Dunkles Trägermaterial für Negativstreifen

Hallo!

Was ist eingentlich der Grund warum ein so dunkles Trägermaterial für die Negativstreifen bei Filmen verwendet wird?
Warum kann nicht ein durchsichtiges Trägermaterial verwendet werden?

Wie bei der Frage genau darunter bereits beschrieben, habe ich das Problem, daß beim Scannen mit einem Flachbettscanner dieses schei… dunkle Trägermaterial die Bilder völlig unbrauchbar macht.

tks!
Herbert

Das dunkle Ding bei Farbnegativeen nennt sich im Fach-Jargon „Orange-Maske“ und hat irgendwelche technischen Gründe (Überstrahlungsschutz oder was weiß ich …). Alle Farbnegativfilme haben diese Maske. Auch die Print-Industrie ist drauf abgestimmt - d.h. das Colorpapier muesste von Haus aus einen ziemlichen Farbstich zum Ausgleich haben haben, wenn man z.B. versucht, ein S/W-Negativ ohne Filterung drauf zu vergrößern.

Durchlichtaufsätze auf Flachbett-Scannern sind Schrott - außer für einen Layout-Scan nicht zu gebrauchen. Du brauchst ja Vergrößerungsmaßstäbe von KB-Negativ auf A4 von über 800 % - und das schaffen Flachbett-Scanner nicht, die fangen dann nur an zu interpolieren (Schein-Auflösung!).

Die Software dieser Flachbett-Scanner ist für das „Umdrehen“/Invertieren von Negativen auch nur mäßig geeignet. Die für diesen Zweck extra entwickelte Scan-Software bei Filmscannern ist dagegen professionell, besonders mit der z.B. bei Nikon und Minolta (bin sehr zufrieden mit dem Scan Elite Dimage 2900 von Minolta, ca 2.300 DM) ICE-Funktion, mit der Du den Großteil des Staubes gleich beim Scannen entfernen kannst. Diese Funktion braucht man seltsamerweise hauptsächlich bei Negativen, wo der Staub viel deutlicher kommt. Das geht später im Photoshop nur noch sehr schlecht, weil da eine Art Weichzeichner drüberfährt, der Schärfe kostet.

Also, für Dias/Negative führt in Wirklichkeit kein Weg an den Filmscannern vorbei.

Gruß, Dietmar

Das dunkle Ding bei Farbnegativeen nennt sich im Fach-Jargon
„Orange-Maske“ und hat irgendwelche technischen Gründe
(Überstrahlungsschutz oder was weiß ich …).

Nicht ganz. Mit der Orangemaske werden die sogenannten Nebenabsorptionen verringert. Die ergeben sich dadurch, das die verwendeten Farben keine reinen sind, sondern das Gelb nicht nur Gelb ist sondern auch Anteile anderer Farben hat.

Gandalf

Hallo…

erstmal gebe ich Artefakt völlig recht, wenn er schreibt, dass für vernünftige Scans von Negativen die Auflösung von Standard-Scannern mit Dia-Durchlichtaufsätzen absolut unzureichend ist.

Was aber die Maske angeht, so muß diese auch bei Standard Scannern nicht das Bild „versauen“. Ich habe einen uralten Mustek MFS-1200SP (das erste SP-Modell) mit physikalischen 600x1200 dpi). Hier bietet die TWAIN-Schnittstelle Voreinstellungen für u.a. für Farbnegativ-Scan an. Siehe da, die Maske ist herausgefiltert.
Da ich insgewöhnlich vom Mittelformat scanne sind die Ergebnisse mit ca.2600x2600 pixeln (ja ich weiss eine Achse ist einfach interpoliert…) deutlich besser als die der Digicam mit 1600x1200. Verbleibende schwache Farbstiche sind ohne Probleme mit Software zu beseitigen…
Mit Kleinbld ist das Murks.

Eine Idee noch: Wenn es bei Deinem Scanner einen Bereich gibt, in dem er eine Helligkeitskalibrierung und Weissabgleich bei jedem Scan durchführt, so lege doch mal unbelichtete Mask an diese Stelle und schau Dir das Ergebnis mal an, das kann aber muß nicht funktionieren.

Maile vielleicht aiuch mal den Hersteller des Scanners an, vielleicht haben die ein HowTo auf Lager…

Viel Spaß noch dabei,
Leo (der lieber in der Dunkelkammer werkelt)
P.S.: Schwarzweiss-Negs auf Colorpapier sind extrem Farbstichig, man legt dann unbelichtete Maske mit unter…