibst, ist es trotzdem deine Schuld. Du kannst dich ja beschweren, dass sie dich unter Druck setzt, trotzdem hast du dich weichklopfen lassen und unterschrieben. Eigenverantwortung bedeutet auch, dass man eben die Verantwortung übernimmt und weiter nervt - das ist deren Job, egal wie genervt die sind!

Sie: Meine Tochter kommt gleich, zum Übersetzen.
Dame: Ach, ich denke, sie werden mich auch so verstehen.
Sie traut sich nicht zu widersprechen.

Richtig - sie traut sich nicht. Du hast dich auch nicht getraut (wenn ich das richtig verstanden habe). Somit doch eure Schuld, oder?

Ich billige weiß Gott nicht das Verhalten der Ärzte, habe es auch schon selbst erlebt, oft genug - aber man muss sich trotzdem an die eigene Nase fassen, wenn man dann nicht standhaft bleibt und trotz allem fragt, bis alles geklärt ist.
Ärzte sind keine Götter, warum sollte man sich von denen unter Druck setzen lassen?

Läuft aber was schief, wird genau darauf gepocht!!!

Klar, du hättest ja nachfragen können. Wenn du dir den Mund verbieten lässt ist das dein Fehler.

Grüße
Cess

genervte Grüsse von einer immer nervöser werdenden Isabel,
deren OP Termin immer näher rückt.

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Liebe Josefine, oder Lina,

das Fazit aus allen Postings in diesem Thread ist das Folgende:

Ihr müsst entscheiden (gemeinsam mit der Schwester oder für sie, falls sie nicht in der Lage ist), ob ihr mit dem Um- und Zuständen zufrieden seid. Ist dies nicht der Fall, müsst ihr versuchen, für euren Angehörigen eine bessere Behandlung zu erreichen, notfalls in einem anderen Krankenhaus.

Berücksichtigen müsst ihr dabei aber auch eure angespannte Situation, die Aufregung. Ich kann dies sehr gut nachvollziehen, glaub mir, nach einer langen Krebserkrankung des Vaters und einer lebensbedrohlichen Erkrankung meiner Mutter im letzten Jahr, weiss ich über die Höhen und Tiefen der Krankenhäuser Bescheid. Außerdem kann ich sehr gut nachempfinden, das man möchte, das der desolate Zustand des Angehörigen Besserung erfährt und zwar s o f o r t. Nicht bald, nicht später, sofort. Nicht helfen zu können, macht ohnmächtig und die Aufregung steigt.

Es wird aber auch nicht besser, wenn man darüber alles vergisst. Sowohl den Mund aufzumachen, als auch ihn wieder zu schließen! Damit meine ich: Man darf und kann sehr wohl Infos einfordern, man sollte aber nicht überreagieren (so schwer dies auch ist). Lasst euch von dem Gedanken beruhigen, dass eure Angehörige an einem Ort ist, wo ihr im Notfall sofort beigestanden werden kann (auch wenn ihr der Meinung seid der Notfall ist schon da, ich weiss). Die Diagnose kann etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Warum bei den Untersuchungen nicht jedenfalls eine Beruhigungsmittel gegeben wird, kann ich nicht sagen, bin kein Arzt. Dazu haben sich hier schon berufenere geäußert. Meine Mutter hat einige Spiegelungen (von oben und unten) hinter sich und wurde jedesmal - weil sie aufgeregt war - mit einem Beruhigungsmittel so sediert, dass sie alles ruhig hnter sich bringen konnte. Schmerzen gab es keine, obwohl auch sie sehr unter Entzündungen litt.

Übrigens ist mein Schwager Arzt und der Hausarzt meiner Mutter. Er kümmert sich immer sehr und bleibt mindestens telefonisch so penetrant mit den behandelnden Ärzten in Kontakt, bis die Sachlage geklärt ist. Als aber bei der Behandlung meiner Mutter etwas schief lief, war eine der Begründungen: Bei Kollegen versuchen wir immer besonders gründlich zu sein und dann geht es auch schon mal gründlich schief!

