Durch Klimaerwärmung mehr Süßwasser, weil mehr Meerwasser verdunstet?

Hallo und Guten Tag,

immer wieder hört bzw. liest man, die Gesamtmenge des verfügbaren Süßwassers auf der Welt betrage nur ein paar Prozent verglichen mit dem Salzwasser. Aber wenn Meerwasser auf den Ozeanen verdunstet, dann wird es doch zu Süßwasser, oder? Und wenn es durch die Klimaerwärmung mehr, heißere und längere Hitzewellen auch auf den riesigen Wasserflächen der Weltmeere gibt, dann müsste doch entsprechend mehr Wasser aus den Meeren verdunsten, zu Süßwasser in die Wolken aufsteigen und zumindest teilweise dann auch als Süßwasser über Land wieder abregnen, oder? D.h. eigentlich müsste doch durch die gestiegene Verdunstung des Meerwassers der Anteil des verfügbaren Süßwassers auf der Welt zunehmen? Oder ist das anders?

Vielen Dank im Voraus für Antworten,

Jasper

Servus,

Ansätze mit

sind grundsätzlich nicht verkehrt. Vorliegend empfiehlt es sich aber, von vornherein Quantitäten zu berücksichtigen - dann wird schnell sichtbar, dass eine Erhöhung des Anteils von Süßwasser von winwinwinzig auf winzig nicht besonders ins Gewicht fällt.

Unabhängig davon, dass sich die Wolken nicht gerne sagen lassen, wo sie abregnen sollen, und wärmere Luft über dem Festland mit einem höheren Wasserhaltevermögen der Luft und damit den bekannten Erscheinungen der Sommer 2017 - 2019 zu tun hat.

Schöne Grüße

MM

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Das mit dem „verfügbar“ ist das Problem. Es ist halt nicht so, dass es nun überall 5% mehr Süßwasser gibt.
Die Niederschläge werden sehr ungleichmäßig verteilt niedergehen. Vergleiche z.B. 2021: Berlin/Brandenburg hat Wassermangel, weil die Niederschläge seit Jahren zu gering sind. Dagegen gab es eine Flutkatastrophe im Ahrtal.
In Bezug auf „verfügbares Süßwasser“ gibt es da zwei Probleme:

  • dort, wo der Regen gefallen ist, war es viel zu viel, um das Wasser zurückhalten und sinnvoll Nutzen zu können. Es ist als Flutwelle über den Rhein innerhalb weniger Tage ins Meer gerauscht und war weg.
  • selbst wenn man das Wasser hätte zurückhalten können: wie soll es dorthin kommen, wo es gebraucht wird? Es gibt keine Wasserleitung von Rheinland-Pfalz nach Brandenburg.
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Wenn es dann stimmt, dass der Meeresspiegel steigt wegen des Schmelzwassers Grönländischer und Antarktischer Gebiete, wird der Süßwasser-Anteil eher noch geringer. (Süß-)Eis ist ja gefrorenes (Süß-)Wasser.

Ich wunderte mich in Spanien sehr, wieso breite Trockenflusstäler offenbar dazu dienten, Niederschläge möglichst schnell abzuleiten anstatt sie zurückzuhalten. Gleichzeitig wird Ebro-Wasser zum Bewässern entnommen, sodass der Fluss unterhalb der letzten Staustufe zu einem Rinnsal wird.

Auch bei uns in D, etwa in Steillagen von Weinbaugebieten werden Abflussrinnen angelegt, um das Süßwasser so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Als Ausgleichsmaßnahme sind dann (z.B. am Rand der Haardt) kleine alberne Froschteiche vorhanden. Mit Schildern, wie toll der Naturschutz berücksichtigt wird.

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@PeterSilie… jesses…
keine Abflussrinne: Niederschlagwasser bildet sich dann die eignen und die sind dann rücksichtslos auf Infrastruktur.
Spanien: gut… Halbwissen meinerseits aber im Umfeld Alicante ist das eher so: 4 Jahre kein (also kaum) Niederschlag und dann 2 Jahresmengen in einer Woche. (… übertrieben)
Spanien: macht sich schon Gedanken, wie man (Regen-)Wasser vorhalten kann. Gab da im Raum Alicante schon ein paar Überlegungen (1995 und früher).

das Verdunstete - ja. Irgendwann kommt es als Niederschlag wieder zurück. Nur ein kleiner Teil davon an Land, wo man es sich wünscht. Leider dann auch noch oft „alles auf einmal“ anstelle von „kontinuierlich immer etwas“.
IMHO das größte Problem dabei: wir Pumpen Unmengen aus der Erde und hoffen/denken: das geht immer so weiter. In den 70ern war es quasi verboten, sich Zisternen anzulegen… viele (naja, die von meinen Eltern zumindest) mussten stillgelegt werden. Nun darf man wieder und ich schätze in 5-10 Jahren wird das sogar gefördert.

definitives NEIN. Weil im selben Umfang auch Süßwasser verdunstet bzw. nicht als Niederschlag in sammelbaren Gebieten / Mengen zurückkommt.

Ja. Ich bin dafür, dass der „Segen“ von Wasser nicht einfach vergeudet wird. Trifft für Steillagen eher nicht zu, aber in vergangenen Zeiten und anderen Kulturen wurden mühsam Terrassen angelegt, auch wegen der Arbeitserleichterung. Da scheint die zerstörende Kraft des Wassers gebrochen:
grafik

An den Nebenflüssen des Rhein und auch in Spanien habe ich viele nicht mehr bewirtschaftete Terrassen gesehen.

Und viele Wasser-Rennbahnen (begradigte Wasserläufe) werden erfreulicherweise renaturiert, Deiche zurückversetzt, Überflutungsgebiete definiert. Und sogar bei Mooren / Feuchtgebieten die Entwässerung gestoppt.

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Meinst du Brunnen? Zisternen sind ja eher positiv, weil sie Regenwasser sammeln und die Kanäle bei Regen entlasten.

Ich hatte überlegt, mir Wassertanks für Regenwasser anzuschaffen. Belegen Platz, sehen Schei… aus. Da lasse ich das Wasser wie bisher lieber versickern (jedenfalls die Fallrohre zum Garten) und pumpe es bei bei Bedarf auf die Beete. Abgesehen von etwas Verdunstung ist das ja ein Kreislauf.

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und das ist nicht der Grund für Terrassenfeld- und -weinbau.

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Du wirst es wissen, du bist hier der Fachfisch für Landwirtschaft.

Ist zwar schon ein paar Tage alt der Beitrag. Möchte meinen Senf aber trotzdem dazu geben. Ich bin mit einer 200 m3 fassenden, unterirdischen EX-Jauchegrube gesegnet die ich, z.Zt. noch provisorisch, an einen Großteil meiner 2000 m2 Dachflächen angeschlossen habe. Im Laufe der nächsten Zeit werde ich die Regenrinnen und Fallrohre, über ehemalige Weintanks als Absetzfilter, an den Tank anschließen und dann selbst während der größten Dürre ein grünes Refugium um mich herum haben. Blöd nur dass ich dann wahrscheinlich ein paar Mal die untere Wasserbehörde vor Ort habe, weil irgend ein neidischer Nachbar behauptet, ich würde Wasser dem, durch mein Grundstück verlaufenden Bach, entnehmen.

Gehört der Niederschlag eigentlich dem Grundstücksbesitzer?