Duopol

Hallo,

ich habe zur Zeit folgendes Verständnisproblem:

Es befinden sich zwei Anbieter auf einen Markt (homogene Güter) und stehen somit in Konkurrenz zueinander. So werden doch beide (bei gleichen Produktionskosten) ihren Preis in Höhe der Grenzkosten Anbieten. In der Theorie machen beide somit keinen Gewinn.

Meiner Meinung nach erzielen beide sogar einen Verlust. Die Grenzkosten enthalten keine fixen Kosten und somit sind diese nicht in den Preis eingerechnet.

Warum bieten die beiden nicht an Preis = Durchschnittskosten?

Vielen Dank,

Victoria

Hallo,

Auch Hallo

Es befinden sich zwei Anbieter auf einen Markt (homogene
Güter) und stehen somit in Konkurrenz zueinander. So werden
doch beide (bei gleichen Produktionskosten) ihren Preis in
Höhe der Grenzkosten Anbieten. In der Theorie machen beide
somit keinen Gewinn.

Ein Preis in Höhe der Grenzkosten stellt die absolute Preisuntergrenze dar.

Meiner Meinung nach erzielen beide sogar einen Verlust. Die
Grenzkosten enthalten keine fixen Kosten und somit sind diese
nicht in den Preis eingerechnet.

das sehe ich auch so.

Warum bieten die beiden nicht an Preis = Durchschnittskosten?

Ich denke, das wird in der Praxis auch so gehandhabt – vgl. Aldi Nord/Aldi Süd

Vielen Dank,

Victoria

Gruß von Fennchurch

Hallo Fennchurch,

danke für die schnelle Antwort!

Wieso wird denn in der Theorie solch ein wichtiger Fakt vernachlässigt? In manchen Branchen sind die Fixkosten im Gegensatz zu den variablen Kosten extrem hoch.

Danke,

Victoria

Hallo veronika,

Wieso wird denn in der Theorie solch ein wichtiger Fakt
vernachlässigt?

Weil die Theorien von einem optimalen Markt und von der Theorie ausgehen, dass jeder mehr Marktanteile haben will.
in der Praxis trinken Manager von A und B auf einer Messe mal einen Cappuccino miteinander oder man differenziert einfach die produkte und jeder lebt gut damit, ausser die kunden.

Ciao maxet.

Hallo allerseits

Wieso wird denn in der Theorie solch ein wichtiger Fakt
vernachlässigt?

Weil die Theorien von einem optimalen Markt und von der
Theorie ausgehen, dass jeder mehr Marktanteile haben will.

Ich will das sogar noch verschärfen: jede Theorie geht von bestimmten Voraussetzungen aus (die häufigste ist zB die völlige Markttransparenz oder die Prämisse der Gewinnmaximierung uswusf…); sobald eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt ist, ist die gesamte Theorie hinfällig.
(trifft man in der Praxis bei den gesamten volkswirtschaftlichen Angebots- und Nachfragetheorien, zB nach Keynes…)

in der Praxis trinken Manager von A und B auf einer Messe mal
einen Cappuccino miteinander oder man differenziert einfach
die produkte und jeder lebt gut damit, ausser die kunden.

Mitunter ist der Markt auch so groß (vor allem bei Duopolen), dass für jeden entweder genug übrig bleibt oder durch eine praktische Marktaufteilung sich niemand ins Gehege kommt
praktische Beispiel Duopol: Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland – im wesentlichen existieren hier nur eon und Vattenfall, die den Markt unter sich aufgeteilt haben und nach Belieben Netznutzungs- und Durchleitungsentgelte kassieren können.
Funktioniert prima. Für die Duopolisten.

Gruß von Fennchurch

Ciao maxet.

Hallo Victoria,

in unserer Mikro-Vorlesung wurden die Fixkosten gleich Null gesetzt. Dann kommt als Ergebnis Preis=Grenzkosten raus.

Auf Lange Sicht existieren (in der Theorie) sowieso keine Fixkosten.

Grüßle
Harry

Hallo Maxet,

es ist mir klar dass in der Theorie Prämissen gesetzt werden. Aber diese Prämissen haben dann auch (in meinen bekannten Fällen) im großen auch übereinkunft mit der Theorie.
Nur sehe ich das bei den Grenzkosten nicht. Anhand einer Kostenfunktion in der Theorie erkennt man dass es Fixkosten gibt, diese werden anschliessend durch Ableitung eliminiert.

Victoria

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Viktoria,

es ist mir klar dass in der Theorie Prämissen gesetzt werden.
Aber diese Prämissen haben dann auch (in meinen bekannten
Fällen) im großen auch übereinkunft mit der Theorie.

Da kannst du die Prämisse idealer Markt noch nie überprüft haben. Das ist ein dermassen theoretisches Konstrukt, das es nur übrlebt, weil es so leicht mathematisch umsetzbar ist. Ich bezweifle sogar, ob man die Theorie eine s idealen Marktes bei elektronischen Börsen aufrechterhalten kann.

Nur sehe ich das bei den Grenzkosten nicht. …

Ich glaube, wir reden hier aneinander vorbei. Du hast mit der grenzkostenabkleitung recht. Mir ging es allerdings um das Verhalten am realen Markt. Dieses Verhalten verhindert halt, dass der Preis den Grenzkosten entspicht.
Nett zu beobachten beim Oligopol der Kraftstoffverkäufer (vulgo: tankstellen)

Ciao maxet.

Hallo Maxet,

die Absprache oder das gegenseitige „In Ruhe lassen“ geht aber schon wieder in Richtung Kartell und die Frage, ob dieses stabil ist (also keiner nen Anreiz hat, die Absprachen zu brechen) oder nicht.

Grüßle
Harry