Wie nennt man eine Person, die so psychisch gestört ist, dass sie die reale Umwelt um sich herum nicht mehr wahrnimmt und stattdessen buchstäblich in einer von ihr selbst „erschaffenen“, also erdachten, Phantasiewelt lebt? Wie nennt man eine solche Person oder Krankheit oder diesen Zustand?
Und wenn jetzt eine solche Person in ihrer Phantasiewelt stirbt, könnte es dann passieren, dass sie auch in der realen Welt stirbt? Oder vielleicht fällt sie ins Koma?
Kennt sich da jemand wissenschaftlich und/oder medizinisch aus?
in diesem Buch von Oliver Sacks (nicht unterhaltsam zu lesen wie „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“) sind mehrer Patienten geschildert, die nach dem „Erwachen“ (dank L-Dopa) nicht mehr mit der Welt zurecht kommen und „sich sterben“.
Was ist L-Dopa? Und was meinst du mit „sich sterben“?
Allerdings meinte ich nicht, dass der Patient oder die Patientin erwacht, sondern in ihrer Phantasiewelt stirbt und wollte wissen, ob diese Person dadurch dann auch in der Realität sterben könnte, also genau in diesem Moment des „erdachten“ Todes.
Allerdings meinte ich nicht, dass der Patient oder die
Patientin erwacht, sondern in ihrer Phantasiewelt stirbt und
wollte wissen, ob diese Person dadurch dann auch in der
Realität sterben könnte, also genau in diesem Moment des
„erdachten“ Todes.
Das halte ich prinzipiell sogar für möglich. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, daß ein Phantasiekonstrukt alleine dafür verantwortlich sein kann.
Zwei Beispiele:
Vor einigen Tagen las ich von einem interessanten Fall: der Partner einer Frau, die an einer medizinischen Medikamentenstudie teilnahm, schluckte in suizidaler Absicht mehrere Tabletten des Testmedikamentes. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert mit Kreislaufschock und beieinträchtigten Lebensfunktionen, sodaß er auf der Intensivstation behandelt werden mußte. Nachdem die Ärzte aber herausfanden, daß die Frau zur Placebogruppe der Studie gehörte und der Mann also wirkstofffreie Mittel geschluckt hatte, ging es ihm schlagartig besser.
Zudem gibt es in der Medizin interessante Krankheitsbilder, wo die Psyche alleine Krankheiten auslösen kann. Das beeindruckendste Beispiel ist meines Erachtens die Taku-Tsubo-Kardiomyopathie. Auch bekannt unter der Bezeichnung Broken-Heart-Syndrom („gebrochenes Herz“). http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/…
gewisse Persönlichkeitsstörungen gehen in diese Richtung, aber auch Demenz kann einen solchen Zustand bedingen.
Und wenn jetzt eine solche Person in ihrer Phantasiewelt stirbt, könnte es dann passieren, dass sie auch in der realen Welt stirbt? Oder vielleicht fällt sie ins Koma?
Das kann ich mir in dieser Form nicht vorstellen. Zwar ist die menschliche Psyche ziemlich gut darin, auch körperliche Zustände zu beeinflussen, aber dass eine Person sich „totträumt“ halte ich persönlich für nicht wahrscheinlich. Das klingt doch ein wenig nach einem Science-Fiction-Stoff. Real kommen wohl eher suizidale Elemente ins Spiel.
Allerdings scheint es durchaus möglich, an Angst zu sterben. Ein exotisches Beispiel sind die Voodoo-Zeremonien, bei denen Menschen suggeriert wird, dass sie zum Sterben verflucht sind. Entscheidend ist, dass der Betroffene von der Verwünschung weiß und dass er daran glaubt, dass es möglich ist, daran zu sterben.
In etwa 5 Prozent der Obduktionen findet man auch in unserem Kulturkreis keine organische Todesursache. Dass der Tod in diesen Fällen psychisch bedingt sein könnte, ist dadurch aber nicht zwingend bewiesen. Oft ist es wohl auch nur die Frage, wie gründlich man gesucht hat.
Die Wissenschaft geht davon aus, dass in den Fällen, in denen jemand scheinbar durch die Kraft der Psyche gestorben sei, eine bis dato unerkannte organische Vorschädigung z.B. zu Herzversagen geführt habe.