Aber, bevor ich jetzt ins Schwafeln komme, noch einmal mein Rat: Wenn euch wirklich die Behandlung nicht passt, bringt dies zum Ausdruck und nehmt eure Angehörige aus dem Krankenhaus raus in ein anderes.

Was die übrigens dürfen, können nur in der Situation anwesende Fachleute klären, da werden wir jetzt alle keine allgemeinschlüssige Antwort finden.

Ich drücke euch ganz fest die Daumen! Es wird schon wieder.

Gruß
Nita

Klar, du hättest ja nachfragen können. Wenn du dir den Mund
verbieten lässt ist das dein Fehler.

Ich HABE nachgefragt.

Wie ich übrigens SCHRIEB (gelesen?)

Was ich berichtete, war Ärtzin’s Reaktion darauf.

Wer behauptet, dass der Aufklärungsbogen selbst das einzige ist, was der Patient lesen soll, und diesen dann OHNE NACH ERKLÄRUNGEN BITTEN ZU KÖNNEN unterschreiben soll (Analogie ‚Kleingedrucktes‘), der ist derjenige, der vom Patienten verlangt, dass er nicht hinterfragt, sondern ‚einfach mal schnell seine Unterschrift druntersetzt‘.

Ja, sag mal, kann man nicht erwarten, dass ein Patient, der KEINERLEI medizinische Kenntnisse haben muss, zumindest informiert wird, WAS eine bestimmte medizinische Behandlung denn überhaupt beinhaltet?

DAS wurde mir nämlich erst durch jenen Bogen klar.

NICHT irgendeine unwahrscheinliche Konsequenz, die die Behandlung mit sich ziehen KÖNNTE.

Wenn ich mich nicht vorab durch googlen schlaugemacht hätte, hätte ich NULL Ahnung gehabt.

Nun frag Dich mal, wieviel Patienten überhaupt internet-literate sind.
Die Dame im Rollstuhl sicherlich nicht.

Ist es in Ordnung, dass ich mir die grundlegendsten Infos zu einer an mir durchzuführenden Behandlung von dritten besorgen muss???

gruss, isabel

die immer mehr den Eindruck bekommt, dass es Dir Spass macht, mir persönlich zu widersprechen, wobei das Thema selbst völlig egal ist.
Siehe dein email an mich.

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Hi,

Cess du sprichst mir aus der Seele! Dabei meine ich auch insbesondere das mit dem „man traut sich nicht“! Allerdings muss man sich auch wundern, wie weit einen der Umstand, dass man selbst in einer „abhängigen“ Situation ist (der Arzt soll einem helfen) dazu bringt sich nicht mehr „zu trauen“.

Mein Vater z.B. war ein sehr selbstbewusster Mann, der es gewohnt war in unserer Familie alles zu Regeln. Als er erkrankte, habe ich mich sehr gewundert, wie oft er sich einfach nicht traute, nochmal nachzufragen oder so etwas! Er hat sogar teilweise mich vorgeschickt, um für ihn Dinge zu klären oder zu hinterfragen.

Gerade auch diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie verwundbar wir uns in diesen „Krankenhaussituationen“ fühlen können. Und trotzdem: Du hast vollkommen Recht. Man muss sich die Zeit nehmen und man muss die Zeit einfordern, damit man versteht, was passiert.

Man sollte aber auch wissen - und hier verlange ich sicher viel - wann man Zeit verschwendet und nur noch zögert.

Gruß
Nita

Hi,

Ich HABE nachgefragt.
Wie ich übrigens SCHRIEB (gelesen?)

ja, aber nach deinen eigenen Angaben nur solange, bis dir die Ärztin über den Mund gefahren ist. Ich sagte ja „so ich dich richtig verstanden habe“ - ich habe es so verstanden, dass du ohne weiteres Nachfragen dann unterschrieben hast.

