Duftübertragung übers Internet

Hallo Chemie-Experten,

haltet ihr es für denkbar, dass es eines Tages möglich ist, Düfte übers Internet zu übertragen? Ich denke mir man bräuchte eine Art Duft-Scanner, der den Duft in einen Zahlencode übersetzt, und einen Duft-Erzeuger, der aus diesem Zahlencode mittels einem kleinen Pool an Basischemiestoffen wieder den ursprünglichen Duft herstellt.
Allerdings weiß ich nicht, wie weit die Technik da momentan ist?
Gruß,
timo

Hallo timo,

das dürfte schwierig werden.

Um die Aromen/Düfte von z.B. Früchten auch nur halbwegs richtig zu imitieren, braucht man schon pro Frucht einige Dutzend Chemikalien.
Die Parfümindustrie verwendet ca. 2000 Verbindungen regelmäßig und eine unbekannte Zahl für Spezialzwecke.
Damit werden aber nur die ‚schönen‘ Gerüche erfasst.

Zudem sind einige Verbindungen olfaktorische Janusköpfe.
Das 2-Methylindol z.B. riecht in hoher Verdünnung nach Rosen, ist aber, in höheren Konzentrationen, der charakteristische Geruch von Scheiße.

Aber selbst wenn die chemische Seite gepackt weredn könnte, wäre da immer noch das Problem der Lagerung der Chemikalien (schrankgroße Tanks) und die Aplikation. Wenn man das Spiel intensiv betreibt, stinkt die Bude bald nach allem und damit nach nichts.
Stanislav Lem hat in einem seiner Romane mal ein Dufttheater skzziert, aber das kam dabei auch nicht gut weg :wink:

Gandalf

Hallo!

haltet ihr es für denkbar, dass es eines Tages möglich ist,
Düfte übers Internet zu übertragen? Ich denke mir man bräuchte
eine Art Duft-Scanner, der den Duft in einen Zahlencode
übersetzt, und einen Duft-Erzeuger, der aus diesem Zahlencode
mittels einem kleinen Pool an Basischemiestoffen wieder den
ursprünglichen Duft herstellt.

Der Geruchsinn funktioniert nicht wie die meisten anderen Sinne. Die meisten Sinnesreize kann man numerisch darstellen. Beim Hören werden „einfach“ die ankommenden Schallwellen per Fourier-Transformation in die Informationen Frequenzspektrum und Lautstärke zerlegt. Das Sehen funktioniert ähnlich.

Beim Riechen ist es ganz anders. Die Nasenschleimhaut enthält (laut Wikipedia) 350 verschiedene Geruchsrezeptoren. Jeder davon ist auf eine oder sehr wenige Substanzen spezialisiert. Man bräuchte also um einen Geruch mischen zu können ein Arsenal von 350 Substanzen. Bisher ist aber nur ein Bruchteil dieser 350 Substanzen bekannt und dem entsprechenden Rezeptor zugeordnet. Da wäre also noch viel Arbeit notwendig.

Michael

Hallo Michael,

Beim Riechen ist es ganz anders. Die Nasenschleimhaut enthält
(laut Wikipedia) 350 verschiedene Geruchsrezeptoren. Jeder
davon ist auf eine oder sehr wenige Substanzen spezialisiert.
Man bräuchte also um einen Geruch mischen zu können ein
Arsenal von 350 Substanzen. Bisher ist aber nur ein Bruchteil
dieser 350 Substanzen bekannt und dem entsprechenden Rezeptor
zugeordnet. Da wäre also noch viel Arbeit notwendig.

Technisch eigentlich kein Problem, ein modifizierter Düsenkopf eines Tintenstrahlers sollte das Dosieren übernehmen können. Die Datenrate wäre auch nicht das Problem, Duftwechsel im Sekundentakt sind auch schon zu schnell.

Bleibt also „nur“ noch das Problem der passenden Moleküle :wink:

MfG Peter(TOO)

Huhu!

Beim Riechen ist es ganz anders. Die Nasenschleimhaut enthält
(laut Wikipedia) 350 verschiedene Geruchsrezeptoren. Jeder
davon ist auf eine oder sehr wenige Substanzen spezialisiert.
Man bräuchte also um einen Geruch mischen zu können ein
Arsenal von 350 Substanzen. Bisher ist aber nur ein Bruchteil
dieser 350 Substanzen bekannt und dem entsprechenden Rezeptor
zugeordnet. Da wäre also noch viel Arbeit notwendig.

Und das Problem wird dadurch weiter verkompliziert, das keinesfalls jeder Mensch die selben 350 Rezeptoren im selben Verhältniss hat - d.h. jeder Mensch nimmt Geruch und Geschmack unterschiedlich war.
D.h. man bräuchte mehr als 350 Stoffe, und der „Geruchsdrucker“ müßte für jeden einzelnen User einzeln eingestellt werden.

Hmmm, vielleicht wenn man dem User einen Draht ins Riechzentrum schiebt, und ihm den Geruch direkt ins Hirn simuliert?

Viele Grüße!
Ph,.

ist aber, in höheren Konzentrationen, der charakteristische
Geruch von Scheiße.

Bei der Stelle hab ich laut gelacht :smiley:
Ist aber echt wahr, merkt man im „Hausgebrauch“ besonders bei Blumen, z.B. Hyazinthen oder Jasmin, die, wenn man die Nase direkt dranhält, doch eher stinken als duften.

Hi Laralinda,

Bei der Stelle hab ich laut gelacht :smiley:

schön!

Ist aber echt wahr, merkt man im „Hausgebrauch“ besonders bei
Blumen, z.B. Hyazinthen oder Jasmin, die, wenn man die Nase
direkt dranhält, doch eher stinken als duften.

Nimm mal reines Vanilin. Das riecht übelst ranzig.
Es ist wie immer; die Konzentration machts.

Gandalf

und der
„Geruchsdrucker“ müßte für jeden einzelnen User einzeln
eingestellt werden.

Hallo Ph.,
warum sollte der „verschickte“ Duft individuell angepasst werden. Du verschickst doch auch nicht unterschiedliche Musikstücke, wenn die Leute Frequenzen unterschiedlich gut wahrnehmen können. Die Duftende Rose stellt sich auch nicht danach ein, wer gerade an ihr riecht.
Grüße
Ulf

Huhu!

warum sollte der „verschickte“ Duft individuell angepasst
werden. Du verschickst doch auch nicht unterschiedliche
Musikstücke, wenn die Leute Frequenzen unterschiedlich gut
wahrnehmen können. Die Duftende Rose stellt sich auch nicht
danach ein, wer gerade an ihr riecht.

Naja, die Rose hat auch ein paar 1000 verschiedene Aromen, die für ihren charakteristischen Duft sorgen, und jeder von uns hat gelernt, „Rosenduft“ zu erkennen, weil jeder halt das riecht, was er riechen kann.
Um wiedererkennbaren Rosenduft zu erzeugen, müßte der Drucker also entweder alles synthetisieren - was schwer ist - oder die exakt richtige, individuelle Geruchsmischung.

Viele Grüße!
Ph.

Hallo Ph.,
individuell bezogen auf den Ausgangsduft und nicht auf den Riecher. Das meinte ich. Du wolltest Einstellungen am „Duftdrucker“ vornehmen, die vom Riecher abhängig sind.
Grüße
Ulf