Dunkle Machenschaften im Jahre 1793

Hallo,

vielleicht ist das nicht ganz das richtige Brett, man verweise mich gegebenenfalls an ein passenderes. Aber vielleicht kann ja trotzdem jemand helfen.
Also: ich schreibe gerade einen historischen Roman, der im Jahre 1793 in der Naehe von London spielt. Jetzt mochte ich eine kleine Seitenhandlung einflechten, um die Spannung etwas zu erhoehen. Dazu moechte ich, dass der Protagonist sich in dunkle Machenschaften verwickelt, die irgendwie mit der Boerse oder dem Kauf von Anteilen an Fabriken zu tun haben. Leider bin ich vollkommen unbedarft, was die Boerse (im sich industrialisierenden England) angeht, und ich habe nicht die leiseste Ahnung, was man da so an der Legalitaet vorbei machen kann. Boersenmanipulation im grossen Stil kommt nicht in Frage, dazu hat mein Protagonist zu wenig Einfluss. Ich moechte auch, dass es nicht vollkommen illegal ist, sondern sich so trickreich wie moeglich in einer Grauzone bewegt - also mehr graue Machenschaften als dunkle Machenschaften.
Kann sich irgend jemand irgend etwas vorstellen? Kann sich einer ausdenken, was der Herr gemacht haben koennte?
Der Lohn fuer die beste Antwort ist die Aufnahme der Geschichte in mein Buch :wink:

Lieben Gruss, Gnlwth

wie wärs wenn er einfach eine kleine scheinfirma an der börse verkauft? und damit viel geld verdient für etwas was nicht existiert?

wie wärs wenn er einfach eine kleine scheinfirma an der börse
verkauft? und damit viel geld verdient für etwas was nicht
existiert?

Hm. Und wie geht sowas? Man behauptet, man haette eine Firma, geht an die Boerse und verkauft Aktien die es nicht gibt - aber muss man nicht beweisen, dass man eine Firma/Fabrik/Manufaktur besitzt? Man kann ja sicher nicht eines schoenen Tages an der Boerse auftauchen mit einem Stoss Zetteln in der Hand, auf die man (mehr oder weniger) liebevoll „Aktie“ draufgemalt hat, und behaupten, man haette ein Geschaeft, oder?
Das klingt auch irgendwie so richtig illegal, nicht nur ein bisschen…

Hi,

und wenn er einfach Insiderwissen nutzt? Also vielleicht hat er ja einen väterlichen Freund an der Börse, dessen Tochter er liebt. Aber er hat ja nicht viel Geld, dafür ist er aber ein netter, nicht ganz blöder Kerl. Schwiegervater in spe hat den Dreck am Stecken, wenn er sein Wissen weitergibt, dass z.B. die Seidenpreise drastisch steigen werden (falls das stimmt). also wird in Chinaimporte spekuliert. Fazit: Der junge Mann wird reich, kann seiner Flamme eine Zukunft bieten und steht ewig in der Schuld seines Schwiegervaters. also sind beide gegenseitig erpressbar, was die Ehe zwischen den jungen Menschen ausgesprochen dauerhaft macht…

Grüßle,

Susanne

Hallo Susanne,

und wenn er einfach Insiderwissen nutzt?

Ist das denn verboten? Das mit Schwiegervater etc geht nicht, aber die Idee an sich findet mein Gefallen. Ich glaube nur, dass ich es nicht ganz verstehe.
Sagen wir mal, weil man denkt, er koenne nicht sehr gut englisch (er ist ein franzoesischer Emigrant), unterhaelt man sich in seiner Gegenwart etwas zu freizuegig ueber eine Weberei in Leicester. Die hat ein Mann gekauft, der nicht dumm ist, und er spricht darueber, dass er sie vollkommen modernisieren will - die Webstuehle sollen durch Dampfmaschinen angetrieben und durch Lochkarten gesteuert werden - Hightech im Achzehnten Jahrhundert.
Das hoert unser cleverer Emigrant (obwohl es nicht fuer seine Ohren bestimmt ist), denkt sich prima, noch zwei Monate und die Fabrik macht unglaubliche Gewinne, also schnell Aktien kaufen.
So weit so gut. Das ist wohl Insiderwissen - aber doch wohl vollkommen legal, normal und erlaubt, oder taeusche ich mich? Darf man sowas nicht?

Schoenen Gruss,
Gnlwth

Hallo,

mach doch einfach aus dem Webfabrik-Käufer den Bruder Deines Hauptheldes. Auch dann wären es Insider-Geschäfte, die damals tatsächlich in der Grauzone lage.
Heutzutage gibt es dafür die Regelungen „Directors Dealing“, wo solche Geschäfte veröffentlicht werden müssen.

Gruß
RaRo

Hallo,

muss es sich um ein Verwandschaftsverhaeltnis handeln, um illegal (bzw grau) zu sein?

Gruss, G

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Nun es gab 1815 mal Turbulenzen an der Londoner Börse, ausgelöst wurde das ganze durch die Falschmeldung das die Franzosen die Schlacht um Waterloo gewonnen hätten. In Kreisen von Verschwörungstheoretikern soll dafür die Bank Rothschild verantwortlich sein, indem ein Agent der Bank diese Falschmeldung von Brüssel aus absetzte, dadurch fielen die Aktienkurse und die Bank konnte billig Aktien aufkaufen, später stiegen die Aktienkurse (nach der Siegmeldung) natürlich wieder. In Wahrheit war für die ganze Aufregung die panische Flucht einer Kavalerieeinheit verantwortlich, die vom Schlachtfeld geflohen war (bevor die Schlacht entschieden war) und in Brüssel eine Panik verursacht hatte.
Vielleicht lässt sich was ähnliches ein paar Jahre früher auch konstruieren.

Gruss
Armin

Hi,

natürlich nicht, aber das macht es unkomplizierter und die „Unschuld“ glaubwürdiger.

Grüßle,

Susanne