Was ich berichtete, war Ärtzin’s Reaktion darauf.

Und ich sagte, dass die nicht in Ordnung war (gelesen?).
Ich sagte aber auch, dass es dennoch die eigene Schuld ist, wenn man sich von so einer Reaktion abwimmeln lässt und dann etwas unterschreibt, was man nicht völlig versteht und wobei man sich unwohl fühlt.

Wer behauptet, dass der Aufklärungsbogen selbst das einzige
ist, was der Patient lesen soll, und diesen dann OHNE NACH
ERKLÄRUNGEN BITTEN ZU KÖNNEN unterschreiben soll (Analogie
‚Kleingedrucktes‘), der ist derjenige, der vom Patienten
verlangt, dass er nicht hinterfragt, sondern ‚einfach mal
schnell seine Unterschrift druntersetzt‘.

Siehe oben, ich hab das Verhalten nicht gutgeheißen. Mir ging es nur um die letztendliche Verantwortung, die man sich selber gegenüber hat.

Ja, sag mal, kann man nicht erwarten, dass ein Patient, der
KEINERLEI medizinische Kenntnisse haben muss, zumindest
informiert wird, WAS eine bestimmte medizinische Behandlung
denn überhaupt beinhaltet?

Doch, sollte man erwarten können, und es ist nicht schön, wenn man den Eindruck bekommt, den Ärzten sei es egal.
Aber gerade dann sollte man dranbleiben. Wenn der Arzt schon seiner Pflicht nicht nachkommt, sollte man selber seiner Pflicht sich selbst gegenüber nachkommen und sich nicht einschüchtern lassen.

Wenn ich mich nicht vorab durch googlen schlaugemacht hätte,
hätte ich NULL Ahnung gehabt.

Eben weil du nicht bis zur vollständigen Klärung nachgefragt hast.

Nun frag Dich mal, wieviel Patienten überhaupt
internet-literate sind.

Warum sollte ich? Der Arzt ist dafür da, mich zu informieren, und wenn er das nicht tut, rege ich mich eben ihm gegenüber darüber auf und nerve solange, bis er es tut - nach dem Motto „Wir können jetzt ihre Zeit damit verschwenden, über die Notwendigkeit der Information zu diskutieren - oder wir kürzen es ab und sie beantworten einfach meine Fragen.“

Die Dame im Rollstuhl sicherlich nicht.

Muss sie auch nicht, sie hat einen Mund und kann reden - und wenn sie Probleme mit der Sprache hat, kann sie darauf hinweisen, dass ihre Tochter gleich kommt - und wenn das (wie von dir beschrieben) die Ärztin nicht ernst nimmt, dann kann man auch „nein“ sagen und trotzdem auf die Tochter warten.

Warum scheint hier fast jeder anzunehmen, dass was der Arzt sagt ist Gesetz?

Ist es in Ordnung, dass ich mir die grundlegendsten Infos zu
einer an mir durchzuführenden Behandlung von dritten besorgen
muss???

Nein, sage ich auch an keiner Stelle.

die immer mehr den Eindruck bekommt, dass es Dir Spass macht,
mir persönlich zu widersprechen, wobei das Thema selbst völlig
egal ist.

Nein, keine Sorge, ich schreibe nur, was ich denke, das hat mit dir gar nichts zu tun. Wenn du aber meinst, eine persönliche Fehde daraus zu kreieren, bitte, auf so einen Kinderquark lasse ich mich nicht ein.

Außerdem rede ich hier niemandem nach dem Mund, nur weil er mir symphatisch ist - ebensowenig bin ich bei denjenigen, die ich nicht mag, per se dagegen. Ich hab eine eigene Meinung und möchte die äußern dürfen.

