Durch traumatisches Erlebnis (Verkehrsunfall) sich

Hallo,

ich hatte vor ca. 4,5 Jahren einen Verkehrsunfall.

Daran war ich, so bin ich mir sicher, selbst Schuld. Keinem anderen ist dabei etwas zugestoßen. Ich kann mich an den Unfallhergang aber nicht erinnern!

Ich hatte damals ein traumatisches Epiduralhämatom rechts, welches noch am Unfalltag durch eine osteoplastische Kraniotomie entfernt wurde.

Später entwickelte sich noch eine traumatische Carotis-Sinus-Cavernosus-Fistel, die ca. acht Monate nach dem Unfall verschlossen wurde. In dieser Zeit hatte ich ein pulssynchrones Geräusch im linken Ohr und Exophthalmus und Chemosis beidseitig linksbetont. Darüber hinaus kann ich nach dem Unfall nicht mehr riechen.

Darüber hinaus wurde einige Zeit spät festgestellt, dass ein Halswirbel und zwei Brustwirbel angebrochen waren! Um den angebrochenen Halswirbel ist der Spinalkanal seit dem verringert. Diese Brüche wurden nicht behandelt!

Ich was damals nicht in psychologischer Betreuung, da ich dachte, dass ich das als junger Mann nicht benötige. Dies scheint aber ein falscher Gedanke zu sein!?

Jetzt habe ich gehört, dass man sich durch ein traumatisches Erlebnis wie einen Unfall verändern kann. Besonders i. V. m. einer Carotis-Sinus-Cavernosus-Fistel!

Wenn ich mich recht erinnere, bin ich seit dem Unfall anders geworden. Irgendwie unerträglicher, ich lasse die Meinungen anderer nicht zu, ich bin der Intelligenteste, ich lasse mir von niemanden etwas sagen, zumindest nicht gerne, ich interessiere mich nur für mich selbst, ich fühle mich manchmal wie Dr. Jekyll und dann wieder wie Mr. Hyde. Im einen Moment bin ich superfreundlich und im anderen bin ich unausstehlich.
Dazu kommt, dass ich seit fast zwei Jahren arbeitslos bin. Zwischendurch zwar immer mal gejobbt habe, aber halt nichts Festes hatte.
Ich mache mir sehr oftn Kopf, was mit meiner Gesundheit ist, was mal werden kann (bei meiner Vorgeschichte!), wieso bekomme ich bei den ganzen Bewerbungen keine Arbeit, …

Jetzt möchte ich nun gerne wissen:

1.) Stimmt es, dass man sich durch ein traumatisches Erlebnis verändert/verändern kann?
2.) Wie kann so etwas durch einen Psychologen oder sonstigem Arzt behandelt werden (suche einen guten im Raum 34… Kassel!)?
3.) Kann man durch eine MRT-Aufnahme des Kopfes, des Hirns erkennen, ob etwas anders ist, als bei anderen?
4.) Kann man sich hier in Deutschland selbst in eine Psychiatrie oder in eine ähnliche Einrichtung selbst einweisen?

Bitte um eure Hilfe.

Vielen Dank im Voraus.

Gruß

Hallo,

zu erst einmal ist es richtig, daß man sich durch ein traumatisches Erlebnis verändern kann. Das kann in unterschiedlichster Form geschehen. Deshalb gibt es nicht die eine Behandlungsmöglichkeit für Menschen, die ein traumatisches Ereignis erlebt haben. Manchmal verändert einen das Ereignis kaum oder sogar positiv.

Selbstverständlich kannst Du Dich wegen Deiner Sorgen um Deinen Gesundheitszustand in ärztliche Behandlung begeben. Du kannst Dich auch in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen (btw: meistens begeben sich Patienten freiwillig in Behandlung, Zwangseinweisung ist selten).

Nur frage ich mich, ob das überhaupt notwendig ist. Das werden sich die Ärzte auch fragen. Denn Dein Unfall ist - aufgrund dessen, was Du beschreibst - nicht gerade der naheliegendste Grund für Deine Stimmungsschwankungen. Von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, ist betrüblich und die vielen Absagen sind frustrierend. Aber man weiß ja nie. Denn Veränderungen nach einem traumatischen Ereignis können noch Jahre später zum ersten Mal auftreten. Aber bitte keine Panik. Erst einmal schauen, ob und wenn ja, was los ist.

Bevor Du Dich deshalb gleich in eine psychiatrische Klinik selbst einweist, würde ich vorschlagen, daß Du Dir einen Termin bei einem niedergelassenen Nervenarzt holst, wenn Du sicher gehen möchtest. Du kannst dann mit ihm über Deine Sorgen sprechen und sehen, was er sagt. Was meinst Du?

Beste Grüße,

Oliver Walter
Diplom-Psychologe, Kiel
http://www.verhaltenswissenschaft.de