Holger,
Die Fa. gewinnt sämtliche ätherischen Öle durch
Wasserdampfdestillation, von der ich annehme, dass sie keine
verfahrensbedingten unzuträglichen Substanzen im Produkt
zurückläßt.
Es bleibt aber die Frage: aus was? Ich gehe mal davon aus,
dass diese Destillation aus behandelten Orangen auch
Rückstände mit auslösen kann, damit hast Du ein „naturreines“
Öl ohne Verunreinigung durch die Herstellung, aber dennoch mit
Rückständen von Spritzmitteln auf der Schale.
Selbstverständlich sind die durch den Anbau (!) auf / in den Orangen verbleibenden Substanzen möglicherweise im äth. Öl. Dass ist aber auch bei jedem O-Saft, Apfelsaft, Salat, letztlich jedem pflanzlichen Produkt (wie auch fertig gekaufter getrockneter geriebener Orangenschale) der FAll und wird in Kauf genommen. Selbst „Bioanbau“ schützt ja nicht vor dem Eintrag unerwünschter Substanzen durch Abdrift, Regen, Grundwasserbelastung… .
Aaaaber, und hier sehe ich einen Nutzen: Die Schale der bei uns im HAndel befindlichen Orangen ist speziell für den Transport mit einem gammelhemmenden, angeblich sehr ungesunden Mittel behandelt (man lecke mal „aus Versehen“ an seinen Fingern, nachdem man Orangen manuell) ausgepresst hat…). Dieses Behandlungsverfahren muss ja für Saftorangen, die vor Ort gepresst werden, nicht angewandt werden. Ich vermute, dass es sich um Orangenpressrückstände (= vorwiegend Schalen) handelt, die dann der Wasserdampfdestillation zur äth. Ölgewinnung unterzogen werden. Wie gesagt, ich vermute…
Haben Sie diesbezüglich auch etwas erwähnt, aus welchen
Grundstoffen sie ihr Öl herstellen?
Nein, siehe hierzu meine Vermutung, Ich habe aber auch nicht gefragt. Wären es „bioorangen“ häte der Hersteller es sicherlich nicht versäumt, darauf hinzuweisen und der Preis zu verzehnfachen.
Ich wäre nach wie vor skeptisch einfach ein Öl zu konsumieren
dass nicht vom Hersteller als zum Genuß hergestellt wurde.
Nunja, hier scheinen sich Lebensmittel-, Arzneimittelrecht und Produkthaftungsrecht zu Wort zu melden, das ist nicht meine Kernkompetenz, wahrlich nicht. Ich meine aber, dass viele Produkte, die nicht als zum Genuss bestimmt in den verkehr gebracht werden, durchaus und sinnvoll in (nicht als!) Lebensmitteln Verwendung finden. Z. B. Zitronensäure, Bittermandelöl. hochproz. Alkohol. Natron, Weinhefe, Essigessenz… .
auf Probleme hinweisen.
Ich freue mich über jedem kritischen Geist, zu denen zu gehören ich mir auch selber anmaße. Ich halte meine Vorgehensweise in punkto Orangenschalenöl auch nicht für die allein seligmachende, es reicht vorläufig, wenn sie mich zufrieden stellt.
Dalga