Gruß
Cess

PS
Übrigens

genervte Grüsse von einer immer nervöser werdenden Isabel,
deren OP Termin immer näher rückt.

den Stress hab ich auch schon hinter mir, und eins kann ich dir sagen: lass dich von dem bescheuerten Aufklärungsbogen nicht verrückt machen, andere haben hier schon erklärt, warum der ganze Mist da drauf stehen muss. Im Endeffekt wirst du ins OP geschoben, wachst irgendwann wieder auf und alles ist ok, bis auf die Tatsache, dass du vielleicht die Narkose nicht gut verträgst und rumkotzt!

Grüße und trotz allem alles Gute
Cess

Mal abgesehen davon, daß
sich heute kaum noch ein Arzt die Zeit nimmt so aufzuklären,
daß der unwissende Patient auch wirklich versteht, was mit ihm
geschehen soll.

Es steht jedem Patienten zu, sich so lange aufklären zu
lassen, wie er es für notwendig hält. Wer vorschnell
unterschreibt, hat selber Schuld.

Malte, Freund von Eigenverantwortung

Tatsächlich - ‚…hat selber schuld‘???

Aber klar doch. Rechte zu haben beinhaltet auch die Pflicht, sie einzufordern. Niemand hat das Recht, daß ihm das Denken abgenommen wird.

Es wird ein Termin für die OP gemacht.
Sie füllt in aller Eile einen ‚Aufklärungsbogen‘ aus, schreibt
dies und jenes hin, ach, bei, wie heisst die Rubrik gleich,
na, ‚Folgen‘ der OP halt, kritzelt sie nen paar Sachen hin,
‚ach, wir könnten ja auch dies noch schreiben, oder jenes‘. An
exhaustive list? Nö, eher so was ihr gerade in den Kopf kommt,
übertrieben gesagt.

Das könnte man auch schlicht und einfach „Routine“ nennen.

Ich lese mir diese durch, wozu sie mir eigentlich gar keine
Zeit gibt.
Ich: Was bedeutet denn blablabla?
Sie: (kurze Erklärung)
Ich: Oh! Das heisst also, dass…
Sie: Ja, jetzt hören sie mal, wenn sie sich nicht operieren
lassen wollen, dann kriegen sie Krebs. Wollen Sie das?
Ich: Ich weiss, dass ich mich operieren lassen muss!
Aber ich möchte gerne verstehen, was das bedeutet!
Sie: (in einem NETTEN Ton!) Jetzt reisst mir aber gleich der
Geduldsfaden!!

Und genau an diesem Punkt hätte ein kurzer Hinweis darauf, daß Du gefälligst vernünftig aufgeklärt werden möchtest und daß Dich ihr Geduldsfaden nicht die Bohne interessiert, vermutlich Wunder gewirkt.
Desweiteren gibt es in jedem KH Patientenbetreuer und jeder Arzt hat auch einen Vorgesetzten. Wenn man da halbwegs freundlich, aber bestimmt vorgeht, führt das noch nicht mal dazu, daß man als „Problempatient“ angesehen wird.

Dann werde ich in ein anderes Gebäude geschickt, um wegen
Narkose einiges abzuklären.

Ich sitze auf einem Gang & fülle einen Fragebogen aus, bevor
es weitergeht. Neben mir wartet eine stationäre Patientin im
Rollstuhl. Ausländerin mit schlechtem Deutsch. Eine Tür geht
auf, sie wird reingebeten.
Sie: Meine Tochter kommt gleich, zum Übersetzen.
Dame: Ach, ich denke, sie werden mich auch so verstehen.
Sie traut sich nicht zu widersprechen.

Selber Schuld.

Bitte erzähl mir nichts von Eigenverantwortung - diese wird
vom (wohl überlasteten) Personal unter den Tisch gekehrt,
solange Patient in Behandlung ist.

Nur, wenn der Patient das zulässt. Auch ich möchte betonen, daß gewiß einiges schief läuft in vielen Häusern, aber ich habe selbst genug Zeit in der Branche verbracht, um zu wissen, daß es funktionieren KANN.

