Hallo zusammen,
ich bin auf der Suche nach Büchern, die bekannte Geschichten aus einer anderen Sichtweise erzählen. Zum Beispiel sowas wie „Hagen von Tronje“ von Wolfgang Hohlbein, der die Niebelungensaga aus Hagen’s Sicht erzählt und so in ein anderes Licht rückt.
In dieser Richtung habe ich außerdem „Mordred“ von Peter Hanratty gefunden, bezogen auf die Artus-Saga.
Außerdem meine ich mich an eine Geschichte erinnern zu können, in der das Leben von Jesus aus der Sicht von Judas erzählt wurde. Leider weiß ich den Titel nicht mehr, das würde ich aber gerne wiederfinden.
Wer hat weitere Tipps für ähnliche Bücher?
Im weiteren Sinne fände ich dann auch noch Buchkombinationen wie „Ender’s Game“ und „Ender’s Shadow“ von Orson Scott Card interessant, bei denen die gleiche Geschichte aus unterschiedlichen Standpunkten erzählt wird.
Viele Grüße,
Roland
Hallo Roland,
Wer hat weitere Tipps für ähnliche Bücher?
für die Artussage wäre da noch ‚Die Nebel von Avalon‘ zu nennen.
Gandalf
Hallo Roland,
mir fällt dazu „Medea“ von Christa Wolf ein. Vielleicht noch „Dienstanweisung an einen Unterteufel“ von C.S. Lewis.
Gruß - Petra
Hamlet
Hi,
ein Klassiker der Literaturgeschichte erzählt John Updike aus neuer Perspektive: Hamlet. In „Gertrude und Claudius“ wird quasi die Vorgeschichte zur Tragödie erzählt und im Gegensatz zur Shakespear-Version erscheint Hamlet selbst als zweifelhafte Figur.
Gruß
André
Hallo Roland -
zwei diesbezüglich sehr interessante Kurzromane sind Bringsvaerds „Minotauros“ und Gardners „Grendel“, beide vor Jahren in der Phantastischen Bibliothek bei Suhrkamp erschienen. In beiden wird aus der Ich-Perspktive des Monsters erzählt.
Ein ebenfalls sehr gelungener Versuch der Betrachtung einer bekannten Geschichte aus der Perspektive einer bösen Figur ist Tad Williams’ „Die Insel des Magiers“ (hübsches Hardcoverbändchen bei Klett Cotta, das man antiquarisch recht günstig findet). Darin erzählt Caliban ausführlich seine eigene Version der Ereignisse von Shakespeares „Der Sturm“.
Beste Grüße -
Pengoblin
Auch hi -
zum Stichwort Hamlet fällt mir noch der herrlich skurrile Film „Rosencrantz und Güldenstern“ mit Gary Oldman und Tim Roth ein, dessen Titel- und Hauptfiguren die Handlanger des bösen Onkels und ehemaligen Freunde Hamlets sind. Diese sind - je nach Inszenierung - eher als Trottel oder als willige Helfer dargestellt. Der Film betont eher die trottelig-skurrile Seite der Nebenfiguren, ist aber ein absolutes Glanzstück in Sachen Perspektivenwechsel.
Und auch am Rande Deiner Anfrage fällt mir der Krimiklassiker „Die Frau in Weiß“ von Wilkie Collins ein. Collins’ Spezialität war es, eine Handlung aus verschiedenen, teils kontrastierenden Figurenperspektiven zu erzählen - wobei die Perspektive des letztendlichen Bösewichts nicht ausgespart bleibt. Ob Du so etwas suchst, weiß ich nicht, aber ein herrliches Lesevergnügen ist es in jedem Fall.
Gruß,
Pengoblin
Hi,
zum Stichwort Hamlet fällt mir noch der herrlich skurrile Film
„Rosencrantz und Güldenstern“ mit Gary Oldman und Tim Roth
ein, dessen Titel- und Hauptfiguren die Handlanger des bösen
Onkels und ehemaligen Freunde Hamlets sind. Diese sind - je
nach Inszenierung - eher als Trottel oder als willige Helfer
dargestellt. Der Film betont eher die trottelig-skurrile Seite
der Nebenfiguren, ist aber ein absolutes Glanzstück in Sachen
Perspektivenwechsel.
Richtig, der Film ist ziemlich genial. Die erste Skurrilität ist das Pink-Floyd-Stück zu Beginn des Films…
In Sachen Perspektivwechsel sind ja auch die Japaner für einiges gut. So der Film Rashomon von Kurosawa und die Buchvorlage dazu, „Im Dickicht“ von Ryunosuke Akutagawa. Ein Verbrechen wird aus der Perspektive aller drei Beteiligten erzählt, inklusive des ermordeten Opfers. Wie es wirklich war, bliebt letztlich offen.
Ein ähnliches Prinzip verfolgt das Buch „Das Jagdgewehr“ von Yasushi Inoue, in der eine Liebestragödie in drei Briefen/Perspektiven geschildert wird. Sehr empfehlenswert.
Gruß
André
Und auch am Rande Deiner Anfrage fällt mir der Krimiklassiker
„Die Frau in Weiß“ von Wilkie Collins ein. Collins’
Spezialität war es, eine Handlung aus verschiedenen, teils
kontrastierenden Figurenperspektiven zu erzählen - wobei die
Perspektive des letztendlichen Bösewichts nicht ausgespart
bleibt. Ob Du so etwas suchst, weiß ich nicht, aber ein
herrliches Lesevergnügen ist es in jedem Fall.
Gruß,
Pengoblin
Hallo Roland,
fast alles von Joachim FERNAU trifft auf deine Beschreibung zu.
Insbesondere:
Rosen für Apoll
Caesar läßt grüßen
Disteln für Hagen
Halleluja
Gruß
Barney