Läuft aber was schief, wird genau darauf gepocht!!!

Erstmal sicherlich, klar. Aber wenn wirklich Kunstfehler passieren, dann KANN man dagegen vorgehen. Viele Dinge sind aber keine Kunstfehler, sondern schlicht Schicksal. Bedenke, daß ein Arztvertrag immer ein Dienstvertrag ist, kein Werkvertrag. Erfolg kann und wird nicht garantiert werden.

genervte Grüsse von einer immer nervöser werdenden Isabel,
deren OP Termin immer näher rückt.

Entspann Dich :smile: Zur Not lass Dir am morgen der OP Tranxilium geben, dann macht’s schon fast wieder Spaß :wink:

toi toi toi und Gruß,

Malte

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Und genau an diesem Punkt hätte ein kurzer Hinweis darauf, daß
Du gefälligst vernünftig aufgeklärt werden möchtest und daß
Dich ihr Geduldsfaden nicht die Bohne interessiert, vermutlich
Wunder gewirkt.
Desweiteren gibt es in jedem KH Patientenbetreuer und jeder
Arzt hat auch einen Vorgesetzten. Wenn man da halbwegs
freundlich, aber bestimmt vorgeht, führt das noch nicht mal
dazu, daß man als „Problempatient“ angesehen wird.

Entschuldige, falls ich den Eindruck hinterlassen habe, dass ihr
‚mir reisst gleich der Geduldsfaden‘ das Ende des Gesprächs war, und zu einer sofortigen Unterschrift meinerseits führte… wer mich kennt, weiss, dass ich mich nicht so abspeisen lasse!

Es ging mir darum, aufzuzeigen, dass das, was sich ‚Aufklären‘ nennt, vom medizinischen Personal nicht als solches empfunden wird.

gruss, isabel

Hi!

Sie hat ununterbrochen Durchfall gehabt und gekotzt, so dass
Sie in einer Woche 8 Kilo abgenommen hat. Die Ärzte taten
keine Untersuchungen und haben ihr nur eine Infusion gegeben.
Dann hat mein Vater endlich sich getraut was zu sagen („wir
bringen meine Tochter jetzt in ein anderes Krankenhaus…!“)
Dann finden die auf einmal an, alles mögliche zu untersuchen.
Und jetzt der Hammer:
die haben ihr im entzündeten/blutendem Darm eine Spiegelung
und eine Darmhautentnahme ohne !! Narkose gemacht.

Auch wenn unklar ist, was deine Schwester nun hat, bei einem blutenden/entzündeten Darm könnte sie ja Morbus Crohn o. Colitis Ulcerosa haben. Ich habe sowas auch schon hinter mir (20 Kilo Geichtsverlust+Durchfall/Kotzerei in 2 Wochen). Bei konnte man damals während der Untersuchung weder eine Narkose noch eine Spritze geben, weil mein Organismus so geschwächt war, dass mich das umgehauen hätte. Ich kenne solche Schmerzen während einer Untersuchung nur zu Gut. Lass den Kopf nicht hängen. Es wird wieder Bergauf gehen, aber gewisse Untersuchungen sind einfach notwendig. Ich war am Anfang auch mit der ärztlichen Behandlung nicht zufrieden, aber leider kam nie was besseres nach.

Meine

Schwester hat so geschrien, dass meine Mutter hast einen
Herzinfakt vor der Tür bekommen hat.
Sie hat immer noch unglaubliche Schmerzen. Morgen machen die
eine Magenspiegelung und sie ist so schwach, dass Sie noch
nicht einmal mehr richtig sprechen kann…

…bitte sagt mir doch, wie wir gegen solch ein Verhalten des
Krankenhauses vorgehen können?
ich bin so fertig und kann kaum einen klaren Gedanken fassen…

Ich hann verstehen, dass du total fertig bist, aber wie gesagt, lass den Kopf nicht hängen und gib deiner Schwester Kraft…

LG

Kai

VG,
Lina